Bedburg in alten Ansichten Band 2

Bedburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Josef Gülpers und Viktor Steffens
Gemeente
:   Bedburg
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6092-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bedburg in alten Ansichten Band 2'

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Vorwort

Im Nachgang zum 1990 erschienenen Band 'Bedburg in alten Ansichten' wird nunmehr ein weiteter mit dern ZusatztitelVerlorene Heimat' vorgelegt.

Das Werk soll Erinnerungen an die Orte festhalten, die im Zuge des Abbaues der Braunkohlenlagerstätten im Bedburger Stadtgebiet aufgegeben werden mußten. Seit der kommunalen Neuordnung 1975 waren diese Orte Teile der neuen Stadt Bedburg. zugleich aber auch Zeugen alter Besiedlung des nördlichen Erftkreises.

Die Bewohner der aufgelassenen Orte: Garsdorf, Frauweiler, Geddenberg, Muchhaus, Oberschlag, Epprath mitTollhaus, Morken-Harff, Winkelheim, Buchholz und schließlich Königshoven mit dem Weiler Hohenholz, wurden überwiegend in die Nähe der Kernorte Bedburg und Kaster umgesiedelt. Die Bewohner von Garsdorf und Frauweiler fanden bei Rath neue Wohnplätze, während die Hohenholzer einen neuen Weiler bei Neu-Königshoven bekamen.

Die gesamten Umsiedlungsmaßnahmen erstreekten sich über einen Zeitraum von fast 35 [ahren, nämlich von 1950 bis 1985. Berücksichtigt man diesen Zeitraurn. so muß festgehalten werden, daß Abbauplanungen des Bergbautreibenden und die damit verbundenen und erforderlichen Umsiedlungsplanungen der Stadt langfristig aufeinander abgestimmt werden mußten, damit die Bevölkerung der einzelnen Umsiedlungsorte ihre ei-

genen Dispositionen treffen konnte. Hierzu gehörte in erster Unie die individuell von jedem einzelnen Betroffenen auszuhandelnde Entschädigung für sein aufzugebendes Anwesen.

Das ganze Verfahren blieb naturgemäß nicht ohne Reibungen. Auch Härtefille waren gegeben, und manch einer, vor allem ältere Menschen, stellten sich die Frage: 'Warum ist die Aufgabe meines manchmal hart erworbenen Eigentums notwendig?' Damals wurde über das Für und Wider heftig diskutiert, bis schließlich die Einsicht wuchs, daß der immer größer werdende Energieverbrauch unseres Landes irgendwie gedeckt werden mußte. Die Fakten sprachen also für einen großflächigen Lagerstättenabbau auch im Bedburger Stadtgebiet.

Tatsache ist, daß im rheinischen Braunkohlenrevier rund 55 Milliarden Tonnen Braunkohle lagern, von denen nach Berechnungen aus den siebziger [ahren rund 35 Milliarden damals als abbauwürdig galten.

Sicher ist, daß sich heute irn neuen Deutschland die Werte geändert haben, wobei aber davon auszugehen ist, daß der Energieverbrauch sicherlich eine Steigerung erfahren hat. Derzeit 'verstromeri' die hiesigen Kraftwerke jährlich rund 100 Millionen Tonnen Rohbraunkohle ohne die Mengen, die in die Veredelungsprozesse, wie Kohlenstaub, Synthesegas und Flüssigprodukte, gehen.

Bedacht werden muß gleichzeitig die Arbeitsmarkt relevante

Entwicklung im rheinischen Bergbau. Die Entwicklung neuerer und größerer Fördergeräte und die damit verbundene Automatisierung stellten sicher den einen oder anderen Arbeitsplatz in Frage, setzten ihn aber in den Zulieferbetrieben in anderer Qualität um. In ausgewogenen Sozialplänen konnten überwiegend zufriedenstellende Lösungen bei unvermeidlichem Mitarbeiterabbau gefunden und realisiert werden.

Eines aber dürfte als sicher gelten: Die hiesige Braunkohle ist energiepolitisch in unserem Lande derzeit noch unverzichtbar. Es wird daher weiterer Kohleabbau und damit verbunden weitere Umsiedlungen notwendig geben.

Für den Stadtbereich Bedburgs steht heute fest: Der Kohleabbau ist de facto zu Ende. Die Umsiedlungen sind weitgehend abgeschlossen. Die Rekultivierungsphase beginnt zu greifen, so daß die 'Verwundungen der Erde' allmählich gemindert und überwunden werden können.

Dennoch bleibt im Bliek vielfältiger Denkweisen eine gewisse 'Leere', die sich im Wort von der 'Verlorenen Heimat' darzustellen scheint. Hier sind es besonders die ideellen Werte, denen mancher Umsiedler nachtrauert. Vieles ist sicherlich unwiederbringlich dahin, es ist aber auch Neues und Gültiges geschaffen worden.

Insgesamt gesehen bleibt uns die Verpflichtung, Altes, Vergangenes in der Erinnerung zu bewahren als Grundlage für das Ver-

ständnis kommender Generationen.

Im vorliegenden Werk wollen die Autoren versuchen, diesem Anliegen gerecht zu werden, daher sagen sie Dank allen, die ihnen entsprechendes Bildmaterial zurVerfügung gestellt haben, besonders der Stadtverwaltung Bedburg und der RheinbraunAG., aber auch den vielen, die oft erklärende Hilfen gegeben haben.

Bedburgim]uni 1995

Garsdorf

Garsdorf erscheint gemeinsam mit Frauweiler in einer Urkunde des Klosters Dünnwald bei Köln aus dem Iahre 1117. Damals gab die Witwe des Grafen von Liedberg, die mit ihren drei Töchtern in das besagte Kloster eintrat, entsprechende Besitzungen in Garsdorf und Frauweiler als Eintrittsgabe an das Nonnenkloster.

Die im Bild festgehaltene Straßenzeile weist den Ort als Straßendorf aus. Neben Einfamilienhäusern standen fränkische Hofanlagen. Dies läßt den Schluß zu, daß wir es

hier ûberwiegend mit einem Bauerndorf alter Prägung zu tun haben. Die Einfamilien-

häuser wurden meist von landwirtschaftlichen Arbeitern oder von Bergleuten bewohnt. Garsdorf war ein kleiner Ort. Im Iahre 1958 wurden hier 324 Einwohner gezählt.

2 Links: Im Ort gab es ursprünglich neben der gezeigten Bäckerei noch folgende Betriebe: zwei Schmiede, ein Stellmacher, eine Schreinerei, ein Anstreicher- und Malergeschäft, ein Schneider, zwei Schuhmacher, eine Sattlerei, eine Schlachterei und ein Bauunternehmen. Insgesamt gab es in Garsdorf zwölf feste Arbeitsplätze. Die Umsiedlung des Ortes erfolgte in den

Iahren 1961 bis 1968. Die neuen Wohnplätze konnten bei Rath zur Verfügung gestellt werden. Nicht alle Bewohner siedelten dorthin. Meist waren es betriebsbedingte Gründe, die andere Umfelder nötig machten. Wieder andere verließen aus familiären Gründen den Ort. So zog mancher älterer Bewohner zu seinen an anderen Orten lebenden Kindern.

3 Rechts: Neben den im Bild dargestellten Geschäften existierten in der Ortslage noch ein Textilgeschäft, eine zweite Gastwirtschaft und das im Bild 1 erkennbare kleine Kaufhaus, in dem man Lebensmittel, Genußmittel, Spielzeug, Duftstoffe und Samen kaufen konnte.

4 Das Bild zeigt die St.-Josephs-Kapelle aus dem jahre 1884. Sie war dem pfarrort Auenheim zugeordnet. An ihr bildete sich ein [osephs- Verein, der sich die Unterhaltung der Gebetsstätte und die Förderung der Verehrung des heiligen [oseph als Patron der Handwerker angelegen sein ließ. Im Umsiedlungsgebiet Rath ist die Kapelle wieder neu entstanden. Heute dient sie dort als Segensstätte bei der alljährlichen Fronleichnamsprozession. Die Unterhaltung des Gebäudes hat die Stadt Bedburg übernommen, da der vorgenannte [osephsVerein nicht mehr besteht.

5 Garsdorflag in einem wasserreichen Gebiet. Dies hatte zur Folge, daß die meisten Häuser ohne Keller gebaut werden mußten. Somit fehlte weitgehend die Kanalisation. Die fàkalienfreien Abwässer konnten daher nur durch die beiderseits der Straße befindlichen 'Gessen' entsorgt werden. Für die Fäkalien stand überwiegend die 'Gartentoilette' oder bei bäuerhchenAnwesen auch die Stallmistanlage zur Verfügung. Woher kam nun das Wasser? Ein Hinweis dafür lag in der im [ahre 1960 dort ausgegrabenen Wasserburganlage aus dem 14. [ahrhundert. Im Volksmund ging die Kunde, daß man vom Garsdorfer Burgweiher vor langen Zeiten per Schiff nach Auenheim, dem Kirchdorf, hat gelangen

können. Hier aber floß der damals sicher wasserreichere Erftnebenbach, der Gillbach. Was nun den Garsdorfer Burgweiher angeht, so ist festzuhalten, daß in Verbindung mit der dortigen Burg

in der ersten Hälfte des 1 3. Iahrhunderts mit einem 'Rumbelo de Gersdorp' und einem 'Heinrich von Garsdorf' ein Herrengeschlecht belegt werden kann. Im 14. [ahrhundert folgten ihnen die

Herrn von Alpen als 'Herren von Garsdorf . Im 15. [ahrhundert hatten die 'Herren von Neuenahr' Garsdorf in Besitz, das sie dann an das Geschlecht 'Salm-Reifferscheid' zu Bedburg brachten.

Frauweiler

6 Frauweiler zeigt im Luftbild - ähnlich wie Garsdorf eine Straßendorfanlage mit einem kleinen Marktplatz, der überwiegend als Kirmesplatz Verwendung fand. Einzelhäuser wechselten mit alten fränkischen Hofanlagen. Die überwiegend bäuerlich orientierte Bevölkerung fand in der Landwirtschaft aber auch im Bergbau ihren Erwerb. Auch der Nebenerwerb, also die Kleinviehhaltung und der kleinparzellige Ackerbau, waren noch sehr verbreitet. Die größte Hofanlage war allerdings der Klosterhof Er war das letzte Relikt eines im 15. [ahrhundert gegründeten Nonnenklosters.

7 Wie bereits im Zusammenhang mit Garsdorf berichtet, kennen wir die erste Nennung Frauweilers als 'Wylre' 1117. Im Iahre 1404 ist eineAntoniuskapelle belegt, die zur pfarre Auenheim gehörte. Bei dieser Kapelle wurde 1452 ein Franziskanerinnenkonvent angesiedelt, der seit 1458 die Regel des heiligen Benedikt annahm. Seit 1456 scheint hier die Verehrung der drei Jungfrauen Fides. Spes und Caritas mit ihrer Mutter Sophia Fuß gefaßt zu haben.

8 In der Blütezeit des Klosters wurde in den [ahren 1484 bis 1488 eine neue backsteingotische Kirche erbaut. Da die Konventualinnen mittlerweile die Regel des heiligen Augustinus übernommen hatten, kümmerte sich der Prior des damaligen Bedburger Augustinerkonvents Iohann van Meehein um die Bauausführung. Lange Zeit blieb die Kirche Klosterkirche. Notwendige Renovierungen erfolgten 1634 und 1885/86 und schließlich nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit ihrem Luzia-Patrozinium wurde sie, nachdem der alte Bau gesprengt werden mußte, im Umsiedlungsgebiet Rath neu errichtet. Heute ist sie die Pfarrkirche des Ortes.

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