Bad Wörishofen in alten Ansichten

Bad Wörishofen in alten Ansichten

Auteur
:   Ludwig Burghardt
Gemeente
:   Bad Wörishofen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5300-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Bad Wörishofen in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Bad Wörishofen ist einzigartig. Das Urteil vieler Gäste gilt. Aus einem behäbigen Bauerndorf wurde durch das Wirken seines Pfarrers ein weltbekannter Kurort. Der Mann, der diesen Wandel schuf, war Sebastian Kneipp, 42 Jahre Beichtvater der Dominikanerinnen und 17 Jahre Pfarrherr von St. Justina, am 17. Mai 1821 in Stephansried geboren und am 17. Juni 1897 als Päpstlicher Geheimkämmerer und Ehrenprälat in Wörishofen gestorben. Daß er zum Gründer des heutigen Heilbades wurde, ist die Kettenreaktion einer gutenTat.

Die Existenz des Ortes ist erstmalig nachgewiesen durch eine Urkunde des Augsburger Bischofs Embrico vom 29. Juni 1067. Als Zeuge einer Schenkung ist ein Otthalm de Werneshova genannt, was bcwcist, daß Wörishofen eine kleine Herrschaft war. Die letzte Inhaberin der Herrschaft war Christina von Fronhofen. Weil sie ihre Ehe kinderlos überlebte, übergab sie Herrensitz und Güter in und um Wörishofen am 18. Mai 1243 dem Dominikanerpater Friedrich von Rothenburg. Pater Friedrich überließ die Schenkung dem Kloster St. Katharina zu Augsburg, das damit die Herrschaftsrechte über Wörishofen erhielt.

Schwere Zeiten brachten 1348 die Pest, woran der Pestgottesacker erinnert, und der Dreißigjährige Krieg, an dessen Ende die 1648 gepflanzte Friedenslinde im Ortsteil Schönesenach erinnert.

Im Jahre 1717 ordnete Papst Clemens XI. an, zwei Dominikanerinnenklöster soliten zur strengen Observanz zurückkehren. Dies bedeutete für die Dominikanerinnen von St. Katharina lebenslängliche Klausur , Verzicht auf Fleischgenuß und Schweigegebot. St. Katharina fand als Ausweg die Gründung eines Tochterklosters in Wörishofen. 1718 erhielt der Barockbaumeister Franz Beer den Auftrag. Am 4. August 1719 wurde der Grundstein gelegt, am 19. Oktober 1721 konnte der Südflügel des Klosters bezogen werden. Der Wessobrunner Stukkateur Dominikus Zimmermann hat Kirche, Chor und Festsaal geschmückt, sein Bruder Jo-

hann die Deckengemälde geschaffen und ein Bruder Valentin aus Augsburg die Schreinerarbeiten mit Intarsien aus Silber, Perlmutt, Elfenbein, Oliven- und Ebenholz gefertigt. Zunächst behielt das Mutterkloster die Hoheitsrechte, trat sie aber nach fünfzig Jahren an das Tochtcrkloster ab. Die Klosterherrschaft wurde am 29. Mai 1802 dureh die Säkularisation beendet. Grundbesitz und Herrschaftsrechte fielen an Bayern, Kasse und Archiv wurden beschlagnahmt, Vieh, Fahrzeuge, Geräte Einrichtung, Vorräte und Grundstücke veräußert. Die Dominikanerinnen durften zwar bleiben. aber das Kloster war zum Aussterben verurteilt. Die letzten überlebenden sechs Dominikanerinnen erreichten vierzig Jahre später die Wiedererrichtung des Klosters. König Ludwig I. genehmigte mit Entschließung vom 26. Oktober 1842 die Wiederherstellung des Klosters. Weil dieses auf eine tragfähige wirtschaftliche Basis gestellt werden mußte, baten die Dominikanerinnen den Bischof , er möge einen geistlichen Leiter senden, der die Klosterwirtschaft wieder aufbauen konnte. Bischof Peter Il. von Richarz bestimmte den 3. Stadtkaplan von St. Georg zu Augsburg, Sebastian Kneipp, dafür. Er schien dazu geeignet, weil er in der Jugend bei Bauern gearbeitet, die Weberei erlernt hatte, auf dem Bau tätig war und sich als Erzieher bewährt hatte.

Am 2. Mai 1855 zog Beichtvater Kneipp in Wörishofen ein. Von den 42 Jahren, die er hier lebte und wirkte, widmete er sich 26 Jahre dem Auftrag des Bischofs, fuhr auf Märkte , um Saatgut und Zuchtvieh einzukaufen, entwarf ein Entwässerungssystem für die Wiesen, war als Imker international anerkannt und hatte einen aufsehenerregenden Erfolg bei der Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche unter dem Rinderbestand. Auch eine Klosterbrauerei und die Hanshaltungsschule gründete er. Schließlich verfaßte er fünf Bücher über landwirtschaftliche Themen. Nur vereinzelt leistete er Hilfe in Krankheitsfällen, war er doch durch das eigene Krankheitserlebnis in der Jugend mit Fragen der Ge-

sunderhaltung und Krankheitsüberwindung befaßt. Daß dies den Wörishofenern imponierte, versteht sich.

Als Ende 1880 der Ortspfarrer Ziegier gestorben war, wurde der Bischof gebeten, den Beichtvater auch zum Ortspfarrer zu ernennen. Der Bischof entsprach und Kneipp zog 1881 in den Pfarrhof ein. Bald sprach sich herum, daß der Herr Pfarrer auch in Krankheitsnot helfen konnte. Allmählich kamen Heilungsuchende aus dem Ort und der Umgebung. Sie konnten im Kloster, im Pfarrhof und in den drei Wirtschaften untergebracht werden. Dies reichte aber bald nicht mehr aus, besonders als Kneipps Werk 'Meine Wasserkur' 1886 erschienen und binnen kurzem in 14 Sprachen übersetzt verbreitet war. Die Gäste brachten Unruhe und Ärger ins gemächliche Dorf. Der Herr Pfarrer empfahl den Damen das Wassertreten im Bach, wozu sie Strümpfe und Schuhe ausziehen und die Röcke hochheben mußten. Durch die Presse ging der Ruf vom 'sündigen Dorf'. Schließlich hagelte es Proteste, wurden Schadenersatzansprüche gestellt, weil die Kurgäste beim Tautreten das Gras zertrampelten. Als der Gemeinderat beschließen mußte, ob Wörishofen Dorf bleiben oder Kurort werden sollte, wurde nur eine Mehrheit von einer Stimme zugunsten der Kurortentwicklung erzielt, veranlaßte den Bürgermeister zurückzutreten. Die Entwicklung war nicht mehr aufzuhalten.

Kneipps Wunsch, im Vorwort zur ersten Auflage seines Buches festgehalten, die Ärzte sollten sich seiner Lehre annehmen, ging bald in Erfüllung. Nach der Diagnose des Arztes führte Kneipp die Anwendungen im Badehäuschen des Klosters und in der Waschküche des Pfarrhofes durch. Schließlich wurden 1888 an der Promenadestraße das Männerbad und 1889 an der Klostermauer das Damenbad errichtet. Kneipp bildete den Bader Kustermann zum 'Gießer' aus, seine Nichten betreuten die Damen. 1889 erschien Kneipps zweites Werk mit dem Titel 'So sollt ihr leben' und wurde die Wandelbahn errichtet, in der Kneipp täglich gesundheiterzieherische Vorträge hielt. Gegenüber errich-

tete Agatha Haggenmüller einen Speisesalon, den 'Glaspalast'. Gleichzeitig hatten GeromilIer und Kreuzer Badeanstalten gebaut. Geromiller stellte auf Bitte Kneipps sein Haus als Kinderasyl zur Verfügung und Kreuzer errichtete das erste Kurhotel. Der Augsburger Hotelier Urban baute ein Hotel, das spätere 'Gary'. Durch die Zunahme der Kurgäste sah sich Kneipp veranlaßt, eigene Krankenanstalten zu erstellen, das Priesterkurhaus, heute das 'Sebastianeurn', das Kinderasyl, die heutige Kinderheilstätte und das 'Kneippianum'. Dazu entstanden in den sieben letzten Lebensjahren Kneipps Kurhotels, Kurpensionen und Kurheime, wandelte sich das Dorf zum international bekarmten Kurort. Im Jahre 1892 wurden 12 107 Kurgäste registriert. Der Tod Kneipps am 17. Juni 1897 brachte eine Zäsur, die aber bald durch die Arztpioniere überwunden wurde.

1911 wurden schon wieder 11 146 Kurgäste registriert. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurden die großen Betriebe Lazarette. Aber die hier behandelten Soldaten kamen nach dem Krieg als Kurgäste wieder. 1920 weilten hier bereits 12 250 Kurgäste und das Bayerische Innenministerium honorierte die Entwicklung mit der Verleihung des Prädikates 'Bad'. Es ging wieder aufwärts. 1938 wurden 28000 Kurgäste registriert. Ein Jahr später folgte die 'Zweckentfremdung' der Kurbetriebe. Während des Zweiten Weltkriegs und danach mußte Bad Wörishofen Kinder, Evakuierte aus den zerbombten Großstädten, schließlich Flüchtlinge, Heimatvertriebene, Ausländer und Besatzer aufnehmen. Bereits 1949 lief der Kurbetrieb wieder an, wurde Bad Wörishofen als erstes Kneipp-Heilbad anerkannt und vom Bayerischen Staatsministerium des Innern zur Stadt erhoben. Es folgte ein kometenhafter Aufstieg, der dazu führte, daß heute die Wirkungsstätte Kneipps mit jährlich bis zu 80000 Kurgästen und rund 1,5 Millionen Übernachtungen zu den bedeutendsten Heilbädern Deutschlands zählt.

1. Das Dominikanerinnenkloster ist seit seiner Gründung dominierender Gebäudekomplex in Wörishofen. Am 23. September 1723 wurde die Kirche zu Ehren Mariens geweiht. Anläßlich der Säkularisation wurde das Kloster am 29. Mai 1802 aufgehoben, der weltliche Besitz verkauft oder verpachtet. Die Dominikanerinnen durften zwar bleiben, das Kloster war aber zum Aussterben verurteilt. Vierzig Jahre später genehmigte König Ludwig I. die Wiederherstellung des Klosters. Links an der alten Promenadestraße stehen das Männerbad und die Wandelbahn, gegenüber der 'Glaspalast' und die Klosterlandwirtschaft.

'Wörishojen DolTlittiltllnerin-l(loster

2. Der Bliek von Osten auf das Kloster läßt durch die beiden sanft geschwungenen Giebel die 'Handschrift' des BregenzerwäJder Barockbaumeisters Franz Beer deutlich erkennen. Über dem Mitteltrakt erhebt sich das Türmchen (Dachreiter) der Klosterkirche mit seiner typischen Haube. Gegenüber den bewußt schlicht gehaltenen Fassaden des Quadrums sind die beiden Giebel doch recht eindrucksvoll. Rechts lugt derTurm der Pfarrkirche St. Justina hervor.

3. Dies war der Mann, der während der letzten zehn Jahre seines Lebens das schlichte Schwabendorf in einen international bekannten Kurort verwandelte, Pfarrer Sebastian Kneipp. Am 2. Mai 1855 zog er als Beichtvater der Dominikanerinnen ein und wurde im Frühjahr 1881 auch noch Pfarrer von St. Justina. Hier entwickelte er seine Lehre vom vernünftig geführten Leben und naturgemäßen Heilen. Als von Papst Leo XIII. zum Päpstlichen Geheimkämmerer und Ehrenprälaten ernannt, wurde er zu einem der berühmtesten Männer seiner Zeit, ein 'Helfer der Menschheit'.

XURORT WORlSHOFEN

KLOSTERKIRCHE

4. Die Klosterkirche ist eine Doppelkirche mit einem Schwesternchor hinter dem Hochaltar. Die Stukkaturen und Deckengemälde stammen von den Brüdern Dominikus und Joharm Baptist Zimmermann aus Wessobrunn. Die Intarsien schuf der Dominikanerbruder Valentin aus Augsburg. Die 'Schwarze Madonna', eine Nachbildung des Gnadenbildes von Maria Einsiedeln, ist das 'Schatzkästlein ' des Klosters.

5. Die Pfarrkirche St. Justina wurde erstmals 1243 erwähnt. 1519/20 wurde sie abgetragen und durch einen spätgotischen Bau ersetzt. Um 1700 wurde sie barockisiert. Die Kirche wird von einem massigen Turm beherrscht, dem man ein Alter von 700 Jahren zuschreibt. Entgegen dem Brauch ist das Satteldach im rechten Winkel zum Kirchendach gestellt.

Kath. Pferrkircbe Bad Wllris!'o[en

6. Das Innere der Pfarrkirche ist ein einschiffiger Saalraum mit stark eingezogenem Chor. Die Dekke wurde von dem Wessobrunner Stukkateur Dominikus Zimmermann verziert. Die Deckengemälde stammen von dem Krumbacher Meister Jakob Fröschle, die Freskomalerei im Chor ist älter. Die Deckengemälde stellen Leben und Tod der heiligen Martyrin Justina vor. Das Gemälde des Choreszeigt das Dogma von Jesu Gegenwart in der Eucharistie und dessen Gegner.

7. Zwischen Pfarrkirche und Klosterkirche stand ursprünglich das Schlößchen der Herren von Wörishofen. An seiner Stelle wurde 1829/30 ein Schulhaus gebaut. Es hatte nur einen Saal für 116 Kinder. die abteilungsweise unterrichtet wurden. Nachdem das Kloster die Mädchenschule übernahm und 1910/11 die neue Knabenschule errichtet war, diente das Haus für die sparsame Gemeinde noch Jahrzehnte als Rathaus.

8. Das Pfarrhaus neben der Pfarrkirche St. Justina wurde an Stelle des baufällig gewordenen alten Pfarrhauses im Jahre 1774 errichtet. In ihm wohnte Pfarrer Kneipp von 1881 an bis kurz vor seinem Tod am 17. Juni 1897.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek