Berkheim in alten Ansichten Band 2

Berkheim in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Gerd Moßler
Gemeente
:   Berkheim
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6441-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Berkheim in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Geleitwort

Heimatgeschichte muß man immer wieder erzählen, damit sie nicht in Vergessenheit gerät. Ein wichtiges Dokument dazu sind Bilder aus vergangen Tagen. Berkheim hat eine reiche und wechselvolle Geschichte. Die einst von der Landwirtschaft geprägte dörfliche Idylle kennt aber auch Zeiten des Krieges, des Schreckens und der Bedrängnis. Das kleine und überschaubare Dorfhat sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem modernen Gemeinwesen mit guter Infrastruktur und weit über vierzig Vereinen und Organisationen entwickelt. Rund 8 000 Einwohnern ist es heute zur Heimat geworden.

Wir sind uns des historischen Erbes und derTradition bewußt. Es ist aber nicht nur ein Traum von der' guten alten Zeit' , sondern ein belebender Ansporn zur Erhaltung und Fortentwicklung der großen Werte, die die Vergangenheit in unsere Hände gelegt hat. Bei den Entscheidungen für die Zukunft ist der erforderliche Stellenwert beizumessen. Auch alteingesessene Berkheimer werden auf den folgenden Seiten manches lesen und vor allem in all den Bildern sehen können, was ihnen bisher unbekannt war. Unsere 'jüngeren Berkheimer' werden durch die Lektüre sicherlich noch engere Beziehungen zu ihrem Heimatort bekommen. Ebenso können Fremde einen anschaulichen Eindruck von der Besonderheit und Eigenart Berkheims gewinnen.

Ich danke der Europäischen Bibliothek - ZaltbommellNiederlande für die Herausgabe dieses zweiten Bildbandes 'Berkheim in alten Ansichten'. Die erste Ausgabe wurde 1984 von Otto Wilhelm Schweizer zusammen mit dem Verlag herausgegeben. Zwischenzeitlich ist dieser Bildband fast vergriffen. Die jetzige Auflage zeigt neues Bildmaterial und versucht, gefundene Schätze der Öffentlichkeit näher zu bringen. Nicht beabsichtigt ist, daß eine Art Ortschronik daraus geschrieben wird. Dies würde auch den vorgegebenen Rahmen sprengen. Ich könnte mir vorstellen, daß mit diesem neuen Büchlein ein interessanter Geschenkband entstanden ist, um anderen eine Freude zu bereiten. Viele schöne Erinnerungen an die gute alte Zeit wünscht Ihnen Ihr

Gerd Moßler,Ortsvorsteher

Ein Dorf, seine Menschen und die Geschichte

Berko, Berchen, Berken, Berckhain, Berkheim; so zeigen alte Urkunden und Schriften die Namensgebung unserer Gemeinde auf

Ein kurzer geschichtlicher Rückblick soll aufzeigen, wie alles entstanden ist: Die Spuren menschlichen Lebens beginnen bei uns bereits in der Jungsteinzeit (3 000 bis 1 800 v. Chr.). Seitdem ist die Markung besiedelt.

Auch die Römer hinterließen ihre Spuren in Berkheim. Im Steinriegel errichteten römische Legionäre ihre Gutshöfe. Langsam wuchs der Ort 'auf dem Berg'. Schon bald nach der Christianisierung errichtete man im 7. Jahrhundert eine kleine Holzkirche und weihte sie dem heiligen Michael. Es ist vermutlich das älteste Gotteshaus der Esslinger Urmark.

Urkundlich wird Berkheim erstmals im Jahre 119 0 erwähnt. Graf Berthold von Hohenberg/Lindenfels, ein naher Verwandter des Grafen von Zähringen und späteren Markgrafen von Baden, hatte um das Iahr 1124 das Kloster Denkendorf gestiftet. Auf seiner Reise ins Heilige Land vermachte er 1142 in Jerusalem seine restliche Besitzungen, also auch die in Berkheim, dem Chorherrenstift in Denkendorf Im Iahre 119 0, als der Bischof von Konstanz die Seelsorge und das Priesteramt in Denkendorf und Berkheim dem Probst des Klosters Denkendorf übertrug, ist die Übergang vollständig vollzogen. Berkheim wird Klosterort. Seit dieser Zeit ist sein Schicksal mit dem Denkendorfs eng verbunden. Von diesem Rechtsakt zeugt seit Jahrhunderten das Doppel-

kreuz auf der Kirchturmspitze der Michaelskirche. Bis heute zeigt das Wappen der Gemeinde Berkheim ein sogenanntes gemindertes Doppelkreuz als Symbol des Klosterorts. In den folgendenjahrhunderten bestimmte das Kloster Denkendorfleben und Sterben der Bevölkerung Berkheims. Der Probst war für die meisten Menschen im Ort der Grund- und Lehensherr. Er war zugleich aber auch Leibherr, Zehntherr und Gerichtsherr.

1297 wird Berkheim von den Reichsstädtern völlig niedergebrannt, weil sich Denkendorf auf die Seite Württembergs gestellt hat. Immer wieder flammt der Kampfzwischen den Grafen von Württemberg und dem Bund der Reichsstädte auf Jedesmal gerät Denkendorf mit seinem Klosterort Berkheim zwischen die Fronten, bis 1473 zwischen Esslingen und den Grafen ein Schirmvertrag geschlossen wird. Der Städtebund zerfällt. Denkendorf und Berkheim kommen immer mehr unter den Einfluß Württembergs. Als 1534 in Württemberg von Herzog Ulrich die Reformation eingeführt wird, werden im darauffolgenden Iahr auch die Berkheimer evangelisch. Die folgenden Glaubenskriege bringen viele Wirren, die Bevölkerung hat stark zu leiden.

Der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) bringt die Gemeinde an den Rand des Ruins. Plünderungen, Brandschatzung und Teuerung verursachen große Not. Die Pest dezimiert 1635 die Bevölkerung. Auch die Kriege des 18. Jahrhunderts lassen keine Besserung aufkommen. Kirchlich wird Berkheim schließlich 1739 durch einen Erlaß Herzog Karl Eugens von Württemberg an Nellingen angegliedert, bis es 1841 als pfarrverweserei selbständig wird.

Das wirtschaftliche Leben Berkheims ist bis weit in das 19. Jahrhundert hinein von der Landwirtschaft geprägt. Viele Bauern aber müssen nebenher in ihren Kellern am Webstuhl arbeiten, um überleben zu können. Zahlreiche Menschen wandern nach Übersee aus, vor allem 1848 bis 1854. Erst als die Bevölkerung in den Esslinger Fabriken Arbeit findet, bessern sich Ende des 19. Jahrhunderts allmählich die Verhältnisse.

Tatkräftige Schultheißen versuchen, die Gemeinde vorwärts zu bringen. Das soziale Bewußtsein und die Entwicklung der Technik verändern das

DorfBerkheim immer mehr. Auch der technische Fortschritt hielt Einzug in unserer Gemeinde. Die einschneidendsten Ereignisse waren, wie überall in Deutschland, die beiden Weltkriege. Die größten Veränderungen vollzogen sich nach dieser Zeit. Ab 195 0 stiegen die Einwohnerzahlen rapide an. Berkheim wurde zu einer beliebten Wohngemeinde und zählt heute etwa 8 000 Einwohner. Neubaugebiete wurden erschlossen, parallel dazu entstanden Gewerbegebiete. Öffentliche Einrichtungen wurden erweitert und teilweise neu geschaffen.

Im Zuge der Gemeindereform wurde am 1. Mai 1974 Berkheim in die Stadt Esslingen am Neckar eingegliedert. Die Ortschaft ist aber bis heute das geblieben, was sie immer war: Ein Gemeinwesen, in dem die Vereine mit ihrem hohen Niveau einen wichtigen Integrationsfaktor darstellen. Als Ortschaft wollen wir auch in Zukunft unser Eigenleben erhalten und die Eigenart der früheren selbständigen Gemeinde wahren.

Unser Leitspruch: 'Esslinger geworden, im Herzen jedoch Berkheimer geblieben.'

Berkheimer Anekdoten, Geschichten und Necknamen

Schnecken, Dreckspatzen, Meisen, Erdwichtele, Geister ...

In Zeiten, als noch am Ortsrand der Horizont sein Ende hatte, grenzten sich die jeweiligen Dorfbewohner von ihren Nachbarn deutlich mit Ortsneckereien ab: Spott, Wertung und humorvollen Spitznamen waren üblich. Was heute vielen nicht mehr bewußt ist, hatte noch zu Beginn dieses Jahrhunderts Hochkonjunktur. Auch die Berkheimer sind schon früh zur Zielscheibe des Spotts geworden.

Schnecka

In den Nachbardörfern erzählte man die Geschichte, daß ein Berkheimer bei der Arbeit auf dem Feld sich eine halbe Stunde lang von einer Schnecke verfolgt sah, voller Zorn soll er sie dann zertreten haben. Dieser Spottname ist aus dem Berkheimer Sprachgebrauch schnell ver-

schwunden. Wer will sich auch als langsam bezeichnen lassen, wenn er im Grunde fleißig und rechtschaffen ist.

Drecksspatzen

Auch hier ein Neckname, der uns weniger gefiel. Unsere Dorfstraßen waren um die Jahrhundertwende noch nicht befestigt, ständig sehr dreckig und mit Kuhfladen verschmutzt.

Meisen

Viellieber hören die Berkheimer bis heute ihren Spitznamen Meisen. Wie man die Esslinger 'Zwiebel' nennt, so spricht man von den Berkheim er Meisen (Moisa, Moisla, Spiegelmoisla oder Zaisla). Woher kommt der Name? Es gibt mehrere möglicheAntworten: Die Anspielung auf Vogelfang oder Haltung. Die Liebe der Berkheimer zu ihrem Wald, in dem sie schon in aller Herrgottsfrühe dem Gesang derVögel lauschen. Oder ist es die sangesfreudige und lustige Art der Berkheimer? Kein Wunder, daß es das Berkheimer Meisenfest gibt.

Erdwichtele

Man erzählte sich, daß es in Vorzeiten in Berkheim 'Erdwichtele' gab, die des Nachts den Menschen nach Kräften zur Hand gingen, solange, bis die Unterensinger ihnen auflauerten und sie vertrieben.

Die Geister vom Steinriegele

Das Steinriegele ist ein Wäldchen auf Gemarkung Berkheim mit römischen Gebäuderesten an der alten römischen Heerstraße Grinario (Köngen) -Cannstatt über die Körsch. Ein wenig Gespensterspuk wispert in dem langen Gedicht, das der bekannte Heimatschriftsteller

K.]. Fischer darüber verfaßt hat. Das sind seine ersten Verse:

Wenn der Mörmacht Stürme brausend in die Kersenwölder fallen, und in Esch und Eiche sausend süß und wild die Chöre schallen, dann vernimmt man aus dern Heulen, oft ein Rufen, Bellen, Stöhnen, sturmzerfetzten Schemen eilen, und vom Norden tönt's wie Höhnen. Sommers in den weienen Brühlen um im Wald versunkne Mauern sieht man oft ein Mögdlein spielen und ein Kindlein dabei kauern.

Herbstens ziehn Gestalten schaurig, wegendong und lichtertragend, mit erloschnen Blieken traurig wie den späten Wandrer fragend. Erst der Winter sammelt alle diese ruhelosen Müden.

In der Erde dunkler Hallen schlafen sie und finden Frieden. Bis im März die Sturmfanfaren wieder dröhnen in die Grüfte, rufen, wieder mitzufahren in dern Geisterzug der Lüfte.

Der Goischt vom alten Rathaus in Berkheim

HelmutWieland, geboren am 8. Februar 1921, Sohn des Berkheimer Schultheißen Heinrich Otto Wieland, erzählt:

Kurz nach unserem Einzuq 1921 ins Rathaus wurde meine Mutter immer wieder von Berkheinier Frauen gefragt:'wie gfellts Ihne denn so em Roathaus, Frau Schultheiß?' 'Denke, gom gut!'.

Bei schlechtem Wetter spielten wir Kinder im Ern (= Gang = Hausflur), von dern aus eine Treppe in die oberen Stockwerke führte.

