Belm in alten Ansichten Band 2

Belm in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Gerd-Ulrich Piesch
Gemeente
:   Belm
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5536-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Belm in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Die heutige Gemeinde BeIm entstand 1972 im Zuge der Gebietsreform und besteht aus den ehemaligen Gemeinden Belm, Haltern, Icker, Powe, Vehrte und Wellingen. Zusammen mit den 1972 in die benachbarte Großstadt Osnabrück eingegliederten Gemeinden Darum, Gretesch und Lüstringen bildeten diese Gemeinden bis 1966 die Samtgemeinde Belm, die aus dem alten Kirchspiel BeIm hervorgegangen ist und seit dem 16. Jahrhundert als Vogtei Belm auch einen Verwaltungsbezirk des alten Fürstbistums Osnabrück darstellte.

Das alte Dorf Beim ist wie die meisten Kirchdörfer des Osnabrücker Landes kein eigentliches Bauerndorf, sondern hat sich neben der Eigenkirche eines grundherrlichen Meyerhofes entwiekelt. Diesen Meyerhof bildet in Belm der Hof Meyer zu Belm, der als nördlichster Hof der Bauernschaft Gretesch galt und womöglich auf einen altsächsischen Adelshof zurückgeht. Ende des 12. Jahrhunderts ist auf dem Belmer Meyerhof ein in den Diensten des Osnabrücker Bischofs stehendes Ministerialengeschlecht von BeIm nachgewiesen und um 1240 bildete dieser Hof einen bischöflichen Villikationshof, auf dem zahlreiche, dem Bischof von Osnabrück eigenbehörige Bauern aus der Umgebung ihre Abgaben abliefern mußten.

Als Eigenkirche des Meyerhofes entstand Anfang des 9. Jahrhunderts wahrscheinlich auch die erste Belmer Kirche, deren Reste im Oktober 1960 beim Einbau der Heizung in die Dionysiuskirche von dem aus Gretesch gebürtigen Heimatforscher Franz Vincke (1904-1980) näher untersucht wurden. Dieses erste Belmer Gotteshaus besaß einen zumindest nach unserem heutigen Kermtnisstand ungewöhnlichen Langehor , der sich erstaunlich ähnlich auch bei dem um 830 n. Chr. errichteten Bau III der Stiftskirche in Bad Münstereifel südwestlich Bonn vorfindet. Ein weiterer ähnlicher Kirchengrundriß ließ sich bei dem vermutlich um 1000 n. Chr. entstandenen Vorgängerbau der ehemaligen Stiftskirche St. Andreas in Verden nachweisen. Diese auffällige Verwandtschaft der Belmer Dorfkirche mit

zwei Stiftskirchen mag vielleicht darauf hinweisen, daß die Angabe der anscheinend kurz nach 1279 vollendeten Braunschweiger Reimchronik, Widukinds Gemahlin Geva sei in BeIm begraben, doch in irgendeiner Weise einen wahren Kern besitzt. Wie viele andere Kirchorte des Osnabrücker Raumes erreichte auch Beim bis zum Zweiten Weltkrieg keine größere Ausdehnung. Erst in den fünfziger Jahren entstanden hier einige neue Siedlungen. Vollends zu einem Vorort der Stadt Osnabrück wurde Beim aber erst, als im Power Bruch Mitte der sechziger Jahre umfangreiche Wohnanlagen für die britischen Natoangehörigen errichtet wurden und in der Folgezeit eine bis heute andauernde, leider nicht immer glückliche Bautätigkeit einsetzte , in derem Zuge der ganze Bereich zwischen Schinkelberg, Tieplatz, Astruper Heide und der Bahnstrecke nach Bremen vor allem mit Ein- und Zweifamilienhäusern bebaut wurde.

Diese Entwicklung umfaßt auch den Ostteil der Gemeinde Powe, die deshalb schon 1968 mit Belm zu einer neuen Gemeinde BeIm zusammengelegt wurde , nachdem bereits 1963 ein gemeinsamer 'Planungs- und Erschließungszweckverband BelmPowe' ins Leben getreten war. Das eigentliche Bauerndorf Powe liegt indes an der Einmündung der Holtstraße in die Haster Straße. Besondere Bedeutung kam einstmals in dieser Bauernschaft dem Hof Meyer-Osterhues zu, der um 1200 als einer der bedeutendsten Villikationshöfe des Osnabrücker Domkapitels überliefert ist. Eine eigene Bauernschaft bildete im Mittelalter auch Eistrup, von der sich außer dem heute noch vorhandenen gleichnamigen Hof noch zwei weitere. bereits vor 1512 verschwundene Höfe nachweisen lassen. Zu den weiteren, im Osnabrücker Land recht seltenen spätrnittelalterlich-frühneuzeitlichen Wüstungen zählt auf dem Gebiet der alten Gemeinde Powe auch das Dorf Rielage, das sich westlich der Panzerstraße (amtlich hier 'Power Weg' genannt) zwischen dem Eschkötterweg und dem Hof Oberrielage (heute: Meyer zu Driehausen) erstreckte.

Das Dorf Icker findet sich an der Kreuzung der Straße von BeIm nach Engter mit der Straße von Vehrte nach Rulle. Wegen seiner abseitigen Lage hatte Icker bereits 1674 eine Kapelle erhalten, die leider 1926 unnötig abgerissen wurde, nachdem 1922/23 die heutige Ickeraner Kirche entstanden war. Mit seinem nördlich des Ortskerns an der Ruller Flut gelegenen Ortsteil Espowe besitzt Icker in sehr eindrucksvoller Weise eine Bauernsiedlung, die nur aus Markkotten besteht. Im Talkessel zwischen dem Hauptkamm des Wiehengebirges und den Kalkrieser Vorhöhen liegt der Ickeraner Ortsteil Weghorst. Nur etwa vier Kilometer nördlich von Weghorst findet sich nach den neuesten Ausgrabungen im Engpaß zwischen den Kalkrieser Bergen und dem Großen Moor wahrscheinlich der Schauplatz des Endabschnittes der Varusschlacht im Jahre 9 n. Chr., bei der bekanntlich drei römische Elitelegionen vernichtet wurden. Die Germanen hatten vor dieser Schlacht am Fuß der Kalkrieser Berge meterhohe Rasensodenwälle errichtet, um einen Ausbruch der Römer in das Osnabrücker Bergland und damit auch nach Weghorst und Icker zu verhindern. Vielleicht konnten aber dennoch einige römische Truppenteile in das Wiehengebirge fliehen, so daß die letzten Gefechte der Varusschlacht womöglich auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Beim stattgefunden haben. Das Dorf Vehrte bildet die langgestreckte Bauernsiedlung an der Dorfstraße zwischen dem Burgweg und der ehemaligen Abzweigung der Straße nach Venne. Ein weiterer Siedlungskern, der aus den Höfen Barth (heute: Jost) und Iburg (jetzt: Jost) besteht, findet sich südöstlich des Dorfes Vehrte. Mit seinem Ortsteil Talkamp weist Vehrte wie Icker mit Espowe eine geschlossene, dorfartige Markkottensiedlung auf. Am Übergang der alten Heerstraße Osnabrück-Hunteburg-Bremen über die Ruller Flut liegt der Vehrter Ortsteil Hage oder Hagen, zu dem der Hagerhof, der Hof Meyer zu Hage (heute: Siebert -Meyer zu Hage) und die beiden Markkotten Möllenbrock und Plümer (jetzt:

Schomborg) gehören. 1872 wurde hier der Bahnhof Vehrte

eröffnet, um den schon in wilhelminischer Zeit mehrere Häuser und Gewerbebetriebe entstanden. Besonders seit den späten sechziger Jahren kam es in der ehemaligen Gemeinde Vehrte am Südhang der Vehrter Egge zum Bau zahlreicher neuer Siedlungen.

Erst 1944 von Vehrte nach BeIm umgemeindet wurde das Gebiet des 1939 aufgelösten Gutes Astrup, auf dem die Reichsumsiedlungsgesellschaft 1940 bis 1942 ansprechend gestaltete neue Fachwerkbauernhöfe errichtete. Das alte, im 16. Jahrhundert vom Gut Astrup aufgesogene Dorf Astrup erstreckte sich wahrscheinlich südlich des Haltemer Weges zwischen Bremer Straße und Wiesenstraße, wo sich von dieser Ansiedlung lediglich die Höfe Dreyer (heute: Langsenkamp) und Rittmar (jetzt: Meier zu Farwig) erhalten haben.

Die ehemalige Gemeinde Haltern weist mit Groß- und KleinHaltern zwei alte Siedlungskerne auf, zwischen denen sich als Einzelhof der Hof Mehrpohl findet. Die Siedlung Klein-Haltern liegt an der Einmündung des Haarener Weges in den Burhaksweg und besaß ehemals zwei weitere Höfe, die während der Pestzeit im 16. Jahrhundert zur Wüstung wurden. Das Dorf Groß-Haltern bilden die Höfe an der Einmündung des Grambergweges in die Lindenstraße. Die Markkotten finden sich in Haltern östlich und westlich von Groß-Haltern in der Osterheide und der Westerheide und deuten damit sehr eindrucksvoll auf das jüngeren Alter dieser Hofgattung hin.

Bereits 1937 nach Haltern eingegliedert wurde die alte Gemeinde Wellingen, deren Ortskern an der Einmündung des Wellinger Weges in die Jeggener Straße liegt. Einen weiteren Wohnplatz bilden an der Jeggener Grenze die beiden Höfe Grupe (heute: Bolte-Elbert) und Wellingerhoff. Auch in Wellingen sind die Markkotten wieder am Bauernschaftsrand an der Haltemer und Wuiftener Grenze sowie an der Grenze zu Darum in der Hungerheide entstanden.

+

1. Zu den beliebtesten Belmer Fotomotiven gehört zweifellos der malerische Bliek über den Mühlenteich auf den Ortskern, den auch diese Postkarte aus den zwanziger Jahren zeigt. Vor der katholischen Kirche sehen wir die Baulichkeiten des bei einem Bombenangriff am 6. Oktober 1942 zerstörten Gasthofes Tiemeyer sowie den reizvollen Garten dieser Gaststätte. In der Mitte des linken Bildrandes ist an der Westseite des Belmer Mühlenbaches gegenüber der Belmer Mühle die schöne Kastanie erkennbar, die leider am 25. Januar 1983 bei der Verbreiterung der Lindenstraße gefällt wurde. Vor der evangelischen Kirche findet sich der mächtige Giebel des Müllerwohnhauses. Das Bruchsteingebäude links neben dem Gasthof Tiemeyer stellt die Gaststätte Bröcker (heute 'Zur Eiche') am Tie dar, die erst 1934/35 verputzt wurde.

!

2. Diese alte Postkarte wohl aus der Zeit vor 1914 zeigt im oberen Bild vom noch unbebauten Bruchweg aus gesehen rechts neben den Mühlengebäuden und der evangelischen Kirche den Reckerschen Tempel. Nördlich der Lindenstraße schließen sich um die katholische Kirche der GasthofTiemeyer, die alte katholische Schule, die Kaplarrei (noch mit Satteldach) sowie der katholische Pfarrhof an. Auf dem kleinen Bild links unten sehen wir das Ostende des evangelischen Pfarrhauses mit seiner damals noch vorhandenen hölzernen Veranda, die Westseite des Reckerschen Tempels und auf der Mitte des Tieplatzes das Denkmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges 1870171. Die Aufnahme rechts unten stellt die Gaststätte Sielschott (später:

Niegengerd) mit der geöffneten Wegzollschranke dar.

3. Etwa von der Osthälfte des evangelischen Pfarrheims zeigt sich auf dieser Postkarte von 1936 der Belmer Tie. Links steht das alte Haus Wibbelmann (Am Tie 3) mit seinem Schlachterladen. Rechts daneben ist ein zu diesem Anwesen gehörendes kleines Fachwerkhaus sichtbar. Vor dem Turm der katholischen Kirche findet sich das Haus Helftewes (später: Lagemann), hinter dem der Betrachter das Haus Goldmann (später: Klenke) erkennen kann. Von einem Gitter umgeben ist wieder das Denkmal für die Getallenen des Deutsch-Französischen Krieges 1870n1 vorn in der Bildmitte. Zwischen diesem Kriegerdenkmal und dem Haus Wibbelmann sehen wir die 1865 gepflanzte Waterlooeiche. Auf dem unteren Teil dieser Postkarte ist das 1925 errichtete Denkmal für die Toten des Ersten Weltkrieges auf dem evangelischen Friedhof an der Lindenstraße abgebildet.

4. Von der Belmer Straße blieken wir auf dieser alten Aufnahme auf den Belmer Tieplatz und das stattliche Gründerstilgebäude des Gasthofes Tiemeyer , das leider dem Bombenangriff vom 6. Oktober 1942 zum Opfer gefallen ist. Die am linken Bildrand erkennbare Waterlooeiche wurde 1865 zum 50. Jahrestag dieser Schlacht gepflanzt, an der auch zahlreiche Männer aus dem Kirchspiel Beim teilgenommen hatten. Die Gebäudeecke vorn rechts gehört zum 1810 erbauten evangelischen Pfarrhaus und jetzigen Pfarrheim und in der linken Bildmitte hinter einer Fahnenstange findet sich abermals das Denkmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71. Links neben diesem Kriegerdenkmal ist der 1818 angelegte und leider 1950 zugeschüttete Tiebrunnen sichtbar, für dessen regelmäßige Benutzung an die Samtgemeinde Beim Wassergeld zu zahlen war.

5. Wie früher sehr viele ländliche Gaststätten nicht von einem Bauernhaus zu unterscheiden ist hier die Schenkwirtschaft Bücker an der Belmer Straße gegenüber der evangelischen Kirche, die kurz nach der Jahrhundertwende durch Einheirat zur Gaststätte Schäper wurde und um 1943 für immer ihre Pforten schloß. Im Jahre 1909 wurde das abgebildete Fachwerkhaus durch das heute noch vorhandene Jugendstilgebäude ersetzt, In dieser Gaststätte hatten die Kirchenbesucher aus Gretesch und Lüstringen ihre Gesangbücher abgelegt. Die Gaststätte Bücker bildete ursprünglich einen der Markkotten im Belmer Ortskern und damit einen im Spätmittelalter oder der frühen Neuzeit entstandenen kleineren Bauernhof. Der Name Bücker (Kurzform für 'Bödecker') weist auf eine weitere Nebentätigkeit seiner früheren Besitzer als Böttcher hin.

6. Vor allem bei den jüngeren Beimern nur noch wenig bekannt ist die hier am linken Bildrand erkennbare alte katholische Schule hinter dem Chor der Dionysiuskirche. Erbaut wurde dieses Gebäude im Jahre 1878 von dem Osnabrücker Architekten Franz Xaver Lütz, der auch die neue Kirche in Wallenhorst geschaffen hat. Hier haben sich vor der Sakristei der katholischen Kirche die Schüler dieser Schule mit ihrem Hauptlehrer Johannes Wörmeyer (1871-1939) versammelt. Wörmeyer stammte aus Harderberg und unterrichtete nach der Ausbildung am katholischen Lehrerseminar in Osnabrück von 1910 bis 1927 in Belrn. Wie früher allgemein üblich war er nebenamtlich auch als Küster und Organist tätig und wohnte auch von 1910 bis 1925 in der katholischen Küsterei (Am Tie 2, heute: Blumenhaus Rüters).

7. Die Belmer Mühle als größte Mühle im Regierungsbezirk Osnabrück mit einer Tagesleistung von 15 Tonnen wurde im Zweiten Weltkrieg 1940 zur Mehlversorgung des Heeresverpflegungsamtes Osnabrück fürdie Deutsche Wehrmacht bestimmt. Weiter oblag ihr die Belieferung von 19 Backbetrieben in Stadt und Landkreis Osnabrück. Außerdem mußte sie wegen der Ablieferungspflicht für Brotgetreide den ländlichen Erzeugern Roggen und Weizen abnehmen und der Vermahlung zuführen. In diesem Zusammenhang wurden die Betriebsanlagen elektrifiziert und das 1922 errichtete, auf dieser Aufnahme aus den frühen zwanziger Jahren am linken Bildrand sichtbare Bürogebäude zur Vergrößerung des Getreidelagerraumes aufgestockt. Tag und Nacht mußten damals die beiden Belmer Müller arbeiten, um diese umfangreichen Aufgaben erfüllen zu können.

8. Der Vergangenheit an gehört leider auch diese schöne Kastanie neben der Lindenstraße gegenüber der Belmer Mühle an der Westseite des Belmer Mühlenbaches. Bei der sehr umstrittenen Verbreiterung der Lindenstraße zwischen Tie und Darumer Straße 1983 wurde dieser stattliche Baum am 24. Januar dieses Jahres gefällt. Einige junge Leute hatten an jenem Tage noch versucht, dieses Naturdenkmal durch eine Baumbesetzung zu retten, die aber beim Eintreffen der Polizei ein Ende fand. Gleichzeitig und am 25. Januar 1983 fiel auch die anschließende Pappelreihe am Belmer Mühlenteich der Kreissäge zum Opfer. Einige neue Bäume, die erfreulicherweise am Rand des Mühlenteiches wieder angepflanzt wurden, bilden leider für diese eindrucksvolle Baumreihe keinen vollwertigen Ersatz.

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