Bersenbrück in alten Ansichten Band 3

Bersenbrück in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Prof. Dr. Otto zu Hoene
Gemeente
:   Bersenbrück
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4844-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Bersenbrück in alten Ansichten Band 3'

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EINLEITUNG

Wer nach dem Erscheinen von Band 1 und 2 dieser Reihe meinte , das Arsenal alter Ansichten aus Bersenbrück sei damit erschöpft, der wird über die Veröffentlichung des dritten Bandes wohl ein wenig überrascht sein, welcher mit seinen 76 Aufnahmen aus dem umschriebenen Zeitabschnitt (von 1880 bis 1930) wieder viel unbekanntes Bildmaterial aus dem gleichen Raum durchweg erstmals dem Leser vorstellt.

Die Überraschung lag nicht minder beim Verfasser, dem auf seinen Wegen durch das aIte Kirchspiel soviel Bereitwilligkeit und herzliches Entgegenkommen zur Mitarbeit und Herausgabe in Alben und anderswo verborgener, unbekannter Ansichten begegnete, daß die Mühe sich lohnte. Die allseits erwiesene freundliche Aufnahme regte zugleich zu intensiven Gesprächen an über das vorgefundene und in dieser Serie benutzte Material. Vielen Dank für soviel Hilfsbereitschaft!

Land und Leute lernt man in der Tat am besten kennen, wenn man die Menschen frei weg von der Leber reden hört, Sie wissen unendlich viel über ihre Heimat; man sieht es ihnen an, wie sehr sie sie liebgewonnen haben. Da

spürt man, wie recht William Faulkner (1897-1962) hat, der schrieb: 'Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen.' Fügen wir hinzu: Was bereits geschehen ist, kann man wenigstens verstehen, indeß die Zukunft immer ungewiß ist.

Was diesen dritten Band besonders auszeichnet, ist der Umstand, daß nicht nur Bilder aus dem engeren damaligen Dorf Bersenbrück, sondern auch aus den seit 1929 eingemeindeten ehemaligen Bauerschaften ausgewählt worden sind, um den ländlichen Charakter der Region bilddokumentarisch aufzuzeichnen, sind doch einige dieser Ortsteile schon über 1000 Jahre alt. In der Kaiserurkunde Ottos Il. vom Jahre 977 bezieht sich nämlich der Ort 'Hane' auf Höne - den größten Teil der Bauerschaft Hastrup - und 'Hiruthnun' auf Hertmann. Die übrigen Altgemeinden werden wohl kaum viel jüngeren Datums sein; doch setzt die schriftliche Überlieferung bei ihnen auch bei Bersenbrück - später ein, bei Priggenhagen allerdings nicht vor 1422.

Hatte das Dorf Bersenbrück 1880 kaum 350 Einwohner, so waren es 1925 doch schon 725 und 1950 nach der Einge-

meindung von Priggenhagen (1929) gut 1050. Mit Wirkung vom 1. Oktober 1943 erfolgte dann die Eingliederung von Hastrup, Hermann-Lohbeck und Bokel, das sich indessen kirchlich erst 1960 von Ankum trennte, von Woltrup-Wehbergen aber nicht vor dem 1. Januar 1971 und schließlich von Ahausen-Sitter sowie Talge am 1. Juli 1972. Die letzten beiden Ortschaften, die ihre angestammte Orientierung nach Ankum und Badbergen beibehielten, blieben bei der Sammlung des Bildmaterials unberücksichtigt.

Die Urkunde über die Stadterhebung war am 19. April 1956 vom niedersächsischen Minister des Inneren unterzeichnet worden, der der jungen Stadt gleichzeitig auch ihr Wappen verlieh, die stilisierte Klosterpforte in den Farben rot und weiß.

Diese Daten demonstrieren, daß bis zum Stichjahr 1930 vom Dorf selbst nicht sehr viele Ansichten zu erwarten waren; dennoch konnten sie zwei Bände füllen. Im dritten Band stellt sich nun der Ortskern nur noch 'am Rande' dar, während sich das flache Land mit einer Reihe von

Bildern präsentiert, die verständlich machen sollen, wie das Leben dort bis um 1930 noch von althergebrachten Rhythmen diktiert war, wie aber dennoch die Technisierung der Arbeitsgänge eingesetzt hatte und schon manche Erleichterung schuf. Andererseits werden Höfe und Heuerhäuser die Architektonik auf dem Lande beleuchten und dies mit eindrucksvollen Beispielen auch dort, wo eine Anzahl von ihnen durch die Unbilden der Natur oder von Menschenhand, dem Erdboden gleichgemacht, völlig verschwanden oder neu errichtet wurden. Nicht nur auf den Schulbildern, sondern auch auf den Hochzeiten und anderen Gruppierungen versammelten sich die Kinder und Menschen aller Schichten und Altersstufen und zeigen ihr Bestes. Auch der Sport kommt zum Zuge, die Vereine nicht zu vergessen, soweit neues Bildmaterial das gestattete. Im ganzen versucht dieser dritte Band im bunten Wechsel der Szenerie Eindrücke aus dem Raum Bersenbrück zu vermitteln, die den historischen Ablauf der hier besprochenen fünfzig Jahre verständlich machen und zugleich Lehren aufgeben.

1. Die Klosterpforte aus dem Jahre 1700 liefert in ihrem winterlichen Kleid ein besonders malerisches Bild. Ihre weniger publizierte Ostfront ist jedoch nicht minder reizvoll, scheint das liebliche Torgebäude in seiner barocken Verspieltheit trotz seiner Unsymmetrie doch symmetrisch und gleichmäßig. Wernsings Scheue aus Heeke zur Rechten wurde 1921 im Westen des Pfarrgartens beim ehemaligen Gefängnis - dem Nordflügel der Pforte - wiederaufgebaut. Von hier aus betrieb das Krankenhaus seine kleine Landwirtschaft. Der 'Krankenhaus-Scheune' genannte Stall ist im Zuge der Neuorientierung für die Zuwegung zur Klosterinsel 1973 abgebrochen worden. Das Krankenhaus war aufgehoben; an seiner Stelle ist jetzt das Altenheim St.xlosefs-Stift. Diese Aufnahme entstand um 1925. Die Klosterpforte aber ist das Wahrzeichen der Stadt und ihr Wappenbild.

2. Auf dieser Ansichtskarte erleben wir den 'Remter', das alte klösterliche Steinhaus des Dormitoriums, den Schlaf- und Wohntrakt von 1269 ff., wie er sich um 1930 dem Betrachter darbot. Über dem gotischen Durchgangstor in der Mitte zum Kreuzgang und Binnenhof ist die Tür bereits zugemauert, durch welche das von den Bauern ehemals angelieferte Getreide auf den Kornboden gehievt wurde. An der Stelle der vormaligen Tür ist oben jetzt ein kleines Fenster in der Reihe der älteren eingebaut, Die Dachgauben dienten der Belüftung des Dach- und Kornbodens. Darunter im ersten Stock lagen die Zellen der Nonnen mit den kleinen Fenstern, im Erdgeschoß links von dem gotischen Tor das Refektorium, dem unser Lehnwort 'Remter' entstammt, der Speisesaal, und rechts der Werkraum.

3. Wie ein Winterparadies macht sich der Klosterhof mit seinem hohen Girlandenzaun an der Hase, den seiner Zeit Landrat Dr. Rothert (1911-1933) zur Verschönerung des als Garten genutzten Hofes angelegt hatte. Verträumt grenzen Remterund die Türme von St. Vincentius die Szene ab und verleihen mit dem verschneiten Baumbestand den unberührten Winterlandschaft einen besonderen Reiz. Die Girlandenreihe ist längst nicht mehr. Neuerdings steht auf'diesern Hof eine aus Menslage stammende alte Fachwerkscheune , die als Annex zum Kreismuseum Exponate zur Geschichte der Technik in der Landwirtschaft aufnehmen soll, die jedoch den offenen Bliek auf den Remter einzuengen droht.

4. Die Hasemühlen an der Hemke mit dem Mühlenkolk und dem Wasserfall zwischen der Korn- und der alten Ölmühle, im Hintergrund die beiden Kirchtürme, waren neben der Klosterpforte Markpunkte Bersenbrücks. Die Ölmühle aber verfiel mehr und mehr und brach während des Windsturms im Herbst 1972 völlig zusammen. Sie wurde abgetragen und verschwand aus dem trauten Panorama Bersenbrücks. Neue Werkhallen entstanden entlang der Gehrder Straße unweit der Hasebrücke. Sie sperrten die Sicht auf dieses Idyll, das jetzt nur noch auf Bildern nachzuvollziehen ist. Die Moderne fordert eben ihre Opfer. Das Gebäude der Kornmühle steht seit der Regierungszeit der Äbtissin Dorothea Sophia von Moltke (von 1720 bis 1755). Die Ölmühle ließ ihre Nachfolgerin Hedwig Catharina von Hane (von 1755 bis 1781) bauen.

5. Der Eingang zum Amtsgericht lag 1928, dem Zeitpunkt dieser Aufnahme, noch im äußersten Norden des Westflügeis des neuen Klosters in unmittelbarer Nachbarschaft zum großen Westfenster des Südschiffs der Pfarrkirche. An dieser Stelle ist auch heute noch eine Tür, während man das im neuen Kloster vereinigte Amtsgericht der ehemals im Altkreise außer in Bersenbrück noch zu Quakenbrück, Bramsche und Fürstenau stationierten Gerichte jetzt über die Freitreppe des Südflügels betritt. Eine 1783 entworfene Inschrift zur Erinnerung an den Neubau des Klosters sollte als Chronogramm über dem Sandsteinrahmen des Portals angebracht werden, kam aber aus Sparsamkeitsgründen nicht mehr zur Ausführung. Diese Freitreppe war ehedem der Zutritt zur Privatwohnung des Amtsgerichtsrats, der im Südflügel residierte. Das frühere Katasteramt hatte übrigens mit dem Amtsgericht seinen Eingang gemeinsam; doch fehlt ein Hinweisschild.

6. Weinkaufmann Theodor Husmann und Frau geborene Dirkes hatten um 1897 die 1856 erbaute Heckersche Villa an der Hasestraße, das Geburtshaus des Malers Franz Hecker, wie es heißt, von den Gürtners erworben. Die Familie Hecker verzog bald nach dem Tode des Amtsvogts (1873) nach Osnabrück. Das Haus war architektonisch mit seinen gleichmäßigen Rundbogenfenstern damals das ansprechendste Haus in Bersenbrück. Husmann ergänzte den Gartenzaun aus senkrechten Eisenstäben und die offene Veranda mit Balkon. Auch Husmanns Schwiegereltern, der Rentier und nachmalige Bürgermeister von 1901 bis 1904 Carl Dirkes und Frau, wohnten mit in der Villa, die Husmann 1906, nachdem er bereits 1905 sein neues Domizil in Quakenbrück mit seiner hier vorgestellten Familie bezogen hatte, an die Kirchengemeinde verkaufte. Hier entstand 1907 das Krankenhaus, das Pastor Hellen anfangs 'Viktoria-Stift' nannte, das spätere St-Josefs-Stift.

7. Mit großer Mehrheit war der Rentier Carl Dirkes, Schwiegervater des Weinhändlers Theodor Husmann, am 11. September 1901 zum Bürgermeister (Gemeindevorsteher) in Bersenbrück gewählt worden. Dirkes stammte aus Limbergen bei Neuenkirchen im Hülsen. Der abgehende Sohn des Abingschen Hofes heiratete auf den benachbarten Hof Dirkes und nahm diesen Namen an. Nach dem Kauf der Heckerschen Villa durch Husmann gab Dirkes den Hof auf und zog mit seinem Schwiegersohn nach Bersenbrück. Er trat aus Altersgründen am 30. September 1904 zurück; neuer Burgermeister wurde Kaufmann Caspar Koop. Unter Dirkes hielt 1904 der elektrische Strom seinen Einzug ins Dorf. Im Herbst 1905 verließen Carl Dirkes und seine Frau Bersenbrück und wohnten bis zu ihrem Tode beim Schwiegersohn in Quakenbrück.

8. Hotelier Ernst Kreke war der Sohn des Lehrers Johann Friedrich Kreke aus Lengerich, gebürtig aus Bersenbrück, der - verwitwet - seinen Schuldienst aufgegeben und in zweiter Ehe zu Bersenbrück die Wirtin zum Lindenbaum geheiratet hatte. Seine vier Kinder, in Lengerich geboren und unter ihnen Ernst, wuchsen in Bersenbrück heran. Ernst Kreke erbte das Hotel; er und Bersenbrück waren 'unzertrennliche Begriffe', heißt es in einem Nachruf. Von 1919 bis 1929 war er Bürgermeister und Standesbeamter und trug viel zur Entwicklung des Ortes bei. Die Kriegerwaisen waren ihm sehr ans Herz gewachsen; er half, wo er konnte. Auch war er langjähriger Präsident des Kriegervereins, Mitglied des Kirchenvorstandes und des Kreistags. Gemeinsam mit seiner Frau Lina geborene Hörstmann führte der Lindenwirt ein gastliches Haus; sein origineller Humor ist unvergessen. Er starb am 15. September1936, seine Frauam 9. März 1951.

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