Blankenburg in alten Ansichten

Blankenburg in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Bauerfeind
Gemeente
:   Blankenburg
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5343-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Blankenburg in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Wer wissen möchte, wie Blankenburg in früheren Zeiten ausgesehen hat, der sollte nicht nur darüber nachlesen, sondern sich auch mit alten Blankenburger Einwohnern unterhalten. Alte Leute sind erzählfreudig. Vieles, was sie berichten, ist mit Erinnerungen an ihre Jugendzeit verbunden. Man erfährt, wo das Gebirgshotel und das Kaffee Kurhaus gestanden haben und wo sich der Heiratsbrunnen befand. Sie berichten vom 'Weißen Adler' und vom 'Blankenburger Hof'. Gerne erzählen sie, was für Geschäfte es vor der Zerstörung am 20. April1945 in der Langen Straße und in der Mauerstraße gab. Man hört, wo das Denkmal des Herzogs Wilhelm war und wo man noch heute den Prinzessinnenturm findet. In freudiger Erinnerung wird vom Einzug des Herzogs und von der Familie des Herzogpaares im Schloß berichtet.

Das Schloß ist eng mit der Geschichte der Stadt verbunden. An seiner Stelle, auf blanken Felsen, stand einst die Burg, von der die Stadt ihren Namen hat. In ihrem Schutz entwickelte sich Blankenburg als Stätte des Handels und der Weiterverarbeitung der aus dem Harz kommenden Eisenhüttenerzeugnisse.

Eine beachtlichte Verteidigungsanlage, in die auch die Burg einbezogen war, gewährte den Bürgern Sicherheit.

Dieser Entwicklung setzte der Dreißigjährige Krieg ein Ende. Die Stadt wechselte mehrmals den Besitzer. Sie wurde beschossen und ausgeplündert. Erst im 18. Jahrhundert kam es wieder zu einer Blüte im Bergbau und Hüttenwesen, von der auch die Bewohner Blankenburgs profitierten.

Die Heiratspolitik des seit 1690 im Schloß wohnenden Herzogs Ludwig Rudolph und die geschickte Steuerung durch seinen Vater, Herzog Anton Ulrich, verschafften Blankenburg eine gewisse Berühmtheit. Die älteste Tochter Elisabeth Christine wurde 1708 an den spanischen König Karl Ill., den späteren deutschen Kaiser Karl VI., verheiratet. Sie war die Mutter der Kaiserin Maria Theresia, von der wiederum eine Tochter den französischen König Ludwig XVI. heiratete. Die zweite Tochter Ludwig Rudolphs heiratete den Sohn des russischen Zaren Peter des Großen. Ihr Sohn war der Zar Peter 11. Eine Enkelin Ludwig Rudolphs wurde mit dem preußischen König Friedrich II. verheiratet. Als Folge dieser Heiratspolitik

erhob Kaiser Josef 1. die ehemalige Grafschaft Blankenburg zu einem Fürstentum.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts versuchte man durch die Einrichtung von Sanatorien, Blankenburg den Charaktereiner Kurstadtzu geben.Als 1873 die Stadt Bahnanschluß erhielt, verstärtkte sich der Zuzug von Pensionären, Adligen und ausgedienten Offizieren. Es entstanden zahlreiche Straßen mit repräsentativen Villen. 12 Hotels und 15 Töchterheime warteten auf zahlungskräftige Gäste. Industriebetriebe waren in der Stadt nicht erwünscht. Außerhalb der Stadt entstand ein Hochofenwerk, aus dem die jetzigen Harzer Werke hervorgingen.

Durch die Entdeckung eines Heilschlamms wurde 1938 das Teufelsbad eröffnet, und Blankenburg erhielt das Prädikat eines begehrten Heilbades für Rheumakranke. Es entstanden Parkanlagen und zahlreiche Kurheime. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges unterbrach diese Entwicklung. In der Oesig entstand ein Konzentrationslager. Wenige Stunden vor Einmarsch der Amerikaner zerstörte ihr Luftangriff das Stadtviertel um den Lühnertorplatz.

Bevor am 23. Juli 1945 die sowjetische Armee die

Stadt besetzte, wurde mit Unterstützung der Engländer das Schloß geräumt, und die Herzogliche Familie verließ Blankenburg.

1991 zählte die Stadt 18 600 Einwohner. Sie ist Kurund Fremdenverkehrsort. Am Stadtrand befinden sich zwei Industriebetriebe, ein weiterer in der Nähe des Bahnhofs.

In diesem Büchlein sind Ansichtskarten und Fotos aus einer Zeit abgebildet, die zum Teil mehr als fünfzig Jahre zurückliegt. Sie sollen die Veränderungen im Stadtbild dokumentieren, aber auch an manches erinnern, was durch Zeitverhältnisse, Krieg und Unverstand verloren ging.

Der jugen Generation mögen die Bilder zum besseren Verständnis der Erzählungen dienen, die sie oft von 'alten Blankenburgeru' hören.

Wir wollen nicht von der guten alten Zeit träumen, die es nie gegeben hat. Wenn aber unsere Stadt den Glanz, den sie einmal hatte, wieder erringen will, dann muß noch einiges getan werden.

1. Bliek von der Teufelsmauer auf Blankenburg 1891. Auf dem Bild erkennt man im Vordergrund die Schloßkaserne. Die Rote Kaserne existierte zu dieser Zeit noch nicht. In der Bildmitte sehen wir den Turm der gotischen Bartholomäuskirche, darunter die eng zusammengebauten Häuser der Altstadt. In den späteren Villenvierteln sind nur wenige Gebäude zu erkennen. Auch der Turm des Ziegenkopfes und die WiJ helm- Raabe- Warre, früher Kaiserwarte , sind noch nicht vorhanden.

2. Das Rathaus 1881. Es handelt sich un die älteste Fotografie, die sich vom Rathans in der Sammlung des Museums irn Kleinen Schloß befindet. Anlaß für den prunkvollen Schmuck war das fünfzigjährige Regierungsjubiläum von Herzog Wilhelm am 25. April1881.

3. Karl Zerbst, Bürgermeister in Blankenburg von 1899 bis 1933.

4. 'Zum goldenen Engel', Markt 5, im Fachwerkstil des 16. Jahrhunderts. Dieses Gebäude an der Ecke Marktstraße-Markt gehörte zu den schönsten Fachwerkhäusern der Stadt. Ursprünglich sol! es Getreidespeicher und Ratswaage gewesen sein. 1779 wird es als Gasthof 'Zur grünen Tanne' erwähnt. Am 11. September 1783 soll hier Goethe auf seiner zweiten Harzreise übernachtet haben. Seit 1792 trug es die Bezeichnung 'Zum goldenen Engel'. Die Abbildung aus dem Jahre 1903 gibt uns Einblick in das Markttreiben zu dieser Zeit. Die Frauen benutzten zum Einkaufen vorwiegend den Buckelkorb (Kiepe) und den Henkelkorb.

Blankenburg a. H.

Rathaus.

5. Der Marktplatz vor 1914. Aus dem einst so schönen Fachwerkhaus 'Zum goldenen Engel' entstand durch Aufstockung und Zuputzen des Fachwerks das keinesfalls als schön zu bezeichnende' Central Hotel'. 1973 wurde es abgerissen. In der Bildmitte sieht man den vonAlhert Schneider 1884 gestifteten Brunnen.

6. Gedenktafel am Rathaus. Sie wurde am 25. Juni 1927 für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges am westlichen, niedrigeren Teil des Rathauses angebracht. Unterhalb der Beschriftung befanden sich vier Soldatenköpfe vom Jüngling bis zum alten Landsturmmann. Etwa 1962 wurde die Tafel auf Anordnung der damaligen Stadtobrigkeit entfernt.

7. Blankenburger Notgeld, 1921. In Ermangelung von Kleingeldmünzen wurden ab 1920 Scheine im Wert von 10 bis 75 Pfennig mit Motiven aus der Stadt herausgegeben. Diese Notgeldscheine verloren 1923 ihre Gültigkeit, als durch die Inflation selbst Millionenscheine nur noch Kleingeld waren.

8. Das Herzog-Wilhelm-Denkmal wurde nach einern Entwurf des Bildhauers Kircheisen aus Braunschweig in Bronze gegossen und stand von 1905 bis 1909 an einer ungeeigneten Stelle im Vorgarten des Hauses Bähr, Hasselfeider Straße 6. Durch den Einfluß des Herzog-Regenten Johann Albrecht von MeckJenburg wurde das Denkmal umgesetzt und vor dem Kleinen Schloß aufgestellt. Die Abbildung zeigt die Einweihungsfeierlichkeit am 25. April 1909. Herzog Wilhelm war der Begründer des nach ihm benannten Krankenhauses, aus dem die jetzige Poliklinik hervorging. In der Zeit der Denkmalstürmerei nach 1945 wurde das Denkmal beseitigt und vernichtet. Nur das bepflanzte Rondell vor dem Kleinen Schloß erinnert noch daran.

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