Bleicherode in alten Ansichten

Bleicherode in alten Ansichten

Auteur
:   Hans Tüngerthal
Gemeente
:   Bleicherode
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5382-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Bleicherode in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Geographisch betrachtet stellt das Gebiet um Bleicherode den nördlichen Teil Thüringens dar, der 532 von ostfälischen Sachsen erobert und nach den Sachsenkriegen (772-804) dem fränkischen Reich eingegliedert wurde.

Die Rodung des 'Blicho' vollzog sich im 11. Jahrhundert, und der Ort wurde als Siedlung erstmals 1130 urkundlich erwähnt.

Begrenzte Stadtrechte erhielt das Straßendorf 'Blicherode' 1322 vom Grafen Heinrich von Honstein, d.h., Bleicherode besaß nur die Fischereirechte , durfte eine eigene Stadtverwaltung einrichten, im Jahr vier Märkte abhalten sowie ein eigenes Siegel und Wappen führen.

Den Besitz in der Bleicheröder Flur teilten sich der einsitzende Adel sowie einige Klöster. Die Stadt kaufte 1585 von den Honsteinern das Schultheißenamt und erwarb damit ihre eigene Gerichtsbarkeit.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde der Ort am 3. Oktober 1632 durch Pappenheimer geplündert und gebrandschatzt. Aus dieser Not heraus begann man in den verödeten Weinbergen mit der Zucht der einhei-

misehen Weinbergschnecke. Dieses 'Gewerbe' brachte den Bleicherödern den Spottnamen 'Schneckenhengste' ein.

Neben der Landwirtschaft als Haupterwerbszweig der Bewohner gelangte im 18. Jahrhundert die Leineweberei zur vollen Reife.

Nach den Befreiungskriegen von 1813 bis 1815 konnte sich insbesondere die Leinenfabrikation entfalten, die ihren Höhepunkt in den Jahren von 1871 bis 1900 hatte. Nachdem im Jahre 1888 im Raum Bleicherode vom Preußischen Oberbergamt Halle ein Kalilager nachgewiesen werden konnte, beschloß der Preußische Fiskus 1890 den Bau eines königlichen Salzbergwerkes. Unter Aufsicht des Bergrates Uthemann erfolgte am 1. August 1899 der erste Spatenstich zum Abteufen des Schachtes 1 Bleicherode.

Mit dem Aufblühen der Textil- und Kaliindustrie zogen Wohlstand und Zufriedenheit in Bleicherode ein.

Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte sich neben der heimisehen Industrie auch das geistig-kulturelle Leben

sprunghaft. So war in den zwanziger Jahren die Bleicheröder Arbeiterschaft in vielen Vereinen und Verbänden organisiert.

Mit einer Demonstration am 16. und 17. Juli 1932 wandte sich ein Teil der Bleicheröder gegen den drohenden Nationalsozialismus. Die jüdische Bevölkerung fiel dennoch dem faschistischen Terror, der auch in Bleicherode von antisemitischen Repressalien begleitet war, zum Opfer. Verfolgt, entmündigt und enteignet mußten die Bürger jüdischer Herkunft, vor allem nach der Zerstörung der Bleicheröder Synagoge vom 9. zum 10. November 1938, ihre Heimatstadt verlassen.

Durch die Auflösung der militärischen Einheiten in Bleicherode am 9. April 1945 durch deren Führer, Major d.R. Friedrich Hahn sowie durch besonnenes Handeln des Bleicheröders Hugo Isermann und einiger Bürger gelang es, daß die Stadt kampflos am 10. April 1945 US-Panzertruppen übergeben werden konnte.

Nach der Übernahme Bleicherodes durch die Rote Armee am 1. Juli 1945 ging es um die endgültige Beseiti-

gung der Wurzeln des Faschismus und unter Regie der sowjetischen Besatzungsmacht um eine Neugestaltung, deren wesentlicher Bestandteil die Boden- und Schulreform war. Mit der Gründung der DDR mußten auch die Bleicheröder unter Führung der Partei die Grundlagen einer 'sozialistischen Entwicklung' schaffen.

Der stetige Verfall der alten, ehrwürdigen Stadt, des kulturhistorischen Erbes, konnte trotz sozialer Sicherheit und Geborgenheit eines Scheinsozialismus nicht aufgehalten werden.

Seit der politischen Wende und der Einheit Deutschlands ist die Stadtverwaltung bemüht, neben der Lösung der ökonomischen Fragen die Sanierung des Altstadtkerns nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten voranzutreiben.

Hans Tüngerthal

I. Im Rathaus hielten die Honsteiner Stände ihre Sitzungen ab. Bis zum Bau des Amtsgerichtsgebäudes wurde in diesen Gemäuern auch Gericht gehalten. Die Inschrift einer eingelassenen Steinplatte sagt uns, daß der Bau 1540 begonnen und 1541 vollender worden ist. Die Pappenheimer brannten das Rathaus 1632 bis auf die Grundmauern nieder. Der Wiederaulbau erfolgte in den darauffolgenden Jahren, wovon heute noch eingemauerte Türbögen der West- und Ostseite sowie ein Fachwerk aus dem 17. Jahrhundert unter den heutigen Schiefern des Obergeschosses Zeugnis ablegen.

2. Das erste Postamt Bleicherodes war das heutige Haus II der Stadtverwaltung. Bleicheröder Kaufleute gründeten am 30. Dezember 1885 eine 'Postbaugesellschaft e.V.' und finanzierten damit den Neubau, der 1886 in der Hauptstraße Nr. 43 erfolgte. Das heutige Postgebäude (siehe Foto) wurde am 1. Juli 1912 von der Reichspost errichtet.

3. Das Bild zeigt die Bleicheröder Schützenkompanie am 19. Juni 1902. Von links nach rechts oben: Reuschel, Hermann; Walter, Paul; Ibe, Wilhelm (Fahnenträger); Siese , Karl; Dregmann. Erste Reihe , oben: Rathsfeld, Karl, Jödicke; Wattrodt: Schirmer, 0.; John, Karl; Nußbaurn, Adam; Schütze , Paul; Zierdt, Gustav; Kallmeyer, Fritz; Becke, Christ.; Benseler , Wilh.; Siese , Otto; Daniel. Karl; Becke, Rich.; Bccke, Aug.; Rothenberg, Felix; Rothenberg, Jul.; Schirmer, Gust. Zweite Reihe, oben: Krause, Ed.; Macke (Schneider); Isermann; Jödicke, Jul.; Rothenberg, Paul; Siese, Wilh.; noch zu 3.: Schmidt; Rüdiger, Paul; Neubert, Wilh.; Otto (Bäckermeister); Hildebrandt, Albert; Herzfeld, Alfred; Grünewald, Burkhardt; Krause, Karl; Börhold, Wilh.; Magerstedt, Otto; Brosin , Paul; 7; Binder. Dritte Reihe: Reuschel. Ed.; Zesch, Otto; Müller; Wenke; Stade, Karl; Hoffmann; Dänhardt , E.; 7; Liebing; Hartung, Wilh.; Ibe, Hermann; Weber, Herrn.; Kopp, Paul; Rathsfeld, Gust.; Schneider , Osk.; Schenk, Philipp; Lederbogen 0.; Gelpke , Ed.; Ammon, Alb. Vierte Reihe: Reinhold; Jänisch, Fritz; Seidensticker (Tischlermeister); Jödicke, Karl; Henning; Hunger, Wilhelm (Leutnant); Kohlmann, Heinrich (Schützenkönig); Daniel (Hauptmann); Genzei (Ob.Ltn.); Bende, Wilh. (Feldwebel); Siese, Karl; Buchmann; Schütte , Aug. Fünfte Reihe, unten: Werkmeister (Kanonier); Müller (Hornist); Wolter, Hermann (Kapellmeister); Hunold (Trommler); Nieft (Trommler).

4.15. Um den immer mehr steigenden Anforderungen in der öffentlichen Gesundheitsfürsorge gerecht zu werden, bildete sich 1905 ein hiesiges Kuratorium, das zur privaten Spendenaktion aufrief. Ein Jahr später bildete sich ein Krankenhauskomitee, dem 15 Bleicheröder Bürger angehörten. Man brachte

in der Stadt die stattliche Summe von 42 000 Reichsmark auf. Das Projekt konnte mit Unterstützung der Kreisverwaltung verwirklicht werden. So öffnete 1908 das neue städtische Krankenhaus 'Wilhelm und Auguste Victoria' mit 38 Betten seine Pforten.

Bleienerode. Städ 1. Electrizitätswerk.

6. Im Jahre 1904 wurde in Bleicherode das erste städtische Elektrizitätswerk erbaut. Mit 110 Stromabnehmern wurde es am 30. April 1905 in Betrieb genommen. 1906 konnte die Straßenbeleuchtung angeschlossen werden. Die Stillegung und der Umbau in eine städtische Turnhalle erfolgten im Jahre 1930.

7. Das Kraftwerk in Bleicherode Ost wurde 1911112 von der Überlandzentrale 'Südharz GmbH' erbaut. Das Versorgungsnetz in der Grafschaft konnte 1913 den vollen Betrieb aufnehmen. In der darauffolgenden Jahren war das hiesige Kraftwerk das Herzstück der Überlandzentrale 'Südharz GmbH'. Als sich am 16. März 1925 eine gewaltige Kesselexplosion im Werk ereignete, wurde das Kraftwerk mit den damals modernsten. aber nicht billigen Sicherheitsvorrichtungen ausgestattet, um eine solche Katastrophe in Zukunft zu verhindern. Um die Wirtschaftlichkeit des Kraftwerkes zu erhöhen, wurde 1927 eine 4 Morgen große Treibhausanlage dem Werk angegliedert.

8. Am 4. November 1882 erfolgte die Gründung einer Pflichtfeuerwehr in Bleicherode. Das Foto zeigt das Spritzenhaus am Gefängnis in der Braustraße. Neben Lederhelmen und Drellröcken verfügte die Bleicheröder Feuerwehr um 1890 über eine zur damaligen Zeit gutgehende technische Ausrüstung. Erster Sanitäter der Wehrwar ab 28. Mai 1926 der Friseurmeister Felix Bücking.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek