Bitterfeld in alten Ansichten

Bitterfeld in alten Ansichten

Auteur
:   Tatjana Brückner
Gemeente
:   Bitterfeld
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5237-2
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bitterfeld in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Die Vorgeschichte zur Entstehung der Stadt Bitterfeld: Als Folge der großen Völkerwanderung drangen vom Osten die Wenden in unser Gebiet ein. Sie kamen bis zur Elbe, Mulde und Saale ohne gewaltsame Eroberung, sondern mehr als friedliche Einwanderer. Die Umgebung von Bitterfeld gehörte mit zu dem frühen Siedlungskern des Elbe-SaaleGebietes. Aus dieser Zeit belegen Bodenfunde, daß es sich hier um fünf Siedlungen als Kernstück unserer Stadt gehandelt haben muß. Bekannt waren sie als 'Altes Dorf (zwischen dem heutigen Lutherhaus und der Gärtnerei Quilitzsch), 'Sernitzk' (in der Umgebung der jetzigen Goethestraße), 'Keyzigk' (am Zusammenfluß von Lober und Leine), 'Saugarten' (in der Nähe der einstigen Ortschaft Niemegk) und 'Bürgerwerderkabeln' (in der Nähe der Mulde).

Im Jahre 1153 teilte Graf Konrad von Meißen seinen Besitz unter seinen fünf Söhnen auf. Der jüngste Sohn Friedrich erhielt die Grafschaft Brehna, dessen Wappen als ältestes Hoheitszeichen noch heute im Bitterfelder Stadtwappen geführt wird.

Die erste nachweisliche Erwähnung der Stadt fällt auf das Jahr 1224. In dieser urkundlich aufgestellten Landesverschreibung vom 28. Juni 1224 der Gebrüder Otto und Dietrich von Brehna werden Bitterfeld und das Schloß erstmals erwähnt. Die Namensgebung der Stadt war widersprüch-

lich, ebenso ihre Schreibweise, z.B. 'Pitervelt' oder 'Pitterfelt' (13. Jahrhundert) auch 'BitterfeIt' (16. Jahrhundert). Nach alter Überlieferung sollen Flamen (Fläminger , aus Flandern) Bitterfeld gegründet haben. Man rühmt ihnen nach, daß sie Siedlungen in von Wassernöten gefährdeten Geländen daseinsfähig gemacht haben. Als Beweis galt, daß ein Teil der 'Marke' nach flandrischen Hufenmaß vergeben wurde. Neue Untersuchungen belegen aber die Gründung durch fränkisch-thüringische Siedler.

Daten aus der Stadtgeschichte von Bitterfeld:

Das Urweichbild von Bitterfeld entstand als eine planmäßige Straßenmarktanlage in Form der deutschen Städtebildung des 12. Jahrhunderts. Südlich der Stadt befand sich eine Burg, später auch 'Altes Schloß' genannt. Die Burg war ursprünglich, laut Überlieferung des Chronisten August Dänicke, ein Sitz der Wenden. Die archäologische Funde besagen allerdings, daß die Burg um 1200 von den Grafen von Brehna gebaut wurde. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts wurde die alte Kirche 'St. Antonius' gebaut und 1263 erstmals schriftlich benannt. Der kleine Ort Bitterfeld wurde mit einem Stadtwall und Wassergräben zum Schutz gegen Feinde abgesichert. Mit Otto dem lIl. starben die Wettiner Grafen von Brehna aus. Schloß und Stadt Bitterfeld kamen unter die Herrschaft der askanischen Herzöge und Kurfürsten von Sachsen-Wittenberg. Das

Wappenschild ist als zweitälteste Hoheitszeichen ebenfalls im heutigem Stadtwappen von Bitterfeld zu finden.

1423 ging das Herzogtum Sachsen-Wittenberg, zu dem auch Bitterfeld gehörte, an die Wettiner. Bitterfeld kam 1485 zu der ernestischen, 1547 an die albertinische Linie der Wettiner. Das kleine Städtchen Bitterfeld, gelegen vor dem Muldeübergang der Straße von Halle nach Wittenberg, war gleichzeitig Sitz eines kurfürstlichen Amtes.

Der wirtschaftliche Schwerpunkt der Stadt lag in der Landwirtschaft, dem Handwerk und der Kunst des Bierbrauens. Im Jahre 1473, am 8. Mai, zerstörte eine Feuerbrunst durch Brandstiftung von Hansen Leineweber die alte Stadt, darunter auch das Rathaus und die alte Stadtkirche. Beide Gebäude wurden nach alten Plänen wieder aufgebaut. Das Rathaus wurde in Etappen von 1508 bis 1562 neu errichtet. Im Jahre 1546, am 23. Januar, so berichteten die Chronisten Dänicke und Schumann, war Dr. Luther auf seiner Reise nach Eisleben mit seinen drei Söhnen eine Nacht in Bitterfeld. Luther starb am 18. Februar des gleichen Jahres in Eisleben. Der Chronist Schumann schreibt wörtlich: 'Den 21. Februar hat Bitterfeld das traurige Glück gehabt, die Mittag Stunde über die Lutheri Leiche in der Kirche zu beherbergen.' Der Chronist Dänicke datiert dieses Ereignis mit dem 24. Februar.

Der Hallesche Turm wurde 1536 erbaut. Er begrenzte die äl-

teste Straße der Stadt, den Steinweg, in Richtung Dessauer Vorstadt, der späteren Halleschen Straße. In richtung 'Altes Schloß' begrenzte das Burgtor die spätere Burgstraße und damit die Stadt in der Nord-Süd-Richtung. Die OstWest-Richtung wird durch den Markt und einen Teil der späteren Kaiserstraße gekennzeichnet.

Im Jahre 1526 nahm Bitterfeld die erste Wasserleitung aus Holzröhren in Betrieb, die jedoch im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde. Sie führte vom Pomselberg bis zur Stadtmitte. Erst 1853 wurde sie erstmals durch Tonrohre ersetzt. Bis zum Jahre 1550 befand sich der Friedhof im Umfeld der alten Stadtkirche. Danach wurde vor dem Halleschen Turm ein neuer Gottesacker angelegt. Zwischen 1584 und 1633 wütete in unserem Städtchen mehrmals die 'Schwarze Pest', der hunderte von Bürgern zum Opfer fielen. Das nunmehr verfallene alte Schloß wurde 1565 dem hiesigen Rat überlassen, dafür hatte er dem Kurfürsten zu Sachsen in der Stadt ein Schütthaus (Kornhaus) zu bauen. Im 16. Jahrhundert wird der 'Plan' bereits als Ortsrand ausgewiesen. Im Laufe des Dreißigjährigen Krieges, im Jahre 1637, wurde Bitterfeld, von den Schweden auf das grausamste geplündert und verwüstet. Nur wenige Bürger überlebten dieses Schreckensjahr .

1647 gab es in Bitterfeld nur noch 61 steuerpflichtige Bürger. 1660 wurde das im Dreißigjährigen Krieg nieder-

gebrannte Mühltor beräumt, aber nicht wieder aufgebaut. Es brauchte noch einige Zeit, bis die Stadt sich von den Folgen des Krieges erholt hatte. 1815 karn Bitterfeld an Preußen. Seit 1816 ist Bitterfeld Kreisstadt. 1848, am 1. April, erschien in der 'Hofbuchdruckerei Schenke' die erste Ausgabe des Bitterfelder Kreisblattes. Am 17. August 1857 erhielt die Stadt den langersehnten Eisenbahnanschluß, die Strecke Bitterfeld-Dessau wurde eröffnet, zwei Jahre später der Streckenabschnitt Halle-Leipzig. Mit dem Aufschluß des Braunkohlentagebaues entwickelte sich die Steinzeugindustrie. 1865 wurde ein neues Rathaus fertiggestellt, das alte Rathaus wurde danach abgerissen. Auf der Grundlage des seit 1795 begonnenen Abbaues der Braunkohlenlager entwickelte sich ab 1890 die elektrochemische Industrie. Im Jahre 1884 fand die Übergabe eines Bürgerhospitales in der Röhrenstraße statt.

Mit dem Eisenbahnanschluß und der sich entwickelnden Industrie vergrößerte sich die Stadt. In den Jahren von 1872 bis 1875 entstanden die verlängerte Kaiserstraße in Richtung Bahnhof, die Zimmerstraße, die Windmühlenstraße, die Weinbergstraße und die Neue Straße. Im Jahre 1896 wurden das städtische Wasserwerk und ein Wasserturm erbaut. 1899 entstand der Stadtpark, genannt die 'Piltzteichanlagen', und 1901 wurde das Reichspostamt in der Lindenstraße bezogen. Um 1900 war die Stadt auf 11 000 Bürger ange-

wachsen. Die evangelische Stadtkirche wurde 1910 eingeweiht, Bitterfeid erhielt auch ein katholische Kirche. 1909 bis 1915 baute Major Parseval seine Luftschiffe in Bitterfeld, eine Straße der Stadt erhielt seinen Namen. Auch ist 1909 der 'Verein für Luftschiffahrt Bitterfeld' gegründet worden, insbesondere wegen des billigen Wasserstoffes von der hiesigen chemisehen Fabrik 'Griesheim Elektron'. Eine Ballonhalle wurde 1909 fertiggestellt. Der Bitterfelder Ballonsport erhielt bis in die dreißiger Jahre Weltruf. Im Jahre 1920 machte es sich erforderlich, einen neuen Friedhof anzulegen, der 1922 in Betrieb genommen wurde, er umfaßt 160 000 m2 und befindet sich an der Friedensstraße. Auf dem alten Friedhof wurden nach 1921 keine Bestattungen mehr vorgenommen. Im Ersten Weltkrieg 1914 bis 1918 verloren 210 Bürger unserer Stadt ihr Leben. In den zwanziger Jahren machte sich der Neubau eines Kreiskrankenhauses notwendig. Es wurde in der Friedrtch-Ludwig-Jahn-Straße im Jahre 1929 fertiggestellt.

Es konnte bei weitem nicht jede stadtgeschichtliche Begebenheit in den einleitenden Ausführungen für diesen Bildband genannt werden. Die bildlichen Darstellungen versuchen besonders die Entwicklung in den Jahren zwischen 1880 bis 1930 zu veranschaulichen. Die Jahre nach 1930 können in einern weiteren Bildband festgehalten werden.

1. Die alte hölzerne Leinebrücke in Richtung der späteren Friedensstraße. Hinter den Leinewiesen ist die evangelische Stadtkirche zu erkennen, und das kleine Türmchen links daneben gehört zu dem neuen Bitterfelder Rathaus. Die im Bild rechts zu sehende Holzbrücke wurde im Jahre 1928 durch eine neue, steinerne, dem später zunehmenden Verkehr angemessene Brücke ersetzt. Zum Zeitpunkt dieser Darstellung war die Friedensstraße noch nicht bebaut.

2. Die 'Onginal-Fliegeraufnahme von Bitterfeld' zeigt den alten Stadtkern mit Marktplatz, der am kleinen Turm des Rathauses und der dahinterliegenden evangelischen Stadtkirche zu erkennen ist. Diagonal ist im Vordergrund die Burgstraße zu erkennen, die sich am Markt teilt und von dieser Stelle aus in die Hallesche Straße, bis in den linken Hintergrund der Aufnahme verläuft. Rechts hinten ist die volle Länge des Großen Teiches bis hin zur Lobermühle sichtbar.

3. Die Luftaufnahme aus dem Jahre 1920 bietet als Anhaltspunkt die evangelische Stadtkirche, das Rathaus und den Markt. Links der Kirche der Ratswall, der sich durch die Baumgruppen mit einem Rechtsbogen bis hin zum alten Friedhof zieht. Der daneben erkennbare Grünstreifen zeigt den verlängerten Stadtpark bis zum Bürgergarten, er wird rechts im Vordergrund durch die Binnengärtenwiese geteilt, so auch durch die Kaiserstraße mit Dörings Konzerthaus und die Binnengärtenstraße mit der Einmündung in die Röhrenstraße. Hier befinden sich das Kreiskrankenhaus und die katholische Kirche. Im Hintergrund links verläuft die Dessauer Straße. Rechts oben, vor der Freifläche, ist die Wegführung der späteren Friedensstraße zu erkennen.

4. Auf dieser Aufnahme ist die Gesamtansicht des Bitterfelder Marktplatzes nach 1910 voll im Bild. Im Vordergrund ist der älteste Teil des Marktes zu sehen. Beim Bau der evangelischen Kirche wurden zwei Häuser abgerissen, damit sie frei im Blickfeld des Kirchplatzes steht. Links vor der Kirche ist das Stadtmuseum und ein Teil der alten Stadt-Apotheke zu erkennen. Die Kirchgasse verlief im vorigem Jahrhundert bis an die Stadt-Apotheke. Rechts fällt der Bliek auf die beginnende Hallesehe Straße.

5. Die Ostseite des Marktplatzes, um 1910, wird von der Halleschenstraße und Burgstraße angeschnitten. Die Aufnahme zeigt links das 'Rote Haus' (so im Volksmund genannt) mit einem Krämerladen. Einst stand rechts davon, in gleicher Höhe, das alte Rathaus. Es wurde bereits 1865 abgerissen. Das neue Rathaus ist schwer im Hintergrund auszumachen. Bemerkenswert ist die Litfaßsäule, rechts im Bild. Auch ist das typische Marktgeschehen dieser Jahre zu sehen, sowie eine Haltestelle der Kraftpersonenpost. Das hohe Haus links im Hintergrund ist der Gasthof 'Stadt Berlin' . Das 'Rote Haus', Markt Nr. 15, wurde im Jahre 1927 abgebrochen und der Marktplatz um eine ansehnliche Fläche erweitert.

6. Der Markt präsentiert sich auch mit modernen Geschäftshäusern, so das Geschäftsgebäude von Heinrich Arnold, Markt Nr. 8, mit dem Bliek auf die Kirchstraße. Seine Geschäftsreklame aus dem Jahre 1909 hat folgenden Wortlaut: Heinrich Arnold, Bitterfeld, Femsprecher 149 - Großes Lager in Kleiderstoffen und Seidenwaren, Leinen- und Baumwollwaren, Damen,» Kinder- und Erstlingswasche, Bettfedern und Daunen. - Spezialität: Brautausstattung. Weiterhin befindet sich am Markt der Gasthof 'Stadt Berlin', der Gasthof 'Prinz von Preußen', das Modehaus 'Marktschloß' und das Kaufhaus 'Arthur Krähl'.

7. Das Stadtmuseum Bitterfeld wurde im Jahre 1839 als Mädchenschule mit Organistenwohnung erbaut. Im Jahre 1892 gründete Emil Obst das städtische Museum in diesem Gebäude. Er gilt als einer unserer besten Chronisten der Stadt, da er mit unermüdlichem Fleiß stadtgeschichtliche Ereignisse zusammengetragen und festgehalten hat. Als Museumsvorsteher galt seine Gedanke, der Stadt Bitterfeld und dem Kreisgebiet heimatgeschichtliche Bodenfunde und Gegenstände zu sammeln und zu erhalten.

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