Ballenstedt in alten Ansichten

Ballenstedt in alten Ansichten

Auteur
:   Horst Lange und Karl-Heinz Meyer
Gemeente
:  
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6640-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ballenstedt in alten Ansichten'

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Einleitung

In vorliegendem Bildband wird mit alten Ansichtskarten über eine kleine Stadt am Rande des Ostharzes Auskunft gegeben. Die Geschichte dieses unseres Ballenstedts wurde seit tausend Iahren geschrieben, obwohl Exponate des hiesigen Museums von älteren Besiedlungen sprechen. Einst saßen hier die Thüringer, und ein 'Ballo' oder so ähnlich, gab dem gegründeten Flecken den Namen. Mit den auf die Thüringer folgenden Schwaben trat zum ersten Mal aus dem Nebel derVergangenheit eine Prinzessin des Ballenstedter Grafengeschlechtes, die 'Uta'. Ihr ist als Stifterfigur im Naumburger Dom ein Denkmal gesetzt. Mit den Namen Otto der Reiche undAlbrecht der Bär ist nicht nur anhaltische, sondern auch deutsche Geschichte verbunden. Ballenstedt wurde zur 'Wiege Anhalts'.

Nach dem Siebenjährigen Krieg verlegten die Fürsten von Anhalt-Bernburg zunächst ihren Sommersitz, dann den gesamten Regierungssitz nach Ballenstedt. Aus einem Ackerbürgerstädtchen wurde eine Residenzstadt - es wurde die 'Hauptstadt' des Oberherzogtums.

Solche architektonisch prägnanten Bauwerke, wie das Schloss, das Zeughaus, das heutige 'Schlosshotel Großer Gasthof' , der Marstall und Remise, dann das weithin bekannte Schlosstheater und das Jagdschloss 'Röhrkopf legen Zeugnis für die Entwicklung im 18. und 19. Iahr-

hundert ab. Auf Initiative der Herzogin Friedrike wurde mit wesentlicher Unterstützung des Generalgartenbaudirektors Lenné aus einem Hofgarten für Küchenkräuter und Gemüse der heutige Schlosspark.

Das nächste, was unsere Stadt auszeichnet, ist die Unterstadt, genauer gesagt, die Altstadt. Sie ist mittels der Prachtstraße, der Allee, mit dem Schloss verbunden. Beiderseits dieser Verbindung ist der neuere Stadtteil entstanden. In der Altstadt finden wir in Bildern festgehaltene Geschichte, wie die Nicolaikirche mit dem Kirchhofplatz, deren Gründerzeit ins 12. Jahrhundert reicht. Dann ist da der Alte Markt mit dem Alten Rathaus. Beide, wie auch der Unterturm, der einst zur Stadtbefestigung gehörte, verkörpern Ballenstedter Geschichte. Mehr als einmal wurden hier kaiserlicheTruppen im Dreißigjährigen Krieg abgewiesen.

Ballenstedt hat sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts auch zu einer nicht unbedeutenden Schulstadt entwickelt. Es sei an die Grundschulen, die ihren Ursprung in der Unterstadt hatten, erinnert. Aus einer Prinzenschule entwickelte sich das Wolterstorff-Gymnasium, in dem unter anderen solche hervorragenden Lehrer wirkten wie Prof. Dr. Carl Brinckmeier sowie die Gebrüder 0. und G. Wolterstorff. Die Fachschule für Forstwirtschaft bildete nicht nur

Fachleute für Nadelwald und Ökonomie aus, sie hat auch, da sie im Schloss untergebracht war, dieses nach dem Zweiten Weltkrieg vor dem Verfall bewahrt. Während des Krieges entstand auf dem Ziegenberg eine Nationalpolitische Bildungsanstalt. Nach dem Krieg etablierte sich hier die Parteischule der SED. Zu den Schulen, die lange in Ballenstedt existierten, oder noch bestehen gehörte das Lehrerbildungsinstitut, die Fachschule für Kindergärtnerinnen, die medizinische Fachschule, die im ehemaligen Amtsgericht untergebracht war, die Kfz-Schule, die Segelflugschule am Gegenstein und auch die Schlossparkschule für geistig behinderte Kinder.

Ballenstedt entwickelte sich Ende des 19. und Anfang des 2 O. Jahrhunderts zur Stadt der Pensionäre. Auf dem hiesigen Friedhof ruhen unter anderen der Freiherr Wilhelm von Kügelgen, die malenden und schreibenden Schwestern Caroline und Wilhelmine Bardua. Grabsteine erinnern auch an hohe Offiziere des Deutsch-Französischen und späterer Kriege.

Der Charakter, das Wesen, unserer Stadt ist vielfältig und einzigartig. Sie ist eingebettet in eine bezaubernde Umgebung. Diese lädt zu Spaziergängen in den Schlosspark, entlang an Teichen und in die sich nahtlos anschließenden Täler und Wälder des Harzes ein.

Wir haben versucht, mit Ansichtskarten und Texten die Zeit des 19. und die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts in Ballenstedt darzustellen, mit den Eigenheiten der Stadt, seiner Umgebung und seiner Bürger.

Uns standen viele Ballenstedterlinnen bei der Erarbeitung dieses Büchleins zur Seite. Sie haben uns mit Ansichtskarten und mit so mancher Historie unterstützt. Es sind dies Frau Ahl, FrauAlsleben, Frau Bartels, Frau Eberhardt, Herr Frenzel, Frau Fritzsche, Herr Gurband, Herr Henning, Herr Herrn, Herr Hohmann, Herr Huch, Herr Hulsch, die Gebrüder Kramer, Herr v. Krosigk, Frau Schröter, Herr Witte, sowie die Mitarbeiter der Ballenstedter Bibliothek. Ihnen allen sei für Ihre Mühe der Dank ausgesprochen. Kommen Sie mit auf einen Bummel durch unsere Stadt am Harz und bleiben Sie mit uns an diesem und jenem Gebäude, in dieser und jener Straße stehen. Machen Sie sich Gedanken über die Vergangenheit und ziehen Sie Vergleiche mit der Gegenwart. Wenn es uns gelungen ist Sie dazu anzuregen, dann haben diese Aufnahmen von dazumal ihren Zweck erfüllt.

Horst Lange und Karl-Heim Meyer Ballenstedt, im Januar 200 1

1 Schon von weitem zeigt sich das Schloss als Wahrzeichen Ballenstedts. Der Turm der einstigen romanischen Klosterkirche ist abends beleuchtet und lässt das Schloss als' goldene Krone' auf den Wäldern des Harzes erscheinen.

Es ist heute eine barocke Dreiflügelanlage unter Einbeziehung von Teilen der romanischen Stiftskirche des 11. Jahrhunderts. Durch sie gehört Ballenstedt zur Straße der Romanik. Im Westwerk befindet sich das Grabmal Albrecht des Bären (1100-1170). Im 16./ 17. Jahrhundert bauten die Fürsten von Anhalt-Bernburg das Schloss zu einem Jagd- und Sommersitz um. 1765 wurde es Residenz und blieb bis

1945 Privateigentum derer von Anhalt. Im und nach dem Zweiten Weltkrieg war es Flüchtlingsunterkunft, Lazarett und Landratsamt des damaligen Kreises Ballenstedt. Von

1949 bis 1991 beheimatete das Schloss die Ingenieurschule für Forstwirtschaft. Heute steht es Besuchern offen und präsentiert verschiedenste Ausstellungen.

. .

Schloß Ballenstedt arn Harz mit dern Friederikenstift und dem Gelben Hause,

2 In Liebe zur ParforceJagd entfaltete der Herzog Victor Friedrich (17001765) eine rege Bautätigkeit. Er bevorzugte Ballenstedt wegen der ausgedehnten Wälder als Jagdund Sommerresidenz. Zu diesem Zweck wurde das Schloss vollständig umgebaut. Die alten Gebäude wurden 1748 abgerissen, neue, wohnlichere, an ihre Stelle gesetzt. In diesem Iahr entstand auch auf den Grundmauern der alten romanischen Klosterkirche die jetzige Schlosskirche. Das Bruchsteinmauerwerk und die Säulenkapitäle wurden im Neubau vermauert und sind heute noch zu entdecken.

So stellt sich das heutige Schloss als ein Bau dar, der die Stilformen von der Romanik bis zum Klassizismus in sich vereint. Neben

den Veränderungen am Ballenstedter Schloss entstanden in Victor Friedrichs Regierungszeit (1721-1765) das Jagdzeughaus - der jetzige Große Gasthof, das Stern-

haus, zwischen Gernrode und Mägdesprung, das Jagdhaus auf der später nach ihm genannten Viktorshöhe und das Jagdund Lusthaus auf dem Stubenberg in Gernrode.

BALLENSTEDT·A. HARZ. Schlosshof.

3 Die Vorliebe für den italienischen Terrassenbau bei der Garten- und Landschaftsgestaltung des 19. Jahrhunderts führten zur Umgestaltung der Nordfront des Schlosses. Dort wurde das mächtige Wasserbecken angelegt, das durch seinen Druck über eine große Rohrleitung der Fontäne des Lindwurms die Kraft gab eine Höhe von 24 Metern zu erreichen. Am Schloss entstanden eine Veranda und Pavillons, die aber bereits um 1890 wegen Baufälligkeit entfernt werden mussten. Die hier aufgestellte Zinkgussgruppe 'Schäfer wird von einem Panther überfallen' fiel 1945 der Zerstörung anheim. Ohne Kopf und mit zerstörten Kleinteilen überdauerte der Hirte die Zeit und erhielt im Jubiläumsjahr

1993, als man '450 Iahre Stadtrecht' beging, sein altes Antlitz zurück.

4 Unterhalb des Schlosses wurde am 8.Juni 1788

das Schauspielhaus eröffnet. Wir blieken auf einem schlichten Bau mit vorzüglich restaurierten Innenraum und ausgezeichneter Akustik. Selbst Albert Lortzing (1846) und Franz Liszt (1852) wirkten hier. Das Gebäude überstand die Kriege unversehrt. Auf Antrag Ballenstedter Bürger und aufBefehl der sowjetischen Besatzungsmacht konnte das Theater bereits im August 1945 wieder eröffnet werden, und viele namhafte Künstler fanden hier ein Arbeitsfeld. In der Folgezeit entwickelte sich ein kontinuierliches Theaterleben. Bis heute finden in diesem glanzvollen Hause Veranstaltungen statt, die beim örtlichen Fremdenverkehrsverein und bei der Stadtinforma-

tion erfragt werden können. Mit dem Schlosstheater verfügt die Stadt Ballenstedt über den ältesten Theaterbau in Sachsen-Anhalt. Vor dem Theater steht der Obelisk, der vom Kreis

Ballenstedt der Herzogin Friedrike von Anhalt - Bernburg am 13 . November 1884 gestiftet wurde.

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Hofthèatc

5 Der Große Gasthof wurde 1733 unter Fürst Viktor Friedrich als Jagdund Zeughaus errichtet. Er entstand im damals bevorzugten Stil des Klassizismus. Eine nicht exakt nachweisbare Meinung geht dahin, dass dieses Haus in Fron gebaut wurde und dass infolge Murrens der Bewohner ein Gasthofsbetrieb darin eingerichtet werden musste. Es wird sich um einen nach heutigen Begriffen als 'Brauerei-Ausschank' zu bezeichnender Betrieb mit kleiner Speisewirtschaft und Beherbergung der Dienerschaft der Schlossbesucher gehandelt haben. Mit der Verlagerung des Zeughauses und der Erweiterung des Betriebes in den Ostflügel wurde wohl seit 1765 der Name 'Herzoglicher Großer Gasthof'

eingeführt. Zu den Pächtern des Großen Gasthofes zählte auch Herr Hermann Töpfer aus Ballenstedt.

In den Iahren 1996/97 wurde das zu einer Ruine verkommene Gebäude ab-

gerissen und hinter historischer Fassade entstand durch die 'F. Lentjes Holding' das Schlosshotel 'Großer Gasthof' im alten Glanz.

6 Hier befinden wir uns im 'Kleinen Saal' vom 'Großen Gasthof'. Der lange Tisch ist als Festtafel eingedeckt. Man gewinnt den Eindruck, dass man vor einer Feier steht. Noch 1857 lagen die pferdeställe rechts von der in der Mitte des Gebäudes befindlichen Tordurchfahrt (hinter der heutigen Rezeption). Hier wurden die Ställe 1873 herausgenommen und auf dem Hofhergerichtet. Der 'Kleine Saal' kann aber erst Iahre nach der vergangenen Jahrhundertwende eingerichtet worden sein; denn bis dahin (1907/08) ging die breite Tordurchfahrt durch das ganze Haus. Deshalb konnte auch erst 1915 die Glasveranda davor gesetzt werden. Der Redoutensaal im 'Großen Gasthof', der nach dem 'Gottschalck'schen Ta-

schenbuch für Harzreisende'vvom Iahre 1806mitzu Ballenstedts Sehenswürdigkeiten gehörte, war, wie die Räume des Westflügels, für den Hofstaat

reserviert. Zu Zeiten der DDR beherbergte der 'Große Gasthof' das Heimatmuseum und ein Wohnheim des Lehrerbildungsinstituts.

7 Ein 1848 von beschäftigungslosen Arbeitern eingereichtes Bittgesuch um Beschäftigung gab den Anstoß zur Umgestaltung des Schlossgartens in eine Parkanlage. Für diese grandiose Aufgabe gewann Herzogin Friedrike den Gartenarchitekten und Generaldirektor der königlich-preußischen Gärten Peter ]osef Lenné.

Er wurde inspiriert vom italienischen Renaissancegartenbau. Lenné gestaltete eine Wasserachse mit vier großen Bassins und einer Treppenanlage. Das sind das Lindwurmbecken, ein längliches Becken mit Treppen zu beiden Seiten, ein Kreuzbassin und ein Rundbecken mit einem kleinen Springbrunnen. Damit gelang eine meisterliche Verknüpfung von Architektur und Land-

schaft. Diese Wasserbecken bilden die Achse des Parks, der als Naturpark angelegt ist. Im Westen geht er mit den dort angelegten Teichen unmerklich in den Wald über. Dieser Park ist

immer wieder Anziehungspunkt fürTouristen und Bewohner der Stadt Ballenstedt.

8 Diese Aufnahme entstand zu einer Zeit als die Hirsche noch im Schlosspark standen. Sie befanden sich am oberen Eingang zur großen Treppe. Leider sind diese 1945 zerschlagen worden. Der Blick geht hier vom Musikpavilion über die große Wasserachse. Am Fuß der großen Treppe befindet sich das Lindwurmbecken mit der Wasserfontäne. Die Hirsche und der Lindwurm sind 1862 aus Zinkguss gefertigt worden nach einem Modell von Iohann Heinrich Kurek. Diese unvergleichlichen Denkmale der Gartenkunst entstanden in der Mägdesprunger Eisenkunstgusshütte. Auf

Grund des Druckes aus dem oberen Wasserbecken am Schloss konnte mit dem Lindwurm eine Fontäne von 24 Metern Gipfelhöhe erreicht werden. Das war die höchste 'na-

türliche' Fontäne Europas, das heißt, sie wurde ausschließlich durch den Gefälledruck aus dem Wasserbecken vom Schlosshügel betrieben.

BALLEN8TEDT A. HARZ. Schlo ss garten.

Bernhlrd, Hofphotograph, ëaüeneteet,

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