Bersenbrück in alten Ansichten Band 1

Bersenbrück in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Prof. Dr. Otto zu Hoene
Gemeente
:   Bersenbrück
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4692-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bersenbrück in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Wo Ravensberg sein Stammschloß groß und mächtig einst

Zur Sühne und aus Dankbarkeit laut Testament

Viel frommen Frau'n zur Gründung eines Klosters schenkte,

Wo der Konvent von Sankt Marie'n sein Kyrie hell Durch ferne Zeiten sang, und dann am Orte erst

In Bersenbrück ein Amt, am Ende gar der Kreis Entstand: Da wirkt und webt auf trautem Fundament Die junge Stadt, die wächst und blüht am Hasestrand.

Dieser Vorspruch will das Alter und die Jugend des Ortes zugleich ausweisen. Feierte doch das ursprünglich nicht mehr als 104 Hektar umfassende Bersenbrück erst 1956 seine Stadterhebung, Der Aufstieg findet kaum seinesgleichen. Mit der Einrichtung des Amtes (1817) und der Gründung des Kreises Bersenbrück (1885) nämlich setzte eine Entwicklung ein, die mit den Eingemeindungen seit 1929 und dem Flüchtlingsstrom nach 1945 die Einwohnerzahl bis heute auf über 5 230 Seelen anwachsen ließ. Die Stellung als Behördenzentrum ergab zwangsläufig eine Rangerhöhung.

Der Ort war zur Zeit der Aufhebung des Konvents (1787) kaum ein Dorf. Hier gab es nur das 1231 vom Grafen Otto von Ravensberg gestiftete ZisterzienserFrauenkloster mit der ihm angeschlossenen Pfarrkirche St. Vincentius für das Kirchspiel. Pastorat,

Küsterei, Schule und klösterlicher Bau(ern)hof fehlten freilich nicht, ein Dorf aber im herkörnmlichen Sinne mit wirtschaftlichem Betrieb, Läden und Schenken war nicht vorhanden.

Wen wundert es da, daß man im Jahre 1656 Bersenbrück als 'oppidulum', als ein 'winziges Städtchen' also, bezeichnete, von einem breiten Graben urngeben, belegen in der fruchtbaren Niederung der Hase am Rande des Artlandes? Der damalige Schreiber ahnte nicht, daß genau 300 Jahre später aus dem so kleinen Flecken eine Stadt werden sollte.

Besondere Markpunkte waren zu Bersenbrück der 'Eikb.oom', der 'Danneboom', der 'Linnenboom', und der 'Kesseboom' . Sie lagen in respektvoller Entfernung vom Kloster, und hier trafen sich die Kirchgänger unter freiem Himmel, nach Bauerschaften schön geordnet, und tauschten Neuigkeiten aus. Beim 'Linnenboom' und 'Kesseboom' entstanden kurz vor 1790 die ersten Gastwirtschaften und Kaufläden und beim 'Eikboom' eine Zimmerei. Die Stätte des 'Eikbooms' hieß zuvor 'Danneboom'.

Hervorgerufen nun durch die Auflösung des Klosters, begann sich das Bild des Ortes zu wandeln. Handwerker und Geschäftsleute ließen sich an den Durchgangsstraßen nieder. Sehr langsam entwickelte sich ein Dorf, und als das schon 1803 geplante Amt Bersenbrück endlich 1817 geschaffen war, da war dies das eigentliche Signal zum Aufstieg. Die ersten Be-

amten bezogen die bis dahin unbenutzten Räumlichkeiten des aufgehobenen Klosters. Durch die Gründung des Kreises Bersenbrück aber empfing der Ort seine entscheidenden Impulse. Alteingesessene und Beamte verstanden sich schlecht und recht; würzige Anekdoten gehen darüber von Mund zu Mund.

Noch vor 100 Jahren hatte das Dorf kaum mehr als 250 Seelen. Die Schaffung des Großkreises Osnabrück (972) steilte die junge Stadt vor neue Aufgaben. Doch die Konzentration des Gerichtswesens des Altkreises auf Bersenbrück, das neue Gymnasium und verschiedene andere Schulen setzten der Stadt Akzente in ihrem Vorwärtsstreben. Der Ort aber blieb recht eigentlich ein Beamtenstädtchen und scheint sich zu einem komfortablen Wohnplatz zu entwickeln. Hier gab es bis 1930 noch keine Industrie. Diese zog erst um 1960 mit einigen kleineren und mittleren Betrieben nach Bersenbrück.

Das Kleinod der Stadt, die ausgezeichnet erhaltene Klosterinsel, von künstlich gezogenen Wasserläufen einst umgeben, hüten die Bürger wie ihren Augapfel. Die schmucke Klosterpforte wurde sogar das Wappenbild der Stadt.

Diese aufklärenden Hinweise waren nötig, um zu begreifen, daß die Zeit von 1880 bis 1930, die dieses Buch behandelt, mit der Herstellung von Ansichten über das damals doch recht kleine Bersenbrück,

sparsam war. Dennoch war es unter reger Anteilnahme ailer Bevölkerungsschichten möglich, ein beachtliches Bildmaterial zu sammeln. Wohl war es eine schwierige Aufgabe, die von Haus zu Haus führte, zauberte aber schier ungeahnte Schätze an Bildern aus manch verborgenem Winkel hervor, die diesem Bande fast das Ansehen einer Dokumentation verleihen. Bei der Auswahl freilich erhielten Ansichten historischer Aussage den Vorrang, und es wurde besonders darauf geachtet, daß die Bilder einem breiteren Publikum noch unbekannt waren.

Allen denen, die mich bei dieser Arbeit unterstützten und mir ihre Ansichtskarten und Fotos freundlichst zur Verfügung steilten, danke ich vielmals, auch für alle Informationen, die neben dem einschlägigen Schrifttum für den Text von Bedeutung waren.

Zur Literatur:

Bersenbrück. Wachsen und Werden einer kleinen Stadt, herausgegeben im Auftrage der Stadt Bersenbrück, Quakenbrück 1956.

A. Hellen: Kloster und Pfarre Bersenbrück, Bersenbrück 1931.

A. Hellen: Pastor Wellmanns Wirken in Bersenbrück van 1799 bis 1835, Bersenbrück 1939.

O. zu Hoene: Kloster Bersenbrück. Das ehemalige adelige Zisterzienserinnen-Kloster St. Marien, 1. Band, Osnabrück 1977; 2. Band (erscheint 1978).

1. Dieser 'Gruß aus Bersenbrück' mit dem Poststempel 25.9.1898 ist die älteste bekannte Bersenbrücker Ansichtskarte; sie will auch uns aufs herzlichste begrüßen. Die farbige Karte zeigt alle Sehenswürdigkeiten des immerhin noch kleinen Ortes: Hasemühle, Marktplatz, Klosterpforte, Kirche und Landratsamt sowie das Postamt. Dem letzteren schließen sich die Häuser Lohmann und Eilfort an der Quakenbrückerstraße an. Der 'Gruß' ist auf ein paar Jahre vorzudatieren, da von 1895 Karten gleichen Stils auch aus Nachbarorten bekannt sind. Seit 1875 wurde 'die Postkarte mit Ansicht' zu einem vielbegehrten Artikel; 20 Jahre später ist eine solche von Bersenbrück im Handel.

2. Diese Luftaufnahme der Urzelle Bersenbrücks und seines historischen Kerns aus der Mitte der dreißiger Jahre gibt den Zustand der Klosterinsel wieder, lange bevor die Gärten 'Am Bauhof' Schulneubauten weichen mußten. Sie ist eines der ersten Luftbilder von Bersenbrück, Links neben Borgs (heute Henke) liegt das Haus Ahrend, ganz rechts das Haus Schlütz. Letzteres war die Wohnung des klösterlichen Amtmanns, 'Propsthaus' genannt. Das Haus hatte ein großes Dielentor. Gebaut um 1780, ist es im wesentlichen unverändert geblieben. Die Familie Schlütz erwarb es 1923 von der Sparkasse. An der Stelle des Hauses Ahrend erheben sich heute moderne Geschäftshäuser mit zwei Banken und einer Drogerie.

3. Betreten wir nun die Klosterinsel, so führt uns der Weg über die sogenannte Kirchspielsbrücke - 1728 unter Äbtissin von Moltke erneuert - zur Pforte, der Zierde des Ortes. Dieses bauliche Juwel ist das Sinnbild Bersenbrücks geworden und heißt im Volksmund 'de Porten'. Dreigeteilt, mit der Durchfahrt in der Mitte, an das Pförtnerhaus, den alten Kirchenspeicher angebaut, verzichtet das Torhaus auf allen Schmuck und übt seinen Reiz nur durch die gefällige Gliederung aus. 1700 errichtet, ist das Tor unverändert geblieben. Der südliche Anbau erfuhr 1958 jedoch eine Erweiterung. Die Postkarte ist aus dem Jahre 1906.

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4. Wir blieken von der Kirchspielsbrücke auf das Torhaus, dessen Wappenstein und kunstvolle Wetterfahne die sonst so einfachen Formen beleben. Schönheit durch Einfachheit war zisterziensische Art. Zurückhaltend, dennoch schlicht-repräsentativ ist dieses kleine 'Wunderwerk' aus der Zeit des heiteren Barock, ganz ohne Fülle und Farbe, ein nobles Denkmal seiner Erbauerin. Der Bliek führt durch den Torbogen auf den Stiftshof und die Kirchhofsmauer aus Backsteinen. Die Ansichtskarte wurde der Kundschaft um 1912 im Kaufhaus Gibmeyer angeboten.

5. Das prächtige barocke Wappen derer von 'Nyvenheim-Boetzelaer' über dem Torbogen der Pforte ist das einzige erhaltene Wappen des Klosterbezirks. Zur Zeit der Aufhebung (1787) wurden alle anderen Gedenksteine mit Wappen der adeligen Klosterfrauen zerstört. Die Inschrift lautet (auf deutsch): Gott zur Ehre, dem Orden zur Zierde, der Nachwelt zuliebe ließ Maria Catharina von Nievenheim diese Pforte im Jahre 1700 erbauen, am 14. Oktober. Der Fachwerkanbau rechts am sogenannten Kirchenspeicher hieß 'Bude'. Links war mit seinen vergitterten Fenstern das alte Gefängnis, 'Up de Porten'. Auch diese Karte konnte man 1912 bei Gibmeyer kaufen.

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6. Die St. Vincentiuskirche beherrscht mit ihrem hohen Satteldach, dem 1510 vollendeten wuchtigen, spätgotischen Spitzturm und dem freundlichen zisterziensischen Dachreiter über dem Chor nicht nur die Klosterinsel, sondern auch die Stadt, deren eigentliches Wahrzeichen sie ist. 1221 erstmals erwähnt, wird ihr jedoch ein Alter von 800 Jahren zugeschrieben. Das langgestreckte Pfarrhaus vor der Kirche wurde 1786 vollendet. Es erhielt 1902 an seinem Südgiebel einen neuen Vorbau. Jenseits des Pastorats sieht man im Anschluß an die Kirche die Dächer der alten Abtei; dort wohnte bis 1937 der Landrat. Im Vordergrund erkennt man den Kirchspielsgraben. Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1930.

7. Der schwere Turm ragt mit seiner Spitze wie ein Schwurfinger himmelwärts. Der Westf1ügel des Klosters, 1781-1783 erbaut, war von 1885 bis 1912 Sitz des Landratsamts. 1926 zog hier das Katasteramt ein, welches sein Büro zuvor im ehemaligen Kreisausschußsaal, einem größeren Raume in der alten Abtei, gehabt hatte. Von dieser alten Abtei, um 1626 vollendet und 1682 renoviert, ist der Westgiebel zu erkennen. Die Aufnahme zeigt die Kirche mit einem Teil des alten Friedhofs.

8. Der alte Friedhof im Westen der Kirche wurde 1961 eingeebnet; er reichte bis zum südlichen Vorfelde des Gotteshauses. Ihn begrenzt im Norden eine Backstein-, im Süden eine Sandsteinmauer. Eine Lindenallee umgab ihn, von der die äußere Baumreihe noch besteht. 1809 wurden die privaten Begräbnisplätze beseitigt. Seither wurden die Toten nebeneinander 'ohne Unterschied der Person und des Standes' beigesetzt. Der mächtige Kruzifixus (um 1800) beherrscht die Stätte auch heute noch. Im Hintergrund sind die Häuser Borg, Ahrend, Wehberg, Gibmeyer und der Südflügel der Klosterpforte zu erkennen. Das Foto wurde 1895 aufgenommen.

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