Berliner Denkmäler in alten Ansichten

Berliner Denkmäler in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Gustav Sichelschmidt
Gemeente
:   Berlin
Provincie
:   Berlin
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1551-3
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Berliner Denkmäler in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Wenn Berlin auch keineswegs für sich den Anspruch einer bedeutenden Kunststadt erheben kann, so weist doch die enorme Zahl an Denkmälern, die einmal über das gesamte Gebiet der Vielmillionenstadt verteilt waren, auf den Willen der jeweils Regierenden hin, diese im Grunde traditionsarme Stadt mit belebenden künstlerischen Akzenten zu versehen. Nachdem Preußen sich seine Großmachtstellung errungen hatte, setzte seine Metropole alles daran, im edlen Wettstreit mit anderen europäischen Hauptstädten nicht abgeschlagen im Rennen zu bleiben.

Man muß es den in Berlin residierenden Hohenzollern schon lassen, daß sie sich vom künstlerischen Geschehen ihrer jeweiligen Epoche nicht tatenlos überrollen ließen. Manche Hauptstadt hätte Berlin sogar um Architekten wie Schlüter oder Schinkel und unzählige andere in ihrer Gefolgschaft, die das Gesicht dieser Stadt dann doch noch auf eine subtile Weise zu verändern und zu verschönen verstanden, beneidet. Es entwickelte sich in dieser Siedlung mit den Jahren so etwas wie ein preußischer Stil, der inzwischen längst als unverwechselbarer Qualitätsbegriff in die Annalen der Kunstgeschichte eingegangen ist. Ob man wollte oder nicht: man blickte mit der Zeit voll Bewunderung auf diese Stadt, deren Straßenzüge und Plätze

teilweise durchaus ein Air des Ungewöhnlichen annahmen.

Die Bildhauer Berlins standen den Architekten an der Vielfalt ihrer künstlerischen Imaginationen in keiner Weise nach. Mitten im alten Kolonialland hinter der Elbe rührte sich eine Kunstgesinnung, die aufhorchen ließ, seitdem Andreas Schlüter neben vielen anderen Bildwerken von zeitlosem Rang in seinem Denkmal des Großen Kurfürsten dem Arsenal unvergänglicher Bildwerke das großartigste Reiterstandbild nördlich der Alpen beisteuerte. Danach riß die stupende Zahl ungewöhnlicher Zeugnisse der Bildhauerkunst in dieser Stadt nicht mehr ab, und viele von ihnen artikulierten mit beachtlicher Kompetenz das Selbstbewußtsein eines schnell zu hohem Ansehen gelangten Staates. Gottfried Schadow, selbst urberliner Gewächs, erwies sich als Künstler von eigenem Profil und etwa in seiner Darstellung der Prinzessinnen Luise und Friederike oder in seinem Epitaph des Grafen von der Mark als ein Meister, mit deren hohem künstlerischen Standard man sich zu messen hatte, wollte man in dieser Stadt künstlerisch mitsprechen. Später ging dann noch das strahlende Gestirn des einzigartigen Christian Daniel Rauch hier auf, dessen Spuren noch heute das Stadtbild mitprägen und dem

eine beachtenswerte Equipe von begabten oder genialen Schülern folgte.

Heute jedenfalls will uns scheinen, als wäre jeder von ihnen ein kleiner Phidias auf seine Fasson gewesen. Für sie alle schien es kaum technische Probleme zu geben. Sie schöpften durchaus aus dem Vollen und verstanden erstaunlich viel von ihrem Metier. Sie alle, die Tieck, Kiß, Wolff, Drake, Schaper, Begas, Encke, Eberlein, Siewering, Lessing, Uphues, Gaul, Tuaillon, Klimsch und wie sie alle hießen, von denen diese Sammlung überzeugende Proben vorführt, besitzen immer noch so etwas wie eine Aura des Außergewöhnlichen, auch wenn die Beckmesserei zünftiger Kunsthistoriker sie oft arg zerzauste. Heute stehen sie wieder unangefochten auf ihrem Podest, auf den sie gehören.

Erfreulicherweise hat unsere Nostalgiewelle sich nicht nur den als architektonische Unzumutbarkeiten verschrienen Bauungetümen der Gründerzeit, sondern auch den in inflationistischer Fülle erstellten Denkmälern jener Zeit zugewandt. Dieser Denkmalsmanie der Wilhelminischen Ära verdanken wir das echt berlinische Bonmot, wonach es im Tiergarten kein Rasenfleckchen mehr gäbe, auf dem sich nicht bereits ein Denkmal breit gemacht habe. Der naive Stolz

einer endlich geeinten Nation artikulierte sich in dem verständlichen Eifer, immer wieder neue KaiserWilhelm-, Bismarck- oder Moltkedenkmäler der keineswegs immer zirnperlichen Kritik der Öffentlichkeit preiszugeben, Einen unverzeihlichen Tiefschlag gegen den guten Geschmack stellte der künstlerische Fauxpas der Siegesallee dar, den die Geschichte dann selbst korrigiert hat.

Heute kultivieren wir wieder das Verständnis für die noch erhaltenen Relikte jener Denkrnalsserie, die mangelnde Pietät bereits bedenkenlos dem Verfall ausgeliefert hatte. Wir Nachgeborenen, die wir in der Monotonie unpersönlicher Trabantenstädte unser Dasein fristen, wenden uns wieder spontan jenen trotz allem immer noch vorzeigenswerten Objekten bester Berliner Kunsttradition zu, mit der wir vor dem Urteil der Welt bestehen können. Unsere Zeit verfügt offensichtlich nicht mehr über die Gestaltungskraft, Gegenständliches mit überzeugender Aussagekraft künstlerisch realisieren zu können. Sie macht aus ihrer Not eine Tugend und flüchtet sich in die unkontrollierbare Abstraktion des Abstrusen. Deckt sie damit nicht bereits schonungslos auch die Grenzen ihres künstlerischen und technischen Vermögens auf?

1. Andreas Schlüters Denkmal des Großen Kurfürsten das bedeutendste Reitermonument nördlich der Alpen, stand von 1703 bis zum Zweiten Weltkrieg in einer Ausbuchtung der Langen Brücke. 1952 fand es im Ehrenhof des Charlottenburger Schlosses eine neue Aufstellung.

BERLIN. Der Grosse Kurfül'5t von Andreas SdJ!ü/er

BERLIN IM SCHNEE. Amesooe em Anen-ssoseam.

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2. Die Bronzegruppe 'Amazone im Kampf mit Tiger' von August Kiß wurde im Jahre 1843 an der Freitreppe des Alten Museums am Lustgarten aufgestellt.

3. Das Reiterstandbild Friedrich Wilhelms III., ein Werk des Rauch-Schülers Albert Wolff, wurde im Juni 1871 im Lustgarten enthüllt. Der Sockelschmuck, eine Anzahl symbolischer Figuren, wurde allerdings erst fünf Jahre später angebracht.

BERLJ N. König Friedric!l Wilhelm IIl.

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BERLIN . Könit;J Friedrich Wilhelm IV. Dieser König wird stets ohne

"09 c. XopfbecJec1<ung abgebildet! Warum?

4. Das Reiterdenkmal des Königs Friedrich Wilhelm IV., das 1886 enthüllt wurde, schuf der Bildhauer Alexander Calandrelli. Es erhob sich auf dem Podest der Freitreppe der Nationalgalerie und war an den Ecken des Soekels mit vier Idealfiguren, die Religion, die Geschichte, die Philosophie und die Dichtkunst darstellend, geschmückt.

5. Die Amazone von Tuaillon, eine anmutige Gestalt, die in der Rechten eine Streitaxt hält, während sie die Linke auf den Rücken des Pferdes stützt, wurde im Jahre 1895 vor der Nationalgalerie aufgestellt. Eine verkleinerte Fassung dieser neoklassizistischen Bronze befindet sich im Tiergarten.

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5chinkelplatz und Dom

6. Vor der inzwischen abgerissenen Bauakademie auf dem Schinkelplatz befanden sich die Denkmäler Schinkels, Beuths und Thaers. Zur Rechten des Schinkelmonuments erhob sich das Denkmal Albrecht Thaers, Rauchs letztes Werk, das im Jahre 1860 enthüllt wurde. Es befindet sich heute im Lichthof der Landwirtschaftlichen Fakultät.

7. Das Schinkel-Standbild wurde von Friedrich Drake geschaffen und im Jahre 1869 aufgestellt. An den vier Ecken des Soekels befanden sich Karyatiden, die Baukunst , die Bildhauerei, die Wissenschaft und die Malerei darstellend. Die Statue befindet sich heute in der Nationalgalerie.

BERLIN. Denkmal für Cort Friedridl Schinkel, oeb. 1181, çes: 18ltl. 1821.

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BERLJN. Den!<mal für Peter Chrisloph Wilhelm 8euth duf aem

1853. Schinl<e1P/atz

8. Das Denkmal Peter Christian Beuths, des Begründers des Berliner Gewerbe-Instituts, wurde von August Kiß modelliert, während das Relief von Friedrich Drake stammt. Seit 1949 steht Beuths Standbild auf dem Hof des Märkischen Museums.

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