Bensheim in alten Ansichten Band 2

Bensheim in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Martin Hellriegel
Gemeente
:   Bensheim
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5998-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bensheim in alten Ansichten Band 2'

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Einleitung

Bensheim an der Bergstraße ist heute eine Stadt mit rund 37 000 Einwohnern (Erstwohnsitz). Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden neun Dörfer zur Stadt Bensheim eingemeindet. Im Iahre 1939 erfolgten die Zwangseingemeindungen von Auerbach, Schönberg und Zell. Durch vertragliche Regelungen wurden 1971 Langwaden und Schwanheim und 1972 Fehlheim, Gronau, Hochstädten und Wilmshausen eingemeindet.

Die Landschaft an der Bergstraße war schon in vorgeschichtlicher Zeit von Menschen besiedelt, was viele Bodenfunde beweisen. Das RheinMain-Gebiet war keltisches Siedlungsland. Die Kelten wurden von den eindringenden Germanen unterworfen. Mit der Eroberung Galliens war der Rhein zur Grenze des römischen Imperiums geworden. Zu Beginn unserer Zeitrechnung überschritten die römischen Legionen den Strom und eroberten die Gebiete östlich des Rheines. Zu ihrem Schutz erbauten die Römer den Limes. Nach dem Zusammenbruch des Römerreiches kamen Alamannen und später die Franken in unser Gebiet. Unter fränkischer Herrschaft wurde im jahre 764 die Benediktinerabtei Lorsch gegründet. Der Nähe des Lorscher Klosters und der Schreibfertigkeit der Mönche verdanken wir zahlreiche frühe Erwähnungen von Orten im Bergsträßer Raum. Die älteste Urkunde, in der Bensheim erwähnt wird, stammt aus dern Iahre 765; Schwanheim erscheint nur wenige Monate später im selbenjahr, Fehlheim wird 782 erwähnt. Nicht alle frühen Urkunden sind eindeutig datiert; so kann die erste Urkunde, in der Auerbach erwähnt wird, 784 oder 786 ausgestellt worden sein. Nicht genau zu datieren sind die ältesten Erwähnungen von Gronau, Hochstädten, Langwaden und Zell. Alle diese Urkunden sind aufgeschrieben irn Codex Laureshamensis (Lorscher Kodex). Schönberg und Wilmshausen erscheinen zum ersten Mal in Urkunden aus dem 14. Jahrhundert.

Im Rahmen dieser Veröffentlichung ist es nicht möglich, die für die einzelnen Orte wesentlichen geschichtlichen Ereignisse zu schildern. Erwähnenswert ist aber, daß es im Iahre 1802 in der heutigen Bensheimer Gemarkung drei verschiedene Regionalherren gab. Bensheim und Fehlheim gehörten zum Kurstaat Mainz. Im Iahre 1802 besetzten die Truppen der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, zu der damals Auerbach, Hochstädten, Schwanheim und Langwaden gehörten, die kurmainzische Bergstraße. Durch Mediatisierung erhielt HessenDarmstadt im Iahre 1806 die Erbach-Schönbergischen Gemeinden, zu denen die heutigen Bensheimer Stadtteile Schönberg, Gronau, Wilmshausen und Zell gehörten. Damals avanderte der hessisene Landgraf Ludwig X.; er wurde Großherzog mit der Anrede 'Könighche Hoheit' und nannte sich nun Ludewig 1.

In den ungefáhr fünfzig Iahren, aus denen die Bilder dieses Bändchens stammen (etwa 1880-1930), waren alle genannten Bensheimer Stadtteile selbständige Gemeinden. Nur Wilrnshausen bildete zusammen mit Elmshausen eine Doppelgemeinde. Elmshausen gehört heute zur Gemeinde Lautertal. In diesem zweiten Bändchen von Bensheim aus der Reihe 'in alten Ansichten' werden nun auch die einzelnen Bensheimer Stadtteile vorgestellt. Interessant ist die Entwicklung der Einwohnerzahlen der einzelnen Orte von der Zeit an, in der die ältesten Bilder entstanden sind, bis heute.

Stadtteil 1882 1909 1994
Bensheim 5966 8870 21500
Auerbach 1 674 2358 8300
Fehlheim 552 600 1850
Gronau 502 532 1 200
Hochstädten 268 260 600 Stadtteil 1882 1909 1994
Langwaden 225 215 300
Schönberg 536 471 660
Schwanheim 526 568 990
Wilmshausen 156 202 600
Zell 602 568 1000 Um 1880 erlebte Deutschland einen wirtschaftlichen Aufstieg von bedeutendem Ausmaß, Dies war eine Folge der Einführung der Gewerbefreiheit 1866 und des gewonnenen Krieges 1870/71. Neben den alten Handwerksbetrieben und den Handelsgeschäften verschiedener Branchen entwiekelten sich in Bensheim neue Industriezweige. Da gab es mehrere Kammfabriken, von denen jedoch die meisten nach dem Aufkommen des 'Bubikopfes' ihre Produktion reduzieren und schließlich den Betrieb einstellen mußten. Mehr Erfolg harte die Papierindustrie, nachdem der tatkräftige Wilhelm Euler 1871 in die Firma Otto Heumann eintrat und 1875 den Betrieb kaufte, Neben anderen mehr oder weniger bedeutenden Industriebetrieben ließ sich auch die Steinindustrie in Bensheim nieder. Die Gerbereien harten während des Krieges 1870/71 Hochkonjunktur, waren danach jedoch nicht mehr konkurrenzfähig; im Iahre 1913 schloß der letzte Betrieb. Im Westen auBerhalb der Stadt wurde im [ahre 1900 die 'Backsteinfabrtk' eröffnet.

Um die [ahrhundertwende erschloß die Stadt Bensheim Baugebiete für Villenbebauung. Das Großbürgertum suchte damals Wohn- und Altersruhesitze an der Bergstraße. Es entstanden in verschiedenen Stadtteilen von Bensheim und Auerbach Herrschaftsvillen, Landhäuser und Villen für den gehobenen Mittelstand. Die meisten Gebäude planten die Architekten Heinrich und Georg Metzendorf Heinrich Metzendorf

plante auch Arbeiterwohnungen, Mietshäuser und Bauten, die, wie das Schwimmbad und mehrere Schulen, dem öffentlichen Bedarf dienten. Die kleineren Orte waren überwiegend landwirtschaftlich strukturiert. Neben den bäuerlichen Betrieben finden wir auf den landwirtschaftlichen Bedarf ausgerichtete Handwerksbetriebe, wie Schmiede- und Wagnerwerkstätten. In den Talgemeinden, nahe bei den Bächen, hatten sich die Müller niedergelassen. Nur vereinzelt etablierte sich in den Dörfern die Industrie, beispielsweise die Papiermühle Brücher in Wilmshausen oder in Auerbach die Korkindustrie und im Hochstädter Tal das Marmoritwerk, das von Bergingenieur Wilhelm Hofmann 1865 gegründet und 1903 von Dr. Ludwig Linck übernommen wurde.

Obwohl diese neue Ausgabe von 'Bensheim in alten Ansichten' ein in sich abgeschlossenes Bändchen ist, wird damit doch die erste Edition ergänzt. Bilder, die bereits in der älteren Ausgabe erschienen sind, wurden nicht aufgenommen. Auch im Text wurden, soweit dies möglich war, Wiederholungen vermieden. Manche Postkarte aus der damaltgen Zeit verdanken wir den Gaststätten oder Kaufläden in Bensheim und den genannten kleineren Orten. Ich hoffe, daß der Leser und Betrachter in dem Büchlein manche interessante Information aus der Geschichte der Stadt Bensheim findet.

Ich danke allen, die in irgend einer Weise dazu beigetragen haben, daß dieses Bändchen erscheinen konnte, namentlich Herrn Archivar Manfred Berg vom Archiv der Stadt Bensheim und Frau Ursula Schwöbel.

Martin HellriegeJ

1 Das alte Rathaus und das 'Bergsträßer Anzeigeblatt' vom 12. Dezember 1901.

Nur noch kurze Zeit sollte das Rathaus diesen Anblick bieten, denn nachdem im Iahre 1902 in Bensheim die Städteordnung eingeführt worden war und die Stadt einen hauptamtlichen Bürgermeister bekommen hatte, 'wurde die Frage einer gründlichen Erneuerung des bishengen Rathauses alsbald in Angriff genommen und in Anbetracht der Baufálligkeit des Dachstuhles, der offenkundigen Unzulänglichkeit und Unzweckmäßigkeit der Innenräume sowie der zu hohen Kosten eines vollständigen Neubaues durch den Beschluß des Stadtrates in dem Sinne entschieden, daß unter Beibehaltung der noch brauchbaren Fundamente, Umfassungsund Hauptstützmauern des alten Gebäudes ein durchgreifender Umbau vorgenommen werden

sollte.'(Aus der Bauurkunde, zitiert nach einer Veröffentlichung im 'Starkenburger Bote'.)

2 Alois van Gries (1831-1902), letzter ehrenamtlicher :Bürgermeister von Bensheim.

In seinem Referat in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 22. März 1928 würdigte Bürgermeister Dr. Angermeier die Verdienste von Alois van Gries: 'Dank ihrer günstigen Lage und dank ihrer damals schon bestehenden guten Verkehrsverbindungen hatte die Stadt unter der Leitung des um die Stadt hochverdienten Bürgermeisters Alois van Gries, dern es vergönnt war, über 30 jahre an der Spitze unserer Stadtverwaltung zu stehen, und der als Bürgermeister der Stadt am 22. März 1902 verstorben ist, einen langsamen aber stetigen Aufstieg genommen. Er hinterließ bei seinem im Iahre 1902 erfolgten Ableben eine finanziell und wirtschaftlich durchaus geordnete Verwaltung. Die Stadt

strebte mächtig nach weiterer Entwicklung. Die Einwohnerzahl vermehrte sich durch Zuzug zusehends.'

3 Die Rathauseinweihung am 10.Juli 1904.

Zur Einweihung des von Professor Heinrich Metzendorf umgestalteten Rathauses schrieb der 'Starkenburger Bote': 'Der Himmel meinte es gestern gut mit dem Feste, das die Stadt Bensheim zu Ehren ihres neuen Rathauses feierte. Die Sonne strahlte licht und Wärme hernieder in einer Fülle, wie nie zuvor in diesem [ahre. Sie bot dadurch die wichtigste Vorbedingung zu einem freudigen Tage, wie es der gestrige 10. Juli ja sein sollte. Mit ihr wetteiferten die Veranstalter des Festes und die Bürger unserer Stadt, zur Erhöhung der Feier das Ihrige beizutragen. Der Marktplatz war mit Fahnen und Guirlanden, welche von Baum zu Baum daselbst sich zogen, reichgeschmückt. Von den Hàusern im Umkreis des Marktplatzes und in den Straßen bis in die entferntesten Enden der Stadt

wehten Flaggen und verkundeten, daß ein großes Fest gefeiert werde,'

4 Wochenmarkt um die jahrhundertwende.

Der Wochenmarkt, der heute an allen Wochentagen abgehalten wird, fand früher nur donnerstags start. Während heute vorwiegend landwirtschaftliche Produkte und Gärtnereiartikel angeboten werden, verkauften im 16. [ahrhundert auch die Tuchhändler, Gerber, Schuhmacher, Küfer, Seiler, Wagner, Seifensieder und viele andere Handwerker und Händler ihre Waren auf dem Bensheimer Wochenmarkt. Ich kann mich noch gut an die ZeIler Marktfrauen erinnern. Sie kamen zu Fuß, auf dem Kopf hatten sie den

'Wisch', ein rundes Kissen als Unterlage für den Marktkorb,

der auf dem Kopf getragen wurde. So brachten sie Butter, Eier und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse zum Wochenmarkt nach Bensheim. Die Butter war in große Blätter (z.B. Rha-

barberblätter) eingewickelt. Auf dem Weg zum Markt besuchten sie bestimmte Kunden, denen damit der Weg 'in die Stadt' erspart blieb.

j3ensheim

",.,",pl.tz.

