Bilder der Zerstörung Gersweilers

Bilder der Zerstörung Gersweilers

Auteur
:   Joachim Conrad
Gemeente
:   Gersweilers, Bilder der Zerstörung
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4885-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bilder der Zerstörung Gersweilers'

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VORWORT

Nachdem nun bereits zwei Bände 'Gersweiler in alten Ansichten' von meiner Frau und Pastor Joachim Conrad erarbeitet wurden, erschienen sind und großes Interesse gefunden haben, war es mir ein Anliegen, auch die Zeit von der Saarabstimmung 1935 bis zum Kriegsende 1945 so darzustellen, daß die Älteren ihre Erinnerungen auffrischen können, die Jüngeren eine Zeit im Bild sehen, die eine ganze Generation Gersweilers nachhaltig geprägt hat.

Ich bin froh und dankbar. daß der Verlag Europäische Bibliothek ZaltbommellNiederlande zugestimmt hat, diese Arbeit in seine Sonderreihe aufzunehmen. Nur so war es möglich, dieses Buch einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.

Ich danke allen Gersweiier Bürgerinnen und Bürgern, die mir ihre Bilder so bereitwillig für dieses Buch zur Verfügung gestellt haben. Besonders danke ich Wemer Eckel für viele nützliche Hinweise und Pastor Joachim Conrad für die hervorragende Zusammenarbeit an diesem Buch.

Ich widme dieses Buch meiner Frau Gertrud, die viele Jahrzehnte ihres Lebens aufgewendet bat, GersweiIer im Bild festzuhalten. Ohne ihre Mitarbeit wäre dieses Buch nicht zu denken.

Gersweiler, am 1. September 1989 dem 50. Jahrestag des Kriegsausbruchs

WernerScherer

EINLEITUNG

Auf der Versailler Friedenskonferenz harte der französische Ministerpräsident Georges Clemenceau in einer 'SaarDenkschrift' gefordert, für Frankreich die Grenzen von 1814 wiederherzustellen, das hieße den Anschluß von Saarlouis, Völklingen und Saarbrücken an die französische Republik. Daneben bestand er als Reparationsleistung auf die Übergabe sämtlicher Saargruben - auch außerhalb der beschriebenen Grenze - an Frankreich. Insofern war der Versailler Vertrag ein Kompromiß, wobei zwar die Saargruben in ungeteiltes französisches Eigentum gingen, während das 'Saargebiet' für fünfzehn Jahre einer Regierungskommission des Völkerbundes unterstand.

Der Völkerbund in Genf legte den Tag der Saarabstimmung auf den 13.Januar 1935 fest. Alle Bewohner des Saargebietes, die am 28.Juni 1919 im Land gemeldet waren und das zwanzigste Lebensjahr erreicht hatten, waren abstimmungsberechtigt. Die Reichsregierung Hitler ahnte ihre Chance, durch die Saarabstimmung die erste Grenzkorrektur nach dem Versailler Vertrag durchführen zu können; entsprechend führte der Saargaubeauftragte Hitlers, Josef Bürckel, einen harten Wahlkampf. Noch 1934 warnte Hubertus zu Löwenstein in der Wochenzeitschrift 'Das Reich': 'Hitler bedeutet Krieg!', und doch endete die Abstimmung mit einer unerhörten Mehrheit von über 90% für den Anschluß an Hitler-Deutschland.

Am 1.September 1939 kam die Quittung: HitIer überfiel Polen und leitete dadurch den Zweiten Weltkrieg ein. Saarbrücken, nach Hitlers Westwallinspektion vom 9.0ktober 1938 in die Verteidigungslinie einbezogen, mußte geräumt werden. Die 'Rote Zone', ein etwa zehn Kilometer breiter Streifen entlang der französischen Grenze, galt als gefährdet und wurde evakuiert. Nicht marschfähige Personen wurden bereits in den letzten Augusttagen abtransportiert, während dem Gros - immerhin 300 000 Menschen mit dem Tag der Kriegserklärung an Frankreich (3.September) die Abreise beverstand. Es war ein Weg ins Ungewisse.

Auch die Bürgermeisterei Gersweiler rnit ihren Ortschaften Ottenhausen und Klarenthal sowie den Höfen und Siedlungen mußte geräumt werden. Es kam zu Absonderlichkeiten: Herrensohr, Dudweiler Ortsteil, mußte verlassen werden, während Dudweiler selbst verschont blieb. So schlüpften viele vorläufig bei Verwandten und Bekarmten unter.

Die Evakuierung erwies sich als notwendig. Bereits am 9.September rückten französische Einheiten auf Reichsboden vor. Sie drangen auf der einen Seite in den Warndt ein, während sie auf der anderen Seite bei Güdingen die Saar überquerten und in den Bliesgau marschierten. Die deutsche Wehrmacht hinterließ Minenfelder und gesprengte Brücken, Sechs Weehen später drängten deutsche Truppen die Franzosen aus dem Land. Paris fiel am 14.Juni 1940, als zur gleichen Zeit südlich der Stadt Saarbrücken die Maginotlinie durchbrochen wurde.

Seit Juli 1940 kehrten die Saarländer in die 'Rote Zone' zurück. Auch GersweiIer wurde wieder besiedelt. Doch das Kriegsglück drehte: am 29.Juli 1942 wurde Saarbrücken erstmals Opfer eines schweren Luftangriffs (in Gersweiler nur das Oberdorf und die Waldstraße); ein zweites britisches Bombardement traf irrtümlich Saarlouis (damals 'Saarlautem') und Fraulautern. Seit dem Frühjahr 1944 verstärkte sich der Luftkrieg. Am l1.Mai 1944 wurde Saarbrücken besonders hart getroffen. Besondere Ziele waren die Halberger Hütte sowie die Burbacher Hütte gegenüber Gersweilers, weswegen auch Gersweiler große Schäden davon trug:

Der Nachtangriff vom 23.Mai 1944 traf in Gersweiler besonders den Bereich Willerbach und die Kreisstraße samt Stangenmühle. Am 28.Juni wurde die TaIstraße verwüstet, am 9. August der Ottenhauser Berg. Am l.September 1944 begann der deutsche Rückzug aus Frankreich. Während die Front bei Metz für einige Zeit zum Stehen kam, versuchte der 'Volkssturm' - Greise, Kinder und Frauen (in GersweiIer zwei Züge zu je fünfzig Mann) - rnit Schanzarbeiten den eindringenden Gegner aufzuhalten. Doch mit dem schwe-

ren Luftangriff am Abend des 5.0ktober 1944 versank Saarbrücken in Schutt und Asche. (In GersweiIer war das Unterdorf betroffen).

In diesen Herbsttagen begann die zweite Evakuierung der Zivilbevölkerung. Auch GersweiIer wurde wieder geräumt. Am 21.November standen amerikanische Panzer an der Saar bei Rehlingen; unter Artilleriebeschuß wurde Saarbrücken am 6.Dezember verlassen. Diese zweite Evakuierung war nicht mehr vollständig, dazu weitgehend planlos und von zahllosen Todesopfern begleitet. Hauptkriegsschauplätze wurden der 'Orscholz-Riegel' und die 'Zitadelle von Saarlautern'. Der 'Orscholz-Riegel' fiel nach blutigem Gemetzel am 19.120.Februar 1945 den amerikanischen Truppen zu; Saarlouis und Roden wurden im März geräumt und als Trümmerfeld zurückgelassen. Am B.Januar 1945 gab ein schwerer Luftangriff der Stadt Saarbrücken den Rest; am 21.März rückten die Amerikaner ein. Für das Saargebiet war der Krieg zu Ende.

Die großen Städte und zahllose kleine Gemeinden waren völlig verwüstet. In GersweiIer waren 32 Häuser vollständig zerstört worden, 22 waren schwer, 835 leicht beschädigt. Der öffentliche Verkehr war zusarnmengebrochen; es gab keine benutzbare Brücke mehr.

Rund 50 000 Einwohner des Saargebietes waren im Krieg gefallen. In GersweiIer waren zehn Personen durch Luftangriffe u.ä, getötet worden, aber 251 Soldaten aus GersweiIer waren gefallen. 1 050 GersweiIer Bürger gerieten in Kriegsgefangenschaft.

Der amerikanische Oberst Louis G.Kelley wurde Chef der Militärregierung; doch bereits am 10.Juli 1945 lösten französische Truppen die Amerikaner ab, die französische Besatzungszone wurde eingerichtet. Colonel Gilbert Grandval wurde Gouverneur des Saarlandes. Für zehn Jahre wurde das Saarland autonom regiert.

Püttlingen, aufSt.Martin 1989

Pastor Joachim Conrad

1. Am 13.Januar 1935 fand im Saargebiet die Volksabstimmung statt, die über die Rückkehr des Landes ins Deutsche Reich entschied. Wir sehen das Haus Bergholz, Am Ottenhauser Berg 17, im nationalen Fahnenschmuck. Die Hakenkreuzfahne macht dem Leser deutlich, in welches Reich die Saarländer zurückzukehren gewillt waren. Der werbende und an liturgische Formeln anknüpfende Fensterspruch lautete: 'Deutsch ist, Deutsch war, Deutsch bleibt die Saar, jetzt und immerdar.'

2. Zu den Ereignissen rund um den 13.Januar 1935 gehörte viel paramilitärisches Gepränge. Unser Bild zeigt den Aufmarsch deutsch-national gesinnter Gersweiler Bürger auf der Stangenmühle.

3. Von der Ecke Lindenstraße/Hauptstraße sehen wir hinunter zum GersweiIer Markt. Im Hintergrund erkennt der Leser die markanten Türme des Rathauses und der evangelischen Kirche, Die Hauptstraße ist geschmückt mit der alten deutschen Fahne und den Hakenkreuzfahnen des Nationalsozialismus, Das Bild zeigt die Ruhe vor dem Sturm am Abstimmungstag,

4. Auch das Haus Eichner-Ries in der Krughütter Straße hat für den Abstimmungstag die Hoheitszeichen des Dritten Reiches aufgezogen. Das Bekenntnis zu Deutschland wurde völlig unkompliziert als Bekenntnis zu Hitler verstanden.

5. Nach dem überwältigenden Sieg (über neunzig Prozent der Stimmberechtigten votierten für 'Heim ins Reich') findet in der Hauptstraße ein Fackelzug statt. Auch die evangelische Kirche als öffentliches Gebäude zeigt die deutsche und die Hakenkreuzfahne. Der Euphorie der Januartage 1935 sollte bald die erste Ernüchterung folgen.

6. Am Ottenhauser Berg marschieren im Gleichschritt Angehörige der Hitlerjugend (HJ) auf. Die freien Jugendverbände waren durch den Nationalsozialismus 'gleichgeschaltet' (also beseitigt) worden. Der deutsch-christliche Reichsbischof Ludwig Müller hatte bereits am 19.November 1933 die kirchliche Jugendarbeit an die HJ übergeben. Den Jugendverbänden im Saargebiet war bis zum 13.Januar 1935 eine Galgenfrist gesetzt; auch sie gingen gezwungenermaßen in der Nazi-Jugend auf.

7. Schon im Sommer 1939, alsno noch vor Hitlers Überfall auf Polen, wurde das Infanterie-Regiment 88 in Gersweiler für drei Wochen einquartiert. Wir sehen die Aufstellung deutscher Soldaten in der Kirchenstraße. Im Hintergrund steht die Pfarrkirche St. Michael und davor das alte katholische Volkshaus. Ab dem 26.August und vollends mit Kriegsausbruch waren nur noch kleine Einheiten des Grenzschutzes und deren Heereskampfgruppen in unbedeutender Stärke in Gersweiler präsent.

8. Unser Bild zeigt Wehrmachtsangehörige beim Mittagessen im Garten des Gasthauses 'Zur Post' Ecke Kirchenstraße/Krughütter Straße. Uniformen prägten das Ortsbild vom Sommer des Jahres 1939 bis zum Kriegsende.

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