Birkenfeld in alten Ansichten Band 1

Birkenfeld in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Walter Göhl
Gemeente
:   Birkenfeld
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1784-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Birkenfeld in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Unser kleiner Bildband versucht, einen Eindruck von einem halben Jahrhundert Birkenfelder Geschichte zu geben, das vom wilhelminischen Zeitalter über den Ersten Weltkrieg bis zum Ausgang der Weimarer Republik reicht.

Mit den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts hat sich die Fotografie als neues optisches Medium allgemein durchgesetzt. So wird zugleich ein Eindruck von der Entwicklung der Fotografie vermittelt, Dabei fällt der Vergleich alter mit neueren Fotografien durchaus nicht immer zugunsten der letzteren aus, was immer es an technischem Fortschritt gab. Von einem kunstgerecht komponierten 'Tableau', nach dem Vorbild der Malerei, geht der Weg bis zum nicht mehr 'gestellten' Bild, zum 'Schnappschuß', der ein Stück Leben naturalistisch in einem fruchtbaren Moment erfassen will. War zu Beginn der Zeitspanne der Berufsfotograf durchaus dominierend, so nimmt nach dem Ersten Weltkrieg die Zahl der Hobbyfotografen immer mehr zu.

Eine Bildauswahl kann naturgemäß kein vollständiges Bild einer Epoche geben. Sie richtet sich zum Beispiel schon danach, ob von bestimmten Institutionen, Persönlichkeiten, Gebäuden und so weiter überhaupt Bildrnaterial vorhanden ist, ob es brauchbar ist, ob Näheres darüber bekannt ist - und ob es überhaupt zur Verfügung gestellt wird. Außerdem sind manche Bereiche schon hinlänglich in Wort und Bild dokumentiert worden. Dazu kommt auch, daß jeder Herausgeber einer solchen Sammlung bei aller Bemühung um Vielseitigkeit doch seine persönliche Akzente setzt. Man kann also nicht erwarten, in alten Fotos die Welt einer Generation getreulich und umfassend widergespiegelt zu finden.

Der Aufwand - auch finanzieller Art -, der früher mit einer Aufnahme verbunden war, ließ auch deshalb wesentliche Be-

reiche des Lebens außer Betracht, weil dafür ein Foto 'zu schade' war, weil man sie für selbstverständlich nahm - oder sich ihrer gar schämte. Es finden sich daher vor dem Ersten Weltkrieg kaum Bilder aus der Arbeitswelt, zum Beispiel aus Landwirtschaft, Handwerk, Fabrik.

Das Leben der ärmeren Bevölkerung - der Mehrheit -, ihre oft menschenunwürdigen Behausungen, die primitiven sanitären Verhältnisse, die Arbeitsfron der Männer und die Plackerei kinderreicher Mütter erscheinen nicht im Bild, Überhaupt spielt das tägliche Leben keine große Rolle. Aufnahmen aus dem Leben der Familie, zum Beispiel der Kinder beim Spiel, sind höchst selten. Demgegenüber überwiegen Aufnahmen von Vereinen, von wichtigen und interessanten Gebäuden und Straßenansichten, von Jägern, Radfahrern, Automobilisten, Soldaten, Gymnasiasten, immer in Sonntagsstaat oder Ausgehuniform, höchstens in karnevalistischer Verkleidung. Auch die Totalansichten der Stadt bieten meist die Schokoladenseite, wie sie sich aus einiger Entfernung, zum Beispiel vom Burgberg aus, darstellt.

Man darf also nicht vergessen, daß die 'gute alte Zeit' weitgehend nur deshalb so gut erscheint, weil sie in Wort und Bild eben nur das Gute überliefert hat. Trotzdem darf und soll man sich an den Bildern freuen, denn sie geben immerhin manchen Aufschluß über die Welt unserer Vorfahren.

Die Stadt Birkenfeld hat in jenem halben Jahrhundert keine rasante Aufwärtsentwicklung erlebt. Ihre Einwohnerzahl ist nur wenig gestiegen. Die Segnungen des ersten (wie des zweiten) Wirtschaftswunders gingen im wesentlichen an der Stadt vorbei - wie der Bau der Nahetalbahn, der Birkenfeld zugleich die Stellung eines Verkehrsknotenpunktes nahm, den die Stadt noch in der Postkutschenzeit hatte. Die aufkom-

mende Industrie zerstörte viel vom florierenden, traditionsreichen Handwerk, ohne daß es zu größeren Industrieansiedlungen gekommen wäre.

Kriegs- und Nachkriegszeiten, Inflation und Wirtschaftskrisen trafen dagegen die Stadt mit voller Wucht. So hat man hier eigentlich nie aus dem Vollen schöpfen können, mußte eher um seine Existenz kämpfen, und das hieß oft: improvisieren. Das galt für die verschiedensten Institutionen in der Stadt, zum Beispiel für Gymnasium und Eisenbahn, aber auch für die Betriebe - und zum Teil gilt es heute noch. Zu den Schwierigkeiten - und Kuriositäten - der Lage Birkenfelds gehörte sicherlich auch seine 120jährige Zugehörigkeit zu Oldenburg, von 1817 bis 1937, ein Gebiet von 503 Quadratkilometern, das rund 400 Kilometer Luftlinie von seinem 'Stammland' entfernt lag.

Bei alledem ist es eher bewundernswert, daß die Birkenfelder ihre Stadt lebendig erhalten haben. Dazu gehörte zunächst eine ganz außerordentliche Heimatliebe (von der sich der Herausgeber bei den Vorarbeiten zu diesem Buch auch immer wieder überzeugen konnte). Was sind die anderen charakteristischen Züge der Birkenfelder? Aus der oben geschilderten Lage ist wohl eine relative Genügsamkeit zu erklären. Man gibt sich auch mit einem bescheideneren Lebensstil durchaus zufrieden. Nach negativen Erfahrungen wurde auch der Drang zum wirtschaftlichen Risiko, zur geschäftlichen Expansion immer geringer. Eine gewisse konservative Tendenz, Dinge auf sich beruhen zu lassen, keine gewaltsamen Neuerungen zu akzeptieren, ist wohl auch kennzeichnend. In welcher anderen Kleinstadt gibt es zum Beispiel eine Vereinigung ehemaliger Schüler, die mit solcher Liebe lebenslang an ihrer alten Schulstadt hängt? Die Birkenfelder haben auch schon für die

Erhaltung traditionsreicher Gebäude gekämpft, als denkmalpflegerische Nostalgie noch nicht in Mode war. (Andererseits bleiben manchmal weniger malerische Zeugen der Vergangenheit gar zu lange stehen.) Eigentümlich ist wohl auch für die Epoche, daß Birkenfeld etwas hatte, was man heute mit einer modischen Vokabel 'Lebensqualität' nennt. Es gab ein lebhaftes kulturelles Wirken. Heimatforschung, Instrumentalmusik, Gesang, Malerei, Literarisches fanden eine Stätte beachtlicher Leistungen. Ein reiches geselliges Leben nahm einen großen Teil der Freizeit ein, Birkenfeld war auch nicht hinter dem Mond. War es schon zur Postkutschenzeit ein Zentrum des Verkehrs gewesen, so brachten später 'Zugereiste', etwa die oldenburgischen Beamten oder die Pensionäre des Gymnasiums, frischen Wind in das Städtchen.

Wenn heute manchmal gefordert wird, daß industrielles Wachstum nicht mehr die zeitgemäße Devise sein kann, so bietet Birkenfeld beinahe ein Beispiel, wie man auch bei geringem wirtschaftlichen Aufschwung behaglich leben kann mit mehr Solidarität und weniger Konkurrenzdenken als anderswo.

Die Herausgabe dieses Bildbandes wäre ohne die Unterstützung vieler Birkenfelder Bürger nicht möglich gewesen, die mir Bilder zur Verfügung stellten oder Auskünfte gaben. Ihnen allen habe ich zu danken. Besonders hervorheben möchte ich die Hilfe, die mir durch die Herren Heinrich Brucker, August Heß, Dr. Hugo Klar und Fritz Steinmetz zuteil wurde.

Der Verfasser verdankt heimatkundlichen Veröffentlichungen einige Informationen. Intention und Einschränkungen im Umfang des Buches erfordern jedoch den Verzicht auf wissenschaftlichen Apparat und Literaturangaben.

1. Hier werden auf dem engen Raum einer Ansichtskarte möglichst viele der Attraktionen der Stadt Birkenfeld geboten: sechs Karten auf einer Karte. Geschrieben wurde der Gruß im Jahre 1898. Gegenüber der Phantasielosigkeit mancher moderner Ansichtskarten, ist die Vielgestaltigkeit der Rahmen beachtlich, in denen die einzelnen Ansichten gezeigt werden: die vergangene Pracht der Burg im 17. Jahrhundert, wie sie der Merianstich zeigt, die Totalansicht mit der langgezogenen Achtstraße und der Königsgasse, die Burgruine - eher die Wohnhäuser auf der Burg, Gymnasium und Gefängnis mit noch recht jungen Linden, Schloß, Post und Bahnhof. Die Karte ist von August Fillmann in Birkenfeld verlegt worden.

2. Die Jugendstilkarte von 1905 zeigt Birkenfeld aus südwestlicher Richtung, etwa vom Braunenberg aus. Dieser Bliek ist auf Ansichten seltener zu finden. Von der Saarstraße, damals Saarlouiser Straße, zweigt der Weg zur Hahne Mühle ab, wo heute die Kläranlage liegt. Die Ulmen am Weiher (ganz rechts) und das Schloß (ganz links) sind recht gut zu erkennen. Auf den Feldern links im Vordergrund arbeitet der 'Nährstand', die gehobenen Stände lustwandeln oder rasten rechts. Die Karte wurde von Karl Schuler in Birkenfeld verlegt.

lJirkenfeld van lJurg lJirkenfeld

3. Die Ansichtskarte wurde am 30. Juni 1906 an 'Herrn C. Hey, Stadtschreiber in Oberstein', geschickt (und kam noch am gleichen Tage beim Empfänger an!): Mein lieber Hey! Wenn ich mich recht erinnere, hast Du heute Geburtstag und mochte ich nicht versäumen, und so weiter, und so weiter. Dein Otto Scherer. Die Vorderseite zeigt eine Totalansicht der Stadt von der Burg aus. Der Bahnhof, die Ulmen am Weiher, die beiden Kirchen, Gymnasium und Gefängnis, Schloßpark und Schloß, darunter das Haus Zang, Häuser an der Saarstraße sind deutlich zu erkennen. Im Medaillon der Landesvater, Großherzog Friedrich August von Oldenburg.

4. Ein Bliek aus Richtung Trierer Straße über die Pferdsweide (Parweid). Jenseits der Wiesenfläche sind zum Beispiel das Museum, das Haus Frenz (Kroonder) und die alten Gerbhäuser zu sehen, die inzwischen verschwunden sind. Heute wird die Fläche von Wohnhäusern, Jahnplatz und Jahnturnhalle und der Hauptschule eingenommen, und die heutige Triererstraße ist nicht mehr die Hauptverbindungsstraße in Richtung Trier.

5. Ein Bliek auf die Stadt vom Berghang oberhalb des Bahnhofsgeländes, etwa 1930. Wo hier noch Getreide- und Rübenfelder den Vordergrund bestimmen, ist inzwischen ein Wohngebiet entstanden. Auch das damals noch freie Gelände zwischen Schloßpark und Achtstraße ist inzwischen bebaut.

Burg Birkenfeld.

6. Auf Burg Birkenfeld wohnten die Beamten und Diener der Fürsten. Selbständige Gemeinde wurde die Wohnsiedlung erst 1818. Seit 1933 ist Burg Birkenfeld (zusammen mit Feckweiler) eingemeindet. Unser Straßenbild zeigt von links nach rechts die Häuser Künzer, Gasthaus Schnur, Kaufmann und das Torhaus der Burg. Von rechts die Häuser Künzer und Müller. Auf dem unteren Bild sind links die alte Burgpfarre (später zur Jugendherberge ausgebaut), das Torhaus (Fries) und das Haus Brenner zu sehen. Im übrigen ist außer den Resten von Umfassungsmauern und Turmstümpfen von der einst imposanten Burganlage nicht viel übriggeblieben, da die Ruinen seit 1807 als Baumaterial veräußert wurden, das für viele Bauten in Birkenfeld verwendet wurde. Die Erhaltung der noch vorhandene Reste war das Verdienst des Gymnasialdirektors Friedrich Back.

7. Die Herbergseltern mit Jugendbewegten, Ostern 1930. Otto Fries und Emma Fries übernahmen ihre Aufgabe als Herbergseltern im Jahre 1926. Jahrzehntelang betreuten sie in vorbildlicher Weise Jugendgruppen, die oft jahrelang immer wieder gerne nach Birkenfeld kamen. Bei fünfzig Betten gab es Jahr für Jahr rund dreitausend Übernachtungen. Im Gegensatz zu der Anonymität in den Mamrnutjugendhotels von heute gab es hier noch ein echt familiäres Verhältnis zwischen Herbergseltern und Jugendlichen. Die Jugendherberge gehörte auch zum Leben der Menschen auf Burg Birkenfeld. Noch immer kann niemand so recht verstehen, warum die Jugendherberge im Jahre 1976 - ausgerechnet im Jubiläumsjahr ihres 50jährigen Bestehens - geschlossen wurde und warum ein Neubau auf dem Burggelände nicht mehr in Frage kommen soll.

- - <)...---

- ,-----------~---------------~

8. Feckweiler gehörte schon im Mittelalter zu Birkenfeld. Sein Bann wurde jedoch 1781 abgetrennt. Durch die oldenburgische Verwaltungsreform kam es 1933 wieder zu Birkenfeld. Unsere Ansichtskarte zeigt oben eine Totalansicht etwa vom Pulverturm aus. Rechts führt die alte Morbacher Straße (die Hochwaldstraße gab es noch nicht) zu dem großen Anwesen Korb am Ortseingang. Eine Baumreihe kennzeichnet auch die heutige B 269 an der Schule vorbei nach Ellenberg. Heute wird das Gelände im Vordergrund links hauptsächlich von der Gartenstadt eingenommen. Unten links ist die 'Wirthschaft zur Jägersruh von Jakob Schneider' abgebildet, heute Haus Florange. In diesem Haus war auch die Poststation.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek