Baesweiler in alten Ansichten

Baesweiler in alten Ansichten

Auteur
:   Kurt Fassbinder
Gemeente
:   Baesweiler
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2791-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Baesweiler in alten Ansichten'

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VORWORT

10 Jahre Stadt Baesweiler

Vor 10 Jahren, am 14. Januar 1975, hat die Landesregierung in Würdigung der intensiven Bestrebungen der Gemeinde Baesweiler um eine konsequente Aufwärtsentwicklung die Stadtrechte verliehen.

Sowohl dieser Anlaß als auch das Interesse vieler Bürger an den Geschehnissen früherer Zeiten waren uns Motivation dafür, diesen Bildband 'Baesweiler in alten Ansichten', der die Zeitspanne von 1880 bis 1930 umfaßt, erstehen zu lassen.

So wünschen Rat und Verwaltung der Stadt Baesweiler, daß dieser Bildband die Erwartungen erfüllt und vor allen Dingen zum Verständnis und noch besseren Kennenlernen der heutigen Stadt beiträgt.

Unser herzlicher Dank gilt alle denen, die in irgendeiner Form zum Gelingen dieses Werkes beigetragen haben. Wir bitten um Verständnis dafür, daß im Interesse der Ausgewogenheit und der Berücksichtigung aller Ortschaften nicht alle Bilder, die uns zur Verfügung gestellt wurden, in diesem Bildband veröffentlicht werden konnten.

Möge dieser Bildband, der auf der Titelseite eine Aufnahme der Breite Straße in Baesweiler aus dem Jahre 1910 zeigt, allen Bürgerinnen und Bürgern, besonders der älteren Generation, Freude schenken.

Hans Plum, Bürgermeister

K.-J. Leyendecker, Stadtdirektor

EINLEITUNG

Eigentlich geht der Titel 'Baesweiler in alten Ansichten' etwas an den Tatsachen vorbei. Die Stadt Baesweiler, ihr wurden die Stadtrechte mit Wirkung vom 14. Januar 1975 verliehen, gab es als solche zur Zeit unserer Großväter zwischen 1880 und 1930 noch nicht. Die Grundlage zu unserer Stadt wurde, trotz mancher historischer Gemeinsamkeiten, erst durch das 'Aachen-Gesetz' vom 14. Dezember 1971 geschaffen. Durch dieses Gesetz wurden die früheren Gemeinden Baesweiler, Oidtweiler, Puffendorf und Setterich mit Wirkung vom 1. Januar 1972 zur neuen Gemeinde Baesweiler zusammengeschlossen. Baesweiler dürfte im Laufe der Jahrhunderte am Schnittpunkt zweier Römerstraßen entstanden sein, die nach Eroberung dieses Gebietes durch Cajus Julius Caesar in den Jahren 58 bis 51 vor Christus als Verbindung zwischen den römischen Kastellen dienten, die die römischen Legionen angelegt hatten. Funde von Gefäßbeigaben eines Brandgrabes aus der Zeit des 3. Jahrhunderts oder noch früher sind die ersten Beweise einer Besiedelung. Die ersten urkundlichen Nachrichten über Baesweiler stammen aus dem Jahre

1130. Geschichtliche Bedeutung erlangte 'Die Schlacht bei Baesweiler' vom 22. August 1371. Beggendorf, schon früher zur Gemeinde Baesweiler gehörend, wird bereits 962 als 'Villa Begina' erwähnt, als Erzbischof Bruno von Köln dem Cäcilienstift einen Hof mit Kirche, Zehnten, 14 Hufen Land, eine Mühle und Wiesen schenkt. Im Jahre 1151 verkauft Rütger von 'Beggendorphe' drei Hufen Land an die Abtei Klosterrad.

Oidtweiler findet durch einen Ministerialen 'de Oethwilre' in einer Urkunde des Erzbischofs Friedrich I. vom 13. April 1104 Erwähnung. Die Kirche, dem heiligen Martinus geweiht, gilt als eine der ältesten im weiten Umkreise. Sie war auch Mutterkirche der früheren Kapellengemeinde Baesweiler. Durch den Besitz des nach ihm benannten Petershofes hatte das Kölner Domkapitel seit 1275 das Patronatsrecht. Im Jahre 1300 war neben dem Pfarrer bereits ein Vikar eingesetzt.

Puffendorf wird im Jahre 1153 als 'Pophendorp' erwähnt. Das ehemalige Haus Puffendorf war ein Lehen des St. Quirinusstiftes in Neuß. Als Mannen von

Lehen werden 1482 der Ritter Wilhelm von Harff und ab 12. November 1488 in laufender Folge Herren von Vereken genannt. Mit großer Sicherheit ist anzunehmen, daß der berühmte Reitergeneral Jan von Werth, der Haudegen des Dreißigjährigen Krieges, in Puffendorf geboren wurde. Im Alter von etwa drei Jahren verzog er mit seinen Eltern nach Büttgen bei Neuß.

Loverich, das früher zur Gemeinde Puffendorf gehörte, war bereits 1248 Pfarrort. Im Jahre 1153 schenkte Erzbischof 1. von Hochstaden zu Köln das Patronat der Kirche in Loverich dem Kö1ner Domstift. Ein Ritter 'Joannes de Loverke' siegelte im Jahre 1324.

Floverich, ebenfalls eine Ortschaft der ehemaligen Gemeinde Puffendorf, gehörte seit altersher zur Pfarre Loverich. Der Flovericher Hof war im Mittelalter als Jüliches Lehen im Besitze der Freiherren von Randerath zu Baesweiler. Durch Verkauf gelangte es 1682 an die Karthäuser des Klosters Vogelsang bei Jülich.

Setterich war eine ehemals selbstständige Unterherr-

schaft mit eigenem Burghause. Nach ihr benarmten sich die Herren von Setterich. Die Tochter Nesa des Ritters Johann von Setterich heiratete um 1375 Kuno von Reuschenberg und brachte diesem die Herrschaft zu. Durch die Heirat der Maria Ambrosia Freiin von Reuschenberg, als letzter der Reuschenbergischen Linie zu Setterich, gelangte der Besitz 1733 an ihren Ehemann, den Baron von Coudenhove zu Fraiture in Belgien. Nach mehrmaligem Besitzwechsel gelangte sie am 30. September 1899 in den Besitz des Grafen von Droste-Vischering zu Darfeid. Die Überreste des ehemaligen Herrensitzes wurden in den Neubau des Altenheimes einbezogen.

Das gesamte Stadtgebiet gehörte bis zum 28. Februar 1798 zum Herzogtum Jülich, An diesem Tage der Besitzergreifung durch Napoleon 1. wurde es dem Rurdepartement zugeordnet. Nach der Niederlage Napoleons war es zunächst Bestandteil des Generalgouvernements Niederrhein und wurde mit diesem durch den Wiener Kongreß dem Königreich Preußen zugeteilt. Aus der preußischen Zeit und der Weimarer Republik lassen wir nun die Bilder Revue passieren.

1. An der Ecke der Aachener Straße/Wingsstraße befand sich das Wohnhaus des Bürgermeisters Reiner Plum. Diese Daguerreotypie entstand zwischen 1840 und 1850, sie ist vermutlich das älteste Foto aus Baesweiler. Der Bürgermeisterei-Sekretär Reiner Plum verwaltete seit 1843 in diesem Hause die 'PrivatBriefsammelstelle Baesweiler' ohne Entgelt zu erhalten. 1846 wurde er Bürgermeister der damals vereinigten Bürgermeistereien Baesweiler und Übach. Seine Wohnung stellte er als Dienstlokal zur Verfügung. Dieses Haus ist also ältestes Postgebäude und erstes Bürgermeisteramt von Baesweiler gewesen, Der Zustand der gemeinsamen Verwaltung von Baesweiler und Übach dauerte bis zum Jahre 1925 an.

2. Bürgermeister Reiner Plum ließ sich 1885 im Kreise seiner drei Söhne Karl, Hubert und Christian fotografleren. Er war am 28. August 1815 als Sohn der Eheleute Peter Josef Plum und Johanna Catharina Vitten in Baesweiler geboren und starb am 24. April 1892, nachdem er auf eine 46jährige Tätigkeit als Bürgermeister zurückblicken konnte. Seit dem L Februar 1840 war er mit der aus Oidtweiler stammenden Maria Theresia Mertens verheiratet. Aus dieser Ehe gingen neun Kinder hervor, Die drei Söhne waren alle Burgermeister im Rheinland, Durch die Verleihung des Rothen Adler-Ordens anläßlich der 50jährigen Zugehörigkeit der Rheinprovinz zu Preußen, am 15. Mai 1865 wurden die Verdienste von Bürgermeister Plum entsprechend gewürdigt,

3. Auf diesem Foto, es entstand vor genau 99 Jahren, im Jahre 1885, sehen wir einen Fuhrmann mit der Bierkarre der Brauerei Keller. Die vorsintflutlich aussehende Karre entspricht genau dem Unterbau der Schlagkarren. Die 'Bööhm' (Bäume) sind nach hinten verlängert und mit einigen zusätzlichen Querstreben versehen. Dadurch ergibt sich eine Ladefläche mit dem Aussehen einer Leiter. Die Fässer hatten darin einen festen Halt. Auf unserem Bild 'es dr Stels jesatz' (ist die Stelze gesetzt). Dadurch wurde das Pferd entlastet. Bei der Fahrt ruhten die Bäume in den 'Saaellhelpe' (Sattelgurten). Die Zugketten waren am 'Haahm' (Kummet = von Komm' mit) befestigt. Auf dem Kummet waren die Hörner, an diesen waren Schellen und Quasten befestigt.

pasloral

4. Beggendorf im ersten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts sehen wir auf dieser alten Ansichtskarte. Wir erkennen unter anderem links die alte Pastorat. Eine Inschrift auf einem großen Stein über der Eingangstür zum Wohnhause besagte: 'Ad majorem Dei gloriam posterorum utilitatem ex fundamento hunc Pastoratum propriis aedificavit sumptibus 1687 R.D. Christianus Nütten, Pastor in Beggendorf.' (Zur größeren Ehre Gottes und zum Nutzen der Nachwelt erbaute von Grund auf diese Pastorat aus eigenen Mitteln im Jahre 1687 der ehrwürdige Herr Christianus Nütten, Pastor in Beggendorf.) Pfarrer Nütten kam im Apri11687 nach Beggendorf, er war vorher Vicar in Setterich gewesen.

5. Das Pfarrhaus war immer ein beliebtes Motiv für Ansichtskarten aus Baesweiler. Hier sehen wir eine Aufnahme aus der Zeit um 1900. Im Laufe seiner Geschichte hat es manches Erlebnis gehabt. Pfarrer Thissen erwähnt in seiner Chronik unter anderem: Am 17. Januar (1815), am Feste des h. Antonius, trafen der Kosakengeneral, Fûrst Alexander von Tschernitscheff, mit mehreren Hundert Kosaken hier ein. Er nahm sein Quartier im Pfarrhause, war iibrigens dem Pfarrer höflich und artig. Der Pfarrhausvorgarten war zur Zeit unserer Aufnahme noch von einer Dornenhecke eingezäunt. Der Mann mit der Heckenschere ist Franz Peter Hubert Königstein, der am 26. September 1856 in Baesweiler getaufte Sohn der Eheleute Edmund Königstein und Maria Sibilla Kourth (gestorben 15. März 1909).

6. Auch vor der Jahrhundertwende waren Jubiläen ein Anlaß zu Erinnerungsfotos. Diese Gruppenaufnahme entstand an1äßJich der 'Goldenen Hochzeit' der Eheleute Peter Matthias Thelen und Theresia geborene Schröder am 1. August 1897 in Beggendorf. Neben dem Jubelpaare sehen wir die Kinder und Verwandten aus Beggendorf im Gruppenbild vereint mit den Gästen aus Gereonsweiler, Merkstein, Weiden, Alsdorf, Niedermerz und Übach. In Beggendorf wohnten: Therese Königs, geborene Thelen, Katharina Zilgens geborene Thelen, Wilhelm Thelen, Wilhelm Johnen, Werner Königs, Josefa Johnen geborene Thelen, Elisabeth Plum geborene Thelen und Pranz Plum.

7. Im vorigen Jahrhundert verkehrte eine Postkutsche zweimal täglich zwischen Alsdorf, Setterich und zurück, Die Fahrstrecke führte über die 'Aachen-Crefelder-Landstraße', so wurde ursprünglich die B 57 bezeichnet. Die Poststellen lagen alle an dieser Straße, in Setterich an der heutigen Kreissparkassenzweigstelle, in Baesweiler gegenüber der Einmündung Eduardstraße und in Alsdorf rechts hinter dem Denkmalplatz. Nach Eröffnung der Bahnverbindung Geilenkirchen-Alsdorf 1900 wurde die Strecke nicht mehr befahren. Hier sehen wir die Kutsche bei ihrer letzten Fahrt. Postillion ist Konrad Plum, der Fahrgast losef Jumpertz. Seitlich steht der Posthalter Michael Plum vor der alten Vikarie in Setterich.

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