Betzdorf in alten Ansichten Band 1

Betzdorf in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Helmuth Bartolosch
Gemeente
:   Betzdorf
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2566-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Betzdorf in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Als heute größte Stadt im Kreise Altenkirchen - an der Schwelle zu Siegerland und Westerwald - ging Betzdorf Mitte des 19. Jahrhunderts aus einem kleinen Ort hervor. Die rasante Aufwärtsentwicklung von der unbedeutenden Ortschaft mit nur wenigen hundert Einwohnern bis zur dynamischen Industriestadt von heute - zugleich Geschäfts-, Behörden- und Schu1zentrum für ein weites Hinterland - verdankt Betzdorf fast ausschließlich dem Bau der Eisenbahnlinien Köln-Siegen und Betzdorf-Gießen in den Jahren 1857/1862. Die Köln-Mindener-Eisenbahn-Gesellschaft wagte den zunächst eingleisigen Bau der Bahnlinien durchs Sieg- und Hellertal, was eine erste 'Bevölkerungsexplosion' für Betzdorf nach sich zog. Hatten ursprünglich ein paar Bauern die Felder ringsum bewirtschaftet, wuchs der vormals verträumte Ort nun zur 'Eisenbahner-Metropole' heran. Betzdorf wurde wichtiger Verkehrsknotenpunkt an der Mündung der Heller in die Sieg.

Die 1862 erstellte Eisenbahn-Reparatur-Werkstätte sorgte für weiteren Auftrieb. Neue Arbeitskräfte ließen sich im Ort nieder. Und so blieb es nicht aus, daß erste Geschäfte (Viktoriastraße) gegründet wurden, denn die Menschen wollten mit Lebensmitteln

versorgt sein. Der Bau der ersten Schulen erfolgte alsbald und die Bevölkerung ging daran, Spendengelder für den Bau der beiden Kirchen zu sammeln. Kurz:

Betzdorf stand bald besser da als die Nachbargemeinde Kirchen. Schon entstand eine Petition (1884), in der die Betzdorfer Gemeindeväter ihr Bestreben bekundeten, sich von der Bürgermeisterei Kirchen loszulösen, um eine eigene Bürgermeisterei gründen zu können. 'Bahnbrechend' für diese Entwicklung war die Eisenbahn also im wahrsten Sinne des Wortes. Doch darf nicht der Mut einiger Unternehmer (Gebrüder Ermert, Heinrich Nickel und August Wolf) vergessen werden, durch deren Initiative die ersten eisenverarbeitenden Industriebetriebe am Ort entstanden. Besonders eng war die Waggonfabrik Ermert mit der Bahn verpflochten. Von ihr profitierten jedoch auch der gesamte Erzbergbau im Siegerland, der sich erst jetzt zur vollsten Blüte aufschwang. In Betzdorf selbst gab es zwar keine Gruben, dafür aber mehrere wichtige Verwaltungen, von denen eindeutig die größte die Kruppsche Bergverwa1tung gewesen sein dürfte.

Das gesteigerte Verkehrsaufkommen führte dazu, daß der Preußische Staat die Bahnlinien 1889 zweigleisig ausbauen ließ, nachdem er sie erst 1881 von der

Köln-Min dener -Eisen bahn-Gesellschaft übernomm en hatte. Nachdem 1886 dem Wunsch der Betzdorfer nach einer eigenen Bürgermeisterei stattgegeben wurde, zogen im Laufe der Jahre mehrere Behörden von Kirchen nach Betzdorf. Den Anfang dazu machten das Bergamt im Jahre 1891 und das Katasteramt 1892. Das Rathaus wurde 1901 fertiggestellt und bezogen. Damit lag der Grundstein für eine erfolgreiche Weiterentwicklung des Betzdorfer Raumes in wirtschaftlicher Hinsicht. Zwar erlitt die Industrie wie überall in den zwanziger Jahren unseres Jahrhunderts Rückschläge durch die allgemeine Rückentwicklung nach dem Ersten Weltkrieg. Doch wurde Betzdorf zudem noch von der Schließung der Eisenbahn-Hauptwerkstätte im Jahre 1926 stark getroffen. Eine weitere Krise stand dem Wirtschaftsraum an Sieg, Heller und Daade in den sechziger Jahren bevor, als der Erzbergbau und das damit verbundene Siegerländer Hüttenwesen ihren Niedergang erlebten. Betzdorf konnte sich hier ganz gut helfen, da bereits recht frühzeitig mit der Umstrukturierung begonnen worden war und weitere Industriezweige neben der eisenverarbeitenden Industrie erfolgreich angesiedelt werden konnten. Soweit soll ein kleiner Bliek auf die

wirtschaftlichen Dimensionen des Ortes genügen. Dieses Büchlein will einenkleinen Einblick in die Entwicklung der Stadt Betzdorf in alten Bildern geben. Dabei werden vor allem den älteren Bewohnern des Ortes gewiß noch viele Dinge bekannt sein. Bei der Auswahl der Bilder legte ich vor allem Wert darauf', auch ein wenig von dem geselligen Leben des Ortes zu zeigen. was bei der jüngeren Generation eigentlich ebenfalls Interesse wecken dürfte. Gerade bei der derzeitigen Nostalgie-Welle kommen alte Bilder und Anekdoten doch wieder 'gern-gesehen ' zum Vorschein,

Zu besonderem Dank bin ich rneinern Vater, Helmuth Bartolosch, verpflichtet, der mir für die Zusarnmenstellung des Buches sein umfangreiches Bild- und Archivmaterial bereitwillig zur Verfügung stellte. Nur so war es überhaupt möglich, mir ein Bild von der Betzdorfer Geschichte zu verschaffen. Aber auch denen allen, die meinen Vater freundlichst unterstützten und ihrn ihre Bilder zu Reproduktionszwecken ausliehen, darf ich an dieser Stelle unseren Dank aussprechen.

1. Aus dem Jahre 1876 stammt das wahrscheinlich älteste Foto von Betzdorf. Die Ansicht wurde vom 'Stößchen' aus aufgenommen. Sie zeigt uns die heute größte Stadt im Kreise Altenkirchen kurz nach dem Bau der für den Ort so lebenswichtigen Eisenbahnlinien Köln-Siegen und Betzdorf-Gießen. Damals zählte Betzdorf noch kaum 2 000 Einwohner und erst rund 80 Häuser. Hinter dem alten Bahnhofsgebäude erkennen wir die EisenbahnReparatur-Werkstätte, die für die gesamte weitere Aufwärtsentwicklung mitentscheidend sein sollte. Die Werkstätte besaß damals schon den weithin höchsten Schornstein. Insgesamt erscheint der Ort aber noch recht klein und unbedeutend.

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2, Diese Panoramaansicht aus dem Jahre 1888 zeigt uns die Eisenbahn-ReparaturWerkstätte nach der Erweiterung von 1871, wie auch einen Großteil des Rangierbahnhofs, der 1893 vergrößert wurde. Noch heute läßt sich das Geschehen im Rangierbahnhof gut vom 'Bayersberg' aus beobachten, von wo aus auch die Ansicht aufgenommen werden konnte. Woher die Bezeichnung 'Bayersberg' eigentlich herrührt, ist noch nicht mit Sicherheit geklärt. Den Überlieferungen zufolge sollen im Dreißigjährigen Krieg bayerische Truppen die 'strategisch günstige Lage' des Berges dazu genutzt haben, das St.Katharinen-Kloster und die St.-Barbara-Kapelle in Hohenbetzdorf zu beschießen, wo sich schwedische Truppen aufhielten.

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3. So präsentierte sich der Ortsteil Hohenbetzdorf dem Fotografen an einem klaren Wintertag im Schnee. Deutlich hebt sich der Molzberg (342,6 Meter über Meereshöhe) vom hellen Bildhintergrund ab. Die Bahnlinien Köln-Siegen und Betzdorf-Gießen wurden 1881 vom Preußischen Staat übernommen (Eisenbahndirektion Frankfurt am Main) und 1889 mit Ausnahme kleiner Teilstücke zweigleisig ausgebaut. Das führte dazu, daß sich weiteres Bahnpersonal im Ort niederließ und die Bautätigkeit entsprechend zunahm. Angesichts der Lage des Ortes inmitten des engen Talkessels blieb den Bauwilligen nichts anderes übrig, als ihre Häuser an den umliegenden Höhenrücken - wie hier am Molzberg - zu erstellen.

BETZDORF. Heller D. Siet!:

4. Gerade in den vergangenen Jahren hat sich Betzdorf besonders in dem Bereich der Hellermündung in die Sieg gewandelt. Durch den Bau des Omnibusbahnhofs ging der freie Bliek auf Sieg und Heller gänzlich verloren. Die Ansichtskarte aus dem Jahre 1911 zeigt uns noch den ursprünglichen Zustand von vor dem Ersten Weltkrieg. Links im Bild läßt sich die alte Drei-Bogenbrücke über die Sieg erkennen. An der Brücke befand sich das ebenfalls im Bild sichtbare 'Starostas Büdchen', ein kleiner Gemischtwarenstand. Die Firma Krupp (Essen) baute 1907 für den Chef der Kruppschen Bergverwaltung die 'Villa Siegeck' auf dem 'Stößchen'. Interessant sein dürften noch die sogenannte 'Wegersche Mühle' und das 'Heusersche Haus' auf der Insel.

BETZOORF. Hohenbetzdorf.

5. Etwa 1908 entstand diese Ansicht von dem Ortsteil Hohenbetzdorf. Links im Bild, das von der Eisenbahnbrücke über die Sieg aus aufgenommen wurde, erscheint die bereits 1903 gebaute Fußgängerbrücke über die Sieg. Dahinter erkennen wir die Waggonfabrik der Gebrüder Ermert an der Wilhelmstraße (heute Firma Patt und Dilthey-Kesselböden). Im Bild hinter den auf den Siegwiesen zur Bleiche ausgelegten Wäschestücken befindet sich das große Gebäude des Hotels 'Breidenbacher Hof'. Rechts daneben schaut der Fachwerkgiebel der Gastwirtschaft 'Kanone' hervor, die 1911 abgebrochen wurde. Wiederum rechts davon steht die hell angestrichene Schnapsbrennerei Schneider mit dem dazugehörigen Schornstein.

6. Fast 30 Jahre nach der Aufnahme des vermutlich ältesten Fotos von Betzdorf (1876) entstand erneut eine Ansicht von der Pracht aus. Inzwischen hatte sich einiges getan. Der Ort besaß nun schon seit 1881 die katholische St.-Ignatius-Kirche, das 1901 bezogene, repräsentative Rathaus (Bildvordergrund) und eine Reihe neuerrichteter, mehrgeschossiger Häuser, die dem Ort zunehmend zu mehr städtischem Format verhalfen, vor allem an der ersten Geschäftsstraße des Ortes, der Viktoriastraße in Altbetzdorf. Langsam wuchs Betzdorf als Schul-, Behörden- und Geschäftszentrum heran.

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Blick von der Alsdorferstratie

7. Diese Ansicht stammt aus den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts. Der Betzdorfer Ortsteil Geishardt - im Volksmund 'Gäsert' genannt - liegt links der schon zweigleisig ausgebauten Bahnlinie Betzdorf-Gießen. Oberhalb der 'Gäsert' stehen am Horizont die Häuser der Steinerother Straße, die ins Gebhardshainer Land führt. Der Turm der St.Ignatius-Kirche ragt aus dem Häusermeer empor. Im Vordergrund der Ansicht werden die Stützmauern der Eisenbahn-Uberführung über die Friedrichstraße hinweg sichtbar. Am rechten Bildrand erscheint das große Gebäude des St.-Josef-Krankenhauses.

GiG5S aus Berzdcrf

8. Auf dieser Ansichtskarte von Hohenbetzdorf erkennen wir im Vordergrund einen Teil der Häuser der Siegstraße (diesseits des Schienenstranges Richtung Siegen). Rechts im Bild wird ein Teil der Geldschrankfabrik Nickel wiedergegeben, die 1896 durch Heinrich Nickel aus Oberdreisbach gegründet wurde und in der Tresore, später allerdings auch Zentralheizungen hergestellt wurden (heute eines der führenden Unternehmen für Klimaanlagen). Am linken Bildrand befindet sich die Gärtnerei Gödtner mit dem dahinterliegenden Gewächshaus. Genannt werden sollte noch die ganz vorne im Bild zu erkennende, sogenannte 'Hauderei' , das allseits gut bekannte Fuhrgeschäft Hermann Beinhauer. Erhaben überragt die evangelische Kreuzkirche den gesamten Ortsteil.

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