Berkheim in alten Ansichten Band 1

Berkheim in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Otto W. Schweizer
Gemeente
:   Berkheim
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2851-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Berkheim in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Die Aufmachung dieses Buches ist eingebettet in das Gefüge der Konzeption des Verlages. Er möchte mit seinen Dörferund Städteansichten ein Bild der Zeit um die Jahrhundertwende bis hinein in die dreißiger Jahre vermitteln. Jüngere Fotos wurden nur beigezogen, wenn sie geeignet waren, nicht mehr existierende Dinge wieder lebendig werden zu lassen. Leider sind früher die Chroniken und Ansichten von ländlichen Gemeinden gegenüber den Städten stark vernachlässigt worden. So blieb manches, was interessant gewesen wäre, auch in dem am 13. Dezember 1982 herausgegebenen Heimatbuch Berkheim unentdeckt. Dieses Buch soll durch seine Bilder den Zeitabschnitt der vorigen Generation etwas erhellen.

Berkheim bei Esslingen, wie es früher adressiert wurde, ist seit 1974 Stadtteil von Esslingen am Neekar mit Ortschaftsverfassung. Im Jahr 1190 wurde Berkheim erstmals urkundlich erwähnt. Es gehörte zum Kloster Denkendorf seit dessen Gründung im Jahr 1120. Der Name des Ortes hat sich entwiekelt wie seine Struktur: 1190 Berchein, 1231 Berckhain, 1438 Berghain, 1733 Berker, Bereken, Berckach, Berchen, Bergkain; der Volksmund sagt: 'I ben vo Berga.' Auf der Bergnase des Filderschollenrandes steht das Wahrzeichen von Berkheim, die Michaelskirche. Mit ihrem spitzen Turmhelm will sie den Bliek nach oben ziehen. Sie ist ohne Zweifel das älteste Bauwerk in Berkheim. Als eine der ältesten Kirchen im Kreis Esslingen steht sie heute im Eigentum der evangelischen Landeskirche, Sie dürfte schon 1120 als etwas kleinere Kirche existiert haben. Der Chronist berichtet jedenfalls, daß dort im 7. Jahrhundert eine kleine Holzkirche errichtet worden ist,

In der Zeit von 1880 bis 1932, die dieses Buch lebendig werden lassen will, entwickelte sich Berkheim von einem Bauerndorf mit Weberstuben zur Arbeiterwohngemeinde. Heute ist der Stadtteil Berkheim eine Ortschaft mit fast lückenloser Infrastruktur, mit namhaften Industriebetrieben und hat 8 360 Einwohner.

Der kleine Ortsteil Hammerschmiede hat immer zu Berkheim gehört, Der Berkheimer Zimmermann Isaac Blessing baute dort 1768 eine Sägmühle mit Ölmühle. Das Wasser des Erbachs hat er in zwei Seen gestaut und so seinen Antrieb mit einem Wasserrad eingerichtet. Im Jahr 1800 hat der Schmied Jakob Zink aus Steinbach den Besitz gekauft und eine Hammerschmiede daraus gemacht. Die Firma Zink und Sohn war immer fortschrittlich und war auch der erste Industriebetrieb in Berkheim. Die Aufstiegstraße, die 1971 fertiggestellt wurde, veränderte das Gelände. Das Wasserrad wurde bereits in den zwanziger Jahren stillgelegt. Die alten Schmiedehämmer stehen noch heute in der alten Schmiede, Ein sagenumwobenes Gebiet in der Markung ist der Steinriegel. Durch Ausgrabungen ist bestätigt, daß dort bis zum Jahr 260 nach Christus eine römische Siedlung bestanden hat, Der Köngener Weg war eine Römerstraße vom Kastell Grinario in Köngen bis Cannstatt. Von Donnstetten über die Teek führte die sogenannte Sybillenspur in gerader Linie an diesem römischen Gutshof vorbei durch Berkheim, dem Plienshaldenweg entlang in zwei Windungen zum Neckartal. Der Name Pliensau stammt übrigens von einer Herrschaftsfamilie 'Pliens', die unmittelbar am Flußübergang ihren Wohnsitz hatte,

Am nahen Neekar hatte auch Berkheim Badep1ätze, zu einer Zeit allerdings, als das Flußwasser noch sauber war. Einer dieser Badeplätze war bei der Schleuse nahe der Adenauerbrücke. Der andere Badeplatz war am Scheuerle bei der Schwertmühle. Oberhalb des Wehres hatten die Schwimmer ihr Revier, unterhalb tummelten sich die Nichtschwimmer. Der Name 'Scheuerle' kommt von einer Feldscheuer an der Deizisauer Straße. Die diente oft zum Unterstehen bei Regen, aber in der Hauptsache den durchziehenden 'Sintis' als Lagerplatz.

Die figurierte Grenz- und Steinbeschreibung von 1733 ist eines der schonsten im Original erhaltenen Dokumente. Angelegt wurde sie von Georg Christoph Rieckhern Notarius

Caesavius, publicus, juris et Geernetria Prakticus. Auf der dazugehörenden Flurkarte von 1733 entdeckt man, daß auch in Richtung Rohrwald von unseren Vorfahren Weinbau betrieben wurde, In der 'Brennwurst' und auf dem 'Hinteren Brühl', sowie auch in der 'Champagne' sind heute noch die Weinbergmäuerchen zu sehen. Diese alte Flurkarte enthielt auch einen Fußweg nach Esslingen, der über die Stegwiesen und den oberen Eisbergweg geführt wurde, vorbei an der jetzigen Jugendfarm hin zum abwärtsführenden Fußweg, vorbei an den Schlangenwegchen zur Berkheimer Straße. Damit war man bei der Pliensaubrücke, die 1259 erstmals erwähnt ist. Schon vor dem Bau der Brücke mußte man über den Neckar, und zwar über die dortige Furt, die so bedeutend war, daß Kaiser und Könige, Handelswagen und Heerzüge sich ihrer bedienten. Die Unterlage der Furt war der kristallige Sandstein wie am Eisberg. Rechts neckaraufwärts war der Prallhang des Eisbergs, der lange Zeit eine Straße unmöglich machte. Es gab keinen Weg dem Neekar entlang für die Berkheimer, keine Fähre und keinen Steg (Alicensteg 1891). Der Esslinger Markt war sicher auch für Berkheim wichtig, obwohl Handel und Gewerbe nur langsam anliefen. Der Esslinger Wein war schon 778 das erste Handelsobjekt. Berkheim hatte eigenen Wein, der jedes Jahr auch in das Kloster Denkendorf geliefert wurde.

Die Markung von Berkheim ging ursprünglich bis an den Neekar und soll doppelt so groß wie heute gewesen sein. Sicher ist, daß die Berkheimer ihr Vieh unmittelbar am Neekar weideten und auch mit Sirnau intensive Verbindungen bestanden. Die Streitereien mit der Freien Reichsstadt Esslingen hörten auf, als die Stadt 1803 auch zur Herrschaft des Hauses Württemberg kam. Die Verbindung mit jenseits des Neckars nach Oberesslingen hat die Berkheimer schon immer interessiert und der Antrag für eine Brücke und Straße wurde immer wieder gestellt. Die Einrichtung der Fähre 'Zimbria', die von den Familien Zink/Baumgärtner von 1889 bis 1922 betrieben wurde, war auf privater Initiative

basiert. Am ersten Holzsteg 1922 hat sich Berkheim mit 12000 Mark beteiligt.

Der Autor dankt allen, die zum Gelingen dieses Buches beigetragen haben, insbesondere allen Berkheimer Bürgern, die ihre oft originellen Bilder zur Verfügung stellten. Ich wünsche, daß dieses Buch vielen ein wenig Freude bereitet.

Ich höre Glocken läuten, 0 wie traut daheim, daheim es ist der alte Laut.

Wo dort am Berg das Kirchlein steht allein, da liegt ein Dorf im Tal, die Heimat mein!

IDYLLEN UND HISTÖRCHEN

Von dem Berkheimer Humoristen und A1leinunterhalter Christian Borchers sind leider keine Aufzeichnungen vorhanden. Nur einige der älteren Berkheimer erinnern sich an seinen deftigen Humor, der sich oft auch in Reimen ausgedrückt haben soll, wie:

Kommst Du ins Alter und kriegst ne Glatze, machen die Leut vor Dir ne Fratze.

Hast Du eine Glatze brauchst Du kein Licht - gräme Dicb nicht.

oder

Góscht en Stuagert mól spaziera, utt dr breita Königstróß, muast de werle grad scheniera denn sonst ist dr Deutel los;

Jónge Krotta - i5 Jährla, Röckla na bis grad ans Knia, ganget au scha mit de Kerle und bussieret wia na nia.

Ein Original war auch ein Berkheimer Handwerker, hitzig, direkt, mit Temperament, das Herz am rechten Fleck, Als er einmal wieder seine Frau verfolgt, stolpert er, stürzt und sagt: 'Ich habe verloren - aus.' Nach mehreren Humpen Bier im Gasthaus 'Zum Lamm', gleich neben dem Rathaus, fühlt er sich wieder einmal besonders stark, und so schreit er hinauf in die Richtung, wo der Schultes wohnt: 'Komm ra, du Laugawecka-Stemmer. '

Zu den Originalen zählte auch Hermann Haderer, eigentlich zu unrecht 'der Trockenschwimmer' genannt. Immerhin wird er einmal stolzer Sieger bei einem Schwimmfest. Diesen Sieg feiert er auf seine Art: Er springt in Sonntagskleidern in den Dorfbrunnen. Bei einer Faschingsveranstaltung verwirrt er seine Berkheimer ein anderes mal in Mutters Sonntagskleid. Als Lediger wohnt Hermann Haderer im elterlichen Haus, Als er einmal das übliche Kostgeld an seine Mutter 'einspart' und statt dessen für sich selbst einen Sonntags-Kittel (Jacke) kauft, schickt ihm die Mutter zwar wie üblich durch die Essensträgerin sein Essensgeschirr in den Esslinger Betrieb, doch statt der erhofften warmen Mahlzeit findet er einen Zettel mit der Aufschrift: 'Friß Deinen Sonntags-Kittel,'

Die Mutter von Hermann ist auch sonst durchaus schlagfertig. Als der Sohn sich über die frisch gelegten Hühnereier hermacht und nur die Eierschalen übrig läßt, kann die Mutter keine Spätzle machen, so setzt sie ihm kurzentschlossen die Eierschalen als Mahlzeit vor.

Viele Streiche werden dem Haderers Hermann zugeschrieben. So auch den Scherz, den Leuten Angst zu machen, Hierzu stellt er sich einmal gegen Mitternacht in eine Nische der Kirchhofmauer, zieht sein weißes Hemd über den Kopf und

wartet auf nächtliche Heimkehrer, denen er als 'Geist' begegnet.

Im Honighof wohnte der Schützles Jakob, ein Imker mit zahlreichen Bienenvölkern. Der Fußweg vom Außerdorf zum Honighof führte einst durch einen Engpaß, der auf der einen Seite durch die Scheuer des Schützles Jakob und auf der anderen Seite durch die Scheuer der 'Bachhanna' markiert war. Dieser an sich private Durchgang der Anwohner war durch ein Gartentürle 'gesichert', das der Schützles Jakob im Auge behielt, Ertappt er einen unberechtigten Wegbenutzer, tut er dies weniger wegen des begangenen Unrechts, vielmehr findet er in seinem Opfer meist einen willkommenen Partner für ein 'Schwätzle'.

Bei einem Ausflug des landwirtschaftlichen Vereins ist auch der Schützles Jakob dabei, Am Bodensee nutzt man die Gelegenheit zu einer Schiffahrt. Nicht aber der Schützles Jakob. Er ist nicht zu bewegen, das Schiff zu betreten. 'S'Wasser hot koine Balka,' sagt er, kehrt um und fährt allein mit dem Zug nach Hause.

Dr 'Dêchspölter' hat seinen Namen vom Volksmund. Er wohnte im Lammgäßle, wo es sehr eng herging. Wenn der Meier - so sein bürgerlicher Name - Holz spaltete, war der Durchgang praktisch gesperrt, was die Wegbenutzer immer wieder mit Unmut quittierten. 'I ka mei Holz doch et auf em Doch spêlta,' entschuldigt er sich. Die nicht ganz im Berkheimer Schwäbisch klingende Aussprache hat sicher mit dazu beigetragen, daß er zum 'Dêchspêlter' (Dachspalter) wurde.

Dort - im Lammgäßle - wohnte auch Friedrich Wolf. Als sein Sohn Richard einmal zu später Stunde mit einigen Kameraden heimkehrt, wollen sie den Tag im Hausgang mit einem kräftigen Schluck Most ausklingen lassen. Der Senior war schon längst zu Bett gegangen, hört aber das Gelage der Mosttrinker unten. Nicht, daß er sich die Ruhestörung ver-

beten hätte; vielmehr war dem im Nachthemd lauschenden Vater die Störung höchst willkommen, als er hinunterrief: 'Grad recht, i han au na Durst!'

Pfarrer Ortlieb, drei Jahrzehnte lang Pfarrer in Berkheim, hat während seiner Amtszeit viele Initiativen entwickelt. Seine wertvolle Arbeit war in der Bevölkerung anerkannt, dau hat sicher auch seine enge Verbundenheit zum Einzelnen beigetragen. So kennt man um ihn manche Geschichte, die man schmunzelnd von ihm weitererzählt: Pfarrer Ortlieb war mit dem Esslinger Oberbürgermeister Dr. von Mülberger befreundet. Als von Mülberger mit dem Verdienstkreuz geehrt wird, gratuliert ihm Ortlieb mit folgenden Worten: 'Christus trug das große Kreuz, so wie Du das kleine; Christus trug es unverdient, so wie Du das Deine!'

Bei einer nächtlichen Heimkehr von Esslingen - Wege und Straßen waren damals noch nicht beleuchtet - passiert Ortlieb das Mißgeschick, in den Erbach ('Kitterich') zu fallen. Als ihm ein anderer Spätheimkehrer aus dem Bachbett heraushilft, will er sich nicht zu erkennen geben und so sagt er, er sei der Kaminfeger. 'So, so,' sagt der Helfer, 'gute Nacht Herr Pfarrer!'

Die Hilfsbereitschaft des Pfarrers geht einmal so weit, daß er einen Zeeher nach Hause bringt. Die Frau daheim erwartet ihren Mann seit langem und als sie Geräusche hört, ruft sie 'jetzt kommt der Lomp!' - in die Stube tritt aber nicht der erwartete Zecher, sondern zuerst der Pfarrer ...

Die nächtliche Heimkehr von Pfarrer Ortlieb mit dem zu Besuch weilenden Reutter ist zunächst ausgefüllt mit Gesprächen über Glaubensdinge und anderes. Im Diskusslonseifer - auch der genossene Wein mag etwas nachgeholfen haben - landet Ortlieb einmal mehr im Straßengraben. Reutter ist voller Schadensfreude und spottet: 'Glaubst Du an eine Auferstehung?' Darauf Ortlieb: 'Nicht in den nächsten zwei Stunden!'

Wenn die Buben am Wettebrunnen beide Wasserrohre

zuhielten, stieg der Wasserdruck im Brunneninnern an und hob den schweren Deckstein an. Mina Rathgeb hatte in der Nähe des Brunnens einen Krämerladen, wo es für die Jugend den begehrten Bärendreck und Zuckerstangen gab. Die Ladeninhaberin fühlte sich für den Brunnen verantwortlich, und so vereitelte sie gar manchmal solche Wasserspiele und schreckte nicht davor zurück, den Übeltätern - wenn sie sich erwischen ließen - den Kopf in den Brunnentrog zu tauchen, Dafür hatte sie aber auch manche Neckerei auszuhalten. Nicht selten schickten die etwas älteren Burschen die kleineren in den Laden um beispielsweise für fünf Pfennig 'Ochs-dreh-die-um' zu kaufen. Die Käufer erwartete keine Strafe, aber die Anstifter verfolgte sie bisweilen bis hinauf in das Raingebiet.

Der Berkheimer Bürger Robert Schmid erzählt eine kuriose Geschichte. Sein Vater ging mit seinem Bekarmten August Schweizer an einem Sonntagmorgen zum Steinriegelwald. Der Foxterrier Schweizers entdeckte dort einen Dachsbau. Der Hund sei in den Dachsbau hineingegangen, aber nie mehr herausgekommen. Das Hundegebell habe 'wie aus einem Keller' geklungen.

