Bad Wurzach in alten Ansichten Band 3

Bad Wurzach in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Otto Frisch
Gemeente
:   Bad Wurzach
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6016-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bad Wurzach in alten Ansichten Band 3'

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Einleitung

Es scheint vermessen zu sein, den ersten zwei Bänden mit alten Ansichten aus Wurzach von 1978 und 1990 noch einen weiteren Band hinzuzufügen. Da die beiden ersten Bände jedoch großen Anklang bei den Bürgern der Stadt als auch bei denjenigen gefunden haben, die schon lange ihren Heimatort verlassen haben, so dürfte auch der neue Band mit alten Ansichten aus Wurzach aufInteresse stoßen.

Wie rasch sich der Wandel im überkommenen Stadtbild vollzogen hat und sich laufend weiter vollzieht, das offenbaren die zahlreichen Gebäude, die seit dem Erscheinen des ersten Bandes 1978 abgerissen oder teilweise wieder neu aufgebaut wurden. Viel dazu beigetragen hat die begonnene Stadtsanierung, die das Erscheinungsbild von Bad Wurzach einem stetigen Wandel unterwarfund mehrfach auch vor denkmalgeschützten Gebäuden nicht Halt gemacht hat.

Die hier vorgestellten Ansichten sollen deshalb exemplarisch das Aussehen des Baubestandes in Wurzach in den Jahrzehnten vor diesen einschneidenden Veränderungen dokumentieren und die schon veröffentlichten Fotografien von alten Gebäuden weiter komplettieren. Leider gibt es jedoch da und dort empfindliche Lücken im überlieferten Bestand von Ansichten, die kaum oder gar nicht zu schließen waren.

Was wäre ein Ort ohne seine Menschen! Deshalb wurde auch im vorliegenden Band dieser Aspekt mit eingebracht. Eine dominierende Rolle im gesellschaftlichen Leben spielten seit dem 19. [ahrhundert bis heute in der Stadt die verschiedenen Vereine. Je weiter jedoch ein Vereinsfoto zurückreicht, desto weniger kommt es darauf an, die einzelnen Vereinsmitglieder namentlich zu kennen. Vielmehr muß solchen Fotos ein hoher Wert beigemessen werden, weil sie oft nahe an die Wurzeln einer Gemeinschaft heranführen.

Verstärkt werden hier Ansichten von bedeutenderen Innenräumen in der Stadt vorgestellt, deren Erscheinungsbild sich im Laufe der letzen [ahrzehnte doch meistens wieder dem stilvolleren Ursprungszustand genähert hat.

Manch ein Bürger hat mir in dankenswerter Weise wieder Einbliek in seinen überkommenen Fotobestand gewährt und so auch diese vorliegende Arbeit gefördert.

Es konnten leider viele Fotos weder genauer datiert noch einem bestimmten Fotografen zugeordnet werden. An manchen Stellen habe ich mir erlaubt, Querverweise zu Band I und Band II einzubringen.

Ganz besonders dankbar bin ich meiner verstorbenen Frau Maria Walburga Frisch, die in langem Bemühen nicht nur viele Altwurzacher Begebenheiten mit der Feder im heimisehen Dialekt niedergeschrieben sondern darüber hinaus sehr viele Fotos und Ansichtskarten von Wurzach aufgespürt hat, die teilweise auch im jetzigen Ansichtenband Verwendung gefunden haben, Aus diesem Grunde widme ich ihr diesen 3. Ansichtenband aus ihrer Heimatstadt Wurzach und füge als Gedenken ein Portraitfoto von ihr hier bei.

Bad Wurzach im Februar 1995, Duo Frisch

Groß muß am Beginn des 'Postkartenzeitalters' der Konkurrenzkampf unter den Gestaltern und Verlegern von Ansichtskarten gewesen sein. In Wurzach spielten innerhalb dieses Vorganges nicht nur der Wurzacher Franz Waldraff (Bd. I Nr. 65, Bd. II Titelbild) und der Isnyer Eugen Felle (Bd. I Nr. 2, Nr. 46, Bd. II Nr. 36) eine Rolle, sondern auch ein ausgezeichneter Gestalter namens S. Fehr, von dessen Hand eine beachtliche Anzahl von Ansichten aus Oberschwaben stammt. Leider ist über ihn nichts Genaueres bekannt. So hat Fehr z.B. in Konkurrenz zu Felle 1905 ebenfalls die neue Attraktion Wurzachs, den neuen Bahnhof, festge-

halten. Im Gegensatz zu Felle rückt er seinen Gesichtspunkt nach Osten vom Bahnhofsgebäude ab und bringt dafür rechts das erste Gebäude von Wurzach ins Bild, auf das der Blick des ankommenden Rei-

senden damals noch ungehindert fiel, Es war das Gebäude der ehemaligen Hofgärtnerei. Östlich über den Bäumen des Schloßparkes ragt sowohl der Kirchturm als auch der neue

Schlot des Schloßbräuhauses empor.

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sehr schöne Räumlichkeiten, gute Gast tallungen Telcphon arn Bahnhof

2 Kaum war in Wurzach der Bahnhof 1904 in Betrieb genommen worden, da wurde auch schon im unmittelbaren Anschluß an die Gleisanlagen ein Baumaterialienschuppen erbaut. Das Baugeschäft wurde als Zweigbetrieb von der Baustoffgroßhandlung Carl Thommel in Biberach geführt. Als Filialleiter wirkte über [ahrzehnte Pius Schrnid, der nach seinem Tode 1941 von seiner Tochter Rosa abgelöst wurde. Auf dem Foto, etwa 1936 entstanden, sehen wir Pius Schmid vor Lager und Schuppen auf seinem Leichtrnotorrad, Marke NSU Quick. Mit diesem Vehikel ging er oft aufKundschaftsreise und besuchte die Bau-

betriebe der Umgebung. Die Baustoffhandlung wurde für [ahrzehnte zu einem wichtigen Versorgungsfaktor für die Stadt und ihre Umgebung. Etwa ab Mitte der sechziger Iahre hörte der Betrieb auf,

und in der Folge wurde auch der Lagerschuppen abgerissen.

3 Fast unendlich lange erscheint auf diesem Foto die Straße durch das Wurzacher Ried in Richtung Unterschwarzach. Bis heute ist diese wichtige Verbindungsstrecke, die sogar zur Bundesstraße erhoben worden ist, immer wieder ein Sorgenkind für die Wurzacher Bevölkerung. Bis ins 19. [ahrhundert hinein ist es nämlich den Wurzachern und den Anwohnern am nördlichen Riedrand trotz aller Anstrengungen verwehrt gewesen, einen direkten Zugang zur Stadt aus nördlicher Richtung zu erscWießen. Deshalb fehlte auch im mittelalterlichen Mauerring der Stadt ein viertes Tor nach

Norden. 1640 erfahren wir erstmals von Maßnahmen, um das Ried mit Hilfe von Stegen begehbar zu machen. Aber auch weitere Wegebaumaßnahmen von 1692, 1700, 1708,1715 und 1810 schei-

terten. Erst 1835 gelang es dann, einen dauerhafteren Verbindungsweg zu bauen. 1855 schon erfolgte eine Verbesserung der Straße. Lange wurde die Strecke durch das Ried um die [ahrhundert-

wende von Straßenwart Rast aus Iggenau betreut.

4 In den erhaltenen Rechnungsbüchern der Herrschaft Wurzach ist schon im]ahr 1725 auch die Rede von einem herrschaftlichen Bauhof zu Wurzach, der z.B. Frucht, Butter, Schmalz, Kälber, Mastrinder usw. für den gräflichen Haushalt lieferte. 1740 wird wiederum die herrschaftliche Sennerei erwähnt. 1762 wird der Kameral- Bauhof samt der Sennerei als bedeutend angesehen, zu dem unter anderem zwölf Pferde, acht Ochsen und 28 Stück Melkvieh zählten. Allein in Wurzach waren 206 Personen für diesen Hof zu Frondiensten verpflichtet, so daß auf dem Hof selber nur drei Leute fest angestellt waren. 1787 wurde

von der Standesherrschaft eine Art Flurbereinigung zugunsten einer Konzentrierung der Grundstücke zum Kameralhof durchgeführt. 1905 wurde das Wirtschaftsgebäude des Kameralhofes

am Riedrand abgerissen. Nur das Wohnhaus blieb stehen. Pächter JosefMarschall, 'Hofbauer' geheißen, hatte auf seinen 1904 neu erbauten Hofwestlich am Leprosenberg gewechselt.

5 Draußen vor den Toren der Stadt steht seit dem 13. [ahrhundert das sogenannte 'Siechenhaus', das Haus für die Isolierung der Aussatzkranken. Während die Kapelle in ihrem Kern in die Gründungszeit des Leprosenhauses zurückreicht, wurde das zugehörige Wohnhaus mit seinem Zierfachwerk 1696 ganz neu wieder errichtet, nachdem der Vorgängerbau abgerissen war. Als der Aussatz zu Beginn des 19. [ahrhunderts erloschen war, diente das Gebäude als Armenhaus. Am 30. Mai 1901 wurde darin der bekannte Künstler Sepp Mahler geboren. In vielen seiner Bilder

hat er auch sein Geburtshaus dargestellt. Leider fand das

Haus bei den Fotografen anscheinend früher kein großes Interesse, da kaum alte Aufnahmen von ihm überliefert sind. Dagegen hat Georg pfau im Iahre 1898 als gestalterische Arbeit für die Gewerb-

liche Fortbildungsschule das Leprosenhaus abgezeichnet.

6 Am 10. Juli 1870 wurde für die evangelischen Christen von Wurzach erstmals im Gasthof 'Zum Ochsen' in Wiesen ein Gottesdienst abgehalten (Bd. II Nr. 70). Im Iahr darauf wurde den evangelischen Christen dann vom Fürsten zu Wurzach die Leprosenkapelle dafür zur Verfügung gestellt, so daß sie dort erstmals am Pfingstfest 1871 ihren Gottesdienst feiern konnten. Bis zur Erbauung einer neuen Kirche 1959 diente nun von da an die Kapelle der evangelischen Kirchengemeinde als Gotteshaus. 1926ließ man die Kapelle innen neu ausstatten. Besonders eindrücklich wurde der Kapellenchor jedes [ahr von Mesner Eberle zum

Erntedankfest geschmückt. Aus diesem Grunde versäumte man es auch nicht, den Erntedankaltar einmal ums Iahr 1930 im Bild festzuhalten.

7 Der weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannteste Künstler Wurzachs im 20. [ahrhundert ist Sepp Mahler. Sein malerisches und auch sein dichterisches Werk hat sehr viele Impulse von seinen vielen Wanderungen erhalten, die ihn in den Iahren 192 3 bis 192 9 nicht nur durch ganz Deutschland und halb Europa, sondern auch bis in die Türkei führten. Unterwegs schlug er sich als Maler und Wanderarbeiter durch. So arbeitete er etwa als Holzfäller in den Wäldern Norwegens oder besuchte Island als angeheuerter Arbeiter aufHerings- und Walfangschiffen. Er betätigte sich als Eseltreiber am Vesuv, ver-

kaufte Gipsfiguren an Touristen in Italien oder ging als Wasserverkäufer durch die Straßen Konstantinopels. Zu seinen wichtigsten Ausrûstungsgegenständen zählten damals wohl seine Wander-

schuhe, die er auf dem Foto gerade anzieht.

8 Zum Inbegriff für Mobilität auch des kleinen Mannes war um die [ahrhundertwende das Fahrrad geworden. Gerne schwang man sich deshalb in den Sattel, um zu einer repräsentativen Portraitaufnahme auch ins Atelier eines Fotografen in einer größeren Nachbarstadt zu fahren. Hier hat sich zu einer solchen Aufnahme das junge Ehepaar Mahler im Atelier eingefunden. Beide Partner präsentieren sich in sportlicher Kleidung und mit Blumensträußen stolz dem Fotografen. JosefMahler war Torfmeister im herrschaftlichen Torfstichbetrieb im Oberried. Seine Frau Antonie geborene Schnell stammte von einem Bauernhof aus

dem nahen Krattenweiler. Zur Zeit der Aufnahme wohnte das Ehepaar wahrscheinlich noch im ehemaligen Leprosenhaus. Im Iahre 1903 bezog dann die Familie mit ihrem kleinen Sohn ihr neu erbautes

Haus an der Ravensburger Straße.

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