Meine Mutter war gerade in der Küche beschäftigt, als sie plötzlich durch die offeneTür meinen jüngeren Bruder gom aufgeregt rufen hörte: 'Mamma der Mann, Mamma der Munn!' Sie lief zu ihm hin und fragte: 'Wo?' 'Dort an der Treppe! Und an der Unterlippe hat'r an Bart ghet!'Jetzt funkte es bei meiner telepathisch begabten Mutter und sie fragte umqehend eine Nachbarin:'Sagen Sie mal, was ist eiqentlich im Rathaus los?' 'Ja isch'r wieder Kornme, hend'sen gsäh, Frau Schultheiß?' 'Wen denn?' 'Ha d' Goischt vom alte Lehrer, der sich domols uff der Behne vom Roathaus uffghengt hoat. Domols isch nemlich im Roathaus au no d 'Schul gwä:

Warum Berkheim auch 'Zündschnurhausen' heißt

Ein Berkheimer Honoratior - der Löwenwirt - wollte sich mit einem 'Hotzenblitz' eigener Art finanziell verbessern. Alibihalber war er zuvor mit seiner Frau Gemahlin verreist, nachdem er einen armen Teufel von Kriegskameraden - gegen angemessenes Honorar - genau angewiesen

hatte, wie der Hatzenblitz unauffällig zu arrangieren sei. Nämlich mit Benzin und Zündschnur.

Der arme Kamerad hat aber leider nicht gewußt oder übersehen, daß Benzin nur in Gasform brennt, nicht aber wenn die Zündschnur in flüssiges Benzin eingetaucht wird.

In der mit Strohgarben gefüllten Scheuer hat der Hatzenblitz gezündet - mit Schaudern habe ich dieses Schauspiel im Arm meiner Mutter erlebt - nicht aber im Löwen. Dort hatte der Zündler eine Waschschüssel mit Benzin gefüllt und die Zündschnur tief darin eingetaucht. Und diese ist dann auch prompt erloschen. Und so ist alles aufgeflogen. Der Löwenwirt ist dann - nebst Kameraden - für längere Zeit 'nach Indien verreist' und hat Berkheim seinen Spitznamen hinterlassen.

In alten Zeiten entstand folgendes Heirnatgedicht:

Kennst du das Dörflein dort om Filderrand, im so geliebten Schwabenland,

ein Fleckchen Erde wie mens gerne hat, so richtig schön nach Schwabenart.

Kennst du das Dörflein überm Neckarstrand,

durch Fleiß und Anmut ja so weit und breit bekannt, drin steht ein Kirchlein ach so schlicht doch schön, dort wohnen Leute die auch Spaß verstehen.

Und wer es kennt, vergißt es nicht

und wer drin wohnt, der freut sich richtig inniglich, mein Berkheim ist's mein lieber Heimatort,

dich Iieb ich jetzt und immerfort.

Da wo die Meisen ihre Lieder singen, und die Michaelisglocken klingen,

ja dort ist meine Iiebe Heimat mein, und sie soll's auch immer, immer sein.

Ein echter Berkheimer, der gern an seine Heimat denkt, das man so richtig Heimotliebe nennt,

der einst oft sang im Freundeskreis,

denn seine Devise Frohsinn heißt,

der den Klang der Michaelisglocken nicht vergißt, der den Gesang der 'Aurora' sehr vermißt,

auch gern gehört und gedacht an dieser Stelle,

sei der unvergessenen Feuerwehr-Musik-KapeIle, beim Sport war er in seinem Element,

das alte Waldheim er noch von außen und von innen kennt.

Erinnern möcht ich noch zu dieser Zeit, an das Rathausglöckchens Rufgeläut, oh Heimat, welch ein Zauberwort,

wie oft denk ich an diesen Ort.

(Dichter unbekannt.)

Der Autor dankt allen die zum Gelingen dieses Buches beigetragen haben, insbesondere allen Berkheimer Bürgerinnen und Bürger, die ihre oft alten 'Bildschätze' zu Verfügung stellten. Ich hoffe und wünsche, daß dieses Büchlein neue Eindrücke vermittelt und den Lesern ein wenig Freude bereitet.

1 Das alte Berkheimer Wappen erscheint erstmals auf der Stein- und Grenzbeschreibung'Anno 1733'.Auchdas Schultheißensiegel bis zum [ahr 1820 zeugt davon. Ebenfalls die noch heute vorhandenen Grenzsteinzeugen um 1850. Mit der Gemeindereform am 1. Mai 1974 ist das offizielle Berkheimer Wappen - in Rot ein goldenes (gelbes) Patriarchenkreuz mit halbem unterem Querbalken - erloschen. Das geminderte Kreuz des Ordens vom heiligen Grab (Patriarchenkreuz) erinnert an das ehemalige Kloster Denkendorf

2 Mitten in einem Blütenmeer steht das Wahrzeichen van Berkheim, die Michaelskirche. Es ist ein ruhiger und stiller Ort inmitten einer arbeitsvollen und rastlosen Gemeinde. Hier eine sehr eindrucksvolle Gesamtaufnahme. Auf dem Kirchenhügel wird eine Fränkische Missionsstation für die Urmark Esslingen vermutet. Geschichtliche Nachforschungen deuten jedoch auf eine kleine Holzkirche bereits im 7. [ahrhundert. Erste urkundliche Nennung stammt aus dem [ahr

1 191. Sie sah viele Generationen kommen und gehen, sie läßt die bewegte Geschichte unseres ursprünglichen kleinen Dorfes lebendig werden. Mit etwa 27m Länge, 8 m Breite und einerTurmhöhe von 23 m hat sie bescheidene Maße.

3 Orginalgebetbuch des Jakob Friedrich Deuschle, geboren am 27. Juni 1819 in Berkheim. Die Generationen Deuschle wohnten im Honighof, dem ältesten, teilweise noch stehenden Gebäudeteil

mit baulichen Veränderungen. Auf der ersten Seite schreibt JE Deuschle: 'Meines Glaubens Licht läßt verlöschen nicht.'

4 Ein äußerst beliebter und unvergessener pfarrer in Berkheim war Hermann Ortlieb. 1889 wurde er zum ständigen Pfarrer in Berkheim ernannt. Er war Mitbegründer des Militärvereins. Er gründete unter anderem 1886 einen ]ünglingsverein, einen ]ungfrauenverein, 1902 den 'Verein zur Erhaltung der Kinderpflege' . Viele Geschichten und Anekdoten werden von ihm noch heute in Berkheim erzählt. Hier eine Feststellung im Kirchenbuch:

Die neue Stellung der Frau war aber zur damaligen Zeit vielfach mit einer Aufgabenüberlastung verbunden. Pfarrverweser Kopp stellt 1883 im Kirchenbuch fest: 'Das Familienleben ist vielfach im Dorf zerrüttet.' 1901 haben sich jedoch die Verhältnisse wieder zunehmend verbessert. Pfarrer Ortlieb erklärt 1901 folgendes: 'Im übrigen vertragen

sich die meisten Ehepaare jetzt wieder ganz ordentlich, da die Männer einsehen und anerkennen müssen, welch wertvolle Arbeitskräfte für ihren landwirtschaftlichen und häuslichen Betrieb sie in ihren Frauen besitzen, die vielfach über die Kraft belastet und geschunden sind, und wiederum die Frauen, durch ihre anstrengenden Arbeitsleistungen die Männer im allgemeinen zwingen, daß sie hausen und sparen lernen.' Seinen Bericht schließt er ab: 'Der allgemeine Charakter des ehelichen Lebens hat sich im Vergleich zu früher wieder entschieden gebessert.'

5 Im alten Rathaus wurde am 29. Mai 1 876 Christian Knayer als Lehrersahn geboren. Weit über unsere Grenzen hinaus wurde er als Komponist kirchlicher Lieder bekannt. Auch der Schwäbi-

sehe Sängerbund schätzte seine Werke. Insgesamt hat Knayer 1 633 Werke geschaffen. Erst S6jährig erlag er am 20. August 1932 in Stuttgart einem Herzschlag. Berkheim feierte und gedachte seinem

80. Geburtstag am 10. Juni 1956 in der Christuskirche. Auf dem Waldfriedhof in Stuttgart ist er bestattet.

--=== /- -

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek