Baiersbronn in alten Ansichten

Baiersbronn in alten Ansichten

Auteur
:   Walter Kull
Gemeente
:   Baiersbronn
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2750-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Baiersbronn in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Berthold, der Sohn der Witwe von Baiersbronn, bewirtschaftete den Hof, welcher 1292 von den Grafen Friedrich und Konrad von Fürstenberg an das von ihrem Vater Heinrich 1278 gestiftete Kloster Kniebis verkauft wurde. Das ist die erste Nennung von Baiersbronn, eines Hofes, der sich im Lauf der Zeit zum Dorf entwickelte und seinen Namen der Quelle bei der Kirche verdankt. Nach der Sage soll die Markung schon um 886 durch eine Schenkung des Kaisers Kar! lIl. ('der Dicke') entstanden sein. Möglicherweise wurden damals Grenzen festgelegt, die die Geschichte des oberen Murgtals beeinflußt haben.

Diese Geschichte verlief durch viele Jahrhunderte getrennt und wurde im unteren Teil von dem 1082 gegründeten Benediktinerkloster Reichenbach, im oberen vom Franziskanerkloster Kniebis beeinflußt. Letzteres wurde 1341 Priorat des Benediktinerklosters Alpirsbach. Die ersten schriftlichen Nachrichten aus Reichenbach bezeugen, daß das Kloster am 'Burcberc' erbaut wurde und daß die Ringmauer auf dem Rinkenberg schon da war. Sonst können wir nur annehmen, daß es hier Einzelhöfe mit 'Waldweid ewirtschaft' gab. Später hatten 'die armen Leut im Tal zu Baiersbronn' besondere Waldnutzungsrechte, die darauf hindeuten, daß Baiersbronn ursprünglich zum

'Waldgeding' gehörte, einer Waldgenossenschaft der bei Dornstetten gelegenen Waldorte.

Baiersbronn kam mit der Stadt Dornstetten von den Grafen von Fürstenberg über die Grafen von Geroldseek und Hohenberg 1320 (endgültig anerkannt 1490) zu Württemberg. Die Schutzherrschaft über das von Abt Wilhelm von Hirsau gegründete Kloster Reichenbach ging in der Stauferzeit von den Grafen von Calw an die Pfalzgrafen von Tübingen. Diese waren hier schon vorher begütert (Königswart). Als bischöflich Straßburger Lehen gingen die Tübinger Rechte 1339 an die Grafen von Eberstein, welche diese ab 1399 mit den Markgrafen von Baden teilten. Da Württemberg als Schutzherr des Mutterklosters Hirsau in Reichenbach Rechte beanspruchte, kam es zum Streit und Herzog Friedrich von Württemberg ließ 1595 Reichenbach besetzen. 1602 wurde diese Besitzergreifung durch einen Kaufvertrag legalisiert, Damit war das ganze obere Murgtal württembergisch und evangelisch. Die beiden folgenden Jahrhunderte brachten mit dem Dreißigjährigen Krieg und wiederholten Franzoseneinfällen immer wieder Not und Elend. Unvergessen ist der Baiersbronner Sieg über Slotzkys Räuberhorde im Jahr 1678. Die Ausbeutung der Wälder mit dem Zuzug fremder Arbeitskräfte ab 1746 endete 1800 mit

dem großen Waldbrand. Arbeitsmangel und Hungerjahre folgten. Erst nachdem Baiersbronn 1832 zu seinem großen Gemeindewald (Schulmeister Gaiser) kam, ging es langsam aufwärts.

1807 wurden das Amt Dornstetten, zu dem Baiersbronn gehörte, und das Klosteramt Reichenbach in das Oberamt Freudenstadt eingegliedert. Heute gehört die Großgemeinde Baiersbronn, zu der sich 1974 sämtliche Gemeinden des oberen Murgtals zusammenschlossen, zum Landkreis Freudenstadt der Region Nordschwarzwald im Bundesland Baden-Württemberg. Die etwa 190 Quadratkilometer große Markung umfaßt das gesamte Wassereinzugsgebiet der Murg südlich Schönmünzach, mit Ausnahme des 1599 für die Gründung von Freudenstadt abgegebenen Teils am Forbach. 86 Prozent der Markung ist mit Wald bedeckt. Die tiefste Stelle bei Schönmünzach liegt 445 Meter, die höchste nahe der Hornisgrinde 1 151 Meter und der Bahnhof Baiersbronn 546 Meter über dem Meer.

Nachdem das früher schwer zugängliche obere Murgtal durch den Bau der Murgtalstraße ab 1800 und der seit 1901 und 1928 parallel dazu verlaufende Bahnlinie gut erreichbar geworden ist, luden die herrliche Waldlandschaft und die Aufnahmebereitschaft der

Einwohner dazu ein, hier in guter Luft und sauberer Umwelt Erholung zu suchen. So wurden die Wälder an der Murg zum beliebten Feriengebiet. Baiersbronn ist heute einer der meistbesuchten Kurorte Deutschlands.

Die jungeren Baiersbronner und die meisten Kurgäste können sich kaum vorstellen, wie man früher im Tal gelebt hat und wie groß die in den vergangenen einhundert Jahren eingetretenen Veränderungen sind. Die vorliegenden alten Postkarten und Fotos möchten dazu beitragen die Erinnerung an die oft notvolle und arbeitsreiche aber doch liebenswerte Vergangenheit zu bewahren. Nur durch die begeisterte Mitarbeit vieler Baiersbronner Heimatfreunde und die Unterstützung der Kurverwaltung war es möglich diesen Schatz alter Bilder, unter denen sich ausgesprochene Raritäten befinden, zusammenzustellen.

Bemerkung:

Unser Bildbericht beginnt im Gebiet der Schwarzwaldhochstraße, zieht sich durch die einzelnen Ortschaften murgabwärts bis nach Schönmünzach und in die Schönmünz. Bei den Texten ist der Name des Teilorts, dem das Bild zugeordnet ist, im Druck hervorgehoben.

1. Der Aussichtsturm auf dem Schliffkopf ist 1898 von Pionieren zu Übungszwecken erbaut worden. Das Gerüst dierite um 1910 einer kleinen Skiläufergruppe als Hintergrund für ein Foto und ist später, um 1915, eingestürzt. Die ersten einheimischen Skiläufer waren kurz nach 1900 zwei Oberförster, ein Förster, ein Lehrer und ein Vikar. Begeistert folgte die Jugend ihrern Beispiel. Bald hörte man sagen, die Kinder von Baiersbronn 'fahren' schon Ski, ehe sie richtig gehen können. Der Aussichtshügel auf dem heute von der Schwarzwaldhochstraße aus leicht zugänglichen Schliffkopfgipfel ist aus einern Geschützstand für die Luftabwehr des Zweiten Weltkrieges entstanden.

2. Schwarzwaldhochstraße ist der Name für die erst 1938-1943 erbaute Straße, einschließlich der sie begleitenden Landschaft. Als das Schliffkopfhaus 1928 erbaut wurde, war die Straße noch nicht da und die vielen Skiläufer auf unserem Bild haben schon einen langen Anmarsch hinter sich. Sie werden hier die begehrte Erbsensuppe essen und wenn sie bis zum nächsten Morgen bleiben wollen, auch ein Nachtlager finden. Frühere Gäste erinnern sich noch des Windkraftwerks, dem man hier den Komfort elektrischen Lichts verdankte. Inzwischen ist aus dem Heim des Schwäbischen Schneelaufbundes ein Hotel geworden, das man mit dem Auto leicht erreichen kann.

Gasthof und Pension Ruhestein i. Schwarzwald, Q16 m ü. d, M.

3. Beim Übergang über das Gebirge war es üblich am höchsten Punkt bei einem großen Stein auszuruhen, den man den Ruhestein (früher 'Ruepstein') nannte. Diesen Namen trug auch das dortige Höhengasthaus an der Schwarzwaldhochstraße, welches 1972 abgebrochen worden ist. Heute steht nur noch das Wohnhaus links auf unserem Bild. Ludwig K1umpp vom Kniebis betrieb hier an der 1863 erbauten Ruhesteinstraße seit 1864 ein bescheidenes Wirtshaus, das er, dem Rat des Orientalisten J. Euting folgend, 1882 zum Höhenkurhaus ausbaute. Euting hat diesem viele Gäste aus Straßburg zugeführt. Wunschgemäß wurde seine Asche 1913 mit königlicher Erlaubnis am Wildseeblick beigesetzt.

4. Das Gebiet zwischen Obertal und der heutigen Schwarzwaldhochstraße war schon vor 1900 ein beliebtes Jagdgebiet. Die Jagdgäste fanden Unterkunft in Obertal oder auf dem Ruhestein. Jägerhaus ist der Name des mitten in diesen Wäldern gelegenen Forsthauses. Es war gut hier am Haus einige 'Schöpf'e' mit Brennholz und anderen Vorräten zu haben, denn im Winter war man hier ganz hinten im Tal der Rotmurg oft lange auf sich selbst angewiesen. Im Sommer galt das Jägerhaus bei Wanderungen zum Ruhestein als Zwischenziel und beliebter Rastplatz. Wie wir auf dem Bild von etwa 1910 sehen, haben schon damals Skiwanderer hier am Jägerhaus im tiefen Schnee ihre Spuren hinterlassen.

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5. Klares Wasser gewährleistet die hohe Qualität der Schwarzwaldforellen. Diese Voraussetzung war und ist bei den 1908 im Tal der Rechtmurg gegründeten, inzwischen aber sehr vergrößerten Forellenweihem erfüllt.

Der in Weinbaukreisen bekannte Ferdinand Oechsle wurde 1774 in Buhlbach als Sohn eines Glasmachers geboren. So ist es nicht verwunderlich, daß in diesern hinteren Schwarzwaldtal in den Gaststätten immer ein gutes Viertele angeboten wird. Wie die Rechnung zeigt, hat man 1911 auch das Iiebe Pferd nicht vergessen: Zwei Schoppen Wein und zwei Flaschen Bier! ~ Ob da die Promille bei der Heimfahrt noch stimrnten?

ërue» aus Buhlbach

6. Die 1758 gegründete Glashütte Buhlbach kam unter der Familie Böhringer seit 1788 zu großer Blüte. Es wurden vorwiegend druckfeste Sektflaschen, die sogenannten 'Buhlbacher Schlegel', hergestellt. Wegen der ungünstigen Verkehrslage wurde die Hütte 1910 geschlossen. Die 'G1ashäfen' im Ofen enthielten die nach dem geheimen Betriebsrezept zusammengesetzte Schmelze. Durch eine Öffnung im Ofen holte sich der Glasbläser mit der etwa eineinhalb Meter langen 'Pfeife' einen Klumpen geschmolzenes Glas. Dieser wurde durch Blasen, Drehen und Schwenken in die gewünschte Form gebracht. Den Transport der noch glühenden Glaswaren zum Kühlofen besorgten jugendliche Trager.

7. Im 'Wasserhäuschen' ganz links auf dieser Ansichtskarte von Buhlbach war der überdachte kleine Stausee des Betriebselektrizitätswerks, das auch nach der Stillegung der Glashütte noch bis 1970 lief. Das Typenschild der Turbine im darunter liegenden Gebäude mit dem großen Dach trägt die Jahreszahl 1898. Im Gebäude mit dem kleinen Türmchen unter dem Baum rechts war die Verwaltung. In der Bildmitte jenseits der Murg sieht man die Villa des Fabrikanten. Der Hütte war zur Bewirtschaftung der Wiesen und Felder eine Landwirtschaft angeschlossen, sowie ein Dörfchen mit Gasthaus, Bäckerei, Metzgerei, Schule und Wohngebäuden für die dort Beschäftigten.

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8. 'Gruss aus Obertal' steht auf dieser schon vor der lahrhundertwende verschickten Ansichtskarte. Der Bliek geht über die einzeln im Wiesengrund liegenden Häuser ins Tal der Rechtmurg, wo die Glashütte liegt. Im Talgrund vereinigt sich der von links kommende Buhlbach mit der Rechtmurg. Die hier lebenden Menschen waren auf einen Nebenerwerb im Forst oder bei der Glashütte angewiesen, denn die dürftige landwirtschaftliche Grundlage allein war nicht ausreichend. Das Gebäude rechts vorne im Bild ist das 1936 abgebrannte Gasthaus 'Zum Engel'. Der Wiederaufbau erfolgte auf der anderen Seite der Straße, wo auch für spätere Erweiterungen noch Platz war.

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