Belm in alten Ansichten Band 1

Belm in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Gerd-Ulrich Piesch
Gemeente
:   Belm
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2159-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Belm in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Die Gemeinde Belm liegt nordöstlich der Großstadt Osnabrück und besitzt heute einschließlich 3 500 britischer Natoangehöriger rund 14 000 Einwohner. Sie entstand 1972 im Zuge der Gebietsreform und besteht aus den Ortsteilen Belm, Powe, Haltern, Wellingen, Icker und Vehrte.

Im Gegensatz zu vielen anderen 1972 neu geschaffenen Verwaltungseinheiten ist die heutige Großgemeinde Belrn kein künstliches Gebilde, sondern stellt trotz der großen Verschiedenheit ihrer Ort steile eine jahrhundertealte, geschichtliche Einheit dar. Sie umfaßt den größten Teil des alten Kirchspiels Belm, das seit dem 16. Jahrhundert als Vogtei Belm auch einen staatlichen Verwaltungsbezirk des alten Fürstbistums Osnabrück bildete und bis zum Jahre 1966 als Samtgemeinde BeIm fortbestand. Lediglich die ehemals zum Kirchspiel Belm gehörenden Gemeinden Gretesch, Lüstringen und Darum wurden 1972 in die Stadt Osnabrück eingemeindet. Drei erhaltene Großsteingräber aus der Jungsteinzeit, mehrere Hügelgräber und zahlreiche Bodenfunde lassen erkennen, daß das Gebiet der heutigen Gemeinde BeIm schon in vorgeschichtlicher Zeit sehr dicht besiedelt war.

Das alte Kirchdorf BeIm liegt an der schmalsten Stelle

des Belmer Mühlenbachtales, wo sich die alte Heerstraße von Osnabrück nach Minden mit dem Weg von Icker nach Darum kreuzt und geht vielleicht auf einen altsächsischen Edelhof zurück. Nach der wahrscheinlich kurz nach 1279 vollendeten Braunschweiger Reimchronik soll hier Geva, die Gemahlin des Sachsenherzogs Widukind, begraben sein. Zwischen der ersten, irn frühen 9. Jahrhundert erbauten Belmer Kirche und dem Meyerhof entwickelte sich allmählich eine kleine Ansiedlung, die aber nie eine größere Ausdehnung erreichte. Auch in wilhelrninischer Zeit bestand BeIm wie viele andere Kirchdörfer des Osnabrücker Landes neben Kirchen, Pfarrhäusern, Schulen, Meyerhof und Mühle zum überwiegenden Teil nur aus Gaststätten für die umwohnende ländliche Bevölkerung. Trotz seiner geringen Größe aber besaß das alte Belm zahlreiche stimmungsvolle und malerische Winkel, die der heutige Bewohner der Großgemeinde schmerzlich vermißt.

Im Gegensatz zu Gretesch und Lüstringen blieb Belm auch in der Zwischenkriegszeit von der städtischen Entwicklung nahezu unberührt. Obwohl wie in anderen Kirchorten mehrere neue Siedlungen entstanden, ging auch nach dem Zweiten Weltkrieg der

ländliche Charakter Belms zunächst nicht verloren. Erst nach 1963, als im Power Bruch an der alten Grenze zwischen Belm und Powe umfangreiche Wohnbauten für die britischen Natoangehörigen errichtet wurden, änderte sich dieses Bild. Die zahlreichen Ein- und Zweifamilienhaussiedlungen, die in rascher Folge in den nächsten Jahren entstanden, ließen das alte Belrn immer mehr zu einem Vorort der Stadt Osnabrück werden.

Indessen hat die alte Bauernschaft Powe westlich der Eisenbahnlinie Osnabrück-Bremen noch weitgehend ihr bäuerliches Gepräge bewahrt.

Entsprechendes gilt in noch größerem Maße für die östlich des Kirchdorfes Belm liegenden Ort steile Haltern undWellingen, die heute wie vor 100 Jahren fast reine Bauerndörfer bilden.

Auch die ehemalige Gemeinde Icker mit ihrem landschaftlich sehr reizvoll gelegenen Ortsteil Weghorst ist bis zum heutigen Tage ein ländliches Gemeinwesen geblieben. Wegen der großen Entfernung zum Kirchdorf Belm erhielt Icker schon 1673 eine eigene Kapelle. Nach Vollendung der neuen Kirche im Jahre 1923 hat der Ort steil Klein-Icker vollends das Aussehen eines Kirchdorfes angenommen.

In Vehrte hatte sich bereits um den 1872 eröffneten Bahnhof ein kleiner Ortskern gebildet. Dennoch blieb auch Vehrte bis weit in die sechziger Jahre eine überwiegend bäuerlich geprägte Gemeinde, die wie Powe, Haltern, Wellingen und Icker den fremden Besucher nicht selten durch ihre große Anzahl stattlicher Fachwerkbauernhöfe beeindruckte. Erst seit etwa 1967 entstanden am Südhang der Venner Egge größere Einfamilienhaussiedlungen, die das Bild dieser Ortschaft entscheidend verändert haben.

Allen, die mit alten Bildern oder durch Auskünfte das Erscheinen dieses Bildbandes ermöglicht haben, sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Zahlreiche alte Aufnahmen stammen aus der Sammlung von Wilhelm Rüters. Besonderen Dank schulde ich Herrn Wilhelm Imsieke, der in großherziger Weise die von ihm gesammelten alten Bilder für dieses Buch zur Verfügung stellte und den Verfasser in seine bisher unveröffentlichten Aufzeichnungen über Alt-Belrn und seine Bauten Einblick nehmen ließ.

1. Die älteste bisher bekannte Postkarte von Beim trägt den Poststempel vom 5. Januar 1899. Auf dem großen Bild findet sich der Bliek über den Mühlenteich auf den Ortskern. Das runde Bild links oben zeigt das Denkmal für die Gefallenen des deutsch-französischen Krieges 1870/71 mit dem evangelischen Pfarrhof im Hintergrund. Rechts neben dem Kriegerdenkmal steht die damals einzige Laterne in Belm, die lediglich eine Petroleumlampe war und nur in den Wintermonaten angezündet wurde. Am linken Bildrand ist die ursprüngliche Westseite des Reckerschen Tempels sichtbar. Auf der unteren Abbildung sehen wir die heutige Gaststätte Niegengerd an der Lindenstraße mit einem Postkarren vor der geöffneten Wegzollschranke.

2. Diese Postkarte aus dem Jahre 1908 zeigt neben dem Bliek über den Mühlenteich wieder das Kriegerdenkmal mit dem evangelischen Pfarrhof. Links neben den drei Wegweisern wird wieder die noch unveränderte Westseite des Reckerschen Tempels sichtbar. Das Kriegerdenkmal wurde leider 1950 beseitigt; sein Unterbau steht heute auf dem evangelischen Friedhof neben dem Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, das Standbild der Siegesgöttin befindet sich in einem Gebäude der Tischlerei Helmich an der Lindenstraße. Auf dem unteren Bild sehen wir die alte Gaststätte Berger an der Lindenstraße. Das Fachwerkgebäude jenseits des Verbindungsweges Lindenstraße-Belmer Straße ist die sogenannte Rosenburg.

3. Der Bliek über den Mühlenteich gehört zu den immer wiederkehrenden Ansichtskartenmotiven und findet sich auch auf dieser Postkarte von 1912. Noch deutlicher als auf den vorigen Abbildungen kann man den noch unverputzten Giebel des MüIlerwohnhauses und auf der gegenüberliegenden Straßenseite das mächtige Gebäude des Gasthofes Tiemeyer erkennen. Auf der Aufnahme links unten sehen wir die alte evangelische Schule am Ostende des Dorfes an der Lindenstraße und das davorliegende Lehrerwohnhaus, vor dem der Bruchweg einmündet. Das Foto rechts unten zeigt unmittelbar links vor der evangelischen Kirche die alte Gaststätte Schäper. Dahinter steht am linken Bildrand die 1972 abgerissene Scheune dieser Gaststätte.

4. Die evangelische Kirche besitzt auf dieser Postkarte von 1907 an ihrer Ostseite noch ein Walmdach. Der Anbau vor dem Turm der katholischen Kirche am Westende des Schiffes ist die sogenannte Lügenpforte, in der die Toten vor der Beerdigung eingesegnet wurden. Zwischen den beiden Portalen kann man an der Kirchenwand die Votivtafel von 1505 erkennen, die sich heute im Innern der Kirche befindet. Am linken Bildrand sehen wir das noch unverputzte Haus Helwtewes (später: Lagemann) und rechts ist wieder die Westseite des Reckerschen Tempels sichtbar. Die Abbildung links oben zeigt die alte, 1978 abgerissene Gaststatte Loxtermann (später: Lange) am Anfang der Darumer Straße. An ihrer Stelle liegt heute der Vorgarten des Hauses Darumer Straße 1.

5. Auch auf dieser Postkarte aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg findet sich wieder der Bliek über den Mühlenteich auf den Ortskern. Der Giebel des Mühlengebäudes ist inzwischen verputzt. Links neben dem Gasthof Tiemeyer kann man den damals noch unverputzten Giebel der Gaststätte Bröcker erkennen. Die Gaststätte Niegengerd hat bereits die heute noch vorhandene, überdachte Veranda erhalten. An der Lindenstraße sehen wir schon die jetzigen Häuser Nr. 52 (Stahmeyer) und NI. 50 (Meyer). Verschwunden sind heute die beiden Bäume vor der Mauer des evangelischen Friedhofs. Kaum verändert hat sich bis heute das 1925 entstandene Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges mit seiner breiten Freitreppe.

6. Der Tieplatz hat sein Aussehen sehr verändert. Nur die katholische Küsterei, die 1927-1956 das Friseurgeschäft von Ferdinand Bröcker beherbergte, ist in ihrer alten Gestalt erhalten geblieben. Rechts daneben sehen wir das 1740 errichtete alte Haus Wibbelmann, das am 6. Oktober 1942 bei einem Bombenangriff abbrannte. Das kleine Fachwerkgebäude rechts neben dem Hause Wibbelmann verschwand 1967. Dahinter begrenzt die sogenannte Rosenburg den Bliek des Betrachters. Zwischen der Rosenburg und dem kleinen Fachwerkhaus erkennt man den Giebel der Gaststätte Berger. Das Haus Helwtewes (später: Lagemann) am rechten Bildrand ist auf dieser Aufnahme aus den dreißiger Jahren bereits verputzt. Es fiel ebenfalls dem Bombenangriff vom 6. Oktober 1942 zum Opfer.

7. Das alte Fürstbistum Osnabrück, das im wesentlichen mit dem heutigen Großkreis Osnabrück übereinstimmt, war in mehrere Ämter eingeteilt, die in sich wieder in Vogteien gegliedert waren. Wie im Falle BeIm stimmten die Vogteibezirke meist mit den Kirchspielen überein. Das Amtshaus des Belmer Vogtes befand sich im Hause Wibbelmann, das hier anstelle des auf der vorigen Abbildung sichtbaren Schlachterladens in der linken Haushä1fte noch zwei einfache Sprossenfenster besitzt, Das Fachwerk des Reckerschen Tempels ist auf dieser Aufnahme aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg zum großen Teil durch eine Steinwand ersetzt, die im Gegensatz zu heute noch unverputzt ist. Am rechten Bildrand sehen wir die Gründerzeitfassade des Gasthofes Tiemeyer.

8. Vermutlich im 15. und 16. Jahrhundert entstanden im Osnabrücker Lande zahlreiche kleinere Bauernhöfe, die Markkotten genannt wurden. Ein solcher Markkotten war auch der Hof Stahmeyer am Tieplatz, rnit dem wegen seiner günstigen Lage seit alters her eine Gaststätte verbunden war. Durch die Heirat von Maria Stahmeyer mit August Bröcker vom gleichnamigen Hof in Nahne wurde aus dem Anwesen Ende des 19. Jahrhunderts die Gaststätte Bröcker (heute 'Zur Eiche'), Das jetzige Gebäude entstand 1889 in der damals weit verbreiteten Bruchsteinbauweise und wurde 1934/35 verputzt. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg gab der damalige Besitzer August Bröcker jun. die rnit der Gastwirtschaft verbundene Landwirtschaft völlig auf.

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