Biesenthal in alten Ansichten

Biesenthal in alten Ansichten

Auteur
:   Gertrud Poppe
Gemeente
:   Biesenthal
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5546-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Biesenthal in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Biesenthal, nordöstlich von Berlin gelegen, ist eine Kleinstadt in der Mark Brandenburg, auf dem Höhenzug des Barnim. Im Jahre 1258 wurde Biesenthal (Bisdal) erstmals urkundlich erwähnt. Auf der Burg amtierte ein markgräflicher Voigt. Biesenthal ist eine der ältesten märkischen Städte und erlebte eine wechselvolle Geschichte. Der genaue Termin der Stadtgründung ist heute nicht mehr zu ergründen. Mehrere Brände suchten diese Stadt heim, wodurch die Urkunden früherer Zeiten vernichtet wurden.

Auch von Kriegsereignissen blieb Biesenthal nicht verschont. König Gustav Adolf von Schweden belagerte die Stadt 1631 mit 3 000 Mann. Die Stadt wurde 1672 Garnisonsstadt. Die Schweden überfielen und plünderten die Stadt 1674175.

An den im Zeitraum von 1864-1871 stattgefundenen Kriegen nahmen auch Biesenthaler Bürger teil. In dem Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 wurden 20 Bürger der Stadt Biesenthal nach Dänemark beordert. Am Deutsch-Österreichischen Krieg von 1866 nahmen 44 Biesenthaler Bürger teil. Beim Deutsch-Französichen Krieg von 1870/71 mußten 12 Bürger der Stadt ihr Leben lassen. Im Ersten Weltkrieg kehrten 90 Einwohner der Stadt nicht mehr in ihre Heimat zurück. Geschichtlich bekannt wurde Biesenthal durch die Burg auf dem Schloßberg. 1329 wird erstmals ein 'Hus zu Bisdal' erwähnt. Auch im Carolinischen Landbuch von 1375 werden das Schloß und die Burg Bysdal genannt. Die Familie von Arnim erhält 1426 Burg und Stadt Biesenthal. Im Jahre 1522 war die Burg nur noch als Ritterhaus vorhanden und wurde zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges zerstört.

Die Burg Biesenthal war auf den beiden Schloßbergen errrichtet. Eine Zugbrücke verband beide Berge.

Der erste Aussichtsturm, ein Holzbau, wurde am 24. Juni 1885 auf dem Schloßberg eingeweiht. Die Bürger dieser Stadt lebten damals vom Ackerbau, von der Viehzucht und der Fischerei. Nach dem Dreißigjährigen Krieg entwickelte sich das Hand-

werk in der Stadt und einige Innungen entstanden.

Die Stadt liegt an der Eisenbahnstrecke Berlin-Stettin. Im Frühjahr 1841 wurde mit dem Bau der Eisenbahnlinie begonnen. Da die Biesenthaler Städtischen Körperschaften gegen die Errichtung des Bahnhofs in unmittelbarer Nähe der Innenstadt waren, wurde der Bahnhof ca. 3 km vom Stadtkern entfernt erbaut. Erst 1843 wurde ein Haltepunkt in Biesenthal errichtet. Am 1. August 1843 wurde der Verkehr auf der Bahnstation Biesenthal eröffnet. Friedrich Wilhelm IV. nahm an der Einweihungsfeier am 15. August 1843 teil. Für die Stadt gewann der Bahnhof sehr schnell an Bedeutung. Da der Weg von der Stadt zum Bahnhof immerhin 3 km betrug und auch ziemlich unwegsam war, sah sich die Stadt veranlaßt, 1865 eine befestigte Straße zu bauen - die Bahnhofstraße, die noch heute sehenswert ist.

Zur Population Biesenthals gäbe es folgendes zu sagen: Innerhalb der letzten 400 Jahre wuchs die Einwohnerzahl Biesenthais auf ca. 5 000 Personen an. Im Jahre 1595 wird von ca. 250 Einwohnern berichtet. 1652 jedoch waren es nur 128 Menschen, resultierend aus den Folgen des Dreißigjährigen Krieges und der 1632 ausgebrochenen Pestepidemie. 1750, vor dem großen Brand, waren es bereits 829 Einwohner, nach dem Brand 1770 zählte die Stadt schon wieder 890 Bewohner. Um 1800waren es 980 Bürger. 100Jahre danach, also um 1900, beherbergte die Stadt bereits 2 727 Bürger. 1930 lebten in Biesenthai ca. 3 300 Einwohner.

Nachdem das erste Rathaus beim Großbrand 1756 vernichtet wurde, erhielt die Stadt 1760 ein neues Rathaus. 1874 fand die Erbauung des 'Neuen Rathauses' als Erweiterungsbau statt. Im nunmehr 'Alten Rathaus' wurde eine Gaststätte 'Ratskeller' eingerichtet.

Durch die Entdeckung einer Quelle im Garten des Dr. Lindows (Breitestraße 16), die Magnesium, Schwefel und Eisen enthielt, wurde dort ein Kurgarten angelegt und ein Kurhaus

dazu errichtet. Um den Kurgästen Möglichkeiten der Entspannung und Erholung zu bieten, schuf man die Anlagen auf dem Schloßberg und die Parkanlagen am Schützenhaus. So begann man also 1874 mit dem Aufbau der Stadt als Luftkurort. Biesenthal war ebenfalls reich an Vereinen. Dazu zählten z.B. der Landwirtschaftsverein, der Imker- und Obstverein, die Schützengilde, der Bund der Handwerker, der Deutsche Holzarbeiterverband, die Freiwillige Feuerwehr, der Flottenverein, der Frauen- und Jungfrauenverein, der Krieger- und Landwehrverein, der Radfahrerverein, der Soziale Wahlverein, der Sparverein, der Turnverein, der Verein zur Förderung allgemeiner Interessen sowie einige Chöre, andere Sportvereine und Kegelclubs.

Die industrielle Entwicklung blieb bis auf wenige Industriefirmen aus. So können wir von einer Ziegelei berichten, die bereits 1712 erwähnt wurde und von einer weiteren Ziegelei, die 1815 auf dem Binsenberg errichtet wurde, wo 1831 der heutige Friedhof von der Stadt angelegt wurde. Um 1815 existierten auch eine Sirupfabrik und mehrere Brauereien. Die bekannteste war wohl die der Familie Seidel am Schützenhaus. Weiterhin bekannt sind eine Sargfabrik, die spätere Möbelfabrik, die Drahtfabrik der Firma Hellwig, die Seidenweberei Lehmann und am Bahnhof die Baumschule Lorberg, die Landmaschinenfabrik Völker sowie ebenfalls am Bahnhof die Steinwerke, später Rolandwerke.

Aufgrund der wald- und wasserreichen Umgebung Biesenthals sowie idyllisch gelegener kleiner Täler, ist Biesenthal stets ein Anziehungspunkt für Naturfreunde und Urlauber. Einige Flußläufe und Bäche durchziehen die Landschaft und bilden somit leichte Staumöglichkeiten, die sich besonders gut für den Betrieb von Mühlen eignen.

Am Schloßberg vorbei führt der Weg zur Wehrmühle, die heute zwar nicht mehr in Betrieb, aber noch teilweise erhalten ist. Die Stadtmühle, früher Kietzmühle genannt, steht an der

Hauptstraße, im einstigen Kietz. Der Fluß, die Finow, fließt daran vorbei. Die Hellmühle liegt abseits der Straße nach Lanke, von herrlichem Buchenwald umgeben und direkt am Hellsee gelegen. Die Neue Mühle stand in der Nähe der Schützenstraße und lag am Sydower Fließ. In Lange Rönne, in Richtung Lobetal, liegt die Langerönner Mühle. Der Weg dorthin führt durch eine herrliche Wiesenlandschaft, wo auch Orchideen zu finden sind. Am Bahnhof Biesenthal wurden vom Getreidegroßhändler Hermann Wilke ein Getreidespeicher und eine Motormühle errichtet.

Biesenthal, von vielen Seen umgeben, ist ein Dorado für Natur- und Wanderfreunde. Viele dieser Seen bieten Gelegenheit zum Angelsport. Der romantisch gelegene Große Wukensee ist Anziehungspunkt zahlreicher Badegäste in jedem Sommer. Aufgrund seiner Lage und des reichen Seengebietes ist Biesenthai ein begehrtes Ausflugs- und Erholungsgebiet vieler Touristen und besonders ein beliebtes Naherholungsgebiet für Berliner.

Bei der Erarbeitung dieses Materials konnte keine Vollständigkeit der Angaben erreicht werden. Möglicherweise sind auch unbeabsichtigt kleine Fehler enthalten, die der Leser entschuldigen möge. Für ergänzende Hinweise hierzu ist der Verfasser dieses Buchleins jederzeit dankbar. Hiermit möchte ich mich recht herzlich bei all denjenigen bedanken, die durch ihr Fotomaterial und ihre Erfahrungen, Ratschläge und Kenntnisse dazu beitrugen, dieses Buch zu gestalten.

Quellen:

Julius Meyer, Chronik der Stadt Biesenthal, 1886

Rudolf Schmidt, Entwicklungsgeschichte Stadt und Amt Biesenthal, 1924

Rudolf Schrnidt, Geschichte der Stadt Biesenthal, 1941

O. nerrticher Berg. v.7 eçe: u St). ei. Auf dem Ritter Arnim oer STO/ze oe th ron t. " Ob ein letirteusend. aueh bald ver/a ncn ~ Der 'alte Zauber noch In Dir wormt.

1. So soll einst die Burg Biesenthal auf dem großen Schloßberg ausgesehen haben, 1329 erstmals urkundlich erwähnt als 'Das Hus zu Bysdal'. Sie war eine Doppelburg, beide Teile mit einer Zugbrücke verbunden. Ein Burggraben umzog die Befestigung. Heute sind nur noch die Reste vom damaligen BurgkeIler vorhanden. Daneben steht jetzt der Aussichtsturm. Bei Ausgrabungen im Jahre 1885 wurde auf dem Schloßberg eine Anzahl Degen, Messer und Reste von Hausrat gefunden.

2. Das Wappen der Burgherren von Arnim war wahrscheinlich das erste Wappen der Stadt. Es stellte ein rotes Feld und zwei silberne Querbalken dar. Seit 1577 erscheint der rote brandenburgische Adler im silbernen Feld. 1785 wird in einer Urkunde ein schwarzer Adler erwähnt, wahrscheinlich als Folge des großen Brandes von 1756. Das heutige Wappen wurde 1906 der Stadt verliehen. Man erkennt ein Burgtor mit einem Fallgitter , von zwei Türmen flankiert. Zwischen den Turmspitzen befindet sich der rote Adler. Den Abschluß bildet ein dreitürrniger Mauerkranz.

3. Am 18. Oktober 1907 wurde dieser Aussichtsturm auf dem großen Schloßberg eingeweiht. Über dem Eingang zur Vorhalle des Turmes sehen wir links ein Wappen mit der Jahreszahl 1315, der ersten urkundlichen Erwähnung Biesenthals, rechts das Wappen der Stadt von 1906. In der Halle auf einem Podest stand einst die holzgeschnitzte Statue von Kaiser Friedrich II., nach dem der Turm benannt wurde. Von der oberen Plattform des Turmes war damals ein herrlicher Rundbliek über die Stadt und das Finowtal möglich. Heute versperren hohe Bäume leider die Aussicht. Der Vorgänger dieses steinernen Turmes war aus Holz und wurde im Jahre 1885 eingeweiht.

LuftkurortBiesejîthal i. M.

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4. Eines der ältesten Häuser in Biesenthal ist das Haus mit der früheren Nummer 150, gelegen in der Schulstraße mit der heutigen Hausnummer 10. Es gehörte dem Berliner Magistratssekretär Herrn Hintze. Dieses Gebäude soll als einziges beim großen Stadtbrand 1756 verschont worden sein. Ehemals hatte das Haus zwei Eingänge. Der eine ist zugemauert. Darüber steht folgende Inschrift: Si Deus pro nobis quis contra nos (wenn Gott mit uns ist, Wer ist gegen uns) und die Jahreszahl MDCCVII (1707). Das Haus ist jetzt, dank dem letzten Besitzer, in mühevoller Arbeit und unter äußerst schwierigen Bedingungen von ihm selbst zum größten Teil rekonstruiert worden. Foto oben: hintere Ansicht; vor der Rekonstruktion, und Foto unten:

Straßenansicht; nach der Rekonstruktion.

5. Beim Großbrand 1756 wurde diese Kirche ein Opfer der Flammen. Der Granitunterbau des Turmes blieb erhalten. Der Neuaufbau dieser Kirche begann einige Jahre nach dem Brand und wurde 1767 vollendet. Ein schwerer Sturm im Jahre 1801 riß das Kirchen- und Turmdach ab. Eine neue Orgel wurde 1822 erbaut. Die Fenster und die Eingangstüren wurden 1844 erneuert. Der Wetterhahn und die Kugel wurden 1858 vom Turm heruntergenommen, um die Kugel neu zu vergolden. Im Sommer 1927 wurde nochmals eine Instandsetzung der Kirche vorgenommen.

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6. Innenansicht der evangelischen Kirche. Das Hauptportal des Altars ist ein sehr hoher Säulenbau, verbunden mit einer Rokokokanzel. Im Vordergrund der Tauftisch, in Form eines Steins, der am 3. Juli 1836 vom Bischof Dr. Neander eingeweiht wurde. Die darin befindliche Messingtaufschüssel sowie zwei Almosenbecken, ebenfalls aus Messing mit getriebenen Ornamenten, stammen noch aus der Zeit vor dem großen Brand 1756. Die Inschrift lautet: LG Eis/er 1717. Die zwei AItarleuchter und ein silbernes Kruzifix mit vergoldetem Körper, stammen aus dem Jahre 1875. Hinter dem Altar befindet sich die Sakristei, die 1858 neu aufgebaut wurde. Die Länge der Kirche beträgt im Innern 28 Meter, die Breite des Altars 9 Meter und die des Kirchenschiffs 12 Meter. Die Inneneinrichtung erfolgte mit zweigeschossigen Emporen rechts und links über den Bankreihen.

7. Im Jahre 1878179 wurde dieses evangelische Pfarrhaus in der Schulstraße erbaut, nachdem schon drei Pfarrhäuser aus zurückliegenden Jahrhunderten der Feuersbrunst zum Opfer fielen. Das älteste Pfarrhaus wird schon um 1600 erwähnt, aber brannte 1632 ab. Das 1710 erbaute Pfarrhaus brannte 1756 ebenfalls ab. Das danach erbaute Pfarrgebäude war nach dreißig Jahren in einem sehr schlechten Zustand und mußte laufend ausgebessert werden. 1879 wurde dann dieses massive Gebäude aus roten Klinkersteinen erbaut. Auf der vorderen Giebelspitze befand sich ein eisernes Kreuz. Es ist.heute nicht mehr vorhanden.

8. Dieses Denkmal hatte seinen Platz auf der Westseite des Marktplatzes. Am 27. Oktober 1872 wurde es feierlich enthüllt. Zu Ehren der gefallenen Kameraden des Krieges 1870/71 wurde das Denkmal erbaut. Darauf sind die Namen von zwölf gefallenen Soldaten eingraviert. Die Inschrift des Denkmals lautet: Die Stadt Biesenthal ihren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 gebliebenen Söhnen. Darunter folgen die zwölfNamen der Toten. 1936 wurde es vom Marktplatz entfernt. Es steht jetzt an der Gabelung Breitestraße-Fischerstraße.

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