Berliner Kirchen in alten Ansichten

Berliner Kirchen in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Gustav Sichelschmidt
Gemeente
:   Berlin
Provincie
:   Berlin
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1552-0
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Berliner Kirchen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Würde man von der horrenden Zahl der Berliner Kirchen Rückschlüsse auf die religiösen Bedürfnisse der Berliner ziehen, gelangte man zu der gewagten These einer besonderen spirituellen Dispositron dieses verwegenen Menschenschlages. Von den fünfundfünfzig alten Dorfkirchen auf dem Areal von Groß-Berlin, von denen vierunddreißig ins Mittelalter, fünfzehn sogar noch ins 13. Jahrhundert zurückweisen, kann man nur mit berechtigtem Besitzerstolz sprechen, Sie stellen in der Tat, sieht man etwa von der Spandauer Zitadelle ab, die ältesten Baudenkmäler der ehemaligen Residenzstadt dar. Die vorwiegend aus roh behauenen Feldsteinen, eiszeitlichem Moränenschutt, errichteten Gotteshäuser haben es vor allem der besonderen Stabilität ihrer Bausubstanz zu verdanken, daß sie den Zerstörungen der Zeit getrotzt haben. Selbst die schmerzlichen Verwüstungen des Zweiten Weltkrieges sind heute so gut wie überall wieder beseitigt.

Inzwischen hat die Literatur über den Berliner Kirchenbau einen respektablen Umfang angenommen. Diese Relikte einer großen Zeit beschäftigen heute längst nicht nur den Kunsthistoriker oder den zünftigen Heimatforscher, der sich so leicht ins Detail verliert. Sie ermuntern längst eine zu neuem Traditionsbewußtsein erwachte Generation zu immer neuen Exkursionen in die Kunstgeschichte dieser Stadt. Erstaunlich daher eigentlich, daß es einen Bildband

Berliner Kirchen, der tief in die Vergangenheit zurückblendet, lange nicht mehr gegeben hat. Die an dieser Stelle vorgenommene Inventuraufnahme, die noch einmal die wesentlichen Berliner Kirchen, zerstörte wie unzerstörte, Revue passieren läßt, demonstriert wieder einmal die zentrale Rolle, die gerade Kirchen früher in der Vorstellungswelt der Berliner Bürger einnahmen. Heute sind sie unversehens in den Schatten der alles erdrückenden Hochhäuser und Wolkenkratzer geraten, nicht immer freilich vor Vorteil der einzelnen Stadtbezirke und ihrer Bewohner, die ein geistig-seelisches Zentrum oft schmerzlich vermissen.

Selbstverständlich kann die Doppelstadt nicht mit so ehrfurchtsgebietenden alten Domen und Kathedralen wie die traditionsreicheren Städte des deutschen und europäischen Westens aufwarten. Aber irnrnerhin erreichten etwa die Nikolai- oder die Marienkirche dann doch erstaunliche Dimensionen, und die alte Klosterkirche stellte sicherlich eine der gelungensten Leistungen der Gotik östlich der Elbe dar.

Eine neue Kirchenbauphase setzte für Berlin bezeichnenderweise nach der Reformation erst wieder zur Zeit des Großen Kurfürsten ein, der angesichts der stetig wachsenden Bevölkerung seiner Residenz mit dem Bau der Dorotheenstädtischen Kirche neue Zeichen setzte. Friedrich I. dokumentierte dann das Staatsbewußtsein seines neuen Königreichs auch in

Kirchenneubauten. Unter seiner Ägide entstanden die Luisenstädtische Kirche, die Parochialkirche, die alte Kirche auf dem Friedrichswerder, der Deutsche und der Französische Dom auf dem Gendarmenmarkt, die Garnisonkirche, die Sophienkirche und nicht zuletzt auch die Charlottenburger Luisenkirche. Auf das Konto des Soldatenkönigs entfallen die Französische Kirche in der Klosterstraße, die Böhmische und die Dreifaltigkeitskirche. Friedrichs des Großen Beltrag zum Berliner Kirchenbau waren die HedwigskathedraIe und der künstlerisch uninteressante alte Dom am Lustgarten.

Das für die Entwicklung des Berliner Stadtbildes so entscheidende Jahrhundert Schinkels hinterließ ebenfalls bemerkenswerte Sakralbauten, vor allem die im gotischen Stil gehaltene Friedrichwerdersche Kirche und die zahlreichen Kirchen seiner Schüler, unter denen vor allem August Stüler dominierte. Den Rest besorgte dann der vehemente Einbruch des Eklektizismus, der in der über ihre Grenzen hinauswuchernden neuen Reichshauptstadt eine kaum noch zu überbliekende Zahl von Kirchenneubauten zeitigte, über die man inzwischen etwas wohlwollender zu urteilen gelernt hat. Man zollt den vielbeschäftigten und versierten Kirchenbaumeistern jener Zeit wieder den ihnen gebührenden Respekt, und es lohnt wieder, sich ihre Namen einzuprägen: Spitta, Orth, Schwechten, Otzen oder Raschdorff, dem man lange nicht ver-

zeihen konnte, daß er den inzwischen wieder rüstig im Aufbau befindlichen neuen Dom einer künstlerisch so ganz anders orientierten Nachwelt zugemutet hatte. Heute weiß man, daß all diese kühn projektierenden Architekten Kinder ihrer Zeit waren und in ihren Bauten das oft penetrant bombastische und von einem naiven Fortschrittsoptimismus geprägte Lebensgefühl der Wilhelminischen Deutschen artikulierten.

Zu beklagen bleibt injedem Fall der Verlust der alten kunsthistorisch bedeutsamen Kirchen. Von ihnen sind nur noch die Marienkirche, die Heiliggeist-Kapelle, die Sophienkirche und die Hedwigskathedrale erhalten geblieben oder in alter Form restauriert worden. Andere wie die Nikolaikirche, die Klosterkirche oder die Luisenstädtische Kirche existieren nur noch als Ruinen, und der Französische und Deutsche Dom sollen eines Tages wieder in ihren alten Zustand versetzt werden.

Als Vorlagen zu diesem Bildband der wesentlichsten alten Berliner Kirchen dienten Ansichtskarten vorwiegend aus der Zeit der Jahrhundertwende. Sie werden heute wieder als Dokumente einer Zeit gewertet, in der die Welt noch in Ordnung zu sein schien.

1. Die Nikolaikirche war das älteste Berliner Gotteshaus, das vermutlich zu Anfang des 13. Jahrhunderts als romanische Feldsteinbasilika errichtet wurde. Im Laufe ihrer Geschichte erfuhr die Kirche zahlreiche Umbauten. Nach dem Stadtbrand des Jahres 1380 wurde sie in den Formen der norddeutschen Backsteingotik wieder aufgebaut. Infolge der Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges stehen heute nur noch die Außenmauern der Kirche.

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12. ALT-BERLIN. St. Nikolai-Kirche.

Erbaut 1220-1240. Älteste Ktrcne Berlins.

ALT-BERLIN. St Marien-Kirch! um l80CJ 0196 N.

2. Um 1270 wurde am Neuen Markt als zweite Pfarrkirche Berlins die Marienkirche als gotische Backsteinkirche erbaut. Die Kirche erfuhr mehrfach bauliche Veränderungen. Auch der Turm wurde nach mehreren Bränden immer wieder erneuert, zuletzt von Langhans in den Jahren 1789/1790. Die Schäden des Krieges wurden relativ schnell beseitigt.

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3. Im Jahre 1271 wurde das Kloster der Franziskaner gegründet und die Klosterkirche gegen Ende des 13. Jahrhunderts vollendet. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der schlichte Ziegelbau durch eine Vorhalle und zwei schlanke flankierende Türme verfälscht. 1945 brannte die Kirche aus und konnte nur noch als Ruine erhalten bleiben.

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4. Die Heiliggeist-Kapelle, die 1313 zum ersten Mal als Kirche eines seit 1288 bestehenden Hospitals erwähnt wird, wurde im Jahre 1906 als Mensa der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität in den Neubau der Handelshochschule mit einbezogen. Dieser gotische Backsteinbau gehört heute zu den ältesten Berliner Baudenkmälern.

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5. Bis zum Jahre 1881 stand die kleine 'Spittel-Kirche' als Gottesdienststätte des St.Gertraudhospita1s für Arme und Kranke auf dem Spittelmarkt. Mit ihrem Bau war im Jahre 1405 begonnen worden. Friedrich Wilhelm 1. ließ die Kirche 1739 aus eigenen Mitteln völlig erneuern.

15. ALT-BERLlN. Pèb-i-Ki-che. Der Turm ist g6lj~ m hoch, somit C:er höchste Turm Berlins. Erb. 1846-50 v, Strack auf demselben Platze, auf dem schon 1237 die erste Kieene der Parochie Köln stand.

6. Die Petrikirche war in ihrer ursprünglichen Gestalt die älteste Kirche Köllns. Sie wird bereits im Jahre 1237 urkundlich erwähnt. Mehrfach brannte sie aus, zuletzt irn Jahre 1809. Erst 1847 bis 1853 konnte sie von J ohann Heinrich Strack an alter Stelle wieder erbaut werden.

7. Die Parochialkirche in der Klosterstraße, nach Nerings Entwurf 1695 begonnen und 1714 von dem Schlüterschü1er Philipp Gerlach mit einem schönen Turm nach den Plänen de Bodts vollendet, war durch ihr holländisches Glockenspiel über die Grenzen Berlins hinaus bekannt. Siebenunddreißig Glocken, die eigentlich für Schlüters Münzturm bestimmt waren, ließen halbstündlich Melodien erklingen. Die 1944 zerstörte Kirche wurde zum Teil wieder aufgebaut.

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Sophienkir~. l,{)n der Großen-HiJmburqerstraße çesetten,

8. Im Jahre 1712 wurde in der SpandauerVorstadt die Sophienkirche eingeweiht, eine Stiftung der dritten Gemahlin Friedrichs 1., Sophie Luise. Der einfache Saalbau erhielt 1732 bis 1734 einen Turm von neunundsechzig Metern Höhe, der in seiner reichen Gliederung die Grundidee des Schlüter'schen Münzturmes variiert.

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