Birkenfeld in alten Ansichten Band 4

Birkenfeld in alten Ansichten Band 4

Auteur
:   Walter Göhl
Gemeente
:   Birkenfeld
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5434-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Birkenfeld in alten Ansichten Band 4'

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ZUREINFÜHRUNG

Hiermit wird die Reihe der Bildbände über das ältere Birkenfeld mit einem besonderen Band über die Gemeinde heute Ortsteil - Burg Birkenfeld fortgesetzt, Ursprünglich war an eine Weiterführung der Reihe nicht gedacht. Daher finden sich auch in den früheren Bändchen einzelne Fotos oder Ansichtskarten zum Thema Burg.

Zu dem speziellen Buch über Burg und 'Schlösser' ermutigte zunächst einmal das große und bleibende Interesse für die vorangegangenen Ausgaben. Außerdem fand im Januar 1990 eine Fotoausstellung über Burg Birkenfeld statt, die den Wunsch nach einem Bildband aufkommen ließ, der auch in Aussicht gestellt wurde. Als zumindest vorläufige Erfüllung des Anliegens ist das vorliegende Büchlein anzusehen. Im Vergleich zu den früheren Ausgaben war die Arbeit ungleich leichter. Viel Vorarbeit war bereits geleistet: die Sammlung von Bildmaterial und Informationen über das Was-Wer-Wann-Wo? , wofür vor allem Kurt Ding zu danken ist. Auch die Unterstützung durch die gebürtige Schlösserin Leni Gombert war wichtig. Dazu kam nicht zuletzt die fachmännische fotografische und archivarische Aufbereitung durch Heinrich Brucker und seine Mitarbeiterinnen. Gleichwohl blieb die Aufgabe, aus der Menge der Bilder 76 Fotos auszuwählen, die einen möglichst vielseitigen Überblick über Burg und Ort, Menschen und Landschaft geben sollte. Daneben waren natürlich auch gewisse Mindestanforderungen an die Qualität der Abbildungen zu stellen. Schließlich sollten sich auch die Foto-Pendants gegenseitig ergänzen oder thematisch entsprechen.

In mehrfacher Hinsicht sind Gemeinde oder Ortsteil Burg Birkenfeld mit anderen Gemeinden oder Ortsteilen etwa gleicher Größe kaum vergleichbar. Da ist zunächst einmal der topographische Aspekt der größeren Entfernung und vor allem der größeren Höhe, rund 80 Meter, über der 'Unterstadt' , was zur Abgrenzung und Eigenentwicklung nicht wenig beigetragen hat. Ein nicht unwesentlicher Grund für die Eigenständigkeit der 'Schlösser' war wohl auch, daß der Ort keinen Durchgangsverkehr kannte, son-

dern sozusagen für jeden, der kam, Zieloder Endstation war.

Als selbständige Gemeinde war Burg Birkenfeld zugleich die jüngste und kurzlebigste der Kommunen in der Verbandsgemeinde, da sie erst 1818 autonom wurde, aber bereits 1933 in die Stadt integriert wurde. Andererseits ist das Bewußtsein unter den 'Schlössem' noch durchaus vorhanden, daß man, historisch gesehen, auf weit traditionsreicherem, ehrwürdigerem Boden wohnt als das einstige Dorf, allenfalls der Flecken da unten: 'Tal-Birkenfeld.'

Die Entstehung einer Siedlung auf dem Burgberg war jedenfalls an den Herrensitz gebunden. Wie schön die Lage auch ist, ohne Burg oder Schloß wäre aus praktischen Gründen niemand auf die Idee gekommen, sich dort oben anzusiedeln. Allenfalls kann man, wie Professor Baldes, die Möglichkeit erwägen, daß es einmal im Umkreis der Burg eine keltische Fliehburg gegeben hat, wofür gewisse Bodenfunde oder archäologischer Befund sprechen. Die mittelalterliche Trutzburg hatte wohl kaum Bedienstete oder Knechte, die außerhalb ihrer Mauern lebten. Erst der Ausbau der Burg zu einem Fürstensitz, zum repräsentativen Schloß (weshalb sich die Leute von der Burg noch immer stolz 'Schlösser' nennen), führte zu einer nennenswerten Ansiedlung außerhalb des eigentlichen Schloßgeländes. Hier ließen sich also die Bediensteten nieder, die zu einer fürstlichen Hofhaltung gehörten, z.B. Kammerpersonal, Kanzleiboten, Kutscher, Reit- und Sattelknechte, Türrner, Turmbläser, Trommler, Pförtner, Hofköche, Stubenheizer, Tafeldecker und Vogelfänger. Jedenfalls hat die gemeinsame Arbeitsstelle eine homogene Bewußtseinslage der Schlösser begründet.

Ein außerordentlich existentiell einschneidendes Ereignis war für die Schlösser - wie für ganz Birkenfeld - natürlich die Verlegung der Hofhaltung nach Zweibrücken, um 1720-1730, nachdem die Herzöge (Pfalzgrafen) von PfalzZweibrücken-Birkenfeld rund 150 Jahre dem Schloß einen gewissen höfischen Glanz gegeben hatten. Die Bedienste-

ten standen vor der Alternative. mit der Herrschaft nach Zweibrücken zu ziehen, oder einen neuen, meist kümmerlichen Lebensunterhalt zu suchen. Das Schloß als Sitz badischer Verwaltungsleute hatte nur einen geringen Bedarf an Dienerschaft. Der geringe Umfang der landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich nutzbaren Flächen des Burgbanns, der im wesentlichen dem Burgfrieden entsprach, gab für Erwerbsmöglichkeiten auf diesem Sektor auch nicht viel her. Auch die unruhigen Jahre der 'Franzosenzeit' brachte den Leuten auf der Burg mancherlei Mißhelligkeiten durch marodierende Soldateska oder den Überfall einer Räuberbande, wie er für das Jahr 1799 bezeugt ist. Das Ende des Schlosses kam mit der Versteigerung im Jahre 1807. Planlos als Steinbruch benutzt, verkam die Schloßanlage im Laufe des Jahrhunderts.

Die Gemeinde war unter oldenburgischer Herrschaft 1818 also selbständig. Damit bekam sie einen Schöffen, Gemeinderat und eine eigene Schule. An der wirtschaftlichen Lage änderte dies jedoch kaum etwas, allenfalls förderte die Autonomie ein gewisses Selbstbewußtsein. Beschäftigungsmöglichkeiten gab es im Zuge der Industrialisierung: bei der neuen Dampfziegelei, der Chemisehen Fabrik in Brücken oder der Birkenfelder Eisenbahn. Etwa die Hälfte der Männer auf der Burg sind nach dem Adreßbuch von 1902 Arbeiter, vor allem Fabrikarbeiter. Die zweite größere Gruppe stellen Handwerker dar, z.B. drei Schuster. Im übrigen gibt es zwei Tagelöhner, zwei 'Ackerer' , einen Lehrer, einen Feldhüter, einen Forstgehilfen, einen Krämer und eine (verwitwete) Schankwirtin. Daneben trug Kleinlandwirtschaft zum Lebensunterhalt bei. Jedenfalls spielte ein Gegensatz von reich und arm in der Gerneinschaft der Schlösser keine Rolle. Auch der sonst oft schärfere konfessionelle Unterschied war bei den Schlössern nicht von großer Bedeutung.

Unzweifelhaft waren die Burgleute an der Erhaltung 'ihrer' Burg immer interessiert, die zu ihrem nächsten Umfeld gehörte. Die ersten Ansätze zur Sicherung der Überreste

und der Schaffung würdiger Anlagen sind dem Historismus, im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, zuzuordnen. Sie sind vor allem das Verdienst des Gymnasialdirektors Friedrich Back. Nach dem Ersten Weltkrieg belebte der Bau der Jugendiierberge die Wahrung des Burgerbes und die Pflege der Anlagen. Auch Freilichtaufführungen und andere festliche Veranstaltungen fallen in diese Zeit. Die NS-Zeit brachte neben eher fragwürdigen Kundgebungen, wie etwa der Bücherverbrennung im Mai 1933, vor allem militärische Nutzung des Burggeländes. Dabei war der Einbau einer Bunkeranlage ein zerstörerischer Eingriff und ist eine lästige Hinterlassenschaft finsterer Zeiten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg versank die Burg zunächst in einen Dornröschenschlaf, der erst in den sechziger Jahren endete. Nach dem schweren Rückschlag durch die Schließung der Jugendherberge begann 1980 die vorerst letzte Phase verstärkter Aktivitäten auf der Burg. Neben den Burgfesten und Burgfestivals ist dabei vor allem an die 'Initiative' zu denken, die durch konkrete Maßnahmen des Ausbaus und der Sicherung sowie der Verschönerung der Anlagen Beachtliches geleistet hat.

Insgesamt ist jedoch kaum zu übersehen, daß es bei allem Idealismus einzelner oder von Vereinen und Gruppen eine entschiedene konzertierte Aktion zur Schaffung eines langfristigen Konzepts der historischen (auch archäologischen) Forschung vor Ort und eine sinnvolle und großzügigere Wiederaufbauplanung und sinnvolle Nutzung der Gebäude und Anlagen bis heute nicht gegeben hat. Was bisher geschah, war überwiegend gut gemeintes, aber kurzatmiges und unzureichendes Flickwerk. Natürlich ist die Stadt als Eigentümer mit diesem Erbe allein überfordert. Möge das Buch dazu beitragen, daß es zu einern 'runden Tisch' von Experten, Verantwortlichen und Sponsoren kommt, mit dem Ziel, der Birkenfelder Burg endlich die Beachtung zu schenken, die sie nach ihrer historischen Bedeutung verdient.

1. Unabhängigkeitserklärung, 1983. Da staunten die Spaziergänger am 1. Mai nicht schlecht, was in der Hexennacht geschehen war. Else Dillmann und Schwester Hedi Heinrich nehmen belustigt zur Kenntnis, daß sich im Zuge völkischer Befreiungsbewegungen auch der Ortsteil Burg Birkenfeld selbständig gemacht hat: ein gelungener Scherz der 'Frühschoppengesellschaft' . Immerhin blieb das Schild fast den ganzen Mai hindurch stehen.

2. Schloß Birkenfeld, um 1630. Aus dem 17. Jahrhundert sind Darstellungen des Birkenfelder Fürstenschlosses von Daniel Meißner und Matthäus Merian überlicfert, wobei der letztere offenbar den Kupferstich Meißners kopierte und dabei weniger naturgetreu verfuhr. Aber auch bei Meißner wirkt der eher schroffe Hang des 'Haan' zu sanft gewellt. Der Standort des Zeichners ist zwischen Tongruben und unterer Saarstraße anzunehmen, bei morgendlichem Licht aus dem Osten. Das Bild der imponierenden, weitläufigen Anlage wird durch eine Szene aus dem ritterlichen Leben, der Falknerei, belebt. Dargestellt ist ein Luftkampf zwischen Falke und Reiher, ein beliebtes Motiv der Zeit: Wenn Falke und Reiher haben Streii, Braucht der Reiher Vorsicht. Wenn er den Falken beschmeißen kann (durch Exkremente), Muß dieser vom Kampfe ablassen. Bisher gibt es jedoch keine Belege dafür, daß in Birkenfeld die Reiherbeize betrieben wurde.

3. Schloß Birkenfeld im Modell. Im Jahre 1925 fertigte der Fotograf Christel Schulz ein Modell des Schlosses an, das sich auf die Stiche von Meißner, Merian und die noch sichtbaren Überreste gründet. Das Torgebäude mit Zugbrücke und rechts daneben das alte Pfarrhaus, später zur Jugendherberge ausgebaut, sind deutlich zu erkennen. Vom eigentlichen Schloß blieben im wesentlichen nur die bescheidenen Stümpfe der zwei Türme erhalten. Das Modell wird im Museum des Vereins für Heimatkunde aufbewahrt. Seine Restaurierung und teilweise Neugestaltung sind dem Kunstschreiner Erich Lengier zu verdanken.

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Burg Birkenfeld.

4. Bliek auf Rennbahn und Burg Birkenfeld, um 1910. Die Fotografie von J.G. Schulz, die er auch als Ansichtskarte herausbrachte, ist aus Richtung Schäferkaul aufgenommen. Die etwas großspurige Bezeichnung 'Schloßberghalle' galt einem kleinen Ausflugslokal, mit Kegelbahn im Freien, das der Bierbrauer Carl Heintz errichtet hatte. Hier konnten sich die Tal-Birkenfelder nach dem Aufstieg erfrischen, bedient von Küfer Hermann SpindIer und seiner Frau. Daher wurde das Ausflugsziel auch 'Hermannshöhe' genannt. Um 1920 baute Studienrat Dr. Bohner die kleine Gaststätte zu einem Wohnhaus um. Die Ansichtskarte schrieb Ferdinand Fillmann an seinen Freund, den 'Herrn Obertertianer Carl Engel' aus Brücken.

5. Pfingstausmarsch des Musikvereins, um 1960. Das Bild ist etwa ein halbes Jahrhundert später aus der gleichen Richtung aufgenommen. Die Burg ist hinter Bäumen und Gebüsch fast verschwunden. Der traditionelle Marsch des Musikvereins zur Burg, wo er am frühen Pfingstmorgen sein weithin schallendes Konzert gab, gehörte zu den Höhepunkten im Jahreslauf des Lebens auf der Burg. Leni Gombert erinnert sich: So manches flotte Ständchen drang / dort fröhlich an mein Ohr, / dann rückte man mil Sang und Klang / zum FelsenkeIler vor. / Hier wurde manches Glas geleert, / und schnell vergingen Stunden; / wenn dann die Kirchuhr Zwölfe schlug, / waren fast alle trunken. Unser Bild zeigt die Musiker mit anderen Frühaufstehern auf dem Weg zum FelsenkeIler.

6. Bliek ûber die Backsteinfabrik zur Burg, um 1920. Das Winterbild zeigt im Vordergrund die Pumpstation, darüber die 'Schwebebahn', die das Rohmaterial aus den Tongruben an Hömig in die Ziegelei transportiert. Über dem noch recht kahlen Burgberg die Ruine des einstigen Pfarrhauses, später Jugendherberge, und der Aussichtsturm.

7. Bliek vom Bruch zum Burgberg. um 1935. Im Vordergrund fließt der Zimmerbach, der dann in den Steinaubach übergeht. Links der eingezäunte Garten Hepp, im Hintergrund rechts der Mühlenteich zur Hahnmühle. Jenseits der Bahnanlagen stehen bereits das Haus Dr. Braun und Verwaltungsgebäude und Wohnung des Fabrikdirektors Josef Platz der Ton- und Ziegelwerke. Ganz oben Häuser auf der Burg und die Jugendherberge.

8. Die Rennbahn mit Bliek zur Jugendherberge, 1930. Auch wenn die Straße heute offiziell 'Rennweg' heißt, für die alten Schlösser ist es immer noch die Rennbahn, eine Bezeichnung, die auch historische Überlieferung und sprachliche Genauigkeit für sich hat. Allerdings verging das Rennen wohl so manchem Fahrzeug oder Fuhrwerk bei dem eher schmalen und holprigen Feldweg, der aus der einst stolzen, fürstlichen Rennbahn geworden war. Mit der Bebauung des Höhenweges blieb von der prächtigen Lindenallee nicht mehr viel übrig, und der früher wohl schönste Spaziergang mit dem herrlichen Panoramabliek verlor seinen Reiz.

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