Bernkastel-Kues in alten Ansichten

Bernkastel-Kues in alten Ansichten

Auteur
:   Heinz H. Grundhöfer
Gemeente
:   Bernkastel-Kues
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6548-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Bernkastel-Kues in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Vorwort

Romantik bis in jeden Winkel hat Bernkastel-Kues zu einem beliebten, gern besuchten Moselstädtchen werden lassen.

Die 'Doctorstadt' nennt sich darum freudig auch das Herz der Mittelmosel. Nicht zu Unrecht, denn Landschaft, Stadtbild, Geschichte und Weinkultur klingen in ihr harmonisch zusammen. Über dem silbernen Band des Moselbogens baut sie sich auf, rechts und links an das schmale Ufer gelehnt, die Mitte in die Bergenge des Tiefenbachtals eingewinkelt, als wolle sie in ihre Weinberge schlüpfen. Unten steht, wie ein Recke, der wehrhafte Turm der Michaelskirche als Flußwächter, oben hält die Burgruine Landshut die Bergwacht, und vom anderen Moselufer grüßt seit über fünfhundert [ahren das St.-Nikolaus-Hospital andächtig herüber.

Die Geschichte Bernkastels beginnt im frühen Mittelalter. Die erste Erwähnung als 'Prlncastellurn ' (8. Iahrhundert) hat man lateinisch als 'erste Burg' oder keltisch als 'BergschIaß' zu deuten. ZuAnfang wohl ein merowingischer Fiskus, war die Siedlung später ein königliches Lehen der Grafen von Luxemburg, die sich hier eine Burg bauten. ErzbischofPoppo eroberte und zerstörte die trutzige Feste in der 'Großen Moselfehde' zwischen ihm und Adalbero von Luxemburg, dem Probst von St. Paulin zu Trier, im [ahre 1017.

An die Zeit, als sie 'Adclberos Kastell' war, erinnert noch der später ins Stadtsiegel und -wappen aufgenommene Bär.

ErzbischofHeinrich Il. erwarb 1280 alle Güter und Rechte in Bernkastel für das Trierer Erzstift, nachdem er bereits 1277 über dem Ort eine wehrhafte Burg erbaute, die seit Anfang des 16. Jahrhunderts 'Landshu;' heißt.

Im Dreißigjährigen Krieg wurden Stadt und Burg schwer von Franzosen, Schweden und Spaniern heimgesucht. 'Zurn Schmerz der Stadt' werden Mauern und Türme der Stadtbefestigung 1689 von den Franzosen zerstört.

Nach mancherlei Belagerungen fiel die 'Landshut' 1692 einer Feuersbrunst zum Opfer und blieb seitdem Ruine.

Das alte Bernkastel, dem RudolfI. von Habsburg 1291 Stadtrechte verliehen hatte, und das Schiffahrt, Weinbau und Weinhandel, ja zeitweise auch Erzbergbau betrieb, ist mit seiner Burg eng verknüpft. Seine Blütezeit erlebte es im 14. und 1 S. [ahrhundert, wie sich an seinen stattlichen Fachwerkbauten deutlich ablesen läßt. Gern verlegten die Trierer Erzbischöfe und Kurfürsten - wegen des milden Klimas und der wundervollen Weine - ihre Sommerresidenz auf die Burg Landshut. Einer von ihnen, ErzbischofBoemund Il., trank sich, so heißt es, arn Weine gesund, als er auf der Burg sterbenskrank daniederlag. Seitdem heißt die berühmteste Kreszenz 'BernkasteIer Doctor' . Als Bernkastel Stadtrechte erhielt, war Kues noch nicht Teil der Stadt. Hier wurde der spätere Kardinal und Bischof Nikolaus von Kues (1401-1464), der Mosel größter Sohn, in dem heute

noch erhaltenen Haus des Moselschiffers Henne Cryfftz (Johann Krebs) 1401 geboren.

1784 zählte Bernkastel, Hauptort und Sitz eines kurfürstlichen Amtes,l 112 Einwohner, Kues 533. Zehnjahre später besetzen französische Revolutionsheere den KurstaatTrier (1794). Bernkastel wird Kantonsort und bleibt bis 1814 unter französischer Herrschaft.

Mit der Wiener Kongreßakte 1 81 5 bricht wiederum eine neue Epoche an. Preußen bekommt Kurtrier zugesprochen. Die linksrheinische Rheinprovinz wird gebildet. Die Stadt ist nun unter preußischemAdler. Bernkastel wird königlich-preußische Kreisstadt.

In den [ahren 1872-1874 erfolgte der Bau einer festen Straßenbrücke über die Mosel. Der Brückenbau zwischen Bernkastel und Kues - übrigens der erste zwischen Trier und Koblenz war der Beginn einer zukunftsträchtigen Stadtentwicklung. Bernkastel wuchs und dehnte sich über die Mosel hinweg aus. Eine rege Bautätigkeit setzte aufKueser Gemarkung ein. 1883 wird die Bahnlinie Wengerohr-Kues eröffnet. Der Anschluß an die EisenbahnverbindungTrier-Koblenz (1879) war geschaffen. 1902-1905: Bau der Moseltalbahn entlang dem rechten Flußufer von Trier nach Bullay. Sie hat letztlich alle Orte der Mittelmosel einander nähergebracht und verkehrsmäßig erschlossen.

Weinhandel und Fremdenverkehr bestimmen immer mehr den Charakter der Stadt.

1905 kam es schließlich zur Eingemeindung des Winzerdorfes Kues in die Stadt Bernkastel. Das neue Gemeinwesen führt von da an den Doppelnamen 'Bernkastel-Kues'. Mit der Eingemeindung, wohl das bedeutsamste Ereignis der jüngeren Stadtgeschichte, erhöhte sich die Einwohnerzahl von 2200 aufrund 4230.

Bernkastel-Kues war bis 1969 Sitz des gleichnamigen Landkreises. Seit 1970 Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde BernkastelKues. Mit den Ortsteilen Andel und Wehlen (Eingemeindung 1970) hat das Moselstädtchen heute rund 8000 Einwohner.

Historische Fotografien undAnsichtskarten, aus der 'guten' alten Zeit vor und nach der Jahrhundertwende, lenken den Blick des Betrachters und Lesers auf einen bewegten Zeitabschnitt der Stadtgeschichte. Doch der vorliegende Bildband will kein Geschichtsbuch sein, aber fotografierte Zeitgeschichte durch die Darstellung von Landschaft, Stadt und Menschen lebendig werden lassen. Bernkastel-Kues - wie es früher warsoll das Bilderbuch widerspiegeln.

Heim H. Grundhöfer

1 Ein Blick auf Bernkastel, auf einer der ältesten Fotoaufnahmen, anno 1870. 'Es liegt diese Stadt gar bequem; hat auch einen herrlichen Weinbau, daher sie von Kaufleuten und benachbarten Völkern fleißig besucht wird.' So steht zu lesen in der Beschreibung der 'fürnehmsten Ort und Plàtz", der Topographia Germaniae des Matthaeus Merian neben der Ansicht von Bernkastel 1646. Nach Überlieferung begann der Ort im 14. Jahrhundert aufzublühen; natürlich waren Weinhandel und Moselschiffahrt die Hauptquellen seines Wohlstandes.

2 Alte Ansicht des Marktplat zes, etwa um 1865, mit Blick in die Kaiserstraße (heute 'Markt'). Am Bildrand der Marktbrunnen (1606). Das Eckhaus Kaiserstraße-Marktplatz mit ' dem schönsten aller Erker', kunstvoll verziert mit Schnitzwerk, gehörte dem Kaufmann ]ulius Thomas, Marktplatz Nr. 1. Leider ist mit demAbbruch des 1671 erbauten alten Giebelhauses, das dem jetzigen Bau des Textilhauses Stephan Hees weichen mußte, auch der vielgerühmte Renaissance-Erker verschwunden, dessen Bild aber noch in dem Foto ein wenig erhalten ist. Neben dem Thomas 'se hen Haus hatte zu der Zeit der Tuchhändler Franz Astor sein Geschäft, seit 1909 am Gestade.

3 Ländlich-geruhsam zeigt sich auf dem Bild die Südostecke des Marktplatzes um 1880. An seiner höchsten Stelle erhebt sich gleichsam, als das Herz des Gemeinwesens, das Rathaus. Das Bauwerk zeigt dem Markt natürlich die schönste Seite. Seine Erbauung (1608) fállt in die Regierungszeit des Trierer Kurfürsten Lothar van Metternich, weshalb dessen Wappen mit den drei Muscheln neben dem der alten Stadt Bernkastel in den Frontgiebel des Rathauserkers eingesetzt ist. Unter dem Erker der preußische Adler. Die wegen des Ratskellers jetzt verglasten Bogentore öffneten das Erdgeschoß zu einer Halle. Die linke Hälfte diente im 19. Jahrhundert als Spritzenhaus, in dem anderen Teil befand sich die städtische Mehlwaage.

4 Bernkastelfeiert 1891 das 600jährige Jubiläum seiner Stadtwerdung. König Rudolf 1. von Habsburg verleihte dem kurtrierischen Ort am 29. Mai 12 91 die Stadtrechte. Auf dem Foto wurde die große Jubelfeier auf dem festlich geschmückten Marktplatz, 'der guten Stube Bernkastcls' , festgehalten. Im Programm lesen wir dazu: 'Montag, 27. Juli, Festzug durch sämtliche Straßen der festlich decorierten Stadt. Während des Festactes vor dem Rathhause credenzen des im Rathskeller verborgen gelegenen 600 [ahre alten Festweines durch den Marktbrunnen.' (!) 1991 feierte die BernkastelKueser Bürgerschaft den 700. Geburtstag ihrer Stadt ebenso festlich.

5 Schon vor Beginn des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71, wurden zwischen Bernkastel und Kues zwei Schiffsbrücken über die Mosel geschlagen. In drei Tagen, vom 1.-4.]uli 1870, überquerten hier Einheiten des 7. Armeekorps den Fluß. Die Kavallerie durchritt derzeit bei Mülheim die Mosel. Eine feste Moselbrücke zwischen Trier und Koblenz gab es damals noch nicht. Eine Pionierbrücke wurde oberhalb dem Hospital- in Höhe der Stadt - eine zweite unterhalb bei der Fährponte errichtet. Von der Szene, wie in kürzester Zeit die beiden Behelfsbrücken standen, hat uns der Bernkasteler Fotograf Nie. Leyendecker ein Bild überliefert.

6 Der kriegerische und kraftvolle Erzbischof Heinrich Il. (1260-1286),istauchin Bernkastel seinem Ruf gerecht geworden und errichtete 1277 die Burg. Sein Nachfolger Boemund Il. vollendete die Burganlage, indem er die Feste mit Mauern, Wehrtürmen und Vorburgen vergrößerte, wie auch verschönte. Im Mittelalter galt sie von ihrer Lage und der Stärke der Mauern als uneinnehmbar. An der Südostecke steht der mächtige runde Bergfried von etwa 10m Durchmesser und 30 m Höhe. Ein zinnenartiger Kranz von Schießscharten ist noch zu erkennen, der früher ein kegelförmiges Dach trug. Die Schicksalsstunde der Burg schlug anno 1692 infolge eines unverhofften Brandes. Sie blieb Ruine -leider bis heute, obwohl 'Jandshut' geheißen.

7 Im [ahre 1291 bekommt Bernkastel am Fuß der Burg Stadtrechte und wurde gleich daraufmitTürmen und Mauern befestigt. In mehreren Ansichten des 16. und 17. [ahrhunderts ist uns das Stadtbild überliefert. Ein Lithograph schuf 1901 diese frühe Ansichtskarte 'Gruss aus Berncaster . Postkarten mit aufgedruckten Bildmotiven gab es in Deutschland erst seit 1870; etwa zwanzig [ahre später erschienen die ersten Karten von Bernkastel im sogenannten Flachdruckverfahren der Lithographie, auch 'Steindruck' genannt. Das Phänomen der fotografischen Ansichtskarte war zusammen mit dem Film aufgekommen, dessen Geburtsstunde etwa um 1895 schlug.

Berncastel im Jahre 1560

8 Um die Jahrhundertwende entstand diese Aufnahme vom Bernkasteler Marktplatz. Früher noch umschlossener als heute, ist er auf kleinstem Raum eine der schönsten Platzgestaltungen, die uns überliefert sind. Das Rathaus vom [ahre 1608 mit offener Erdgeschoßhalle, dem Erker und einem Doppelgiebel, ein ausgezeichneter Bau deutscher Spätrenaissance. Im Erdgeschoß wurde 1913/14 eine Weinschenke eingerichtet. Erster Pächter war damals Franz Popp, der Besitzer der bekannten Doctor- Weinstuben. Rings um den Markt stolze Bürgerhäuser des späten 16. und 17. [ahrhunderts. Die alten Häuser neben dem Rathaus, Nikolaus Kronser (1549) und Meyer-Plein

(1 583), halten ihr schönes Fachwerk noch unter Putz versteckt.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek