Berchtesgaden in alten Ansichten

Berchtesgaden in alten Ansichten

Auteur
:   Uwe Bremse
Gemeente
:   Berchtesgaden
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5982-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Berchtesgaden in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Obwohl archäologische Funde die Besiedlung Berchtesgadens seit der mittleren Steinzeit belegen, erfolgte die erste urkundliche Erwähnung erst im geschichtlichen Mittelalter. Um 700 wird durch eine Schenkungsurkunde von Herzog Theodor (680-725/28) festgehalten, daß er die Almen Ladus und Ganzo dem ersten Bischof von Salzburg, Rupertus, schenkte. Während sich der Name Ladus in der Bezeichnung Laros als Name für einen Bach am Roßfeld erhalten hat, lebt die Bezeichnung Gonzo als Götschen oberhalb der Siedlung Schellenberg weiter. Im Jahre 2000 es ist also nicht mehr sehr lange hin kann Berchtesgaden auf eine 1300 Jahre währende und urkundlich belegte Geschichte zurückblicken.

Im 10. Jahrhundert wird ein Graf Perther aus dem Geschlecht der Aribonen mit dem Land Grafengaden belehnt. Die Gegend war noch Wildnis. Graf Perther baute ein erstes, verrnutlich einstöckiges Holzhaus, ein Blockhaus. Dieser Gaden des Perthes wurde zu Perthesgaden und über versebiedene Abwandlungen zur heutigen Namensgebung Berchtesgaden. Im 11. Jahrhundert ging der Besitz an den bayerischen Pfalzgrafen über. Ein Pfalzgraf Chuno von Rott übergibt seiner Tochter diese Gegend als Erbe. Diese junge Frau ist in zweiter Ehe mit Graf Gerhard von Sulzbach verheiratet. Nach einem Unfall ihres Mannes gelobt sie für den Fall seiner Genesung ein Kloster zu errichten. Ihr früher Tod verhindert die Durchführung ihres Vorhabens durch sie persönlich. Am Totenbett konnte sie aber ihren Sohn Berengar I. von Sulzbach das Verspreehen abnehmen, ihr Gelöbnis einzulösen, Erst mit der Gründung dieses Klosters rückt der Ort in den Mittelpunkt der Geschichte, Anfang des 12. Jahrhunderts wurde das Verspreehen eingelöst, indem das Kloster Rottenbuch in Pfaffenwinkel einen Antrag für diese Stiftung erhielt. Dieses Kloster entsandte eine Delegation aus vier Augustinerchorherren und vier Laienbrüdern in das abgelegene Gebiet. Die Leitung dieser Abordnung hatte der Chorherr Eberwein, der spätere Propst des Klosters in Berchtesgaden. Im Jahre 1102 erfolgte die Gründung der Propstei. Im Jahre 1122 kommt es zum Bau der

Stiftskirche im romanisohen Baustil. Diese Kirche dominiert mit ihren beiden Türrnen, die aber nach einem Blitzschlag von 1864-1866 im neuromanischen Stil neu errichtet worden sind. Aus der romanischen Kulturepoche sind noch die dreischiffige Basilika, das Rundbogenportal und der Kreuzgang erhalten. Dieser gehört zu den bedeutendsten seiner Art in ganz Bayern. Im 13. Jahrhundert erfolgte der Bau des Hochchors als Verlängerung des romanischen Langschiffes. Der Hochchor wurde in gotischen Bauformen gestaltet. Er überragt sehr deutlich das Langschiff der Stiftskirche. Die Arbeiten am Hochchor wurden von 1283 bis 1303 ausgeführt. Er gilt als das Kulturdenkmal der Frühgotik in Bayern. Auch das Dormitorium des Klosters stammt aus diese Stilepoche.

Im 14. Jahrhundert entsteht die St.-Andreas-Kirche als Pfarrkirche. Sie wird im Jahre 1379 errichtet. Während die Stiftskirche den Chorherren vorbehalten war, ist die St.-Andre asKirche das Gotteshaus der Einwohner von Berchtesgaden. Ab 1698 wird sie im Stil des Barocks umgestaltet. Außergewöhnlich ist die Deckenkonstruktion dieser Kirche.

Um 1500 wird die zweischiffige Franziskanerkirche im gotischen Stil errichtet. Sie entsteht an Stelle einer älteren Frauenkirche auf dem Anger. Sehr markant sind die spätgotischen Netzgewölbe, die barocke Marienkapelle und der barocke Turm aus Berchtesgadener Marmor. Sehenswert ist auch der neben dieser Kirche liegende Kirchhof. Wirtschaftlich bedeutsam war seit 1517, daß die Berchtesgadener Fürstpröpste das Salzbergwerk zur Solegewinnung erweiterten. Im 16. Jahrhundert wird die dreischiffige romanische Basilika des Augustiner Chorherrenstifts umgebaut. Die Umbaumaßnahmen erfolgen in dem der damaligen Zeit dominierenden Stil der Spätgotik. Im 17. Jahrhundert herrscht der Stil des Barock vor. Umbauten älterer Gebäude erfolgen in diesem prunkvoll verschnörkelten Stil. In diese Epoche fällt auch der Umbau der Franziskanerkirehe. Besonders der barocke Turm ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen. In dieses Jahrhundert fällt auch die Errichtung von Schloß Adelsheim, das unter Stiftsdekan Ludwig Neuchin-

ger im Jahre 1614 als Landsitz errichtet wurde. Heute wird dieses Schloß als Heimatmuseum genutzt.

In diesem Jahrhundert bekommt der Brunnen auf dem Marktplatz eine neue Gestaltung. Die alte Wasserstelle wird im Jahre 1677 zu einem richtigen Brunnen umgestaltet. Das war nötig, denn die Bebauung des Marktes war schon weit vorangeschritten und der Wasserbedarf war schon vorhanden. Im Jahre 1594 wurde das ehemalige Haus an der Bruck'n, das spätere Hirschenhaus - heute Sparkasse - errichtet. Besonders sehenswert sind die irn Stil der Renaissance um 1600 gemalten Affenszenen auf der Südseite dieses markantes Gebäudes am Marktplatz in Berchtesgaden. Am Marktplatz steht auch der schon irn Jahre 1576 erstmals erwähnte GasthofNeuhaus. Es ist das zweitälteste Gasthaus in der Marktgemeinde. Älter als beide genannten Häuser ist das Hotel Post, früher Leithaus oder Leuthaus genannt. Es wurde bereits im Jahre 1328 als Gasthof erwähnt und gilt als das älteste Gastgewerbeunternehmen am Ort. Es liegt nur unweit des Marktplatzes. Auch die Wasserversorgung dieses Gasthofes war vermutlich seit dem Mittelalter von der Wasserstelle auf dem Marktplatz abhängig.

Im 18. Jahrhundert entsteht der sogenannte Propsteiflügel an der Südseite des Schloßplatzes. Dieser wird mit der Auflösung der über Jahrhunderte unabhängigen Fürstpropstei im Jahre 1809 zur Sommerresidenz der Wittelsbacher. Im Jahre 1710 wird die Wallfahrtskirche Maria Gern errichtet und eingeweiht. Das 19. Jahrhundert beschert das Ende der Fürstpropstei. Am 19. August 1802 wird Berchtesgaden ein Teil des Großfürstentums unter Ferdinand von Toscana. Das Ende der Fürstpropstei bereitet Fürstpropst Josef Conrad von Schrotfenberg vor, der am 26. Februar 1803 die Entsagungsurkunde unterzeichnet und Berchtesgaden - Markt und Fürstpropstei säkularisiert. Mit dem Preßburger Frieden vom 26. Dezember 1805 wird Berchtesgaden österreichisch und gehört zu Salzburg. In dieser Zeit wird die Leibeigenschaft der Berchtesgadener Bauern aufgehoben. Der Schönbrunner Frieden vom 4. September 1809 spricht den Ort dem Königreich Bayern zu.

Unter den Wittelsbachern wird die Fürstpropstei zur oben schon angesprochenen königlichen Sommerresidenz, Von 1849 bis 1852 entsteht die Königliche Villa nach Plänen von Ludwig Lange. Dieses auch Max- Villa genannte Haus wird die eigentliche Sornmerresidenz, das Wohnhaus, der Wittelsbacher.

Ende des 19. Jahrhunderts setzt in Berchtesgaden verstärkt Fremdenverkehr ein, Immer mehr Besucher kommen zur Sommerfrische oder zum einsetzenden Wintersport. Auch auf dem Obersalzberg wird der Fremdenverkehr begründet. Besonders das 20. Jahrhundert wirkt sich baulich in Berchtesgaden aus. Der Massentourismus führt mehr und mehr Menschen in den Markt Berchtesgaden. Die traditionellen Häuser mit den weit überstehenden Dächern verschwinden immer öfter, auch wenn man die alpine Bauweise aus denkrnalspflegerischer Sicht unbedingt bewahren möchte,

Im Dritten Reich kam es ganz besonders auf dem Obersalzberg zu baulichen Veränderungen. Adolf Hitler und andere politischen Größen richteten sich hier ein und bauten prachtvolle Höfe, Repräsentationsräume und Sicherungssysteme. Viele dieser Einrichtungen sind längst verschwunden. Die Naturschönheit dieser Landschaft loekt immer wieder Tausende von Besuchern in diese einzigartige Bergwelt. die weiter südlich in der Gemeinde Schönau am Königssee seit 1978 als N ationalpark Berchtesgaden ausgewiesen ist.

Noch heute gilt, was der Ehrenbürger von Berchtesgaden und Schriftsteller Ludwig Ganghofer dem Bischof Eberwin in einem seiner Berchtesgadenromane in den Mund gelegt hat: 'Herr, wen Du lieb hast, den lässest Du fallen in dieses Land.' Möge dieses Buch 'Berchtesgaden in alten Ansichten' alten wie jungen Menschen in der Marktgemeinde viel Freude bereiten und helfen. die Heimatliebe für diesen Ort weiterhin zu festigen.

Uwe Bremse

J. Diese alte Ansichtskarte zeigt die verschneite Winterlandschaft von Berchtesgaden und Umgebung. Das Zentrum von Markt Berchtesgaden befindet sich links am Bildrand. Im Dunst erkennt man vor allem die hoch aufragenden Kirchtürme in der Ortschaft. Im Hintergrund überragen links der Watzmann und rechts der Hochkalter die Tallandschaft. Es ist eine einzigartige Naturkulisse, die den Markt Berchtesgaden umgibt.

2. Fast wie ein Schrägluftbild aus einem Flugzeug wirkt dieser Bliek auf Berchtesgaden von der Marxenhöhe. Während die Ortschaft Berchtesgaden deutlich zu erkennen ist, durchziehen weiße Morgennebelschwaden die hinteren Täler, über denen sich rechts hinten der Watzmann erhebt. Neben den bewaldeten Hügeln fallen die wa!dfreien Hochgebirgspartien im Hintergrund und die Wiesenlandschaften vorne rechts auf. Der bewaldete Hügel rechts vom Ortskern unterhalb der unteren Nebelpartien ist der 687 m hohe Lockstein. Die Aufnahme erschien im Kar! Ermisch Verlag in Berchtesgaden.

3. Eine Annäherung an den Markt Berchtesgaden verhilft diese alte Ansicht. Sie zeigt die Naturlandschaft dieser Bergsiedlung im Winter. Klein. fast verloren wirkt der Ort links von der Bildrnitte im Talgrund. Nur die Türme der Kirchen sind in dem etwas diesigen Licht zu erkennen. Dagegen sind die Baumstämme im Vordergrund auf den verschneiten Wiesen sehr deutlich zu sehen. Alles wird vom verschneiten Watzmann mit seiner typischen Kontur überragt. Auch wenn er nicht innerhalb der Gemeindegrenzen liegt, ist der Watzmann der Hausberg von Berchtesgaden. Der dunkle, abgerundete Hügel rechts neben den Kirchtürmen ist der Loekstein. Die Aufnahme erschien im Verlag von Rudolf Fuchs am Bahnhofsplatz in Berchtesgaden.

4. Der Frühling in den Bergen wird durch diese Aufnahme von Berchtesgaden verdeutlicht. Fast wie ein Blütenkranz urnschließt die Apfelblüte die wichtigsten Motive, die den Markt Berchtesgaden kennzeichnen. Es sind die weithin sichtbare Stiftskirche mit dem deutlich emporragenden Hochchor, neben der rechts die Pfarrkirche St. Andreas steht. Dahinter erkermt man - noch mit Schnee verhüllt - den 2 713 m hohen Watzmann in der am 10. August 1936 abgestempelten Ansicht.

5. Diese historische Karte - eine Reliefkarte von 1628 - zeigt den Ort Berchtesgaden und einen Teil des Berchtesgadener Landes. Deutlich erkennt man die in den verschiedenen Tälern fließenden Gewässer, die Achen, die sich bei Berchtesgaden vereinigen. Der Ort Berchtesgaden wird durch einige Gebäude dargestellt. Eingetragen als örtliche Bezeichnungen sind unter anderem Berchtesgaden, Salzsiederei, Logstein, Weinfeld, im Salzberg und der benachbarte Ort Schönau.

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6. Matthias Merian hat sich im 17. Jahrhundert durch seine Kupferstiche von Städten und Dörfern in der Kartografie einen besonderen Namen gemacht. Einer seiner Kupferstiche bildet das 'Stiff von March Berchtesgaden' ab. Im Zentrum der Abbildung ist die Stiftskirche abgebildet - damals noch eintürmig. Nach links schließt sich das Kirchenschiff mit dem hohen gotischen Chor an. Der engere Bezirk um das Stift ist durch eine Mauer eingefaßt. Die Siedlung Berchtesgaden erkennt man rechts von der Kirche. Sogar der Brunnen wurde von Matthias Merian nicht vergessen.

7. Dieser Kartenausschnitt zeigt Berchtesgadens Topografie um 1915. Die Siedlung befindet sich eingcengt, denn die Lage im Tal zwischen hohen Bergen erzwingt eine gewisse Raumenge, obwohl auch an Berghängen gebaut wird. Neben dem außerhalb der Karte liegenden Watzmann sind besonders der 682 m hohe Lockstein und der 789 m hohe Kälberstein eingetragen, die die ortsnahen Hausberge der Marktgemeinde Berchtesgaden sind. Der schwarze 'Fleck' unterhalb der Bildmitte kennzeichnet die Saline Frauenreuth, die damals 1928 - dem Bahnhof weichen mußte. Links oberhalb des ersten Buchstabens von Berchtesgaden sind die Stifts- und die Pfarrkirche eingetragen.

8. Der Ortsplan von Bcrchtesgaden zeigt eine kartografische Aufnahme von ca.191 O. Die Ludwig-GanghoferStraße heißt noch Berghofstraße, die zum Berghof oberhalb der Maximilianstraße führt. Sehr markant ist die südlich des Berghofs eingetragene Saline Frauenreuth (1517-1927) auf dem heutigen Bahnhofsgelände. Auf diesem steht nicht nur der Hauptbahnhof Berchtesgadens, Hier fuhr man auch mit dem Zug ab nach Schellenberg. Wenn man die Ache beim Bahnhof Richtung Königssee überquerte, fand man die Abfahrtsstelle Bahnhof Königssee. Sowohl die Bahnhofsgebäude als auch die Schienenstränge nach Marktschellenberg als auch nach Königssee gibr es heute nicht mehr.

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