Bilder der Zerstörung Heinsbergs

Bilder der Zerstörung Heinsbergs

Auteur
:   H.P. Funken
Gemeente
:   Heinsbergs, Bilder der Zerstörung
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1051-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bilder der Zerstörung Heinsbergs'

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EINLEITUNG

Die alliierten Truppen, die im Juni 1944 in der Normandie gelandet waren, erreichten im September 1944 die Westgrenze unserer Heimat. Damit wurden die Kampfhandlungen auch in die Nähe von Heinsberg verlagert. Im Selfkant konnten die Alliierten noch einige Ortschaften besetzen, doch dann gelang es den deutschen Truppen hier eine neue Front zu bilden, die sie hart verteidigten. So kam es nicht zu einem von vielen Menschen erhofften schnellen Durchbruch der Alliierten zum Rhein und darüber hinaus.

Am 12. September erhielt die Heinsberger Bevölkerung den Befehl, die Stadt zu räumen. Diesen Befehl befolgte sie nur widerwillig und oft unter Zwang, doch manche Bürger versteekten sich in ihren Häusern. Andere waren im Besitz von Passierscheinen, die ihnen für längere oder kürzere Zeit den Aufenthalt im geräumten Gebiet erlaubte. In der Stadt waren nur wenige deutsche Soldaten einquartiert.

Irn Verlauf der Kämpfe, die an der Frontlinie im Westen von Heinsberg aufflammten, versuchten die Engländer am 1. November 1944 einen großen deutschen Brückenkopf westlich der Maas im Norden von Roermond einzunehmen. Im Rahmen dieser Kampfhandlungen erfolgte am 10. November ein Luftangriff auf Heinsberg. Dabei wurden einige Häuser in derSahnhofstraße, auf dem Markt und in der mittleren Hochstraße zerstört, darunter auch das ehemalige Praemonstratenserinnen-Stift (heute Elektro-Engelen, Haus Windelen mit der Reinigung Beekers und dem Seidenhaus Heinrichs). Als die Amerikaner am 16. November 1944 entlang der Achse Aachen-Köln zum Angriff antraten, erfolgte im Zusammenhang mit dieser Offensive ein schwerer alliierter Bombenangriff auf die drei Städte Heinsberg, Jülich und Düren. 1 150 schwere Bomber und mehr als 250 Mustangs und Spitfires flogen gegen 15 Uhr in die Zielgebiete und vernichteten die Städte völlig. In vier Wellen griffen die Bomber, die von Westen her Heinsberg anflogen, die Stadt an, und in weniger als einer halben Stunde wurden sie, die in vielen hunderten

Jahren gewachsen war, restlos vernichtet. Dabei fanden 52 Menschen einen sirmlosen Tod.

Ein Augenzeuge berichtet: Gegen 15 Uhr hörten wir Flugzeuge nahen. Wir tiefen auf die Straße. Ein Flugzeug stürzte brennend ab, es war von der Flak abgeschossen worden. Die Luft bebte, denn plötzlich waren hunderte Flugzeuge ûber uns. Ich lief so schnell ich konnte zum Keller in 'Berens Burg' (am abgetragenen Stadtwall, an dem sich heute die Erzbischof-Philipp-Straße befindet). Wir saßen zu 12 Personen im Keller zusammengepfercht. Es [ielen Bomben und immer wieder Bomben. Plötzlich fuhr eine glühende Hitzewelle durch den Keller. Der ganze Berg bebte, und wir wurden hin und her geworfen. Etwa 25 Minuten dauerte das Inferno, aber wie lang war diese Zeit fûr uns. Dann war es ganz ruhig, und wir wagten uns aus dem Keller. Was sich unseren Augen bot, das ist nicht zu beschreiben. Es war [ast ganz dunkel, und die ganze Stadt war nur noch ein rauchender und brennender Trümmerhaufen. Bei Fabry in der Hochstraße, neben der Gastwirtschaft 'Im Huck', schlugen die Flammen aus den Trümmem. Ein in den Schuttmassen eingeklemmter Soldat schrie stundenlang um Hilfe. Wir schöpften aus einem Trichter Wasser, um das Feuer einzuddmmen, und im letzten Augenblick konnten wir den Soldaten retten. Doch sechs Menschen hatten in Fabrys Keller den Tod gefunden: Wir suchten bis zum Abend nach Verschütteten und löschten Brände. Vom 'Huck' bis zur Westpromenade war alles zerstört, war die Sicht frei. Einen traurigen Eindruck machte die Kirche. Hoen ragte der Turm aus der Kirchenruine auf. Am Abend bot sich uns Letzten, die in der Stadt gelieben waren ein schauriges Bild, man kann es nicht vergessen.

Bei dem Angriff wurden die meisten Wohnhäuser, alle Kirchen und alle öffentlichen Gebäude zerstört. Es gab kein Haus, das nicht die Spuren des Bombenhagels trug. Viele Straßen und Plätze waren haushoch mit Trümmerschutt bedeekt und die Gas-, Wasser- und Stromversorgung war völlig zerstört.

Auch durch die Kämpfe bei der Besetzung Heinsbergs am 24. Januar 1945 und durch das deutsche Artilleriefeuer nach der Einnahme der Stadt wurden noch große Schaden angerichtet. Nach Kriegsende kehrten die evakuierten Bürger und die Männer, die bei der Wehrrnacht gewesen waren, nach und nach in die Trümrner zurück. Schon vor dem Waffenstillstand, im März 1945, hausten etwa 150 bis 180 Menschen in Heimberg. Bis zum Jahre 1951 waren von 3 844 Einwohnern, die die Stadt vor der Evakuierung zählte, etwa 3 000 zurückgekehrt. Die Lebensverhältnisse der ersten Nachkriegszeit waren durch Armut, Hunger und Wohnungsnot gekennzeichnet. Viele Bürger vegetierten auch während der Wintermonate in Kellern und anderen Notunterkünften. Wer konnte unter diesen Verhaltnissen an einen Wiederaufbau glauben?

52 Menschen kamen beim Bombenangriff aufHeinsberg ums Leben:

Teege Franz, Heinsberg, 49 Jahre; Teege Catharina geborene Thissen, Heinsberg, 47 Jahre; Schuwerack Maria geborene Külzer, Heinsberg, 56 Jahre; Schuwerack Hilde, Heinsberg, 17 Jahre; Külzer Hedwig, Heinsberg, 53 Jahre; Lennartz Josef, Heinsberg, 57 Jahre; Lennartz Maria geborene Domsel, Heimberg, 52 Jahre; Conen Maria geborene Volles, Heinsberg, 42 Jahre; Conen Hella, Heinsberg. 14 Jahre; Sobecky Elisabeth geborene Herfs, Straeten, 25 Jahre; Sobecky Leo, Straeten, 3 Jahre; Sobecky Anna-Maria, Straeten, 2 Jahre; Nolten Elisabeth, Straeten, 10 Jahre; Nolten Antonie, Straeten, 6 Jahre; Jansen Hermann, Heinsberg, 61 Jahre; Jansen Agnes geborene von den Driesch, Heinsberg, 60 Jahre; Jansen Heinrich, Heimberg, 21 Jahre (Soldat zur Zeit in Urlaub); Derichs Catharina geborene Bertrams, Roerkempen, 56 Jahre; Fabry Heinrich, Heinsberg, 58 Jahre; Fabry Henriette, Heinsberg, 24 Jahre; Hürten Clemens, Heinsberg, 56 Jahre; Janssen Franz, Heimberg, 32 Jahre (Soldat zur Zeit in Urlaub); Houben Wilhelm, Heinsberg, 45 Jahre; Stollenwerk Berta geborene Peters,

Heinsberg, 28 Jahre; Chapelar Margareta geborene Peters, Heinsberg, 26 Jahre; Geiser Thomas, Heinsberg, 69 Jahre; Geiser Gertrud geborene Schneiders, 31 Jahre; Wesemeyer Otto, Heinsberg, 60 Jahre; Otten Josef, Heinsberg, 58 Jahre; Beekers Gertrud geborene Joeris, Heinsberg, 70 Jahre; Haub Wilhelm, Baesweiler, 56 Jahre (Soldat); Cox Mechilde geborene Windelen, Heinsberg, 38 Jahre; Moltren Catharina geborene Plum, Heinsberg, 34 Jahre; Mohren Maria, Heinsberg, 2 Jahre; Wallraven Magdalena, Schafhausen, 21 Jahre; Reiners Elisabeth geborene Clemens, Heinsberg, 45 Jahre; Windelen Josef, Lümbach, 44 Jahre; Cuppers Catharina geborene Phlippen, Heinsberg, 55 Jahre; Vieten Anna, Unterbruch, 22 Jahre; Florack August, Heinsberg, 49 Jahre; Knerr Wilhelrn, Schweinfurt, 44 Jahre; Wilms Theodor, Unterbruch, 71 Jahre; Busch Josef, Straeten, 56 Jahre; Schrnitz Johann, Heinsberg, 37 Jahre; Schmitz Herrnann-Josef, Heinsberg, 13 Jahre; Reindahl Josef, Ophoven, 41 Jahre; Randerath Josef, Heinsberg, 50 Jahre; Gerhards Helene geborene Randerath, Heinsberg, 33 Jahre; Ostendorf Hans, DI. med. Stabsarzt, 33 Jahre; Tanz Fritz, Heinsberg, 57 Jahre; Dohrnen Carl, Heinsberg, 37 Jahre, und Ebels Josef (Niederländer, zur Zeit in Heinsberg), 54 Jahre.

Quellen

Heimatkalender des Selfkantkreises 1950-1972.

Die Kunstdenkmäler des Kreises Heinsberg, Düsseldorf 1906. Herausgeber Paul Clemen.

Heinsberg 700 Jahre Stadt, Heinsberg 1956. Herausgeber H.-P. Funken.

Heinsberg in alten Ansichten, Zaltbommel 1977, H.-P. Funken.

Die Kriegsjahre im Heinsberger Land, Heinsberg 1960, J. Gaspers.

Battle for the Rhine, New Vork 1958, R.W. Thompson. Heinsberger Volkszeitung.

1. Am 16. November 1944 griffen englische Bomber und Jagdflugzeuge im Rahmen eines großen Angriffs der alliierten Truppen, entlang der Achse AachenKöln, die Städte Düren, Jülich und Heinsberg an. Es war ein sonnenklarer Herbsttag, und die Sicht für die anfliegenden Kampverbände war gut. In wenigen Minuten besiegelten die Bombenflugzeuge das Schicksal der drei Städte. Das Bild zeigt den Anflug der britischen Flugzeuggeschwader auf ihre Zielgebiete. Aufnahme: Archiv, 16. November 1944.

2. Diese englische Aufnahme, die während des Luftmgriffes auf Heinsberg entstand, zeigt, wie die Stadt im Bombenhagel versinkt. Links oben im Bild erkennen wir eine der viermotorigen Lancasterbomber im Anflug auf die Stadt. Aus den schon schwer getroffetien Straßen der Innenstadt steigen dichte Rauchwolken auf. Die Straßen, die in die Stadt führen, sind Jeutlich zu sehen. Zur besseren Orientierung wurden wichtige Straßenzüge mit ihren Namen versehen. Aufnahme: Archiv, 16. November 1944.

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3. Die englische Zeitung 'Daily HeraId' berichtete am 17. November 1944 vom Bombenangriff auf Heinsberg, Jülich und Düren: R.A.F. Das Kommando der englischen Bomberverbände schickte mehr als 1 150 Bomber, begleitet von mehr als 250 Mustangs und Spitfires [Jagdflugzeuge}, um die stark befestigten Städte Duren, Jûlich und Heinsberg gestern Nachmittag anzugreifen. Der Angriff war sehr konzentriert. Unser Bild zeigt den Zeitungsausschnitt aus dem 'Daily Herald'.

Aufnahme: Archiv.

4. Außer Bomben warfen die englischen Flugzeuge auch Luftminen, die eine verheerende Wirkung hatten, auf die Stadt ab. Auf unserer Aufnahme sehen wir Bomben und oben am Bildrand eine 3,6 Zentner schwere Luftmine. Bomben und Luftminen richteten während des Angriffes, der etwa um 15 Uhr begann, und der ungefähr eine halbe Stunde andauerte, ungeheuere Schaden an. In Heinsberg fanden bei diesem Angriff 52 Menschen, meistens Angehörige der Zivilbevölkerung, die sich in der geräumten Stadt aufhielten, den Tod. Die stadt selbst wurde fast ganz zertrümmert.

Aufnahme: Archiv, 16. November 1944.

5. Am 19. November 1944 überflogen englische Aufklärungsflugzeuge die Stadt, und es entstand diese Luftaufnahme. Deutlich ist die große Anzahl der Bombenkrater auszumachen. Die Aufnahme verrät, daß ein großer Teil der Bornben, die abgeworfen wurden, in das damalige Bruchgelände nordöstlich von Heinsberg fiel. Wie Augenzeugen berichten, wurde die englische Pfadfindermaschine, die für den Verband die Markierungen zur Bombardierung setzen sollte, von deutschen Luftabwehrgeschützen abgeschossen. Dadurch ging ein großer Teil der Bomben außerhalb des eigentlichen Zielgebietes nieder.

Aufnahme: Archiv, 19. November 1944.

6. Als die ersten Bürger im Winter 1944{1945 nach Heinsberg zurückkehrten, bot sich ihnen dieser furchtbare Anblick, Wir sehen die Stadt von Norden, von der früheren Bahnhofstraße, heute untere Hochstraße. Die zertrümmerten Gebäude im Vordergrund links gehörten zu der Kohlenhandlung Kocks, die sich dort früher befand. Hier stehen heute die Häuser Melchers und Greko. Bis 1894 befand sich an dieser Stelle das nördliche Stadttor von Heinsberg, das sogenannte 'Bruchtor'. (Vergleiche 'Heinsberg in alten Ansichten', Bild 3.) Die Stadt ist ein einziges Trümmerfeld, aus dem die Ruine der St.-Gangolfus-Kirche emporragt. Rechts liegen die zerstörten Häuser der früheren Bahnhofstraße. Heute steht dort unter anderem das Kaufhaus Martini, Die Aufnahme entstammt einer amerikanischen Zeitschrift und erschien im Januar-Februar 1945 nach der Einnahme der Stadt durch alliierte Truppen, Aufnahme: Archiv, 1945.

7. Die Aufnahme zeigt die untere Bahnhofstraße (heute Hochstraße). Im Vordergrund des Bildes liegen die Trümmer der Kohlenhandlung Kocks. Die Ruinen der Häuser Randerath und Baues auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurden wieder aufgebaut. An der Stelle des zerstörten Hauses Königs, dessen Trümmer man links oben im Bild sieht, zweigt heute die nach dem Krieg neu ausgebaute Stiftstraße ab. Der Gaskessel des städtischen Gaswerkes war, wie die Gasanstalt, durch Bombeneinwirkung schwer beschädigt worden.

Aufnahme: E. Daub, 1945.

8. Schon bei dem ersten Bombenangriff auf Heinsberg, der am 10. November 1944 Teile der Stadt zerstörte, wurden auch Häuser auf der Bahnhofstraße vernichtet. So die Häuser Barten und Peters, deren Trümmer im Bild vorn links zu sehen sind, Heute steht an dieser Stelle unter anderem die Gangolfus-Apotheke. Die übrigen Häuser der Straße fielen zum größten Teil dem Bombenangriff am 16. November 1944 zum Opfer. Im Hintergrund des Bildes erkennt man an der Ecke zum Markt das beschädigte Haus Dorndorf. Auf einem Trümmergrundstück räumen Männer auf und sind bernüht, noch brauchbare Baumaterialien zu bergen.

Aufnahme: E. Daub, 1946.

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