Bensberg in alten Ansichten

Bensberg in alten Ansichten

Auteur
:   Willi Fritzen
Gemeente
:   Bensberg
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5327-0
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bensberg in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

'Bensberg in alten Ansichten' ist ein Büchlein, das meine Heimatstadt Bensberg zeigt. Es blendet zurück bis ins ausgehende 19. Jahrhundert und endet mit dem Zweiten Weltkrieg. Das Büchlein soll Lesern und Betrachtern etwas von alter Idylle und Atmosphäre zeigen, was nur noch ältere und alte Menschen so gesehen und erlebt haben.

In grauer Vorzeit erstreekten sich riesige Wälder über das Gebiet unserer bergischen Heimat. Wollten Menschen sich ansiedeln und seßhaft werden, Ackerbau und Viehwirtschaft betreiben, mußten sie den Wald roden. So wurde auch der Bergrücken, wo sich heute Bensberg befindet, etwa um 900 bis 1000 n. Chr. gerodet. Inmitten der königlichen Bannforsten gelegen, ausgezeichnet durch die militärisch günstige Lage in der Nähe Kölns, wurde der Ort bald zu einem bevorzugten Sitz der Grafen von Berg.

Auf dem heutigen Schloßberg, dort, wo das Neue Schloß steht, wurde ein burgartiger Herrensitz errichtet, wohl als Residenz des jeweiligen Gaugrafen. Zunächst aus Holz, später aus Stein erbaut, bekam der

Herrensitz im Lauf der Zeit den Namen 'Nordburg'.

Unterhalb dieser Nordburg, in südlicher Richtung, wurde später eine weitere Burg errichtet. Teile dieser Burg sind uns bis in die heutige Zeit erhalten geblieben; sie wurden in den sechziger Jahren in den Gesamtkomplex des Bensberger Rathauses integriert.

Nach und nach siedelten sich im Schutz der Burg Handwerker und Händler, Kleinbauern und Dienstleute des Grafen an. So entstand die Urzelle der Ortschaft Bensberg. Dieser Ortsname erscheint erstmals in einer Urkunde von 1139, in der ein Ritter Wieher von Bensburc genannt wird. Da der Name immer nur nach Gehör geschrieben wurde, entwikkelte sich die Schreibweise von Benesbure (1155), Baensbure (1363) zu dem uns heute bekannten Bensberg (1396). In den folgenden Jahrhunderten tauchen noch Namensformen auf wie Baynsbuyr (1539) und Benspur (1645), bis die Nachsilbe '-berg' vollständig überwiegt. Die Vorsilbe 'Ben' wird von 'bannus' = Mark = Gerichtsbezirk abgeleitet, was vermuten läßt, daß Bensberg zum Schutz der neu-

gegründeten Mark angelegt wurde.

Lange vor unserer Zeitrechnung, etwa um 310 vor Christi Geburt, fanden in unserem Gebiet schon einmal gewaltige Rodungen statt. Es handelte sich um den Bau des wohl ältesten Zeugnisses frühgeschichtlicher Besiedlung unserer Heimat, die Erdenburg. Diese Wallburg, schon vor der römischen Zeit vorhanden, zeugt, was Umfang und Konstruktion betrifft, von einer zentralorganisierten Gemeinschaftsarbeit.

Was sollte die Erdenburg wohl bezwecken? War sie nur eine Fluchtburg, um sich vor Feinden zu schützen, oder war sie so etwas wie eine frühgeschichtliche Siedlung? Wer waren ihre Erbauer? Leider muß der heutige Betrachter dieser historischen Stelle viel Phantasie aufwenden, denn außer der bewaldeten Bergkuppe und einigen Erdwällen ist von der Erdenburg nichts mehr zu erkennen.

Sie sehen also, liebe Leserin und lieber Leser, die Geschichte Bensbergs ist ungemein interessant und umfangreich. Es war meine Absicht, Ihnen die Geschichte dieser Stadt, die seit 1975 ein Stadtteil von Bergisch Gladbach ist, ein wenig schmackhaft zu machen.

Anmerkung zu Siegel und Wappen der früheren Stadt Bensberg:

Das Wappen enthält als repräsentatives Hoheitszeichen und Sinnbild ortsgeschichtlicher Heimattradition in grünem Schild einen herschauenden goldenen Hirschkopf. Zwischen dem Geweih schwebt ein silberner Schild, darin befindet sich ein doppeltgeschwänzter , blaugekrönter und blaubewehrter roter Löwe. Dieses Wappen lehnt sich an das Schöffensiegel des ehemaligen Obergerichts Bensberg aus dem 17. Jahrhundert an. Der Löwe stellt das Wappen der Grafen und Herzöge von Berg dar. Der Hirschkopf in grünemFeld erinnert daran, daß die Grafen, Herzöge und zuletzt Kurfürsten vom Schloß Bensberg aus ihre Jagden in den umliegenden großen und wildreichen Waldungen abhielten.

Willi Fritzen

1. Totalansicht auf Bensberg, von Westen gesehen. Diese Ansichtskarte, im Jahre 1919 abgestempelt, konnte man in dem Gemischtwarengeschäft Balduin Brassart auf der Hauptstraße erwerben. Das Foto wurde etwa aus Blickrichtung der Eisenbahnlinie von Köln nach Bensberg in Höhe der Straßenbahnunterführung aufgenommen. Bei der Volkszählung 1920 betrug die Einwohnerzahl der 61 km2 großen Landgemeinde 12 054 Personen.

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2. Toranlage der Erdenburg bei Bensberg Rekonstruktionsversuch von Prof. Werner Buttler. Aus sorgfältigen und umfangreichen Grabungen im Jahre 1935 wird gefolgert, daß die Erdenburg im ersten Jahrhundert v.Chr. errichtet wurde. Eine erneute Untersuchung im Herbst 1968 durch das Institut für Urund Zeitgeschichte der Universität Köln ergab eine Entstehungszeit von 310 ± 80 v. Chr.

3. Es grenzt schon fast an ein Wunder: Da errichten sugambrische Germanen vor ca. 2350 Jahren eine Verteidigungsanlage gewaltigen Ausmaßes. Der hier dargestellte Rekonstruktionsversuch einer Toranlage der Erdenburg wurde aufgrund sorgfältiger Ausgrabungen von 1935 gefertigt. Die Größe der Anlage betrug ca. 400 x 250 m. All dies geschah lange bevor die Römer das linke Rheinufer besiedelten und natürlich mit primitivster Technik. Die Erdenburg ist Zeugnis einer zentralorganisierten Gemeinschaftsarbeit der damaligen Bewohner unserer Heimat.

4. Unsere Zeichnung zeigt die Burg Bensberg, auch Altes Schloß genannt, zu einer Zeit, da die Fotografie noch weitgehend unbekannt war. Vom ursprünglichen Aussehen der Burg har man heute keine Kermtnis. Bei diesem Gebäude handelt es sich um die zweite Burg, die, wie auch im Vorwort erwähnt, in Bensberg errichtet wurde. Teile dieser aus dem 12. Jahrhundert stammenden 'Wohnburg' sind uns bis in die heutige Zeit erhalten geblieben.

5. Das 'Alte Schloß' zu Bensberg (Burg Bensberg) war ursprünglich mit einem Wassergraben umgeben. 1859 erwarb der Bensberger Pfarrer Leopold Graf v. Spee die verfallende Burg und richtete nach Ausund Umbau ein Krankenhaus darin ein. Knapp 100 Jahre war das 'Maria Hilf-Krankenhaus darin untergebracht. Nach dem Umzug des Krankenhauses in das neuerrichtete Vinzenz-Pallotti-Hospital im Jahre 1959 beschloß der Stadtrat, hier das neue Bensberger Rathaus unter Verwendung der alten Bausubstanz zubauen.

6. Innenhof der früheren Burg Bensberg, seit 1859 Krankenhaus 'Maria Hilf. Im linken Bildteil die 1894 errichtete Kapelle, im Volksmund auch 'et Kapellche' genannt. In den ersten Jahren des 'Dritten Reiches' gab es Pläne, das Krankenhaus zu schließen und die Gebäude zu einer 'Jugendburg' (Jugendherberge) umzubauen. Der Innenhof sollte ein Exerzier- und Aufmarschplatz der Hitler-Jugend werden.

7. Während des Ersten Weltkrieges wurde das Krankenhaus 'Maria Hilf' auch als Lazarett für verwundete deutsche Soldaten genutzt. Das Foto zeigt den Kadettenhaus- und Lazarettarzt DL August Husmann von der Kadettenanstalt Bensberg, die von 1840-1918 im Neuen Schloß untergebracht war, mit Verwundeten. Die Aufnahme entstand 1914 im Innenhof des Krankenhauses. Nach Auflösung der Kadettenanstalt eröffnete DL Husmann in der unteren Schloßstraße eine eigene Praxis.

8. Die Luftaufnahme aus den dreißiger Jahren zeigt am oberen Bildrand das von Kurfürst Joharm Wilhelm Il. (er soll auf Burg Bensberg geboren sein) von 1706-1716 errichtete Neue Schloß anstelle der früheren Nordburg. Im unteren Bildteil das Alte Schloß aus dem 12. Jahrhundert. Die Wandlung des Namens von 'Burg' in 'Schloß' hat ihren Ursprung in der Tatsache, daß, nachdem Burgen nicht mehr zu Verteidigungszwecken dienten, diese zu Wohnburgen umfunktioniert wurden. Über mehrere Jahrhunderte hinweg entfaltete sich auf dem Alten Schloß ein ausgeprägtes höfisches Leben. Die Anlage diente lange Zeit den Witwen der Grafen und Herzöge als Alters-Ruhesitz.

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