5 Die Bensheimer Bürgerwehr beim Winzerfestzug vor dem Winzerdorf, um 1930. Nachdem die 'Bensheimer Woche', eine Industrie-, Handelsund Gewerbeschau, irn Iahr

1927 erfolgreich verlaufen war, entschlossen sich Stadrverwaltung und Verkehrsverein, alljährlich in Bensheim ein 'Bergsträßer Winzerfest' abzuhalten. Das erste Winzerfest fand 1929 statt. Damals hatte das Winzerdorf nur ein Tor, und die westliche 'Maner' stand soweit zurück,

daß der Festzug auf der Hauptstraße am Winzerdorfvorbeiziehen konnte. Die Bürgerwehr ist neben der Biedermeiergruppe eine Abteilung der Heimatvereinigung 'Oald Bensern' .

6 Partie in der oberen Hauptstraße im jahre 1904. Alle Häuser im Vordergrund wurden während des Zweiten Weltkrieges zerstört. Der eiserne 'Herrgottsbrunnen' an der Einmündung von übergasse und Klostergasse in die Hauptstraße war nicht irreparabel beschadigt, er hätte sicher erhalten werden können. Zwischen Klostergasse und Hauptstraße stand das Gebäude der Papier- und Schreibwarenhandlung Robert übst. Auf der anderen Straßenseite ist ein Teil der Conditorei mit Café Friedrich Ehret zu sehen. Daneben befand sich das Sportgeschäft Peter Klingler und anschließend die Eisenwarenhandlung Bacharach &Jacobi. Das hohe Haus mit dem abgewalmten Dach war der ehernalige 'Mespelbrunner Hof', der leider nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen wurde. Ganz im Hintergrund sehen wir das noch

verputzte 'Haus Fleck', in dem früher die Fleischschrannen (offene Verkaufsstände der Metzger) untergebracht waren.

24ï85 Bens'hejrn a. d. B.

Hauptstrasse

7 Die Figur des heiligen Franz Xaver auf der Mittelbrücke.

Die Statue steht auf der Ostseite der Mittelbrücke. Auf dem Sokkel befindet sich eine Inschrift in lateinischer Sprache in großen Buchstaben: s!FRANCIsCo XAVERlo!GLoRloso!NoVloRBIs APOSTOLo!BENIGNo!IN NECEssITATIBVS PATRl!poNlT!VLTIMA OCTOBRlS! GRATI CLIENTls plETAS. Die Addition der römischen Zahlen ergibt 1747, in diesemjahre wurde die Figur aufgestellt. Die Inschrift lautet auf deutsch: Dem heiligen Franz Xaver, dem Glorreichen, des neuen Erdkreises Apostel, dem Gütigen, in Nöten Vater, setzt (dieses Denkmal) am letzten Oktober eines dankbaren Schutzbefohlenen Frömmigkeit.

8 Partie in der unteren Hauptstraße, um 1910.

Im Vordergrund links sehen wir den Weinbrunnen (Planung Heinrich Metzendorf) , der 192 8 abgebrochen wurde. Heute steht hier eine Kopie des Brunnens von 1901. Das Haus neben dem Brunnen gehörte G. Beger, dem Herausgeber des 'Bergsträßer Anzeigeblattes' . Im nächsten Haus war die Lithoanstalt von Albin Strauß, dem wir eine größere Anzahl Lithografien von Bensheim und Umgebung verdanken. Später harte in diesem Gebäude johann Schuhmacher sein Frisörgeschäft. Auf der rechten Seite ist ein Teil der Weinwirtschaft 'Zur Gemütlichkeit' von Georg Reuter und Adam Dingeldein zu sehen. Im Haus nebenan befand sich im Untergeschoß der Laden von Posamentier Leo Schröder (später Katharina Schröder, Woll-, Kurzund Seilerwaren). Im Hinter-

grund erkennt man das Gebäude der Nähschule vor der Hospitalkirche, daneben den Torbogen des Bendheimschen Anwesens.

Ben heim a. d. Bergstr.

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