Bernburg in alten Ansichten

Bernburg in alten Ansichten

Auteur
:   Manfred Stephan
Gemeente
:   Bernburg
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5159-7
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Bernburg in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Viele Städte und Gemeinden feiern heutzutage ein tausendjähriges Bestehen. Aber nur bei sehr wenigen kennen wir die tatsächliche Gründungszeit. Meistens wird das Jahr genommen, in dem der betreffende Ort oder die Burg erstmals urkundlich erwähnt werden. Aber auch dieses kann sehr umstritten sein, wie die Stadt Bernburg mit ihrer 8oo-Jahrfeier im Jahre 1938 und der 1 OOO-Jahrfeier von 1961 beweist. Die letztere sei berechtigt gewesen, da der als 'civitas dicitur brandunburg' aufgeführte Ort in der Schenkungsurkunde König Otto I. vom 29. Juli 961 an das Magdeburger Moritzkloster identisch mit unserer Stadt wäre.

Bernburg an der Saale liegt im mitteldeutschen Raum. Vor tausend Jahren aber war die Saale Grenzfluß zwischen Franken und den slawischen Wenden. Zu dieser Zeit spielte das Geschlecht der Askanier eine bedeutende Rolle, sowohl bei der Eroberung des von den Wenden besiedelten Gebietes östlich der Saale, als auch bei den territorialen Machtkämpfen der Fürsten untereinander. Die Askanier waren um das Jahr 1000 Herren von Ballenstedt und wurden die späteren Fürsten von Anhalt. Aus den Annalen der Geschichte erfahren wir von der Burg Bernburg, daß sie bei den Kämpfen zwischen Anhängern der Hohenstaufen und denen der Welfen im Jahre 1138 zerstört wurde. Wiederaufgebaut war sie dann jahrhundertelang Residenz und Wohnsitz des Fürstenhauses Anhalt-Bernburg. Aus der mittelalterlichen Burg mit Wall- und Grabenanlagen von beträchtlichem Ausmaß entwickelte sich im 15. und 16. Jahrhundert eine repräsentative Schloßanlage im Stil der Renaissance. Diese baulichen Veränderungen wurden erst 1721 mit dem neuen barocken Schloßportal und der Steinbrücke abgeschlossen.

Die Entstehung der späteren Stadt Bernburg geht auf drei anfangs völlig selbständige Ansiedlungen zurück. In unmittelbarer Nähe der Burg und am Burgberg bis zum Saaleufer hinab entstand eine kleine dörfliche Siedlung, die spätere Bergstadt. Im Tal, umgeben von den Flußläufen der Saale, hatten sich zwei weitere Ortschaften gebildet. Diese beiden Siedlungen lagen an einer schon damals bedeutsamen Handelsstraße. Der Verlauf dieser Straße ergab sich aus den günstigen Bedingungen für

einen Übergang über den Fluß, der sich hier in mehrere Nebenarme teilte und somit eine geringe Wassertiefe aufwies. Trotzdem wird schon im Jahre 1239 von einer Brücke berichtet. 1278 verlieh Bernhard 1., Fürst von Anhalt-Bernburg, den beiden im Tal gelegenen Gemeinden das Stadtrecht. Somit wurde die etwas größere mit einem Marktplatz zur Altstadt, und die kleinere wurde die Neustadt. Beide Städte umgaben sich nun mit hohen Mauern und an den Stadttoren wurden Wachtürme errichtet. Aus dieser Zeit stammen auch die für diese kleinen Gemeinwesen viel zu großen Kirchen.

Die St.-Marien-Kirche bildete für die Altstadt den Mittelpunkt, und für die Neustadt war es die St.-Nicolai-Kirche. In der Gemeinde an und auf dem Berg soll schon um 1170 eine romanische Basilika entstanden sein. Diese Kirche war dem heiligen Aegidius geweiht. Erst im Jahre 1461 erhielt die Gemeinde am Berg das Stadtrecht und damit ein eigenes Rathaus.

Eine für die Entwicklung der Stadt bedeutsame Person war Fürst Wolfgang (1508-1566). Als Anhänger Luthers führte er 1526 in Anhalt die Reformation ein. Das katholische Kloster wurde zu seiner Zeit aufgelöst und in ein Hospital verwandelt. Als fürstlicher Bauherr ist sein Name eng mit der Erneuerung eines Teiles der alten Burg verbunden. In seinem Auftragerrichteteder Baumeister Andreas Günter einen repräsentativen Renaissancebau im Nordflügel des Schlosses. 1560 wurde vom Fürst Wolfgang der Bau einer Saaleschleuse angeordnet, im Jahre 1561 erreichte er die Vereinigung von Alt- und Neustadt. Der Zusammenschluß der drei Stadtverwaltungen erfolgte erst 1825.

Der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 hinterließ sowohl für das Schloß mit seinen Bewohnern als auch für die Bevölkerung schwere Wunden. Mehrmals war die Stadt Mittelpunkt furchtbarer Kämpfe. Hinzu kamen noch Seuchen, die Tausenden von Menschen das Leben kosteten. Erst Ende des 17. und anfangs des 18. Jahrhunderts besserten sich allgemein die Verhältnisse. Eine rege Bautätigkeit setzte ein. So wurde 1697 der Bau einer neuen Saaleschleuse vollendet und 1706 die erste Steinbrücke über die Saale errichtet. Nur kurz danach beim Bau der nächsten Brücke entstand auf der Talstadtseite ein kolossales Brücken-

portal. An den Schloßgebäuden wurden weitere Erneuerungen durchgeführt, und auf dem Altstädter Marktplatz baute man im Jahre 1746 ein attraktives neues Regierungsgebäude. Die alte romanische Basilika in der Bergstadt wurde 1752 durch einen spätbarocken Kirchenneubau, jetzt auch Schloßkirche genannt, ersetzt. Eines der schönsten und eindrucksvollsten Bürgerhäuser im Barockstil entstand 1775 in der Breitenstraße für die Grüne Apotheke. Am nördlichen Stadtausgang, dem Neustädter Tor, wurde 1787 aus großen Steinquadern eine Flutbrücke über die Röße gebaut. Zur gleichen Zeit gab es in Bernburg 4 018 Einwohner, 2 505 in der Talstadt und 1 513 in der Bergstadt. Seit 1797 erschien Bernburgs erste Zeitung, der 'Anhalt-Bernburgische Wöchentliche Anzeiger'.

Die allmählich einsetzende Industrialisierung machte sich 1806 mit der Gründung einer Papierfabrik am linken Saaleufer bemerkbar. Am rechten Ufer, am Fuße des Schloßberges, folgte 1843 die Eisengießerei und Maschinen-Bauanstalt AG. Wenn Bernburg damals auch nur über einen Sackbahnhof verfügte, so war es seit 1846 immerhin möglich, die Stadt mit der Eisenbahn zu erreichen.

Die Verhältnisse der damaligen Zeit wurden uns durch den Hofmaler und Berater der Herzogin Friedrike, Wilhelm von Kügelgen, in seinen bekannten 'Jugenderinnerungeneines alten Mannes' sehr anschaulich überliefert. Er hat damit der Stadt und dem Land Anhalt-Bernburg ein bleibendes Denkmal gesetzt. Ein völlig vergessener Bernburger , der in unserer Stadt geboren und hier das Gymnasium besuchte, sich dann aber seine Verdienste im Schulwesen in Berlin erwarb, ist der Professor August Hartung (1762-1839). Sein 50jähriges Amtsjubiläum war Anlaß, ihm am 8. Mai 1833 den ersten Ehrenbürgerbrief der Stadt Bernburg zu übersenden, Die Verdienste um das Schulwesen des Landes Anhalt-Bernburg wurden einige Jahre später ebenfalls vom Magistrat der Stadt gewürdigt. Der Generalsuperintendent und Oberkonsistorialrat Or. Theodor Walther erhielt am 13. Juni 1875 anLäßlich seines 50jährigen Amtsjubiläums den Ehrenbürgerbrief. In diesem Zusammenhang soll nicht unerwähnt bleiben, daß der Bernburger Magistrat am3. April 1890dem Fürsten

Otto von Bismarck als Bekundung begeisterter Verehrung ebenfalls den Ehrenbürgerbrief übersandte.

Am Ende des 19. Jahrhunderts vollzog sich im Bernburger Raum eine stürmische industrielle Entwicklung. Neben vielen kLeineren Fabriken und Unternehmen stehen die Deutschen SolvayWerke an erster Stelle. Nach langwierigen Verhandlungen zwischen dem Magistrat und der Kommanditgesellschaft Solvay & Cie. in Brüssel wurde 1881 in Bernburg mit dem Bau einer Sodafabrik begonnen, die sich zur größten Deutschlands entwickeln sollte. Ein ständiges Wachsen der Stadt war damit verbunden. Im Jahre 1885 wohnten schon 21 453 Menschen in den Mauern Bernburgs. Weiteren wirtschaftlichen Auftrieb gab der Steinsalz- und Kalibergbau. Die Teufarbeit für den ersten Schacht des Salzbergbaus in der Nähe Bernburgs begann 1884. Mit allen diesen Vorhaben ist ein Name eng verbunden: Carl WesseI. Vom Verhandlungspartner zwischen der Stadt und den Gebrüdern Solvay bis zum späteren GeneraLdirektor der Deutschen SolvayWerke hat er sich stets auch für die Belange der Stadt und deren Menschen eingesetzt. Aus Dankbarkeit und Anerkennung seiner Verdienste wurde ihm 1907 der Ehrenbürgerbrief überreicht. Der Geehrte bedankte sich durch die Schenkung einer beträchtlichen Geldsumme für die Gründung einer nach ihm benannten Stiftung.

Nur scchzig Jahre hatte es bedurft, um Bernburg von einem unbedeutenden Residenzstädtchen in ein blühendes Industriezentrum zu verwandeln. Damit verbunden war ein ständiger Zustrom vom neuen Einwohnern, deren Zahl im Jahre 1910 mit 33695 angegeben wurde.

Der erste Band 'Bernburg in alten Ansichten' endet sowohl mit dem Bildmaterial als auch mit der Einleitung in der Zeit um 1910, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, alle für Bernburg wichtigen Dinge erwähnt zu haben. Einem eventuell folgenden Band könnten dann die Ereignisse bis 1935 vorbehalten sein. Abschließend möchte ich dem niederländischen Verlag Europäische Bibliothek für die begrüßenswerte Verlegerinitiative danken, auch Bücher über im Osten Deutschlands liegende Orte herauszubringen.

1. Historischer Beginn der Stadt Bernburg ist das Schloß. Als in Jahrhunderten entstandenes eindrucksvolles Bauwerk ist es das häufigste Ansichtskartenmotiv. Auf dieser Karte wird es ergänzt durch das aus zwölf kleinen Schilden bestehende Wappen der Herzöge von Anhalt. Dieses Wappen trägt die Herzogskrone und wird von zwei aufrechtstehenden, goldgekrönten schwarzen Bären gehalten. Darunter befindet sich das Wappen der Stadt Bernburg.

2. Auswärtige Verlagsanstalten gehörten mit zu den ersten, die schon vor der Jahrhundertwende in Bernburg kolorierte Ansichtskarten auf den Markt brachten. Eine Lithographische Kunstanstalt aus Leipzig hatte 1897 mit reicher Phantasie zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu einem Bild zusammengefügt. Dominierend das Schloß, umrahmt vom Bismarck- und Wolfgangdenkmal, dem Panorama der Talstadt, der neuen Brücke, dem neuen Kreishaus und den obligatorischen Bären.

3. Ein Magdeburger Verlag, seit 1898 in Bemburg vertreten, blieb zwar auch bei der kolorierten Bildkombination, beschränkte sich jedoch nur auf das Schloß, die Martinskirche, das Bismarckdenkmal und die Bären. Trotzdem blieb dem Absender nicht viel Platz für seine Kartengrüße, da laut Verfügung der Deutschen Reichspost die Vorderseite der Karte nur der Anschrift vorbehalten blieb.

4. Ab 1900 beteiligte sich der Bemburger Verlag Max Teich an dem aufblühenden Ansichtskartengeschäft. Auch er blieb der vorgezeichneten Linie treu und brachte sechs kolorierte Teilansichten, die das Schloß, die neue Brücke, das Theater, das neue Kreishaus und die Bären irn Schloßzwinger zeigten.

5. Diese kolorierte Ansichtskarte des Verlages Max Teich aus dem Jahr 1901 beschränkte sich zwar auf die Wiedergabe von nur drei Ansichten, doch durch die zusätzliche Abbildung des Wappens von Anhalt und viel rankenden Blätterwerks blieb auffallend wenig Platz für die Mitteilungen des Absenders.

6. Ebenfalls von Max Teich und aus dem Jahr 1901 ist die bunte Karte, auf der dominierend die am Fuß des Schlosses gelegene Eisengießerei sowie die gegenüberliegende Papierfabrik dargestellt wurde. Als weitere bildliche Zugabe dienten das KriegerdenkmaI1870/71 und die Bären im Schloßzwinger. Mit dieser Karte soll die Auswahl der noch in vielen Varianten vorliegenden 'Gruß aus' -Kartenserie beendetwerden.

Brücke zu Bernbu~erbeuf enter Fürsi liktor Amadzsus n09 cl _ .' /~

.sscr ?.?. .icdcr r crs'ört 1799.

7. Wie Bernburgs Brücken vor 1700 aussahen, ist unbekannt. Die erste bildlich nachweisbare wurde 1706 bis 1708 als Steinbrücke mit vier gewaltigen Strompfeilern erbaut. Hinzu kam auf der Seite der Talstadt ein Brückenportal nach der Art eines römischen Triumphbogens. Doch schon ein Jahr später wurde diese Brücke Opfer eines gewaltigen Hochwassers mit Eisgang. Um die Durchflußöffnungen zu vergrößern, erhielt die Nachfolgerin im Jahr 1710 nur drei Brückenpfeiler. Diese Brücke mit dem Portal wurde 1906 von dem Bemburger Fotografen und Maler L. Greiner nach historischer Vorlage der Nachwelt überliefert und hier als Ansichtskartenmotiv verwendet. Die Brücke hatte eine lange Lebensdauer und wurde erst 1799 ebenfalls durch Hochwasser zerstört.

Bernburg vor 60 Jahren Nach einem Stahlstich von J. Ponl

8. Die 1800 errichtete Holzbrücke ruhte nur noch auf zwei Strompfeilern. Die Spannweite von 31 Metern vom Brückenportal bis zum ersten Pfeiler wurde mit einer als Hängewerk bezeichneten Holzkonstruktion überwunden. Manchen unfreiwilligen Aufenthalt für die Passanten verursachte das Durchlassen der Saalekähne. Mit schweren Hebebäumen wurde eine Klappe im Brückenbelag gehoben, um die Durchfahrt der damals noch mit festen Segelmasten versehenen Schiffe zu ermöglichen. Diese Abbildung zeigt uns neben der Brücke und der Schiffahrt auch noch die Talstadt um 1850.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek