Bad Urach in alten Ansichten Band 2

Bad Urach in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Walter Röhm
Gemeente
:   Bad Urach
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3408-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Urach in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Als ich vor rund zehn Jahren den ersten Band 'Urach in alten Ansichten' zusammengestellt habe, war es noch einfach, informative Fotos und Bildpostkarten aus den Jahren 1870-1930 mit Motiven aus Urach und der näheren Umgebung der Stadt zu bekommen. Inzwischen sind betagte Fotos und Bildpostkarten begehrte Sammelobjekte. Es ist schwieriger geworden, geeignetes Material für einen zweiten Band aufzustöbern. Der Besuch vieler Flohmärkte, Sammelbörsen und einschlägiger Fachgeschäfte in der ganzen Bundesrepublik war notwendig.

In beiden Bänden sind nun mehr als 150 Fotos abgedruckt und regen zum Vergleich mit der Gegenwart an. Die meisten dieser Bilder haben sich nur auf Bildpostkarten erhalten. So alte Originalfotos gibt es kaum noch. Auch die Platten und Filmnegative der aufnahmen sind längst auf den Müll gekippt. Bildpostkarten gibt es seit 1870. In diesem Jahr hatte der Oldenburger Hofbuchhändler August Schwartz als erster den guten Einfall, die soeben eingeführte

'Correspondenz-Karte' mit einem damals (1870) aktuellen Bildchen, einem Artilleristen mit seiner Kanone, zu bedrucken: Die 'Ehe' zwischen Bild und Karte war geschlossen; sie hält immer noch ...

Vater der 'Correspondenz-Karte' ist der Preußische Geheime Oberpostrat Heinrich von Stephan (18311897), der spätere Generalpostmeister des Deutschen Reichs. Er hatte schon 1865 dem Königlich Preußischen Generalpostamt vorgeschlagen, ein 'Postblatt' einzuführen, drang allerdings mit seinem Vorschlag zunächst nicht durch. Vier Jahre später, im Jahre 1869, wurde sein Postblatt dann als 'CorrespondenzKarte' zuerst in Österreich und ab 1870 für den Bereich des Norddeutschen Bundes und das Königreich Bayern eingeführt. Weitere Länder folgten rasch. Die Correspondenz-Karten und die Bildpostkarten erfreuten sich schnell großer Beliebtheit. Die mit schwarzweißen oder bunten Bildern aller Art bedruckten Karten wurden bald zu begehrten Sammlerstücken. Gegen Ende des Jahrhunderts überstieg die

Zahl der 'Philokartisten' , wie die Ansichtskartensammler auch genannt werden, sogar die große Zahl der Briefmarkensammler! Nach dem Ersten Weltkrieg verlor die Bildpostkarte aus vielen Gründen, nicht zuletzt durch das Telefon, an Bedeutung. Auch war es für Amateurfotografen, einfach geworden, Urlaubsmotive individuell auf die Platte oder den Film zu bannen: die Amateure waren nicht mehr aufvorgefertigte Ansichten angewiesen.

Insbesondere Wanderer, Sommerfrischler und Hotelund Kurgäste versandten gerne Bildpostkarten. Es ist deshalb nicht verwunderlich, daß auch Urach bald von den Postkartenherstellern und den Fotografen 'entdeckt' wurde. Hier im Zentrum der Mittleren Alb war ein Markt, den insbesondere Einheimische bedienten: die Fotografen Schmid (Vater und Söhne) und Wilhelm Krieg und begabte Amateurfotografen wie der Buchhändler Wilhelm Benz oder der Arzt Dr. Karl Motz, lieferten die Vorlagen für die Bildpostkarten.

Bildpostkarten mit den schönsten Motiven der Mittleren Alb kamen bis vor wenigen Jahren speziell aus Urach, und zwar von Robert Holder, der einer der besten Landschaftsfotografen der Schwäbischen Alb ist. Die 'Holder-Karten' aus Urach sind heute bei Sammlern sehr gesucht.

Die meisten der in den beiden Bänden 'Alte Ansichten aus Urach' veröffentlichten Fotos wurden von den alten Uracher Fotografen 'geschossen'. Ihre Bilder ermöglichen uns einen Bummel durch das alte Urach, das seit 1. Juli 1983 'Bad Urach' heißt. Ihre Fotos sollen bei meinen älteren Mitbürgern Erinnerungen wecken, den Jüngeren und den Neubürgern, aber auch interessierten Kurgästen das alte Urach näherbringen.

Bad Urach, im Mai 1986

WalterRöhm

1. So unmittelbar im Mittelpunkt seiner landschaftlichen Schönheiten liegt in der Schwäbischen Alb sonst keine Stadt, wie das heitere, vielbesuchte Urach. Wohin wir uns wenden, findet das Auge im kleinsten Umkreis eine Fülle der lohnendsten Bilder. So schreibt kurz vor der Jahrhundertwende der damalige Vorsitzende des Schwäbischen Albvereins Professor Eugen Nägele (1856-1937) im Text zu diesem Foto, das Bad Urach im Jahre 1892 zeigt und in dem prachtvollen Bildband 'Die Schwäbische Alb - Eine Wanderung vom Hohenzollern bis zum Rosenstein' veröffentlicht ist,

2. Drei Gebäude überragen im Jahre 1892 die Dachlandschaft von Urach: die Stiftskirche St. Amandus, das Residenzschloß und der Marstallkasten. Die Stiftskirche wurde in den Jahren 1475-1499 im Auftrag des Grafen Eberhard V. von Württemberg durch Peter von Koblenz erbaut. Der hohe Fachwerkbau des Residenzschlosses wurde im Jahre 1443 begonnen. Noch älter ist der Marstallkasten. Er wird schon 1432 als Verwahrort von Zehntfrüchten und als Vorratskammer erwähnt. Er wurde 1485 erweitert und beherbergte um 1650 eine herrschaftliche Brauerei. Der Marstallkasten wurde 1902 abgerissen.

3. Die gotische Stiftskirche St. Amandus wurde in den Jahren 1896-1901 grundlegend renoviert. Der unvollendete Turm wurde damals im Stil der Neugotik fertiggebaut. Man entfernte die Anfang des 16. Jahrhunderts auf dem Turmstumpf aufgebaute HochwächterStube und setzte dafür einen eisernen, mit Kupferplatten beschlagenen Turmhelm auf. Die Altstadt bekam dadurch ein neues, von fast allen Punkten des Oberen Ermstals aus sichtbares Wahrzeichen.

4. Ein Meisterwerk eines unbekannten Steinmetzen des Uracher Meisterkreises ist die Kanzel in der Stiftskirche. Sie entstand um 1500. Unser Bild zeigt die Kanzel um 1899, also während der großen Erneuerung der Kirche, die auch im Innern der spätgotischen Basilika einschneidende Veränderungen brachte. So wurde unter anderem die Kanzel um einen Pfeiler nach Osten versetzt. Gleichzeitig wurde der im 16. Jahrhundert hinzugefügte Brüstungsaufsatz abgenommen und als Lesepult in den Chor der Kirche versetzt.

5. Das älteste Kunstwerk in der Stiftskirche ist der sogenannte Betstuhl des Grafen Eberhard V. von Württemberg. Der mächtige aus Eichenholz geschnitzte thronartige Stuhl entstand 1472 in der Werkstatt eines Bildschnitzers in DIm. Er war ursprünglich sicher nicht für die Stiftskirche bestimmt, sondern für die Grabkirche der Uracher Linie des Hauses Württemberg, die Marienkirche der Karthause Güterstein. Die Aufnahme aus dem Jahre 1877 zeigt den Betstuhl vor der letzten Renovierung (1877-1879).

6. Der Turm der Stiftskirche St. Amandus im Oktober 1901, wenige Tage nach Einweihung der renovierten Kirche. Links neben dem Turm die alte Lateinschule aus dem 15. Jahrhundert. Zuletzt wohnte in diesem Gebäude der Hausmeister der gegenüberliegenden Wilhelmschule. Im Jahre 1968 mußte das alte Gebäude dem Neubau eines Hörsaalgebäudes für das evangelisch-theologische Seminar weichen.

7. Aus einer Fotomappe, die der Uracher Fotograf Schmid dem württembergischen Königspaar anläßlich der Einweihung der renovierten Stiftskirche überreichte, stammt dieses Bild. Es zeigt den Bliek von der Orgelempore durch das rund 18 Meter hohe Mittelschiff zum großzügig gestalteten Altarraum und zum Chor. Über dem Chorbogen ein von den Kunstmalern Kar! und Theodor Bauerle, Stuttgart, gemaltes Wandbild. Es zeigt den segnenden Christus auf einem Thron sitzend, umgeben von den sieben Leuchtern, verehrt vonEngeln.

8. Das Bad Uracher Rathaus wurde um 1440 erbaut, aber schon 1562 so durchgreifend erneuert, daß man allgemein von einem Neubau sprach. Das den trapezförmigen Marktplatz beherrschende Gebäude hatte bis weit ins 19. Jahrhundert hinein viele Funktionen zu erfüllen: es war Sitz des Rates und des Stadtgerichts, ort für festlich-repräsentative Veranstaltungen des Rats und der Bürgerschaft. Mit den Fleisch- und Brotbänken sowie der Fruchtschranne im Erdgeschoß war das Rathaus auch Mittelpunkt des Marktlebens.

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