Bingen in alten Ansichten

Bingen in alten Ansichten

Auteur
:   Ernst Klug
Gemeente
:   Bingen
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1554-4
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bingen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Zwei Dinge haben Bingen weitbekannt gemacht. Es sind dies der Fremdenverkehr und der Weinhandel. Seitdem der Fremdenverkehr vor etwa hundert fünfzig Jahren einsetzte, das Niederwalddenkmal errichtet war, wurde Bingen als Fremdenstadt weithin bekannt. Wenn es heißt, es seien um die Jahrhundertwende von der Wart burg in einem Jahr allein fünfzigtausend Ansichtskarten verschickt worden, so können ähnliche Zahlen auch für Bingen genannt werden.

Bingen liegt am linken Ufer des Rheins an der Mündung der Nahe in den Rhein. Im Hintergrund ragt der Scharlachberg empor, an dessen Abhängen der weltberühmte Scharlachberger wächst. Die Römer nutzten zuerst diese günstige Lage aus, indem sie auf dem Hügel in der Stadt, dem Kloppberg, ein Kastell errichteten, in dessem Schutz dann eine Siedlung entstand. Ihre Hinterlassenschaft befindet sich im Binger Heimatmuseum. Als einzigartig in der Welt kann man hier ein vollständiges Inventarium eines römischen Arztes bewundern. Aber die Römer bauten auch eine Brücke über die Nahe. Sie lag nahezu an derselben Stelle, an der sich heute die Drususbrücke befindet, die eigentlich Willigisbrücke heißen müßte, denn die römische Brücke wurde zerstört und später durch den Mainzer Erzbischof Willigis im Jahre 989 wieder aufgebaut. Da man im Mittelalter einen Brückenbau als

ein gottgefälliges Werk ansah, das Wanderer und Wallfahrer vor Gefahren und Verderben schützte, baute man in einem Brückenpfeiler eine kleine Kapelle. Die noch erhaltene Brückenkapelle ist übrigens die älteste Kapelle dieser Art in Deutschland. Diese Brücke spielte im Mittelalter eine gewichtige Rolle. Unweit von Bingen versperrten nämlich die Strudel des Bingerlochs eine Weiterfahrt der Schiffe. Ein gewaltiger Granitriegel sperrte den Strom. Es wird uns berichtet, daß noch vor dreihundert Jahren der Rhein dort zwei Meter tief über die Felsen herabstürzte.

Viele Jahrhunderte lang blieb die Schiffahrt von Bingen nach Assmanshausen höchst gefährlich oder gar unmöglich. Schon ab der Römerzeit und über das ganze Mittelalter hin, versuchte man das Fahrwasser zu verbessern, aber die eingesetzten Mittel waren unzureichend. Ende des 17. Jahrhunderts ließen Frankfurter Kaufleute mit holländischer Geldbeteiligung und kurfürstlich Mainzer Genehmigung unter ungeheueren Kosten die Durchfahrt des Binger Lochs erweitern. Auch von 1831 bis 1890 gab man hier zur Verbesserung der Fahrt die Summe von 233 Millionen Goldmark aus. Eine gewaltige Summe bei dem damaligen Geltwert. Noch heute arbeitet man an dieser noch immer gefährlichen Durchfahrt. So blieb es nicht aus, daß man die Waren in Bingen auslud um

dann zu Land diese bis in die Gegend von Bacharach zu bringen, um sie dann wieder auf ein Schiff zu laden. Umgekehrt verfuhr man mit den Waren, die den Rhein aufwärts gebracht wurden. So wurde Bingen ein großer Umschlageplatz für alle möglichen Güter und ganz besonders für Wein. So braucht man sich nicht zu wundern, daß sich in Bingen viele Weinhändler niederließen. Wir hören, daß es 1869 in Bingen einhundertzwanzig und im Jahre 1922 noch einundneunzig Weinhändler und zwanzig Weinkommissionäre gab. Wie groß der Weinhandel ist, ersieht man daraus, daß im Jahre 1909 von Bingen viermal mehr Wein verschickt wurde als von Warms.

In Bingen selbst wächst ein vorzüglicher Wein. Die auf der Rheinseite sich hinziehenden Weinberge liefern den Mainzerweger. Die nach Büdesheim sich erstreekenden den Eiseler und den Scharlachberger, der mit Recht als der vorzüglichste gilt. Dann sind noch der bei der Burg Klopp wachsende Schlossberger und der Rochusberger zu nennen. Bekannt sind auch die Weinberge 'irn Schwätzerchen', eine Lage, die 1471 'arn swetzgin', 1640 'Schwetzger' genannt wird. Nach dieser Lage wird auch die Weinrepräsentantin der Stadt Bingen 'Prinzeß Schwätzerehen' genannt.

Im Jahre 1868 gab es in Bingen hundertneunundsechzig Gast- und Straußwirtschaften. In manchen

munterten Spruchweisheiten die Zeeher zu weiterem Trinken an.

Wir lesen:

Wer nicht liebt Worseht, Weck und Wein, Der kann kein echter Binger sein!

Hier wird der Wein noch nicht getauft Dieweil der Wirt ihn selber sauft,

Morgens, mittags und am Abend Ist ein guter Schoppen labend.

Morgens, mittags und dazwischen Tut er Leib und Seel erfrischen.

Doch, wer nachts noch eifrig zecht, Dem bekommt der Wein erst recht.

Der hinter Bingen liegende Scharlachberg verhinderte eine Vergrößerung der Stadt. Diese wurde erst durch die Eingemeindung der Orte Bingerbrück, Büdesheim, Dietersheim, Dromersheim, Gaulsheim, Kempten und Sponsheim erreicht. Bingen hat heute etwa 26 SOO Einwohner.

1. Im Zeichen des beachtlichen Fremdenverkehrs sind viele speziell für Rheinreisende hergestellte Karten, die in der Folge gezeigt werden, entstanden. Hier die Ankunft in Bingen.

2. Als Wallfahrtskapelle bekannt, die Rochuskapelle auf dem Berg mit dem heiligen Rochus und der Ansicht von Bingen.

3. Der Rheinlauf von Mainz bis Köln mit der Ansicht von Bingen.

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4. Eine Ansicht von Bingen mit der Germania, die das Binger Wappen hält.

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5. Das Staatswappen von Hessen mit dem Stadtwappen von Bingen (unten rechts). Diese Art von Prägekarten war um die Jahrhundertwende sehr beliebt.

6. Bingen präsentiert sich als Weinstadt: Ich habe auf Euer Wohl getrunken.

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7. Viel abgebildet wurde das Niederwalddenkmal mit Bingen, Bingerbrück, der Nahemündung und dem Vater Rhein.

8. Auf dieser Karte sieht man die Stadt Bingen. Zudem zeigt sie noch in Detailansichten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

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