Birkenfeld in alten Ansichten Band 3

Birkenfeld in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Walter Göhl
Gemeente
:   Birkenfeld
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1800-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Birkenfeld in alten Ansichten Band 3'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Die freundliche Aufnahme der beiden ersten Bände illustrierter Birkenfelder Heimatkunde ermutigt den Herausgeber zur Fortsetzung. Das dritte Buch will mit einigen Birkenfelder Bildern Bereiche berücksichtigen, die in den beiden ersten Bänden zu kurz kamen. Vor allem aber ist dieses Buch den Umlandgemeinden gewidmet, mit denen in allen Lebensbereichen stets engste Verflechtungen bestanden. Berücksichtigt wurden die Ortschaften, die zu Anfang der dreißiger Jahre zum Amt Birkenfeld gehörten. Dazu kamen aus dem früheren Amt Niederbrombach die Gemeinden Schmißberg, Elchweiler, Hambach und Hattgenstein, aus dem damaligen Amt Nohfelden die Gemeinde Ellweiler. Natürlich hing die Darstellung der einzelnen Ortschaften von Umfang und Wert des Bildmaterials ab, das dem Herausgeber zur Verfügung gestellt wurde. Auf dem Lande hat man bekanntlich viel seltener fotografiert als in der Stadt. In vielen Häusern waren die einzigen Fotos Schulbilder, Aufnahmen von Konfirmation oder Kommunion, Soldatenbilder und Hochzeitsbilder. Gelegentlich hat vielleicht ein Verwandter aus der Stadt fotografiert. Einheimische Hobbyfotografen waren höchst selten.

Von jedem Dorf gab es jedoch Ansichtskarten. Sie machen daher auch einen großen Teil der Bilder aus. Die Postkarte hat im Vergleich zum Brief nur eine sehr kurze Geschichte. Die ersten Postkarten wurden in Deutschland 1870 ausgegeben. Erst mit dem Welt-

postverein von 1878 fanden sie in aller Welt Verbreitung. Schon bald wurden sie mit Bildern bedruckt. Auf dem Lande waren die Post- oder Ansichtskarten besonders beliebt. Einmal war das Porto um die Hälfte geringer. Fünf Pfennige Unterschied waren für die sparsamen Bauersleute von einiger Bedeutung. Außerdem erforderte die Ansichtskarte einen weitaus geringeren Schreibaufwand. Wer hatte schon Zeit, lange Briefe zu schreiben? Und worüber? Die frühen Bildkarten hatten auf der Rückseite zunächst nur Raum für die Anschrift des Empfängers. Daher wurde die Bildseite für Mitteilungen benutzt. Erst seit 1905 erfolgte die Teilung der Adressenseite. Von da an hat man die schönen Ansichtsseiten nicht mehr verkritzelt. Den heutigen Leser erstaunt oft, welch schwerwiegende Mitteilungen der offenen Karte anvertraut wurden.

Die Ansichtskarte stellt jedenfalls ein bedeutendes Stück Kulturgeschichte dar. Um 1900 war sie das wichtigste und populärste Bildmedium, dazu das schnellste Kommunikationsmittel, mit dem man auch gerne 'Order schickte'. So warf man etwa in Birkenfeld morgens Karten in den Briefkasten, mit denen man Gäste zum Nachmittagskaffee einlud. In den Dörfern hat man die alten Ansichtskarten gewöhnlich für eine Gastwirtschaft oder ein Geschäft hergestellt und auch dort verkauft. Als Werbeträger zeigte die Karte dann auch das entsprechende Anwesen, meist

mit der Familie des Inhabers. Dazu kam eine Totalansicht des Ortes und ein besonderes Gebäude:

Kirche, Pfarrhaus oder Schulhaus.

Ansichtskarten wurden damals zu einer viel größeren Zahl von Anlässen und Zwecken produziert. Sie sind meist auch viel interessanter und geschmacklich gediegener als die heutigen, obwohl heutzutage jährlich mehrere hundert Millionen von Ansichtskarten hergestellt werden. Die Namen der Birkenfelder Verleger oder Hersteller: Schmidt, Fillmann, J.G. Schultz oder H. Brucker bürgen jedenfalls für Qualität. Sie kannten ihre Heimat und wußten die fruchtbaren Momente und dankbaren Motive zu erfassen, im Gegensatz zu den oft lieblosen Massen- und Klischeeproduktionen auswärtiger Großverlage von heute. Neuerdings ist das Landleben wieder modern. Es ist schick geworden, 'alternativ' auf dem Dorf zu leben, in nostalgischer Erinnerung an die angeblich heile Welt des Dorfes in früherer Zeit. Man sollte allerdings dieses Leben nicht zu romantisch verklären. Es war vielfach von einer heute fast unvorstellbaren Kargheit der Lebensführung, die Arbeitslast war oft erdrückend, Der Druck von Konvention, Sitte, Brauch war in manchen Bereichen schwer erträglich, vor allem für die Jugend. Die sozialen Unterschiede waren weitaus krasser als heute: zwischen Pferdebauer und Kühbäuerchen, zwischen Handwerker und Arbeiter oder Tagelöhner, zwischen Pfarrer und Dorfschullehrer. Die konfessic-

nellen Unterschiede griffen tief in die Schicksale der Menschen ein, wenn es etwa um's Heiraten ging. Auch die heute viel gerühmte Nachbarschaftshilfe entsprang wohl weniger christlicher Nächstenliebe als barer Notwendigkeit.

Trotzdem überkornmt den heutigen Betrachter bei vielen Bildern einige Wehmut. Es wird deutlich, daß sich das Leben auf dem Dorf in den letzten 30 Jahren viel radikaler verändert hat als in den 100 Jahren davor. Viele auch für unseren Raum typischen dörflichen Institutionen, Klein- und Mittelbetriebe, Berufe sind inzwischen verschwunden. Man denke beispielsweise nur an das Mühlensterben, So haben auch die Dörfer vielfach ihren unverwechselbaren Eigencharakter verloren. Vor allem die Entwicklung der Landwirtschaft zur Landwirtschaftsindustrie, die Verwaltungsreform und Rationalisierung und Zentralisierung auf allen Gebieten und die Veränderung von Normen und Werten in Beziehung auf Religion, Schule und vor allem Familie haben die Lebensgemeinschaft des Dorfes und sein Erscheinungsbild stark gefährdet - wenn nicht zerstört.

So möge unser Buch etwas von dem festhalten, was weithin verloren gegangen ist, und dazu beitragen, daß das noch Erhaltene bewahrt wird.

1. Sängerfest, 1925. Im Mai 1925 wurde auf der Dietzschen Wiese in der Sielbach ein Fest zum fünfjährigen Bestehen und zur Fahnenweihe des Gesangvereins 'Sängerlust' veranstaltet, an dem noch 13 weitere Vereine teilnahmen. Pfarrer Lengier hielt die Weiherede. Der MGV und der Verein 'Sängerlust ', die vorher heftig zerstritten gewesen waren, versöhnten sich feierlich: Über der neuen Fahne reichten sich die Präsidenten Zorn und Forster die Hände, während Mozarts 'Brüder, reicht die Hand zum Bunde' erklang. Den vielen Besuchern ging es wohl nicht nur um den Gesang, denn es wurden zwischen 70 und 75 Hektoliter Bier getrunken. Auf unserem Bild ist die gewaltige Ehrenpforte zu sehen, darin: Peter Weirich, Nies, Geschwister Roßkopf, Sohn Machwirth, Auguste Hauth und Machwirth (Vorsitzender des Musikvereins).

Schneewiesenstras se Kalhol. Kirche-Gymnasium « ~

X'4chdTuck verboten.

2. Schneewiese um 1900. Die prunkvolle Jugendstilkarte wurde von A. Fillmann verlegt und am 20. Juni 1903 geschrieben. Sie zeigt von rechts Gefängnis und ehemaliges Gymnasium, die katholische Kirche und das spätere Amtsgebäude (von 1920 bis 1967, inzwischen abgerissen). Die Lindenbäume sind noch klein. Von den im Jugendstil beliebten Schwertlilien und Ranken verziert, zeigt die Karte links das Wappen der Großherzoglich-Oldenburgischen Stammlande: Grafschaft Oldenburg (oben links), Grafschaft Delmenhorst (oben rechts), Fürstentum Eutin (unten links), Herrschaft Jever (Mitte) und Fürstentum Birkenfeld (rechts). Das rot-silbern geschachte Birkenfelder Wappen datiert aus der Zugehörigkeit zur hinteren Grafschaft Sponheim.

3. Gruß aus Luftkurort Birkenfeld. Die Karte mit den gleichen Motiven und aus der gleichen Zeit zeigt, daß es auf dem Ansichtskartenmarkt lebhafte Konkurrenz gab: Sie wurde von Karl SchuIer verlegt. Die Schneewiesenansicht ist etwas freundlicher: Von grünen Blättern, Kutschen und Menschen belebt. Das großherzogliehe Wappen zeigt außer den Stammlanden auch die Wappen von Norwegen, Schleswig, Holstein, Stormarn, Dithmarschen und Kniphausen, Der Text auf der Karte, die 1908 verschickt wurde, ist ausgesprochen ländlich: Wenn Ihr noch Pflaumen haben wollt, so kann der Karl Samstag oder Sonntag kommen, es ist herum mit ihnen, bei diesem Wetter kann ich nicht kommen, es hat mir leid getan, daß nicht eins von Euch gekommen ist, ich hatte noch Gurken und Pflaumen da stehen. Ich gehe auf den Michelsmarkt, dann komme ich noch. Wenn Ihr maschinen (dreschen) thut, kann ich reichen.

Burg Birkenfeld

4. Burg Birkenfeld um 1920. Das Bild gibt einen Eindruck davon, wie imposant Burg und Rennweg wirkten, als sie noch nicht zugebaut und zugewachsen waren. Burg Birkenfeld wurde urkundlich 1330 zum ersten Male erwähnt und war von 1584 bis 1724 Residenz der Pfalzgrafen von Pfalz-Birkenfeld. Aus diesem Geschlecht gingen später die Wittelsbacher hervor, die letzten Herrscher auf Bayerns Thron. Die Gemeinde Burg Birkenfeld entstand aus den zurückgebliebenen herrschaftliclren Dienstleuten, die nicht mit der Herrschaft zur neuen Residenz nach Zweibrücken zogen. 1776 wurde die Burg Sitz des Badischen Oberamtmannes, 1809 auf Abbruch versteigert. Das Gebäude im Vordergrund war ein kleines Ausflugslokal, das der Bierbrauer Carl Heintz dort errichtet hatte. Es wurde von den Eheleuten Hermann Spindier betrieben - daher der Name 'Hermannshöhe'. Um 1920 erwarb Studiënrat Dr. Bohner das Gebäude und baute es zum Wohnhaus um.

5. Ruine Burg Birkenfeld um 1900. Die Burganlagen waren lange verwahrlost, bis sich insbesondere der Gymnasialdirektor Friedrich Back unermüdlich für die Erhaltung der Mauer- und Gebäudereste und die Anlegung von Wegen und Grünanlagen einsetzte. Unsere Aufnahme (die Karte wurde 1901 geschrieben) zeigt im Mittelpunkt des Bildes Dr. Friedrich Back und links den 'Herrenweg', von dem aus man einen herrlichen Bliek über Birkenfeld bis zu den Hochwaldhöhen hatte. Wie man sieht, sind Bäume angepflanzt und Zäune gezogen worden. Nach dem Tode Friedrich Backs (1901) wurde ihm zu Ehren eine Gedenktafel in der Burgmauer angebracht: 'Dem geistigen Schöpfer der Anlagen'.

6. Gruß aus Birkenfeld, 1901. Die schöne Karte wurde von Ernst Engel in Birkenfeld verlegt, der sie am 20. Juli 1901 auch verschickte. Im ganzen ist die Ansicht von Birkenfeld naturgetreu, nur die große, gerade Straße im Vordergrund hat damals nicht existiert: Beinahe eine Vorahnung der heutigen Durchgangsstraße, die allerdings weiter in Richtung Stadt verläuft. Interessant ist die Mitteilung auf der Karte: Gestern Abend ist bei uns ein kräftiger Junge angekommen. Gruß Ernst Engel. Der kräftige Junge war der Sohn Wilhelm des Buchbindermeisters Ernst Engel, der später als Pfarrer in Oberstein und Dirmingen wirkte und auch Superintendent des Kirchenkreises Ottweiler war. Er trat daneben als volkstümlicher Schriftsteller und Maler hervor und starb kurz vor seinem 80. Geburtstag am 7. Juni 1981.

Luftkurort Birkenfeld

Erbaskopt, 816 m Kaiser-Wilnelm-Turm 25 m

7. Luftkurort Birkenfeld, 1911{12. Die Ansichtskarte zeigt einen ähnlichen Bliek auf Birkenfeld. Im Vordergrund hat die Bebauung zugenommen: Krone, Brenner, Lind, Pauly und Zorn. Auf der anderen Ansicht stand nur das Haus Jung ('Jung-Matze'). Sonst sind inzwischen unter anderem entstanden: Das Haus Holderbaum (heute Café) und das Museum. Die Volksschule am Kirchplatz ist im Bau. Die Karte weist werbend auf den Erbeskopf hin, den man sich allerdings dazudenken muß. Sie wurde am 21. Januar 1913 geschrieben.

'Luftkurort B'irKe:nfeld -Nahe'

8. Gartenrestaurant 'Zum FelsenkelIer'. Was sich FelsenkeIler nannte, waren die ausgedehnten Eis- und Bierkeller der Brauerei Lauth. Der 'Lauthsche Gatten' war wohl schon im vorigen Jahrhundert als Gartenrestaurant beliebt, denn am 21. Juli 1860 fand dort die erste Bürgerversamrnlung wegen des Baus einer Zweigbahn Birkenfeld-Neubrücke statt. (Bis zur Verwirklichung des Plans gingen dann 20 Jahre ins Land.) 1926 erwarb Karl Metzger das Anwesen und eröffnete sein Gartenrestaurant, das bis 1968 bestand. An den Waldfesten war es natürlich besonders stark besucht, aber auch etwa an Sonntagnachmittagen als Raststätte beim Familienspaziergang beliebt. Während des Krieges wurden die Kellergewölbe von den Wasserschiedern als Luftschutzkeller benutzt. Unsere Karte wurde 1928 von Heinrich Brucker verlegt. Sie gibt einen Eindruck von der gemütlichen Lage unter hohen Bäumen, die an heißen Sommertagen willkommenen Schatten boten. Die Zahl von kleineren Gaststätten außerhalb der Stadt an landschaftlich schönen Plätzen ist inzwischen stark zurückgegangen.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek