Bockenem in alten Ansichten Band 1

Bockenem in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Manfred Klaube
Gemeente
:   Bockenem
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1889-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bockenem in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Ein Bilderbuch liegt vor Ihnen, lieber Leser, ein Bilderbuch, in dem es Spaß macht zu blättern, zu lesen und über dieses und jenes - manchmal auch mit Staunen oder mit Verwunderung - nachzudenken.

So haben sie gelebt, unsere Groß- und Urgroßeltern. Es sind 50 bis 100 Jahre zurück. So haben sie gearbeitet, und so war ihre Umwelt: die Stadt, das Dorf, die Straße, das Anwesen, die Kirche, die Gastwirtschaft, die Familie, die Nachbarschaft, die Arbeitswelt; Mühle und Fluß, Acker und Wald. Man hat einfacher, oft auch bescheidener damals gelebt, und man hat manuell härter arbeiten müssen. Komfort im heutigen Sinne gab es im allgemeinen selten.

Die Landwirtschaft, das Handwerk und der Handel waren die bestimmenden Wirtschaftsfaktoren. Die ersten Industriebetriebe - die Wilhelmshütte Bornum, die 'Bockenerner Glockengießerei Weuie, die Harzer Achsenwerke, Konservenfabrik, Zuckerfabrik und die Molkerei - hatten noch überschaubare Größen.

Bockenem - Stadt seit etwa 1300 -, Mittelpunkt des durchweg von der Landwirtschaft geprägten Ambergaus, bestand in der von uns beschriebenen Zeit noch als Ackerbürgerstadt. Handwerk und Gewerbe auf der einen Seite und die nebenher auf vielen Anwesen betriebene Landwirtschaft beziehungsweise der vorhandene Landbesitz auf der anderen Seite bestimmten das wirtschaftliche, das soziale, ja sogar das bauliche Gepräge dieser liebenswerten Kleinstadt. Selbstbewußt präsentierten sich die Kaufleute, die führenden Gewerbetreibenden und die größeren Grundbesitzer. Mehr als in der Gegenwart waren die Stadt und die sie umgebenden Dörfer wirtschaftlich gesehen in sich geschlossene Einheiten. Den Bäcker, den Schuster und den Kaufmann gab es auf jeder Straße; es gab sie auch auf den Dörfern, die heutzutage bar solcher Geschäfte sind. Reine Wohnstraßen kannte man nicht.

Das Auto war schon da, und die Eisenbahn dampfte

durch den Ambergau, Es lief noch alles gemächlich und ohne 'Tempo 100'. Während des Zugaufenthaltes in Bockenem hatte der Reisende so manches Mal Gelegenheit, sich in der Bahnhofsgastwirtschaft bis zur Weiterfahrt noch 'einen Korten und einen Langen' (einen Schnaps und ein Bier) zu genehmigen. Als Transportmittel galten vornehmlich Pferd und Wagen, die Straßen waren noch nicht so gefährlich, und die Kinder brauchten weder in der Stadt noch auf den Dörfern teure und aufwendige Spiel- und Bolzplätze.

Bockenern, das zeigt unser vorliegendes Bilderbuch, war in der Vergangenheit eine Stadt im Grünen. Bäume umstanden nicht nur den Außenring, sondern man hatte sie in angenehmer und das Auge beruhigender Weise auch auf den Plätzen und aufvielen Straßen gepflanzt. Sehen wir uns daraufhin nur die Bilder vom 'Alten Friedhof' und vom Markt an.

Ein herzliches Dankeschön ist all denen abzustatten, die das Bildmaterial für das vorliegende Buch beigesteuert haben. Im Interesse der Dokumentation sind am Schluß eines jeden Einzeltextes Besitzer beziehungsweise Eigentümer des betreffenden Bildes (in Klammern) genannt.

Möge dieses Buch möglichst viele interessierte Leser finden, möge es dazu beitragen, zur Beschäftigung und zum Nachdenken über die Geschichte unserer Region, insbesondere des Ambergaus, anzuregen; denn nur aus der Geschichte heraus können wir die um uns herum ablaufenden Ereignisse und Prozesse verstehen.

Bockenern, den 12. April 1982 Manfred Klaube

1. Ein bekanntes Bockenemer Motiv ist der Bliek vom Schlangenweg auf die Sankt-Pankratius-Kirche und die Superintendentur. Auch um 1900 war diese Ansicht fotogen. Im Pfarrgarten erhoben sich große Bäume, die das Haus des Superintendenten fast verdeckten. Am Aufgang zum Markt stand eine Straßenlaterne. Linkerhand ist die alte Pfarrscheune zu erkennen und rechts die Gastwirtschaft Friedrich Dormeyer, die auch einen Pferdehandel betneb. Ihr gegenüber befand sich anstelle des heutigen Kinos ein großer Garten. (Kolle, Bockenem.)

Bockenem

Marktolatz

2. Die Stadtwerdung Bockenems im Mirtelalter ist im wesentlichen von der damaligen Marktlage her zu verstehen. Der Markt als Zentrum nahm etwa ein Siebentel der gesamten Altstadtfläche ein. Nach dem großen Brand vom 9. April 1847 - der Schutt lag noch bis 1850 - wurde er im Frühjahr 1857 mit Sommerlinden für den Preis von 20 Talern und 17 Groschen bepflanzt. Von den ehemals vier Wasserstellen auf dem Markt blieben nach dem Wiederaufbau nur zwei erhalten. Beide wurden 1980 wieder renoviert. (Crome, Bockenem.)

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3. Die Marktfunktion des Platzes fand ihren Ausdruck in mehreren größeren Geschäften. Das Anwesen der Kolonialwarenhandlung F.W. Haars hatte man nach dem Wiederaufbau zur Kurzen Burgstraße hin abgeschrägt, um den Fahrverkehr an dieser Ecke zu verbessern. Auch andere Gebäude wurden damals bei ihrer Neuerrichtung über den Kellern versetzt; unter anderem verbreiterte man bei dieser Gelegenheit die gesamte Judenstraße, die vordem 18 Fuß - das sind knapp sechs Meter - maß. Die auf der linken Bildseite sichtbare spätere Drogerie Beuermann beherbergte um die Jahrhundertwende eine Zigarrenfabrikation. (Museum Bockenem.)

4. Nach dem gewonnenen Feldzug von 1870(71 entstand auf dem Markt das Kriegerdenkmal, das im Zuge der Renovierung von 1979(80 versetzt wurde. Alte Bockenemer erinnern sich noch gerne an das Plätschern des Wassers aus den Löwenköpfen dieses Brunnens. Ein Eisengitter umgab die gesamte Anlage, an deren Stelle sich vor 1847 der große Marktbrunnen befand. Das heutige Museum an der rechten Bildseite war bis 1905 noch Schulgebäude. (Debus, Bockenem.)

5. Mitten auf dem Markt - den östlichen Pferdemarkt vom sogenannten Großen Markt an der Westseite trennend - stand das Rathaus. Das Bild zeigt den Entwurf des Neubaus, der 1817 bis 1820 errichtet wurde und 1847 abbrannte. Mit ihm wurden das Stadtarchiv und das von Steinbergsche Hauptarchiv ein Raub der Flammen. Der Vorgänger dieses Rathauses stammte aus dem 15. Jahrhundert und war ursprünglich wahrscheinlich ein Gilde- und Versammlungshaus. Mit der Zeit war es so baufällig geworden, daß es um 1810 einzustürzen drohte und abgerissen werden mußte. Der Neubau war Verwaltungsgebäude und Gerichtshaus und besaß eine Ratskellerwirtschaft. (Museum Bockenem.)

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6. Die katholische St.-Clemens-Kirche hatte 1895 ihren Turm erhalten, nachdem 1892 eine Apsis angebaut worden war. Die erste Kirche für damals rund 220 katholische Gläubige stammte aus der Zeit um 1760 und war unter dem Hildesheimer Fürstbischof Clemens entstanden. Sie brannte 1847 mit ab. Auch die zweite St-Clemens-Kirche, die unser Bild zeigt, steht nicht mehr. Man riß sie 1975 ab, nachdem sie durch den Anstieg der Zahl der Gemeindemitglieder auf über 2 000 zu klein geworden war. Die neue katholische Pfarrkirche, gleichsam die dritte St-Clemens-Kirche, steht heute 'Am alten Friedhof' und wurde am 15. März 1975 geweiht. (Debus, Bockenem.)

7. Das vormalige Dorf Bockenem befand sich im Südwesten der heutigen Altstadt. Es besaß einen Dorfplatz, auf dem man im 14. Jahrhundert das Hospital und die Kapelle St. Spiritus gebaut hatte. Wie auf allen Bockenemer Stadtstraßen stand auch hier am Eingang in den 'Winkel' eine Wasserpumpe. Die Qualität des Wassers in diesem Brunnen litt sehr unter dem Umstand, daß bei Hoenwasser die Abwässer aus den Anwesen durch den hohen Wasserstand im Mühlengraben nicht abfließen konnten und über die Brunnen im Rodentau und im Winkel in das Grundwasser gelangten. Aus diesem Grund trat hier 1884/85 Typhus auf', bei dem von vierzehn erkrankten Personen zwei starben. Den Bau der notwendigen Kanalisation in dieser Straße beschloß der Magistrat erst 1890. (Debus, Bockenem.)

8. Die Stobenstraße trägt ihren Namen nach den dort früher vorhandenen Badestuben. Im Haus des Frisörs Meinecke befand sich noch nach 1900 eine 'Bade-Anstalt', Das zweite und dritte Anwesen auf der linken Bildseite waren damals Warenlager und Scheune. Sie gehörten 1871 zu einer großen Ackerbürgerstelle, auf der dann später ein Gemischtwarenhandel entstand. (Debus, Bockenem.)

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