Aus der Zeit der Nachtwächter erzählt man sich folgenden Streich: Der Nachtwächter hatte regelmäßige Kontrollgänge zu machen, Kontrollpunkte waren das Rathaus, das Gasthaus 'Linde' und das Spritzenhaus. An Silvester sorgte die Obrigkeit für zusätzliche Sicherheit, indem sie im Rathaus Scharwächter stationierte. Die Dorfburschen aber wollten das Neue Jahr zünftig anschießen, und da waren die Scharwächter hinderlich. Also verrammelten sie die Rathaustüre, sodaß ihre Widersacher festsaßen. Bis sich die Scharwächter aus ihrer mißlichen Lage befreien konnten, war das Neue Jahr mit viel Lärm begrüßt worden.

1. Dorfidylle in der Wilhelrnstraße (Brunnenstraße). Die Aufnahme entstand im Jahr 1924; sie zeigt eine für Berkheim typische Hofeinfahrt, im Vordergrund die Wohnhäuser, weiter hinten Scheuern und Stallgebäude, Eine solche Anlage erforderte gegenseitige Rücksichtnahme im bäuerlichen Alltag. Das vordere Haus gehörte dem Bauer Christian Herdtle; angebaut ist das Haus Karl Müller, der lange Jahre Mesner der Michaeliskirche war. Mesner Müller wußte, was sich gehörte: weil man bei schlechtem Wetter die Glocken der Nachbargemeinde Nellingen auch in Berkheim hörte, läutete er die Glocken seiner Michaelskirche erst, wenn seine Kollegin in Nellingen aufgehört hatte.

2. Ein ruhiges und friedliches Dorfbild aus dem Jahr 1926. Die Aufnahme wurde von den 'Krautgärten' aus gemacht (heute Jura- und Brühlstraße). Berkheim hatte zu dieser Zeit rund 1 750 Einwohner; der Ort war landwirtschaftlich strukturiert, wenn auch mehr und mehr Familien ihren Lebensunterhalt aus Beschäftigungen in den nahen Esslinger Betrieben bezogen. Eine sprunghafte Bevölkerungsentwicklung setzte erst nach dem Zweiten Weltkrieg ein, als viele Heimatvertriebene unterzubringen waren und sich Berkheim vom Bauern- und Arbeiterdorf zur modernen Wohn- und Industriegemeinde wandelte.

3. Das Friedenstäle mit dem kleinen Ortsteil Hammerschmiede (hier um 1914) hatte schon im 18. Jahrhundert die erste Gewerbeansiedlung. Isaac Blessing, 1768 in Berkheim geboren, betrieb dort eine Säg- und Ölmühle, bis im Jahre 1800 Jakob Zink den Betrieb kaufte und eine Hammerschmiede einrichtete. Das Wasser des Berkheimer Baches lieferte über ein Wasserrad die notwendige Antriebsenergie. In der oberen Bildhälfte ist der Sandbruch zu sehen, in dem sich die Berkheimer früher den vorwiegend zu Reinigungszwecken benötigten Sand (Stubensandstein) holten.

4. In der Hammerschmiede im Jahr 1929. Der Kanuklub erstellt sich ein Bootshaus am nahegelegenen Neckarufer. Im Hintergrund das Haus Baumgärtner, das unmittelbar an der Grenze der Markung Berkheim/Esslingen steht,

5. Die frühere 'Wette' beim alten Rathaus in der Wilhelmstraße (Brunnenstraße), eine Art Dorfteich in der Ortsmitte mit durchaus praktischem Wert: Löschwasser, nasses Element für Gänse und Enten, Viehtränke, Waschplatz fûr Pferde, aber auch Spielplatz für die Jugend - besonders im Winter bei Eis. Das Teichwasser kam aus einer nahen Quelle unter dem Haus Brunnenstraße 13 (Ratgeb). Die 'Wette' wurde 1933 aufgefilllt; gleichzeitig wurde eine Linde gepflanzt, die heute gut 15 Meter hoch ist und inmitten einer kleinen Grünanlage steht.

6. Ein Ortsbild aus dem Jahr 1925, das sich völlig gewandelt hat. Die Aufnahme zeigt den Beginn der Kronenstraße, vom Gasthaus Rössle aus gesehen. Rechts sehen wir Altbauten, die längst modernen Wohn- und Geschäftshäusern gewichen sind. Im Hintergrund links das frühere Gasthaus 'Zur Krone' mit Saal im ersten Stock. Auch dieses Gebäude ist durch Um- und Ausbauten wesentlich verändert worden.

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