Blankenfelde in alten Ansichten Band 2

Blankenfelde in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Norbert Diering
Gemeente
:   Blankenfelde
Provincie
:   Berlin
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5827-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Blankenfelde in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

... es wird vielleicht noch einige Jahre währen, dann hat das Dorf Blankenfelde seinen Charakter verloren; eine Stadt ist gewachsen.

August Zinkernagel, 1932

Die freundliche Aufnahme, die dem Buch 'Blankenfelde in alten Ansichten' zuteil geworden ist, veranlaßten Verlag und Autor zur Herausgabe eines zweiten Bandes. Für diesen wurde eine größere Anzahl alter Ansichtskarten sowie Bilder vom Schloßbereich und aus der für Blankenfelde so typischen Siedlungsphase ausgewählt. Daneben wiederum Fotos von Gebäuden, Vereinen, Festen, bekannten Persönlichkeiten; aus dem Alltagsleben ein Stück Heimatgeschichte aus der Zeit von etwa 1880 bis zum Ende derdreißiger Jahre dieses Jahrhunderts, Ergänzt wurde die Auswahl durch einige stimmungsvolle Zeichnungen und Fotos von Karl MenzeI.

Die Ansichtskarte hat eine noch sehr kurze Geschichte. Die ersten 'Post'- oder 'Correspondenzkarten' gelangten in den späten sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts in den Handel. Durch die Entwicklung preiswerter und anspruchsvoller Farbdrucktechniken wurde die Postkarte bald zu einem überall erhältlichen Massenartikel und beliebten Souvenir. In den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts kamen schließlich die 'Gruß aus .... -Karten in Mode. Vor vielen Jahrzehnten in die weite Welt verschickt, bilden diese Ansichtskarten heute einen unverzichtbaren Bestandteil jeder heimatgeschichtlichen Sammlung. In einer Zeit entstanden, als sich die große Kunstgeschichte noch nicht mit den kleinen Dörfern befaßte und als die meisten Bauern und Handwerker noch über keinen Fotoapparat verfügten, bilden Ansichtskarten heute oftmals die cinzige bildliche Quelle für den Zustand so mancher Straßen, Gebäude, Anger und Teiche unserer Dörfer um 1900.

Es war das Bestreben des Verfassers, möglichst viele der von Blankenfelde noch verfügbaren alten Ansichtskarten in das Buch aufzunehmen und dem Leser so ein breites Spektrum

längst entschwundener Ortsansichten vorzustellen. Dabei ließ es sich nicht gänzlich vermeiden, daß einzelne Motive - wie etwa die Dorfkirche oder der Dorfkrug - mehrfach auf den abgebildeten Karten erscheinen. Blankenfelde war nun einmal keine Stadt, in der es eine Vielzahl von Gebäuden und Sehenswürdigkeiten gab, sondern bis um 1930 nurein kleines, auf der Hochfläche des Teltow gelegenes Dorf. Jede der abgebildeten Ansichtskarten erschließt dem heimatkundlich interessierten Betrachter aber auch neue und zum überwiegenden Teil bisher unveröffentlichte Dorfansichten.

Der zweite Schwerpunkt ergab sich aufgrund von zahlreichen Nachfragen zu den im ersten Band enthaltenen Abbildungen des Blankenfelder Schlosses. 'Ein Schloß in Blankenfelde?' So oder ähnlich lauteten viele Fragen. Leider ist jenes einst aus Schloß, Schloßhof und Schloßpark bestehende Ensemble inzwischen völlig aus dem Ortsbild verschwunden. Um so reizvoller war es, die wenigen vom Schloßbereich und seinen einstigen Bewohnern noch erhaltenen Fotos in einer größeren Auswahl wiederzugeben.

Eine kurze Bemerkung erscheint zur Verwendung der Bezeichnung 'Blankenfelder Schloß' angebracht. Die Blankenfelder Rittergutsbesitzer haben zu keiner Zeit zum 'schlossgesessenen' Adel des Teltow gehört. Sie wurden bis in das 19. Jahrhundert hinein den 'unbeschlossten' ritterschaftlichen Geschlechtern zugerechnet. So gab es in Blankenfelde auch nie ein herrschaftliches Schloß , sondern immer nur ein mehr oder weniger repräsentatives Gutshaus. Erst mit den durch Ludwig von Schaeffer-Voit gegen Ende des vorigen Jahrhunderts vorgenommenen Umbauten bekam das Gebäude ein schloßartig es Aussehen. In der Folge setzten sich sowohl in amtlichen Schreiben als auch in kartographischen Unterlagen anstelle von Gutshaus und Gutspark immer mehr die Begriffe Schloß und Schloßpark durch. Als letzte Relikte erinnern heute die kurze Schloßstraße und der ehemalige Schloßplatz an jene längst vergangene Zeit.

In einem dritten Schwerpunkt wurde versucht, wichtige Etappen der Siedlungsentwicklung im Bild darzustellen. Die neuere Blankenfelder Siedlungsgeschichte begarm um 1900 mit einer noch sehr zögerlichen Besiedlung des nördlichen Teiles des Gemeindeterritoriums. Sie fand ihren vorläufigen Höhepunkt in dem Bau der das Ortsbild bis heute signifikant prägenden sogenannten Gagfah-Siedlung.

Die Gemeinnützige Aktien-Gesellschaft für AngestelltenHeirnstätten (Gagfah) wurde am 14. August 1918 in Berlin von mehreren Angestellten-Verbänden gegründet. Die Gesellschaft, die ihren Sitz 1935 zunächst nach Weimar und 1949 nach Essen verlegte, widmete sich dem Wohnungsbau für Angestellte. Anläßlich des 20jährigen Bestehens der Gagfah schrieb die Zeitschrift 'Siedlung und Wirtschaft' über deren Bauten:

Unbekümmert um Zeit und Mode bestrebte sich die Gag/ah, das zu schaffen, was sie als notwendig und zweckmäßig ansah, um den Wünschen der künftigen Bewohner so weit als möglich zu entsprechen ... Wenn die Rücksichten auf Baukosten, Lasten und Mieten zu einer Einschränkung führten, so wurde stets an dem Grundsatz [estgehalten, daß die Häuser in erster Linie ihrem Zweck, einer Familie ein Heim zu bieten, genügen und so dauerhaft gebaut sein müssen, daß dem künftigen Eigentümer Unterhaltungskosten nach Möglichkeit erspart werden. Einfache rechteckige Baukörper, das hohe Sattel- oder Walmdach und klare Fensterteilungen gehörten ebenso zu den Signets der Gagfah - Siedlungsanlagen wie eine Beschränkung auf wenigc Bautypen sowie ein solide Bauausführung.

Mit Kaufvertrag vom 23. November 1934 erwarb die Gagfah von der Süd-Berlin Boden-AG ca. 210 000 Quadratmeter Bauland in Blankenfelde. Der vorläufige Baupreis betrug 1,20 Reichsmark je Quadratmeter. Die Bebauung des Siedlungsgeländes sollte abschnittsweise mit insgesamt 296 Heimstätten im Sinne des Reichsheimstättengesetzes vom 10. Mai 1920 ertolgen. Nachdem auch mit der Gemeinde sämtliche Forrnalitäten zur Erschließung des Geländes erledigt waren, schritt der

Bau der Siedlung rasch voran. Den ersten drei Bauabschnitten folgten bis zum Ende des Jahrzehnts drei weitere. Dank großzügiger Unterstützung von Seiten der Zweigniederlassung Berlin der Gagfah war es möglich, einige der während der Bauphase in den Jahren von 1934 bis 1938 durch die Gesellschaft dokumentierten Gebäudeansichten in das Buch aufzunehmen (Abbildungen 58, 60, 61, 63, 64 und 66 bis 68).

Sehr hübsche Zeichnungen und Fotos von Blankenfelder Gebäuden und Ortsansichten, aber auch von der schonen Umgebung des Ortes, hat der im Jahre 1978 verstorbene Karl Menzel hinterlassen. Obwohl von Beruf Fotograf, galt sein eigentliches Interesse der Malerei. Bei Karl Menzei ergänzten sich Beruf und Hobby jedoch auf eine sehr glückliche Art und Weise. Zunächst fotografierte er auf vielen Wanderungen die ihn interessierenden Objekte, zu denen die Schmiede, die Mühle, die Kirche auf dem Anger und das Blankenfelder fließ gehörten. Anschließend fertigte er anhand der Fotos seine Zeichnungen an. Dabei hielt er jedes Detail mit beinahe fotografischer Genauigkeit fest. Die den Abbildungen 65, 74 und 75 zugrunde liegenden Zeichnungen sind so entstanden. Von Karl Menzei stammen ferner die für die Abbildungen 69, 73 und 76 genutzten Fotos.

Der Verfasser hat erneut all jenen zu danken, die direkt oder indirekt am Zustandekommen des zweiten Bandes mitgewirkt haben. Besonderer Dank gebührt: D. Baedeker (Berlin). A. Brohsin, H. Chudoba, K. Finke, A. Grund, C. Hartmann (Frankfurt/Main), F. Hummeltenberg, 1. Lauenstein, S. Matthies, G. Naucke, H. Paluthe, E. Rauch. Z. Ressing, L. Schulze (Braunschweig), J. Thiel , J. Thiemes, W. Werner , A. Witte, P. Wöhler (Pondicherry/lndien), E. Wolfermann, V. Zinkernagel (Freising).

Blankenlelde. im Februar 1994

Norbert Diering

Klrohe.

Schloss.

I. Die älteste in diesen Band aufgenommene Ansichtskarte wurde am 19. November 1898 in Mahlow aufgegeben. Auf ihr sind jene Bauwerke zu sehen , die das Erscheinungsbild Blankenfeldes bis in das 20. Jahrhundert hinein prägten: die mittelalterliche Dorfkirche und das erst wenige Jahre zuvor zu einem Schloß urngebaute Gutshaus.

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e 2. Das 'goldene Zeitalter' der Ansichtskarten begann kurz nach 1890 und hat nur etwa zwei Jahrzehnte angedauert. Besonders beliebt waren die 'Gruss aus' -Karten mit zwei oder auch mehr kleinen Farbansichten. Da bis kurz nach der Jahrhundertwende die Rückseite der Postkarten ausschließlich für die Anschrift verwendet werden durfte, verblieb lediglich die freie Fläche auf der Vorderseite für wenige Grußworte. Hier eine Karte von 1905 mit einer hübschen Ansicht des Dorfteiches. Sehr malerisch wirken die den Teich umgebenden alten Bäurne. Noch ist der Platz Irei, auf welchem acht Jahre später das Kriegerdenkmal errichtet wurde.

3. Einen herrlichen Anblick bietet die auf dem unteren Bild als 'Allee nach Dahlewitz' bezeichnete Kreischaussee. Abgebildet ist vermutlich ein unmittelbar hinter dem Schloßpark gelegenes Teilsrück der über das Blankenfelder Gutsland und den Glasowbach nach Dahlewitz führenden Straße. Auf der oberen linken Ansicht ist der um 1900 bestehende Zustand an der Kreuzung der Dorfstraße mit dem Zossener Damm wiedergegeben.

4. Der von Wil helm Reichner gezeichnete Plan des Dorfes wurde dem Teltower Kreiskalender von 1928 entnommen. Zu erkennen sind neben den Gehöften der Bauern und Kossäten auch der Schloßbereich mit dem westlich der Dorfstraße gelegenen Gutshof sowie die Standorte von Kirche, Schule , Kriegerdenkrnal, Teich, Gemeindehaus und Schmiede auf dem Dorfanger. Der historisch gewachsene Blankenfelder Anger ist mit seinen naturräumlichen und baulichen Anlagen ein typisches Beispiel jener Sicdlungsvorgänge , wie sie sich in vielen Dörfern auf dem Hohen Teltow seit dem 13. Jahrhundert vollzogen haben. Im Süden der Ortslage befand sich die alte Versammlungsstätte der Dorfbewohner.



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5. Diese Ansichtskarte zeigt auf der Abbildung rechts oben den nördlichen Teil des Dorfangers kurz vor 1900. Dereinst erstreckte sich der Blankenfelder Anger in einer ungefähr nord-südlich gerichteten Ellipse. Die östlich um den Anger führende Straße , die heute am Zossener Damm endet, verlief damals nördlich weiter bis zur Schloßstraße. Bei dem abgebildeten Brennereigebäude handelt es sich um die vor 1840 errichtete alte Gutsbrennerei.

6. Auf seiner Sitzung am 6. August 1935 beschloß der Gerneindekirchenrat, das Innere der alten Dorfkirche zu renovieren. Bei einer daraufhin im Auftrage des Provinzialkonservators vorgenommenen Untersuchung des baulichen Zustandes stellten sich allerdings schwerwiegende Schäden heraus, die den Bestand des Bauwerkes insgesamt gefährdeten. So wurden an der Kirche im Jahre 1936 umf'angreiche Instandsetzungsarbeiten u.a. arn Kirchturm, am Kirchendach und an der Außenfassade durchgeführt. Ferner erfolgten eine Modernisierung der Heizungsanlage und eine Reparatur der Orgel. Der Innenraum erhielt einen hellen Anstrich. Die Aufnahme entstand kurz nach Beendigung der Bauarbeiten.

7. Die Bronzeglocke der Dorfkirche wurde kunstgeschichtlich dem 14. Jahrhundert zugerechnet. Daraufwiesen gotische Verzierungsbänder, mehrere Medaillons sowie einige in den Kranz des oberen Randes eingeschmolzene Hohlpfennige , sogenannte Brakteaten, hin. Eine Inschrift trug die 450 Kilogramm schwere Glocke nicht. Sie hatte den Dreißigjährigen Krieg, den Ersten Weltkrieg und - dank der Bemühungen von Pfarrer Richard Eggert und des Gemeindekirchenrates - auch den Zweiten Weltkrieg unversehrt überstanden. In der Nacht vom 7. zum 8. Mai 1978 wurde sie jedoch ein Opfer des verheerenden Kirchenbrandes. Als der Kirchturm in Flammen stand, löste sich die Glocke aus ihrer Befestigung, durchbrach das Deckengebälk und zerschellte am Boden.

8. Am 28. Oktober 1925 feierten die Eheleute Hermann und Ernilie Winkelmann ihre Goldene Hochzeit. Dieses Ereignis hielt August Langenhahn, der zu jener Zeit Schriftführer des Männergesangvercins war, irn Protokollbuch des Vereins fest. Demnach trafen sich der Krieger- und der Männergesangverein gegen 15.00 Uhr im Dorfkrug zum gemeinsamen Kirchgang. Mit dem Jubelpaar an der Spitze bewegte sich der Festzug zur Kirche. Nach der Trauung versammelte sich die Hochzeitsgesellschaft zur Kaffeetafel im Dorfkrug. Das Bild zeigt die Festgesellschaft auf dem Rückweg von der Kirche. Links haben der Kriegerverein und der Männergesangverein Aufstellung genommen.

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