Bersenbrück in alten Ansichten Band 2

Bersenbrück in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Prof. Dr. Otto zu Hoene
Gemeente
:   Bersenbrück
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1218-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Bersenbrück in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Dieser zweite Band veröffentlicht weitere 76 Bilder der Reihe 'Bersenbrück in alten Ansichten'. Wie das erste ist auch dieses Buch eine illustrierte Dokumentation und ein Beitrag zum Gedächtnisjahr 1981, sind doch die 760. Wiederkehr der ersten urkundlichen Erwähnung Bersenbrücks von 1221, das 750. Jubiläum der Klostergründung von 1231 und der 25 . Jahrestag der Stadterhebung von 1956 die drei bedeutendsten Marksteine in der frühen und jüngeren Geschichte unserer Stadt. Ihrer zu gedenken, ist Verpflichtung der gegenwärtigen Generation.

Nicht daß das Jahr 1221 das 'Geburtsjahr' Bersenbrücks wäre; der Ort ist viel älter! Das beweisen Bodenfunde aus der Stein- und Bronzezeit, die das Gelände in und um Bersenbrück frei gab. Aber Bersenbrück war im Jahre 1221 schon der Sitz eines Kirchspiels, also Zentrum eines Verwaltungsbezirks, dessen Kirche, das Nordschiff des jetzigen Gotteshauses St. Vincentius, van den Grafen van Ravensberg als Eigenkirche erbaut und vom Bischof in Osnabrück zur Pfarrkirche erhoben worden war. Unrnittelbar neben dieser Kirche lag der Herrenhof der Grafen mit seinen Nebengebäuden, und das war das Dorf, welches die lateinische Gründungsurkunde des Klosters 'villa' nennt. Es ist ein Irrtum, aus einer aus dern 14. Jahrhundert stammenden Aufzeichnung und Notiz: Anno Domini MCCXXXI constructus est locus iste in honore domini nostri Jesu Christi... das Jahr

1231 als Gründungsjahr des Ortes zu bestimmen. Denn 'locus iste' ist in dem Zusammenhang als 'dieses Haus' (das Kloster) und nicht mit 'diesem Ort' zu übersetzen. Daher lautet der lateinische Satz auf deutsch: Im Jahre des Herrn 1231 ist dieses Haus (das Kloster) zur Ehre unseres Herrn Jesus Christus ... errichtet.

Es bestand nun im Sinne des lateinischen 'villa' im Jahre 1231 schon ein Dorf, war Bersenbrück doch bereits 1221 der Mittelpunkt eines Kirchspiels und mithin längst ins Blickfeld historischer Einzelheiten getreten. Es hätte demzufolge 1971 sein 750. Jubiläum feiern sollen.

Die Klostergründung gab dem Ort indessen ein völlig neues Gepräge. Die Nonnen suchten nach den Regeln des Ordens von Cîteaux die Weltabgeschiedenheit, und so erreichten sie 1277 die Verlegung des mit weltlichem Trubel einhergehenden Sends von Bersenbrück nach Ankum. Der Send war die jährliche Zusammenkunft des kirchlichen Archidiakonalgerichts, der Synode.

Zwar stand etwa hundert Meter südwärts vom Kloster der Gutshof des Konvents, der die Nonnen mitversorgte, andere Wohnstätten oder Bürgerhäuser fehlten und gab es bis 1787, dem Zeitpunkt der Klosteraufhebung, also über 556 Jahre nicht. Bersenbrück war auch irn Jahre 1800 mit seinen fünf oder sechs neuen Ansiedlungen kaum mehr als ein sehr kleiner Flecken.

Die Entwicklung stagnierte jahrzehntelang, weil sich die ersten Administratoren des aufgehobenen Klosters beziehungsweise die Amtsleute des neuen Amts Dorfmüller, Sarninghausen und Niemeyer nur der Verwaltung des Bestehenden widmeten, an die Vergrößerung des Ortes dachten sie kaum, Das wurde unter Amtmann Kramer anders, der 1842 mit der Neugliederung der 'Hielen' des zirka drei Hektar großen Grundstücks zwischen Markt, Quakenbrücker-Kuhstraße und Klostergraben begann. Der neu geschaffene Weg durch die 'Hielen' hieß von nun an Hasestraße.

Waren die Bauernschaften des Kirchspiels schon früh organisierte politische Gemeinden mit einem Vorsteher an der Spitze, so blieb Bersenbrück noch bis 1848 nur die 'Höfesaat' , das Klostergut, mit seinen wenigen Wohnstätten der Verwaltung des Amts unterstellt. Eine politische Gemeinde wurde es erst 1848, als es zur Wahl des 1. Gemeindevorstehers kam, die auf den Syndikus und Advokaten Dr. Buddenberg fiel. Die Liste der Bersenbrücker Vorsteher, nach 1933 Bürgermeister genannt, weist bis heute vierzehn Persönlichkeiten auf: Advokat Dr. Buddenberg

(1848-1867); Kaufmann Heinrich Nieberg

(1867-1883); Kaufmann Heinrich Wehberg

(1883-1891); Rendant Wilhelm Vallo (1891-1901); Rentner Carl Dirkes (1901-1904); Kaufmann Caspar Koop (1904-1919); Hotelier Ernst Kreke (1919-1929); Maurermeister Georg Schulte (1929-1942); Bürodirek-

tor Anton Mohs (1942-1945); Kaufmann Louis Stammel (1945-1951); Hotelier Fritz Kreke (1951-1956); Kaufmann Matthias Schwarzendah1 (1956-1961); Diplorn-Kaufrnann Heinz Bußmann (1961-1963) und Kaufmann Bernhard Zur-Lienen (seit 1963).

Dem Ausbau der Hasestraße folgte 1876 der der Bahnhof - der späteren Lindenstraße. Die jetzige Bahnhofstraße, an welcher ab 1906 die ersten drei Häuser gebaut wurden, war der südliche Eisenbahnweg. Gemeinsam mit ihrem Ausbau wurde die Mittelstraße, früher nur ein Pfad, die Verbindung zur heutigen Lindenstraße. Dazwischen lag noch der Grüne Weg; dann kamen die Gerstlandstraße und nach dem Ersten Weltkrieg der Wasserkamp. Das war das alte Bersenbrück, das sich diesseits und jenseits der Bramscher-, Quakenbrücker-, Ankumerstraße und der Gehrderchaussee herausgebildet, das noch bis 1925 mit kaum mehr als 757 Einwohnern keine weitere Ausdehnung erfahren hatte.

Zusätzliche Bilder aus den Jahren 1880 bis 1930 zu finden, war nicht leicht; doch unterstützte die Bürgerschaft dieses Unternehmen mit Rat und Tat. Unser Dank gilt allen denen, die ihre Kisten und Kästen öffneten und uns ihr Material freundlichst zur Verfügung stellten.

1. Den reizvollen Bliek von der Hasebrücke auf Kloster, Kirche, ÖI- und Kornmühle sowie die Hemke haben viele Bilder festgehalten. Doch hat die moderne Entwicklung dem Idyll viel von seinem Glanz genommen. Unser Titelbild von 1895 zeigt, wie es lange vor diesem Datum war und noch über ein halbes Jahrhundert danach. Zur Anlage der Mühlen schufen zisterziensische Baumeister im Jahre 1293 für 2 000 Goldgulden die obere oder hohe Hase, den Mühlenarm. Auf obigem Foto von 1920 hat die Hasemühle schon den 1979 wieder abgerissenen Schornstein des 1841 angegliederten Sägewerks. Die Ölmühle hatte um 1850 ihre Arbeit eingestellt, war bis etwa 1960 Wohnung gewesen und geriet danach in VerfalL Der Sturmwind im Herbst 1972 zerstörte sie; der Verlust ist beklagenswert. Im Mühlenkolk hatte sich 1726 ein Stör, 109 Pfund schwer, verfangen!

2. Eine Kahnfahrt auf der Hase bei der Hemke war immer ein Gaudi, besonders zur Sommerszeit, wie auf diesem Bild von 1895. Die Kähne lagen in der Nähe der Mühle und beim Landratsgatten angebunden am Ufer; ihre Benutzung war das Privileg weniger Bürger. Zuschauer sind auch zur Stelle. Der Hemke gegenüber liegen die 'Dreckwiese' und die 'Bleiche'. Die Wiesen waren von der Klosterkammer an umliegende Landwirte verpachtet. Hier sind heute Sportplatz und Schwimmbad. Auf der 'Bleiche' steht vor dem Hintergrund von Kloster und Kirche das Waschhäuschen,

3. Aus Bokel-Priggenhagen kommend fließt die 'Beeke' durch die 'Dreckwiese' und ergießt sich bei der 'Bleiche' in den Hasemühlenkanal; sie ist jetzt 'kanalisiert'. Das Waschhäuschen zur Linken hatte einen offenen und einen geschlossenen Raum mit Waschkessel und Zubehör. Früher kam Frau Brockhage und machte auf Wunsch die Wäsche bis zum Hangen fertig. Auch Kinder halfen gern; sie mußten auf der 'Bleiche' dann die Wäsche brausen und an der Hase auf breiten Brettern spülen, stärken und hängen. Fiel ein Stück ins Wasser, wurde es, wenn das Hasebecken trocken gelegt war, geholt und im Triumpf durchs Dorf getragen, bis der Besitzer herausgefunden war. So war es jedenfalls noch um 1910, als dieses Bild entstand.

4. Das Flutwerk, nach wie vor eine Attraktion für jederrnann, hat auf dieser Aufnahme von 1895 schon eine Befestigung aus Stein und Beton; doch ist es noch eng und hat noch keine massive Mittelstrebe. Die Sockel bestieg man schon immer gern zur Aussicht auf das brausende Wasser. Das Schleusenhäuschen, 1972 vom Sturm beschadigt, fehlt noch. Die Schleusen sind hochgezogen: Wir erleben Bersenbrücks 'Niagara Falls'! Die Chronik berichtet von nicht wenigen tragische Unfällen beim Baden hier irn Kolk. Die beiden Stangen zur Rechten gehören zu dem 1891 in der Hemke eingerichteten Festplatz des Schützenvereins.

5. Am 'Betsenbrücker Eek' beim Zusammenfluß der hohen und der tiefen Hase unweit der Hasebrücke ist der Baumwuchs um 1895 noch dünn und niedrig. In der Hemke aber standen ehernals Baumriesen, einige hundert Jahre alt. Die Eiche bei den Mühlensteinen legt davon noch heute beredtes Zeugnis ab. Inzwischen sind andere Eichen hier wieder zu mächtigen Stämmen herangewachsen. Das Wäldchen ist zusamrnen mit der 'Freude' die 'grüne Lunge' der Stadt. Zu beiden Seiten des die Hemke im südlichen Teile durchfließenden Baches, weideten noch vor fünfzig Jahren die Pferde von Forstmeister Sperling. Mit seinern schmucken Gespann bereiste der Forstmeister sein Revier.

6. Am 'Bersenbrücker Eek' entstand in den dreißiger Jahren ein Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Den Entwurf lieferte Architekt Ilisch, Quakenbrück, der auch das Denkmal in Quakenbrück geschaffen hat. Zu beiden Seiten der Tafel mit dem Eisernen Kreuz sind die Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten eingegraben. Diese Tafel wurde 1962 entfernt und stattdessen eine Gedächtnisplastik angebracht. Sie ehrt die "Toten beider Weltkriege. In der St. Vincentius-Kirche besteht seit 1953 eine viel besuchte Kriegergedächtniskapelle mit den Namen der Gefallenen und Vermißten aus dem Kirchspiel, aufgezeichnet an den vier Wänden des Raumes.

7. Die Überschwemmungen der Hase waren ein alljährlich wiederkehrendes Naturereignis. Die Fluten verwandelten die Haseniederungen in ein unübersehbares Meer, wovon dieses Bild von 1920 einen guten Eindruck vermittelt. Die Wassermassen schlossen ganze Gehöfte von der Umwelt ab und drangen sogar bis auf die bäuerliche Diele, Als der unbeliebte Amtsschreiber Sarninghausen am 6. Februar 1806 einen Fischzug in der überfluteten Hase unternahm, kenterte sein Boot, und er ertrank. Die Leute deuteten das als Gottesurteil und spannen eine Sage um den Unglücksfall. Wegen der eintretenden Flut in der Nacht auf den 17. Januar 1841 konnte die verstorbene Margaretha Jöring geborene Dierker nicht wie bestimmt am 17., sondern erst am 23. Januar über die Hasebrücke gebracht und beerdigt werden.

-:--

8. Kirche und Kloster auf der Klosterinsel sind der historische Mittelpunkt der Stadt. Die alte Pfarrkirche ist heute das Nordschiff des Gotteshauses. Im Übergangsstil erbaut, entstand sie im 12. Jahrhundert als Eigenkirche der Grafen von Ravensberg. Die Klosterkirche ist das Südschiff; ihre Grundsteinlegung erfolgte 1263, ihre Dedikation 1287, die Grundsteinlegung des Dormitoriums mit dem Remter 1269, die Einweihung des gesamten Klosterkomplexes 1313. Das 'neue' Kloster, das sind der West- und der Ostflügel - das heutige Arntsgericht - , ließ die letzte Äbtissin Maria Dorothea von Bothmer 1781-1783 bauen. Unsere Aufnahme von 1928 zeigt auch den Acker des 'Bauhofsgartens', auf welchem ab 1936 die neuen Bersenbrücker Schulen entstanden.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek