Blankenfelde in alten Ansichten Band 1

Blankenfelde in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Norbert Diering
Gemeente
:   Blankenfelde
Provincie
:   Berlin
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5378-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Blankenfelde in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Blankenfelde erreichte erst relativ spät seine heutige Bedeutung als eine der größten Siedlungsgemeinden des südlichen Berliner Umlandes. Als zu Beginn des Jahres 1927 auf dem alten Rittergut letztmalig ein neuer Gutsbesitzer einzog, so tat er dies vor allem in der Absicht, die bestgelegenen Teile des Gutes für Siedlungszwecke zu veräußern. Damit begann für Blankenfelde jene Entwicklung, in deren Folge aus dem stillen Teltowdorf mit um 1900 etwa 580 Einwohnern die heutige Großgemeinde mit über 7 800 Einwohnern entstand.

Und doch hatte auch und gerade das alte Blankenfelde, das nur aus einem Angerdorf mit Rittergut bestand, seine Reize. Es ist gut möglich, daß der hier geborenen Dichterin Helene von Hülsen eben jene Atmosphäre der Abgeschiedenheit und Stille ihres märkischen Heimatortes vorschwebte, als sie für eines ihrer Gedichte folgende Zeilen schrieb:

Für dich, 0 Mark, wird stets mein Herz erglühn, Mag mich die Welt mit deinen Reizen necken, Mit deinen weiten, öden Sandesstrecken,

Mit deiner Kiefèrnwälder fahlem Grün!

Nur wer dich Heimat nennt, der kennt dich ganz, Liebt deine stillen, schilfverwachs 'nen Seen, Die Saatgefilde mit den sanften Höhen,

Der schlichten, anspruchslosen Dorfer Kranz!

Ein solch ruhiges und bescheidenes Dorf muß Blankenfelde über viele Jahrhunderte gewesen sein. Der Ort war vermutlich im Zuge der sogenannten askanischen Plansiedlung kurz nach 1220 von Siedlern angelegt worden, die aus dem niedersächsischen Raum gekommen sein dürften. Das älteste Bauwerk Blankenfeldes, die aus Feldsteinen errichtete mittelalterliche Dorfkirche, entstammt dieser frühen Periode. Ihr östlicher, spätgotischer Teil wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet. Erstmalig urkundlich er-

wähnt wurde 'Blankenvelde ' 1375 im Landbuch Kaiser Karl IV.

Der Ortsname leitet sich vermutlich aus einer alten Flurbezeichnung ab. Danach wurde die Ansiedlung auf freiem, lichtem Gelände vorgenommen. In der Literatur vereinzelt geäußerte Vermutungen, wonach der Ort seinen Namen von dem höchstwahrscheinlich ebenfalls aus Niedersachsen stammenden Geschlecht derer 'von Blankenfeldc' herleitet, konnten urkundlich nicht nachgewiesen werden. So gehörte die Familie Blankenfelde zwar vom 13. bis zum Ende des 16. Jahrhunderts zu den angesehensten und reichsten Patriziergeschlechtern Bedins und der Mark Brandenburg - das Teltowdorf Blankenfelde werden sie aber wohl kaum näher gekannt haben.

In seiner wechselvollen Geschichte beherbergte der Ort zweimal die Vertreter der obersten Kreisverwaltung des Teltow. In einer Urkunde von 13 70 werden die Besitzer des Blankenfelder Gutes, die Brüder Borchart und Wilhelm von der Lype als 'vögte up den Teltow' genannt. Genau 400 Jahre später wurde im Februar 1770 mit Gustav Alexander von der Liepe einer ihrer Nachfahren von den Ständen des Kreistagcs mit 11 zu 9 Stimmen zum königlich-preußischen Landrat und Direktor der Feuersozietät des Kreises Teltow gewählt. Er sollte dies bis 1790 bleiben.

Ein anderer Liepe, Carl Siegmund, gehörte zu den neun Vertretern des teltowschenAdels, die sich am 18. April1539 in Teltow in Anwesenheit des Brandenburger Bischofs Matthias von Jagow schriftlich zur Annahme 'der reinen göttlichen Lehre' verpflichteten. Im Rahmen der durch den brandenburgischen Kurfürsten nach seinem Übertritt zum Luthertum für das Jahr 1541 angeordneten allgemeinen Kirchenvisitation wurde auch Blankenfelde durch den kurfürstlichen Rat Johann Weinlöben erfaßt. Der Ort erscheint dabei als ein ansehnliches und verhältnismäßig wohlhabendes Dorf.

Der Dreißigjährige Krieg bereitete diesem Wohlstand ein

jähes Ende. Nacheinander plunderten Wallensteins Kroaten sowie die mit dem Kurfürsten von Brandenburg verbündeten Schweden den Ort. Im Gefolge des Krieges erschien die Pest. So lebten 1652 nur noch jeweils drei Bauern und drei Kossäten mit ihren Angehörigen in B1ankenfclde. Erneute Kriegsleiden brachte der Siebenjährige Krieg. Schließlich fand während der Schlachten der Befreiungskriege ein regelreelues Gefecht bei Blankenfelde statt. Dabei verhinderte der preußische General von Tauentzien mit seiner Landwehr in den Vormittagstunden des 23. August 1813 den weiteren Vormarsch des rechten Flügels der französischen Armee. Er schuf so eine wichtige Voraussetzung für den anschließenden Sieg der preußischen Truppen in der Schlacht von Großbeeren.

An der um die Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzenden Industrialisierung hatte der Ort keinen Anteil. Selbst der Plan, die Strecke der Dresdner Eisenbahn über Blankenfelde zu führen, scheiterte am Einspruch des damaligen Gutsbesitzers, der nicht in seiner Ruhe gestört werden wollte. Die Streckenführung war 1868 ursprünglich so vorgesehen, daß die Bahnlinie westlich des Rangsdorfer Sees über Blankenfelde und Groß Schulzendorf führen und Blankenfelde eine Bahnstation erhalten sollte. So blieb der Ort auch für die nächsten Jahrzehntc ein abseits der großcn Verkehrswege liegendes verträumtes Teltowdorf.

Dies sollte sich erst im Zusammenhang mit der von der nahen Großstadt Berlin ausgehenden und um die Jahrhundertwende über Lichtenrade und Mahlow auch Blankenfelde erreichenden Siedlungsbewegung ändern. Nach zögcrlichcm Verlauf in den Jahren vor und nach dern Ersten Weltkrieg bcgann dann ab 1927 gewissermaßen die zweite Phase der regionalgeschichtlichen Entwicklung, die sich auch deutlich an der seitdem eingetretenen Veränderung des Ortsbildes erkennen läßt.

Die infolge hoher Geldverluste in den Zeiten der Inflation in finanzielle Schwierigkeiten geratene Gutsbesitzerin Klara

von Wartensieben verkaufte das Rittergut zum I. Januar 1927 an Karl von Carstenn-Lichterfelde. Der neue Besitzer scheiterte jedoch bei dem Versuch, durch den Verkauf von Gutsländereien an dem im Berliner Umland hlühenden Parzellierungsgeschäft zu partizipieren. Bald mußte er Konkurs anmelden. So erwarb schließlich die zur Dresdner Bank gehörende Süd-Berlin Boden-AG den größten Teil des Gutes im Rahmen einer Versteigerung am 18. Oktober 1928. Damit war der Weg frei für eine Parzellierung großen Stils und gleichzeitig für das Entstehen der Großsiedlung Blankenfelde. Dementsprechend zeigen die letzten Abbildungen einige der in den dreißiger Jahren errichteten Siedlungshäuser, aber auch die ncue Schule und die katholische Siedlungskirche.

Sofern bei einzelnen Abbildungen Hausnummern angegeben wurden, entsprechen diese der im Adreßbuch des Kreises Teltow von 1927 verzeichneten Gebäudenumerierung. Der Verfasser bedankt sich bei Herrn Bürgerrneister Dietmar Klemt für die stets hilfreiche Unterstützung. Sein Dank gilt insbesondere aber H. Berg, A. Brohsin, G. Challier, K. Finke, G. Franke, A. Grund, W. Heinrich, D. Klaar (Lichtenrade), M. Kühn, M. Luneburg, D. Pannier (Stade), W. Postier (Lichtenrade), W. Potratz, H. Reisewitz, L. Rietz, H. Schalier, W. Schröder, W. Tix, 1. Vogt, E. Winter, E. Wolfermann, V. Zinkernagel (Freising), die durch Leihgaben sowie vielfältige Anregungen die Herausgabe dieses Buches erst ermöglichten.

Der Leser ist eingeladen zu einem Spaziergang durch den Blankenfelder Gcmeinde- und Gutsbezirk um 1900 sowie durch die in den dreißiger Jahren entstandene Siedlung. Möge das Buch ein klein wenig dazu beitragen, die seit 1945 andauernde Zerstörung der altehrwürdigen Bauten und Anlagen dieses einst sehr schönen Ortes zu beenden.

Blankenfelde, im März 1992

Norbert Diering

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1. In der Wilhelminischen Zeit bestand Blankenfelde noch aus einem Kirchdorf und einem Rittergut. lm Jahre 1900 wohnten 452 Einwohner in 51 Häusern im Dorf und 128 Einwohner in 8 Häusern auf dern Gut. Erst durch einen Beschluß des Preußischen Staatsrninisteriums wurde der Gutsbezirk Blankenfelde mit Wirkung vom 30. September 1928 aufgelöst und mit dem Gerneindebezirk vereinigt.

Dorfstrasse

Brennerei

2. Das vor 1900 aufgenommene Foto zeigt den nördlichen Teil der Dorfstraße. Auf der rechten Seite sind Teile der Anlagen des Rittergutes mit der Brennerei zu sehen. Die links der Dorfstraße sowie nördlich der Brennerei gelegenen Gebäude gehörten zum Gemeindebezirk.

3. Helene von Hülsen wurde 1829 in Blankenfelde als Tochter des Gutsbesitzers Eduard von Haeseler geboren. Sie heiratete im August 1849 den Gardeoffizier Botho von Hülsen, der von 1851 bis 1886 Generalintendant der Königlichen Schauspiele in Berlin war. Unter dem Pseudonym Helene veröffentlichte sie ab 1867 Gedichte, zahlreiche Novellen sowie einige Heimatromane. Helene von Hülsen wohnte nach ihrer Eheschließung in Berlin, wo sie 1892 starb.

4. Die auf dem nördlichen Teil des Angers gelegene Dorfkirche ist das älteste erhaltene Gebäude von Blankenfelde und gleichzeitig eine der ältesten Kirchen des Teltow. Mit ihrem Bau wurde bereits während der Zeit der deutschen Kolonisation in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts begonnen. Der ursprünglich recht kleine Feldsteinbau wurde Anfang des 18. Jahrhunderts durch einen barocken Anbau nach Westen hin erweitert. Der Fachwerkturm wurde 1710 aufgesetzt. Deutlich erkermbar sind auf dem um 1920 aufgenommenen Foto das inzwischen längst aufgegebene Friedhofsgelände sowie die alte Kirchhofmauer , die 1929 ausgebessert und aus verkehrstechnischen Gründen um einige Meter von der Straße zurückverlegt wurde.

5. Das kurz nach der im Jahre 1936 erfolgten Rekonstruktion aufgenommene Foto zeigt den Innenraum der Dorfkirche. Der sehr schöne hölzerne Altaraufsatz wurde 1744-1746 von Erdmann Voß erbaut. Die Kanzel, die zwischen gedrehten Ecksäulchen die Bilder der Evangelisten zeigt, ist noch etwa 50 Jahre älter. An der linken Wand sind je ein Epitaph des Georg Friedrich von der Liepe (1647-1722) und seiner beiden Ehefrauen sowie der Philippine Louise von Otterstedt (1742-1793) zusehen.

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6. Dieser Lageplan von Schloß und Gutspark Blankenfelde ist die wahrscheinlich letzte Darstellung jenes Ensembles, das das Ortsbild über Jahrhunderte mit prägte. Er wurde im Juli 1934 durch die Süd-Berlin BodenAG im Zusammenhang mit der auf dem Schloßplatz geplanten Errichtung eines Wohnhauses angefertigt. Dieses Vorhaben konnte der damalige Gemeindeschulze Albrecht Hüppe jedoch dadurch verhindern, indem er den Schloßplatz unter Denkmalschutz stellen ließ. Zu dieser Zeit befand sich in dem alten Verwalterhaus des Gutes bereits das Verkaufsbüro der Süd-Berlin BodenAG.

7. Den Gutspark, der sich östlich des Schlosses befand, ließ Eduard von Haeseler nach 1824 anlegen. Der sehr schöne Park mit seinem herrlichen alten Baumbestand wurde von 1917 bis zum Verkauf des Gutes durch den Gutsgärtner Arnold Brohsin gepflegt. Obwohl sich der Landesplanungsverband Brandenburg-Mirte in einer Stellungnahme vom Juli 1934 für den völligen Erhalt des Gutsparks eingesetzt hatte, stimmte die Gemeindevertretung Ende des gleichen Jahres einer ParzelIierung seines östlichen Teiles zu.

8. Das als Blankenfelder Schloß bezeichnete Gutshaus entstand in der auf vielen Fotos festgehaltenen Form erst nach den durch den Geheimen Kommerzienrat Ludwig von Schaeffer-Voit vorgenommenen Umbauten. Dieser hatte das Gut Blankenfelde im Jahre 1873 zum Zwecke der Kapitalanlage erworben. Als einer der damals reichsten Männer Berlins wollte er nicht in dem vorgefundenen bescheidenen Herrenhaus wohnen. So ließ er das Gutshaus durch Anfügen der beiden Seitenflügel und des turmartigen Aufbaus am Mittelbau im Stil der Neorenaissance schloßartig ausbauen.

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