Betzdorf in alten Ansichten Band 2

Betzdorf in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Helmuth Bartolosch
Gemeente
:   Betzdorf
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5573-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Betzdorf in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Zu einem Spaziergang durch das alte Betzdorf möchte ich die Leser einladen, zu einem Spaziergang, der uns an viele bekannte, aber auch einige weniger bekannte Plätze der Stadt an Sieg und Heller führt. Immer wieder gibt es im alten Betzdorf der Vorkriegszeit etwas Neues zu entdecken, insbesondere für die jüngere Generation. So also hat es damals dort ausgesehen, wird mancher bei unserem Rundgang bemerken. Für die älteren Mitbürger werden sich beim Betrachten der einen oder anderen Fotografie oder Postkarte Erinnerungen einstellen, an gute und an schlechte Zeiten. Beide hat auch Betzdorf erlebt, obwohl das vorliegende Bildmaterial mehr an die schönen Tage der Vergangenheit des kleinen Städtchens am Fuße des Westerwaldes erinnert. Viele der Aufnahmen stammen sogar aus der 'Kaiserzeit' , sind inzwischen also mehrere Generationen alt. Kaum zu glauben wie sich Betzdorf

seitdem entwiekelt hat. Vieles ist anders geworden; allein die Baulücken des Zweiten Weltkrieges mußten geschlossen werden. Und da ist dann manches Neue entstanden, was vordem nicht so war oder anders ausgesehen hat.

Daß es immer wieder etwas Neues im alten Betzdorf zu entdecken gibt, sprich: daß immer wieder 'neue' alte Postkarten und Fotografien auftauchen, ist nicht zuletzt das Verdienst verschiedener 'Alt-Betzdorfer' , sowie einiger engagierter PostkartensammIer. Zu meiner umfangreichen Sammlung von Originalen, als auch Reproduktionen sind allein in den vergangenen zehn Jahren unzählige Abbildungen neu hinzugekommen, von denen man vor zwanzig Jahren gar nicht gewußt hat, daß es sie gibt oder gegeben haben könnte. Allen Leihgebern sei an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön gesagt. Jeden namentlich aufzuführen, dafür ist hier nicht der Platz.

Indem jedoch einige der Raritäten hiermit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und damit zugleich für die Nachwelt erhalten sind, bekommt meine - auch hier wiederholte - Aufforderung (nachträglich) Sinn, mir zu Reproduktionszwecken Originale kurzfristig zur Verfügung zu stellen.

Wo nun soll uns unser Rundgang hinführen? Zunächst sehen wir uns das alte Betzdorf von den umliegenden Höhen aus an. Wir erhalten einen Überbliek, einen Gesamteindruck von der Lage des kleinen Städtchens am Zusammenfluß von Sieg und Heller, jenem Verkehrsknotenpunkt, dem der Bau von Straßen und Eisenbahnen im 19. Jahrhundert zu großem Aufschwung verholfen hat. In dem Zusammenhang sei dem Leser die älteste bisher bekannt gewordene Ansichtskarte von Betzdorf aus dem Jahr 1891 nicht vorenthalten. Andere 'Grüsse aus Betzdorf' runden das Bild ab, geben uns einen Ein-

druck vom Zustand und der Ausdehnung der 'Eisenbahnersiedlung' um die Jahrhundertwende. Wir wollen nicht alles vorab verraten, was dieses Büchlein birgt. Nur einige Stichworte seien genannt, umsozusagen - Appetit zu machen weiter- und weit erzublättern: Wer erinnert sich noch an das alte Café Steinwascher, wer an die Gartenwirtschaft des Gasthofs VomfeIl? Wie sah es im 'Rainchen' früher aus? Wie lebten und arbeiteten die alten Betzdorfer Handwerker und ihre Familien? Und zum Schluß:

Wer waren 'Kaiser's Wilhelm' und sein 'Minchen'? Alle diese Fragen führen uns mitten hinein ins alte Betzdorf, so wie es sich in der Zeit bis in die frühen 1930er Jahre darstellte. Beginnen wir also mit unserem Gang durchs alte Betzdorf, auf daß sich die Älteren unter uns erinnern und die Jüngeren etwas von vergangenen Zeiten erfahren.

1. Die älteste bildliche Darstellung Betzdorfs stammt aus dem Jahr 1872. Peter Schmidt, ein sehr versierter Zeichner, 'zauberte' mit seinem Stift ein idyllisch anmutendes Bild, Es zeigt Betzdorf von der vorderen Pracht (Stößchen) aus. Am linken Bildrand sehen wir die Gerberei; rechts im Bild befindet sich der Bahnhof. In der Zeit, als die Zeichnung entstand, dominierten noch die hellen Fachwerkhäuser mit ihren dunklen Holzbalken. Es waren freundliche Fassaden. Die 1862 aufgestellte Notkirche, die dort stand wo sich heute das Rathaus befindet, sowie das Gerbereigebäude passen sich mit ihrem Fachwerk gut in das Ortsbild ein. Neben der Notkirche wird übrigens gerade Wäsche gebleicht. Im Vordergrund sehen wir die Gastwirtschaft Weber, die 1878 zum Hotel 'Deutsches Haus' umgebaut wurde.

2. Diese - im Original farbige - Lithographie der Hermbergschen Litho-Anstalt in Lübeck zeigt Betzdorf vom Bayersberg aus. Wir sehen den Ort in umgekehrter Richtung der vorherigen Abbildung. Der Künstler, der dieses dekorative Bild geschaffen hat, stellt die Eisenbahnanlagen naturgetreu dar, während er links und rechts davon teils großzügig verfährt und generalisiert. Die Lithographie entstand 25 Jahre nach Fertigstellung der Eisenbahn durch das Sieg- und Hellertal. Im Mittelpunkt ist die Dreibogenbrücke über die Sieg zu erkennen. Sie entstand 1843 im Zuge des Baus der 'Staatsstraße von Koblenz nach Minden', so die offizielle Bezeichnung des Verkehrsweges bis 1873.

3. Das älteste bekannte Foto von Betzdorf ist in Band 1 von 'Betzdorf in alten Ansichten', Bild 1, bereits veröffentlicht worden. Das zweite hier gezeigte Foto wurde 1885, neun Jahre später, ebenfalls von der 'Pracht' aus auïgenomrnen In dieser Zwischenzeit hat sich einiges verändert: die St.-Ignatius-Kirche mit ihrem 48 Meter hohen Turm ist 1879-1881 gebaut worden, die alte katholische Volksschule wurde 1878 abgebrochen und an dieser Stelle die Gastwirtschaft Hähner errichtet. An der Burgstraße steht der dunkle Ziegelsteinbau der 1877 gebauten katholischen Volksschule. Nur am Weg von der Hellerbrücke zum Bahnhof, der späteren Bahnhofstraße, steht noch kein Haus. Hier beginnt man erst Anfang der neunziger Jahre mit der Bebauung.

4. Diese Abbildung ist die älteste bekannte, auf der die evangelische Kirche in Hohenbetzdorf zu sehen ist. Das Gotteshaus mußte allerdings noch zu Ende gebaut werden. Der Kirchturm war noch zu beschlagen, wobei dann ein Dachdeckerlehrling tödlich abstürzen sollte. Unter Beteiligung von 28 Pfarrern wurde die Kirche am 31. Oktober 1895 eingeweiht. Die Baukosten betrugen 180000 Goldmark. Das Foto, das leider im Laufe der Jahrzehnte etwas verblaßt ist, wurde vom oberen Rand des 'Böhlhahn' aufgenommen, ca. 50 Meter westlich der heutigen Marienschule.

/

6mss aus Betzdorf, Sieg.

I

V~lllIg ven P. Rosenxwelg , Pbötograpn, ßetzdort a. Sif'g.

5. Eine dreiteilige Ansichtskarte mit Panoramabliek von Betzdorf verlegte der Fotograf Peter Rosenzweig um 1904. Der linke Kartenteil zeigt die südliche Gemarkung Betzdorf. Der berganführende, sehr kurvenreiche und noch nicht ausgebaute Weg am linken Bildrand führt nach Steineroth, Gebhardshain und Hachenburg. Das 'Kreuzland' (links) und der 'Sandersgarten' (rechts) waren zur Zeit der Aufnahme noch landwirtschaftliche Nutzfläche, ebenfalls das Gelände oberhalb der St.-Ignatius-Kirche, der 'Bühl'. Der tiefeingeschnittene Öhndorfbach mit dem Wald des 'Rainchens' schiebt sich dazwischen. Das 1900 gebaute Rathaus, die heute noch bestehende Unterführung und die Kirchstraße sind unten rechts deutlich zu erkennen.

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6. Im Mittelteil der dreiteiligen Ansichtskarte sehen wir die fast voll bebaute 'Altstadt', die Bahnanlagen mit Bahnhof und die Eisenbahn-Reparatur- Werkstätte, die damals schon über dreihundert Bediensteten Arbeit und Brot gab. An der Burg- und MoltkestraBe standen bereits einige Wohnhäuser. Die zweite katholische Volksschule ist zu erkennen. Oberhalb des schienengleichen Bahnüberganges an der Wilhelmstraße finden wir die 'Betzdorfer Getreidepräparatefabrik Rudolf Krämer', die hier Haferfloeken herstellte.

7. Der Ortsteil Hohenbetzdorfbefindet sich auf dem dritten, rechten Teil. Am linken Kartenrand verläuft die Wilhelmstraße in Richtung Eisenbahnkolonie. Links vom Mittelpunkt der Karte leuchtet hell das Gelände des Baugeschäftes Sohn hervor. Aus dem hier gegrabenen Lehm werden bis um 1900 Feldbrandziegelsteine hergestellt. In dem dahinter liegenden Wegedreieck Blücherstraße/Molzbergstraße erkennen wir das Pfarrhaus der evangelischen Kirchengemeinde und am rechten Kartenrand die 1894/95 gebaute evangelische Kirche.

8. Eine Rarität fand sich vor einiger Zeit in einem alten Familienalbum wieder: die älteste bis heute bekanntgewordene Ansichtspostkarte von Betzdorf aus dem Jahre 1891. Sie wurde am 31. Dezember 1891 zwischen 9 und 10 Uhr von dem ersten Mediziner Betzdorfs, Dr. med. Eugen Euteneuer, der Kaiserlichen Post zur weiteren Beförderung an einen Patienten übergeben, wie es der Poststempel auf der Rückseite der Karte ausweist. Dr. Euteneuer war der Eigentümer der Betzdorfer Kaltwasserheilanstalt 'Germaniabad' an der Wilhelmstraße. Den 'Herzlichen Glückwunsch zum Neuen Jahre', den der Arzt an seinen Patienten richtete, konnte dieser bereits am Nachmittag desselben Tages in Händen halten. Bei täglich zweimaliger Postzustellung war das damals für eine 5-Pfennig-Briefmarke noch möglich.

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