Bendorf in alten Ansichten

Bendorf in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Scharfenstein
Gemeente
:   Bendorf
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1549-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bendorf in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Unser liebenswertes, altes Heimatstädtchen Bendorf hat in seiner bewegten Vergangenheit und langen Geschichte auch öfters hervorgerufen durch Katastrophen und Kriegsereignisse, seine bauliche Grundkonzeption und damit sein altgewohntes Aussehen verändert. Erinnert sei dabei an den großen Brand vom 31. Juli 1743 und den verheerenden amerikanischen Bombenangriff vom 31. Dezember 1944, bei denen jedesmal große Teile unserer Heimatstadt zerstört wurden. Beirn Wiederaufbau erhielt dabei unser Ortsbild jeweils ein anderes Aussehen. So ist Bendorf heute eine moderne Stadt mit Hochhäusern, Alleestraßen, neuen Wohngebieten, Schulen, Industrieanlagen und so weiter geworden.

Im Gegensatz zu diesem neuen Bendorf, wird mit diesern Bildband 'Bendorf in alten Ansichten' der Versuch unternommen die Zeit von 1880 bis etwa 1930, also die Jahre, in denen unsere Großeltern lebten, darzustellen. Vieles werden Sie dabei wiedererkennen, manches aber ist verschwunden oder durch Neues ersetzt worden. Seit langer Zeit ein Industrieort, sowie fast ein dreiviertel Jahrhundert lang Sitz von bedeutenden Nervenheilanstalten und oft von Katastrophen heimgesucht, sehen wir viele dieser

unserem Heimatort das Gepräge gebenden Einrichtungen und Ereignisse von damals in Wort und Bild dargestellt. Sie vermitteln uns damit einen Einblick in einen Zeitraum Bendorfer Vergangenheit. der heute schon zur Heimatgeschichte gehört.

Mit Aufnahmen und Darstellungen der Ortsteile Mülhofen und dem geschichtsreichen Sayn, beide seit 1928 durch eine Fusion rnit Bendorf zu einer Gemeinde verbunden, sehen wir auch viel interessantes aus deren Vergangenheit. Waren es im alten Sayn in erster Linie die historischen Burgen, die Abtei und die berühmte Sayner Hütte, die das Ortsbild mitprägten, so sind es in Mülhofen die Hüttenwerke mit ihren weitgespanriten Industrieanlagen und der ihr eigenen Charakteristik gewesen. Überall hat eine Urngestaltung des Ortsbildes in zeitgemäßer Weise, in mehr oder weniger starkem Maße, stattgefunden und hat darnit eine wesentliche Veränderung des altvertrauten Stadtbildes bewirkt.

Gleichzeitig soll dieser Bildband unsere Jugend, sowie die vielen ansässig gewordenen Heimatvertriebenen und alle anderen Neubürger Bendorfs vertraut machen mit einem Abschnitt unserer Heimat- und Stadtgeschichte, der ihnen noch wenig bekannt ist.

QUELLENNACHWEIS

Bildarchiv der Stadt Bendorf.

Chronik: Heimat in vergangenen Tagen, 1951, von Peter Pius Ohlig, Chronik: Führer durch Sayn, 1899.

Chronik: Führer durch Bendorf, 1900.

Festschrift: 50. Jubiläum der Bendorfer Schützengesellschaft, 1894. Heimatkalender vom ehemaligen Landkreis Koblenz, 1966. Chronik: Handgeschrieben der Gemeinde Bendorf 1834-1926. Chronik: Handgeschrieben der Bürgermeisterei Bendorf 1927-1934.

1. Die untere Bachstraße um 1880. Manches der alten Häuser steht heute nicht mehr und hat einem Neubau weichen müssen. So steht die neue Medardus-Apotheke jetzt an der Stelle des Hauses neben dem 'grünen Wald' der alten Thewald'schen und Otto'schen Gastwirtschaft. Anstelle des einstöckigen Fachwerkbaues in der Bildmitte rechts, befindet sich etwa seit der Jahrhundertwende das Präder'sche Backsteinhaus. Die Häuser am 'Ahle', dem uralten Verbindungsweg zur Römerstraïse, sowie die Geschäftshäuser Hörter und Emons wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört aber alle zu gewerblichen Zwecken wieder aufgebaut. Im altvertrauten Ortsbild fehlt auch seit fünfzig Jahren die Bach, da sie 1927 wegen Verkehrsbehinderung kanalisiert wurde.

2. Kirchstraße mit Kirche um 1880. Vor der Kirche stehend sehen wir noch ein Fachwerkgebäude und ein Stück der alten Stadtmauer mit Torpforte. Es handelt sich dabei um das Anwesen des Peter Schug. Durch Kaufvertrag vom 4. August 1882 wurde dasselbe für den Preis von sechstausend Mark durch die Gemeinde erworben und 1883 dann abgerissen. Dadurch wurde der Bliek auf die Kirche freigestellt und eine Verschönerung des Marktplatzes erzielt. Links im Bild mit dem hohen Giebel das heute nicht mehr stehende Gasthaus "Zur guten Hoffnung', jetzt Friseursalon Wernecke. Rechts das Anwesen des Landwirts Simon Heußer, welches sich heute allerdings ersetzt durch einen Neubau noch im Besitz des Nachfahren desselben befindet.

3. Die Sayner Abteikirche mit Klosteranlagen um 1880. Einen wesentlichen und bedeutenden Anteil an der Sayner Geschichte darf man ohne Zweifel dem Bestehen und Wirken der 1202 vom Grafen Heinrich Il, von Sayn gegründeten Prämonstratenser-Abtei und ihrer bewegten Vergangenheit zugestehen. Wiederholt geplündert, gebrandschatzt und verwüstet, war sie von jeher ihrer Reliquien wegen ein gern besuchter Wallfahrtsort. Die Abtei mit ihren Gebäuden 1803 durch Säkularisation aufgehoben, dient seitdem der Gemeinde Sayn als Pfarrkirche, Schule und Pfarrhaus. Wir sehen auf der alten Aufnahme die so schön gelegene Abtei mit zum Teil heute nicht mehr stehenden Gebäuden, dem Klostergarten und dem Waldteil 'Klosterschlag'.

4. Altsayn mit Schloß um 1880. Nachdem es fast einhundert Jahre lang den Sayner Grafen und Fürsten als Wohnsitz diente, ist das Schloß heute durch Kriegs- und Witterungseinflüsse bedingt, nur noch eine abbruchreife Ruine. Von 1848 bis 1851 erbaut, war es seiner außen- wie innenarchitektonischen Schönheit und kunstvollen Ausstattung wegen, als Märchenschloß bezeiclmet worden. Mit der 1861 angebauten Kapelle erhielt der gesamte Komplex einen baulich würdigen Abschluß. Auch der Schloßturm, bekannt als der ehemalige mittelalterliche Wachturm mit seinem Stadttor, ziert nach einer vorgenommenen Renovierung das alte Ortsbild. Im Hintergrund die Burgruine der Herren von Stein, den damaligen Vasallen der Sayner Ritter.

5. Unsere Aufnahme von der mittleren Bachstraße etwa um 1880 macht uns deutlich, daß sich seitdem vieles geändert hat. So sehen wir vorne noch den Bachübergang zur Kirchstraße, begrenzt mit Steinpfeilern und mit Holzbohlen belegt. Einen mehrstöckigen Erkeraufbau und zwei Bäume davor zierte damals noch das heutige Schuhhaus Weiler. Das Haus der altansässigen Geschäftsfamilie Kamp sehen wir noch, bevor es 1901 durch einen Neubau ersetzt wurde. Im Hintergrund die obere Bachstraße, mit den größtenteils im 18. Jahrhundert nach dem großen Brand errichteten Häusern.

6. Auf dieser Aufnahme um 1880 sehen wir die bei dem Brand vom Januar 1911 zerstörten Häuser in der Bachstraße. Rechts mit dem Blumenschmuck das Haus der Witwe Sehrig, heute Lebensmittelgeschäft Heuchemer. Daneben das Haus der bekannten Blaudruck- und Färberfamilie Joh. Jas. Richarz, die damals ein Manufakturwarengeschäft betrieb. Heute steht an seiner Stelle das Wohnhaus der Familie Günter Spies. Das Haus des jüdischen Mitbürgers Lipmann Kahn, das später der LehrerOkunsky besaß, schließt sich an. Im Hintergrund das Fachwerkhaus der Familie Kar! Giess, heute Sitz der Schnellreinigung Dick. Charakteristisch sind auch hier die hohen Freitreppen mit ihren schönen Geländern.

7. Die Sayner Hütte um 1890. Eines der bedeutensten Industrieunternehmen unserer Heirnatstadt dürfte zweifelsohne die Sayner Hütte gewesen sein. 1769/70 von Kurfûrst Clemens Wenzelslaus von Trier gegründet, 1803 bis 1815 nassauisch und von da an im preußischen Staatsbesitz, erlangte dieselbe höchstes Ansehen durch Herstellung von Kunstgußartikeln aller Art. Unter dem Modelleur Heinrich Zumpft und dem Zeichner Carl Osterwald erreichte sie ihre Blütezeit bis etwa um 1840. Eine gußeiserne Gießhalle, ein einmaliges Bauwerk damaliger Zeit, 1825 bis 1828 von Hütteninspektor Carl Ludwig Althans entworfen und erbaut, zeugt heute noch von dem genialen Geist ihres Konstrukteurs. 1865 von Krupp in Essen erworben, stellte sie Ende 1926 wegen Rationalisierungsmaßnahmen ihre Tätigkeit ein. Auf der Darstellung zu sehen, die größtenteils sehr alten Fabrikgebäude mit Hochofen und einem damals errichteten Neubau im Vordergrund.

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1885

8. Untere Bachstraße mit Schweinemarkt um 1885. Die Bachstraße in Bendorf ist eine der ältesten und historischsten Straßen unseres Städtchens. Sie galt VOll jeher als die Hauptstraße Bendorfs, bis ihr in diesem Jahrhundert durch die quer zu ihr laufende Hauptstraße der Rang abgelaufen wurde. Ein großer Teil des täglichen Geschehens spielte sich von jeher in der Bachstraße und am Bach ab. Zahlreiche Geschätte, Gaststätten, Metzgereien, Bäckereien und andere waren in ihr ansässig und emsiger Betrieb und Verkehr war ihr stets zu eigen. Dreizehnmal im Jahr fanden in Bendorf Markttage statt. Dann - wir sehen es auf der Abbildung - war in der Bachstraße, dem Marktplatz und dem nicht mehr existierenden Gemeindegarten äußerst regsamer Handel und Wandel mit Vieh aller Art.

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