Biebertal in alten Ansichten

Biebertal in alten Ansichten

Auteur
:   Ekkehardt Löw
Gemeente
:   Biebertal
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5567-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Biebertal in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Biebertal, eine Großgerneindc, die im Zuge der Gebietsreform aus ursprünglich sieben Ortsteilen entstanden ist, wenn man Rodheim und Bieber getrennt aufführt, nämlich Frankenbach, Fellingshausen, Bieber, Rodheim, Krumbach, Königsberg und Vetzberg, ist auf der Karte des Landes Hessen 12 km nordöstlich von Wetzlar und 8 km nordwestlich von Gießen zu finden. Die Landschaft ist geprägt durch die beiden Burgen Gleiberg und Vetzberg, an denen man vorbeifährt, wenn man sich dem Ortsteil Rodheim nähert, durch den 498 m hohen Dünsberg mit seinen keltischen Wallanlagen, seinem Aussichtsturm und seinem Fernsehturrn, wie auch durch die liebliche und milde Mittelgebirgslandschaft mit ihrem reichen Waldanteil, der besonders bei der Gemarkung Frankenbach anteilmäßig zur Gemarkungsfläche auffällt. Insgesamt beträgt die Einwohnerzahl der Gemeinde heute 10 277 Personen.

Die Höhenlage der einzelnen Ortsteile bewegt sich zwischen 180 m (Rodheim) und 350 m (Königsberg als höchstgelegenem Ortsteil) . Die größte räumliche Entfernung zwischen den Ortsteilen besteht zwischen Frankenbach und Rodheim-Bieber mit 7 km. Als man auf der Suche nach einem gemeinsamen Namen für die neue Großgemeinde war, 1970, gab es auch Vorschläge, das neue Verwaltungsgebilde, mit dem man den einzelnen Dörfern ihre Selbstverwaltung und einen Teil ihrer Identität zwangsweise genommen hatte, 'Dünsbergen' zu nennen, da die größte Gemeinsamkeit der sieben Ortsteile doch sicherlich der Dünsberg gewesen wäre, um den herum sie sich gruppieren. Viel weniger ist dies der Bachlauf der Bieber, die mil dem Dünsbergbach im Rißgrund in der Gemarkung Frankenbach ihren Anfang nirnrnt, ab der Obermühle bei Bieber eben 'Bieber' heißt und in ihrem Verlauf lediglich die beiden Ortsteile Bieber und Rodheim berührt, so daß als reines Biebertal nur der Bachlauf zwischen Obermühle und dem Gemarkungsbereich Rodheim in der Nähe der Amtmannsmühle am Ortsausgang in Richtung Heuchelheim zu bezeichnen

wäre. Im Verlauf ihrer Geschichte gehörten unsere Ortsteile zum Kreis Biedenkopf, zum Kreis Wetzlar und schließlich zum Landkreis Gießen.

Während Rodheim und Bieber zusammen mit Vetzberg ihrer Lage nach als zum Randbereich des Gießener Beckens gehörig bezeichnet werden können, liegen die übrigen Ortsteile entweder wie Fellingshausen angelehnt bereits an den Dunsberghang, oder mitten in den Ausläufern des Gladenbacher Berglandes.

Von dem etwa 350 m hoch gelegenen Königsberg aus blickt man wie von einer Aussiehtsplatform und nicht weit von der Dünsbergkuppe entfernt, die zum Greifen nah ist, hinunter auf die Ebene zwischen den plastisch wirkenden Burgen von Vetzberg und Gleiberg.

Um den Ortsteil Frankenbach zu erreichen, fahren wir dicht am Dünsberg vorbei und überqueren die Wasserscheide des Isselscheid und gelangen so in das von großem Waldreichtum geprägte und auf einer Höhe von 300 m liegende Frankenbach. Nicht nur geografisch treten wir hier in einen anderen Bereich ein, sondern auch in der Nähe des Krumbacher 'Kreuzes' beginnend, in einen meteorologischen.

Klima- und Temperaturdifferenzen bis zu 5 oe wie auch kältere Ostwinde, die aus dem Marburger Land heraufwehen, sind keine Seltenheit. Die Landschaft Frankenbachs ist vor allem durch den Waldreichtum und seine Berge, die wie Perlen an einer Kette die Gemarkung umgeben wie auch die lieblichen Täler des Dünsbergbaches und des Versbaches geprägt. An Bergen mit reichhaltiger geschichtlicher Vergangenheit sind zu nennen: Helfholz, Hungerberg. Todrnal, Kleiner Dünsberg, Eichenhardt, Nickenberg und Wilsberg.

Erwähnenswert sind ebenfalls in der Frankenbacher Gemarkung die ehemalige Gruppenhofsiedlung Bensburg im Dünsbergsgrund und die beiden Wüstungen Gilbertshausen und Melmertshausen; bei der letzteren sind die Erdaufwürfe und

die Hofanlagen noch heute feststellbar .

Rodheim, Bieber, Fellingshausen und Königsberg sind in ihrer Geschichte stark mitgeprägt durch die hier vorhandenen ehemaligen Eisenerzgruben oder Tagebaue wie auch die Kalksteinbrüche, deren Material mit der 1898 eingerichteten Biebertalbahn über den Abendstern nach Gießen weitertranportiert wurde. Aufgrund von fehlenden weiteren Verkehrseinrichtungen war die Biebertalbahn zwischen 1898 und 1952 (letzte Fahrt im Personennahverkehr) für die Bewohner unserer Ortsteile äußerst wichtig. Den Bahnhof in Bieber oder Rodheim in der Nähe der heutigen Sparkasse erreichte man entweder nur zu Fuß, per Fuhrwerk oder falls schon vorhanden, mit dem Fahrrad, zumal nich wenige Menschen ihren Arbeitsplatz in der fruchtbaren Wetterau hatten und nicht nur in Gießen oder Wetzlar. Einige Jahre später wurde der Betrieb der Biebertalbahn auch für den Materialtransport eingestellt. Die Bieberlieslok dämmerte dann einige Jahre vor dem Sporthotel Wettenberg in Wind und Wetter vor sich hin, bis die Museumsfreunde Plettenberg im Sauerland gegen einen hohen finanziellen Aufwand die Lok in Thüringen restaurieren ließen und diese nun Attraktion auf einer Museumsstrecke ist, die die Biebertaler gerne besuchen. Eine große Chance, die Bahn auf einer Teilstrecke im Biebertal zwischen den Bahnhöfen Bieber und Rodheim zwischen Frühjahr und Herbst fahren zu lassen, wurde vertan. Heute fährt man mit einer gewissen Wehmut ins Sauerland.

Der Bereich zwischen Bieber und Rodheim ist auch geprägt durch die hier vorhandenen nicht mehr in Betrieb befindlichen Mühlen: die Obermühle, die einen berühmten Sohn hat, den Kupferstecher Joharm Georg Will (1715-1808), die Strohrnühle, die Steinmühle, die Rehmühle, ein Haus mit alter Tradition als Gaststätte, Henners Mühle, die Biebermühle , die Waldrnühle, die Rodheimer Mühle, der Hof Schnitte und die Amtmannsmühle.

In ihrer Geschichte geprägt sind alle Ortsteile mehr oder weniger durch die mittelalterlichen Herrschaftsgebiete , denen sie zuzuordnen sind. Wenn 'Leibeigenen- und Frohnregister - so für Frankenbach - vorhanden sind, dann kann daraus gefolgert werden, wie stark die Menschen im früheren wie auch noch im späten Mittelalter fremdbestimmt waren und unter Amtrnännern, Baroncn, Grafen und Fürsten zu leiden hatten, denen sie nicht nur den 'Zehnten' abzuliefern harten, sondern ihnen mit ihrer Arbeitskraft und -zeit wie auch ihrem Leben im Kriegsfalle zur Verfügung zu stehen hatten, ebenso wie beim Bau der Burgen von Hohensolms, Gleiberg. Vetzberg und dem Schloß Königsberg.

Die Anfänge der Burg Vetzberg sind um 1100 anzunehmen, während der sich teils innerhalb der Burgmauern, später aus Platzmangel außerhalb ansiedelnde Ort im Jahr 1226 erwähnt wird. Der Vetzberg ('Vogtsberg') wurde als Vorburg des Grafen von Gleiberg errichtet und war Sitz eines Gleiberger Vogtes.

Vom 309 m hohen Vetzbergplateau schaut man weit ins Lahntal hinein. Leider ist der Turm bisher nicht zugänglich, da eine Treppe in seinem Innern noch nicht installiert ist.

Die erste Erwähnung des Ortsteils Frankenbach erfolgt im Jahre 1285, als ein Frankenbacher Bürger vor Gericht erwähnt wird. Die Bensburg, der bereits erwähnte Gruppenhof, wird in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Lorsch 788 und die spätere Wüstung Gilbertshausen im Jahre 890 schon erwähnt. Aus der siedlungsgeografischen Herleitung wie auch aus Spuren unserer Vorfahren haben unsere Dörfer jedoch sämtlich ein höheres Alter als zufällig verfaßte Urkunden beweisen. So sind Rodheim und Bieber im 7. Jahrhundert, Frankenbach, Krumbach und Fellingshausen im 8. Jahrhundert und Königsberg frühestens im 9. Jahrhundert als entstanden zu betrachten.

Krumbach, das zum erstenmal1263 erwähnt wird, ist beson-

ders charakterisiert durch die Nähe zum großen Waldgebiet des Krofdorfer Forstes wie auch seine Orientierung zum Bachgebiet der Salzböde und der Vers und seine geografische Lage diesseits der Wasserscheide und seine Hingewandtheit Richtung 'Hessenland' ,d.h. Beeinflussung vom Marburgischen Bereich her.

Beide Ortsteile, Frankenbach und Krumbach, haben die gemeinsame ehemalige Grenze zwischen dem Großherzogturn Hessen und dem Königreich Preußen einesteils und den Herren zu Kassel wie außerdem bei Krumbach die Grenzrnarkierung zu den Herren von Nassau-Weilburg, die einst auf der Burg zu Gleiberg herrschten; heute noch zu sehen bei den Dreiherrensteinen in der Nähe des Forsthauses Waldhaus an der Straße zwischen Krofdorf und der Schmelz-Mühle im SalzbödetaI.

Fellingshausen wird erstmals im Jahre 1263 erwähnt, als Entstehungszeit kann jedoch das 8. Jahrhundert vermutet werden. Zur Entstehung des Namens mutmaßt man, daß ein 'Fäling' (Sachse) hier eine Gruppenhofsiedlung gründete, zumal der Name 'Failing' noch heute in diesem Dorf wie auch in benachbarten Dörfern vorkommt. Der Ort ist charakterisiert durch seine Nähe zum 'Hausberg' der Biebertaler wie der Heuchelheimer und Gießener die daneben ihren Schiffenberg haben, dem Dünsberg, der als höchster Berg der näheren Umgebung an den Wochenenden eine Menge Besucher anzieht, deren Anzahl die Berghütte auf dem Gipfel häufig nich fassen kann. Der vor einiger Zeit erhöhte Aussichtsturm bietet bei klarem Wetter eine weite Sicht, zur Angelburg, zum Feldberg, ins Marburger Land oder bis zur Hohensolmser Burg.

Das Dorf Rodheim wird erstmals im Jahre 1150 erwähnt. Es gehörte in den Herrschaftsbereich der Grafen von Gleiberg. Auch die Herren von Vetzberg hatten Besitz in der Rodheimer Gemarkung. Die Dörfer Rodheim, Fellingshausen, Kinzenbach, Heuchelheim, Klein-Linden, Allendorf, Atzbach, Dor-

lar und Waldgirmes bildeten die' Mark Rodheim ' , einen genossenschaftlichen Zusammenschluß; hierin hatten die Grafen von Nassau und die Landgrafen von Hessen die Oberhoheit. Später kam Vetzberg zu Preußen, während Rodheim und Fellingshausen bei Hessen-Darrnstadt verblieben. Nach 1866 mußte Hessen-Darmstadt das 'Hinterland' um Biedenkopf und das Amt Königsberg an Preußen abgeben. Auf die weitere geschichtliche Entwicklung bin ich bereits eingegangen.

Es ist nun nicht sinnvoll, in dieser Einleitung ausführlich die Geschichte unserer Ortsteile darzustellen, was an anderer Stelle - siehe Dünsbergbuch oder in Bemühungen anderer Autoren oder Vereine wie z.B. Heirnat- und Geschichtsverein Frankenbach - bereits erfolgt ist, Dieser kurze Abriß sollte nur die wechselvolle Geschichte in kurzen Anrissen beleuchten. Es gibt an anderer Stelle genügend Möglichkeiten, sich ausführlicher zu informleren. zumal dies nicht Sinn dieses Bildbandes ist.

Wir sind der Europäischen Bibliethek in Zaltbommel/Niederlande dankbar, daß wir mit ihrem Angebot die Möglichkeit ergreifen konnten. Bildmaterial aus alten Zeiten zusarnrnenzustellen, um das, was im Entschwinden begriffen ist, wenn es nicht gesammelt und zumindest fotografisch festgehalten wurde und wird, zu dokumentieren.

Biebertal ist heute eine Großgemeinde, in der auch jeder einzelne Ortsteil seine Identität mit Selbstbewußtsein verlangt und seine besonderen Wünsche zur Charakterisierung durchsetzen möchte, und das mit Recht. Geografische Besonderheiten und Unterschiede in der Geschichte wie auch charakteristische Unterschiede in der Bevölkerung der verschiedenen Ortsteile werden bleiben und sind zu akzeptieren. Die Bewohner aller Ortsteile können stolz auf ihr Dorf sein und mit Freude auf ihre abwechslungsreiche, durch Berge, Burgen, große Waldgebiete und eine wunderschöne Natur geprägte Landschaft blieken, die einen großen Erholungswert besitzt.

üRTSTEIL FRANKENBACH

1. Frankenbach vor 100 Jahren: Ein kleines stilles Bauerndorf, von Bergen umgeben. Auf dem Foto oben links sehen wir den Aussichtsturm auf dem Dünsberg, dem 'Hausberg' der Biebertaler. Unten links im Bild erkennen wir das Gasthaus 'Zum Kaiser Wilhelm ' von der Witwe Louis Geiler.

2. Johann Jost Gerlach - 'Moatthies Hanjust' - mit seinem Pferdefuhrwerk, seinem Sohn und zwei Enkeln in der Durchfahrt seines fränkischen Dreiseithofes in der Kirchstraße.

3. Die alte Dreschmaschine steht auf dem Hof des Christian Wack (Schulz Schreiner). Nachbarn und Verwandte helfen sich gegenseitig bei der Drescharbeit.

4. Straßenpartie im Erdaer Weg vor 1920. Die Straße war damals noch mit einer geschotterten Straßendecke versehen, und es gab keine Bürgersteige. Im Hintergrund erkennen wir den Wilsberg.

5. Wir werfen einen Bliek in die Kirchstraße - das 'Onnerdorf' - mit ihren schönen Fachwerkhäusern aus dunklem Eichenholz und Weiß geputzten Gefachen.

6. Der Winter ist gekommen mit Kälte und Schnee. Dorfschäfer Karl Schmidt und die Schafe kehren zur Freude der Kinder ins Dorf zurück.

7. Zigarrenmacherinnen der Firma Rinn & Cloos der Filiale Frankenbach mit ihrem Werkmeister Ernst Gruber 1932. Für Frankenbachs Frauen und Mädchen war zu dieser Zeit die Arbeit in der Zigarrenfabrik fast die einzige Verdienstmöglichkeit.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek