Bonn am Rhein in alten Ansichten Band 1

Bonn am Rhein in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Paul Metzger
Gemeente
:   Bonn am Rhein
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3043-1
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bonn am Rhein in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Die in diesem Bande wiedergegebenen Bonner, Beueler, Oberkasseier und Bad Godesberger Ansichten aus dem Zeitraum von etwa 1870 bis 1935 sind reproduzierte Ansichtskarten aus der Bildsammlung des Bonner Stadtarchivs.

Seit Jahren ist ein wachsendes Interesse nicht nur für die 'gute, alte Zeit' um 1900 zu beobachten, sondern überhaupt für Bildmotive früherer Jahrhunderte. Man spricht im allgemeinen von Nostalgie, doch muß man nach den tieferen Gründen dieser historischen Rückwendung fragen. So stellt Wolfgang Braunfels in seiner 'Abendländischen Stadtbaukunst' aus Beunruhigung heraus fest, daß bis in das 19. J ahrhundert hinein 'jeder alte Stadtkern, auch seine Wiedergabe ... die Vorstellung durch seine Ordnung in Bann zieht, die Saturnringe der Stadterweiterungen des späten 19. und des 20. Jahrhunderts aber sie ebenso durch ihre Unordnung belasten.' Die Veränderung des Stadtbildes seit dem Kriege 1870/71 findet auch in dieser Kartenauswahl ihren Niederschlag, dennoch erscheint sie uns heute seit dem Bauboom der letzten Jahre maßvoll und das Bild der Bonner Altstadt weniger beeinträchtigend. So vermitteln diese alten Ansichten noch eine Atmosphäre

der Beschaulichkeit und Gemächlichkeit, betrachtet man zum Beispiel den Bonner Bahnhof mit den Pferdekutschen oder den 'Beueler (KonradAdenauer-) Platz' in Beuel mit seinen wenigen Autos.

Die Ansichtskarte hat seit der Einführung der Postkarte von Generalpostmeister Heinrich Stephan und der 1871 von Ludolf Parisius erfundenen ersten Bildpostkarte eine über hundertjährige Geschichte hinter sich und erfreut sich trotz aller technischen Veränderungen weiterhin größter Beliebtheit; ihre Blütezeit erlebte sie zwischen 1895 und 1918. Auch das Sammeln von Postkarten erreichte um 1900 einen Höhepunkt. Diesem Eifer verdanken wir die zahlreichen vielerorts erhaltenen Sammlungen.

In ihren Themen und Bildrnotiven ist die Ansichtskarte ein wichtiges Zeitdokument, oft das einzige Zeugnis für Bau- und Kunstwerke, die im Zweiten Weltkrieg vernichtet worden sind. Als stadtgeschichtlicher Bildquelle wird ihr zunehmend höhere Bedeutung zugelegt, da schriftliche Quellen oft lückenhaft, ungenau und unanschaulich sind.

Bonn wuchs erst nach seiner Angliederung an Preußen

1815 über seinen mittelalterlichen Bering hinaus. J edoch ging die Bebauung bis 1850 nur langsam voran: an drei Stellen übersprang sie die alten Grenzen; zwischen Köln- und Stern tor entstand die Wilhelmstraße, an der Koblenzer Straße (Adenauerallee) und an der Poppelsdorfer Allee schoben sich Häuserzeilen aus dem Altstadtbereich heraus. Zu den wenigen öffentlichen Bauten zählen die unter Schinkels Einfluß gebaute Anatomie (Akademisches Kunstmuseum) am Hofgatten und die Sternwarte an der Poppelsdorfer Allee. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm die Bebauung im Süden und Westen weiter zu. Es entstand die Bonner Südstadt, ein von Professoren und Rentnern bevorzugtes Wohnviertel. Die entscheidende Wandlung in der Innenstadt erfolgte im Wilhelminischen Zeitalter, wie sie uns Wilhelm Schmidtbonn in seinem Roman 'Der dreieckige Marktplatz' eindrucksvoll schildert.

Beuel auf der rechten Rheinseite, 1815 als Bürgermeisterei Vilich aus dreizehn Ortschaften gebildet, war ein im 19. Jahrhundert aufstrebender Industrieort. Erst 1896, als sich das Schwergewicht des bürgerlichen und wirtschaftlichen Lebens immer mehr zur Eisenbahn und zum Rhein verlagert hatte, wurde der

Verwaltungssitz nach Beuel verlegt und 1922 die amtliche Bezeichnung 'Beuel' eingeführt. 1952 wurde Beuel zur Stadt erhoben und am 1. August 1969 neben anderen Gemeinden mit Bonn vereinigt. Godesberg, seit 1926 als Kurort 'Bad Godesberg' anerkannt, mit der letzten Gemeindeerweiterung am 1. Juli 1935 zur Stadt erhoben und ebenfalls seit dem 1. August 1969 Stadtteil Bonns, verdankt seine Entwicklung dem kurfürstlichen Bad. Nach der Auflösung des Kurfürstentums und der Stillegung der Spielbank, die seit der kurfürstlichen Zeit betrieben wurde, ging der Kurbetrieb zurück. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts setzte dann eine Wende ein: Industrielle und wohlhabende Rentner bauten sich zunächst Sommerhäuser, später stattliche Villen zwischen Rhein und Godesberg, das wegen der großen Parks und Grünanlagen den Ruf einer Gartenstadt genoß. Seit der Wahl Bonns zur Bundeshauptstadt (1949) erfreut sich Bad Godesberg als Diplomatenund Kongreßstadt besonderer Beliebtheit.

So sollen diese Ansichten die heutige Bundeshauptstadt in der Zeit um 1900 wieder lebendig machen und das Einst dem Heute gegenüberstellen.

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1. Beherrschend erhebt sich zwischen Martins- und Münsterplatz der spätromanische Bau des Münsters, das im 12. Jahrhundert unter Propst Gerhard von Are (1124-1169) in Kreuzform begonnen und erst nach 1239 vollendet wurde. Rechts schließt sich ein stattliches Kanonikerhaus aus dem Jahre 1713 an, dessen Stelle heute eine Bank einnimmt. Im Vordergrund steht in einer schön gestalteten gärtnerischen Anlage das Beethovendenkmal. Baumreihen am Rande machen den Münsterplatz zu einer Grünanlage irn Herzen der Stadt; Beschaulichkeit und Ruhe laden zum Verweilen ein. Den Abschluß auf der linken Seite bilden Wohn- und Geschäftshäuser. Im Hintergrund sehen wir links eine Turmlaterne der Universität und rechts den Turm der Kreuzkirche am Kaiserplatz.

2. Der Kreuzgang, der auch auf Gerhard von Are zurückgeht, ist in seiner geschlossenen Erhaltung heute einzigartig im Rheinland. Der Nordflügel mußte schon im 13. Jahrhundert dem Neubau des Münsters weichen. Die anderen drei Flügel sind in sich verschieden aufeinander abgestimmt gegliedert; die vorkragende Obergeschoßgalerie des Südflügels ruht auf fünf säulengetragenen Blendbögen. Der Gegensatz des grünen Binnengartens zu den gewölbten Gängen, die Durchblicke auf die gruppenweise geordneten Bogenreihen, die Säulen mit ihren abwechslungsreich verzierten Knäufen machen den Reiz der Anlage aus. Der Ostflügel enthält das wiederaufgebaute Kapitelhaus. Hier fand Gerhard von Are 1169 vor der Apsis der Cyriakuskapelle seine Ruhestätte.

3. Das Beethovendenkmal des Dresdner Bildhauers Ernst Hähnel wurde am 12. August 1845 in Anwesenheit der Königin Viktoria von England und des preußischen Königspaares enthüllt. 'Ei, der kehrt uns ja den Rücken!', sagte der preußische König, der mit seinen Gästen auf dem Balkon des Fürstenbergischen Palais stand, worauf Alexander von Humboldt geantwortet haben soll: 'Ja, er ist auch in seinem Leben immer ein grober Kerl gewesen.' Seit 1876 befindet sich die Post, die sich bis dahin in einem Gebäude weiter rechts befand, in dem Fürstenbergischen Palais, das der Stiftsdechant Radermacher um 1750 bauen ließ.

4. Der weiß umrandete Torbogen des Hauses in der Sürst, rechts neben dem Münster, ist die Ausfahrt des Spritzenhauses; früher war es das Kelterhaus des Kapitels. Daneben liegt das katholische Waisenhaus, das bei seinem Abbruch am 12. Juni 1908 bereits auf ein sechzigjähriges Bestehen zurückblicken konnte: 1848 wurde es gegründet, wobei Bonner Bürger tatkräftig finanzielle Hilfe leisteten. Das Gebäude wurde 1907 verkauft; der Erlös sicherte einen großzügigen Neubau an der Weststraße. Rechts daneben befindet sich der Verlag der Deutschen Reichszeitung. Durch den Bau großer Wohn- und Geschäftshäuser in den Jahren nach 1908 veränderte sich das Gesamtbild der Sürst grundlegend.

5. Der Martinsbrunnen, 1902 von H. Götschmann und Gladenbecks Eisengießerei in Friedrichshagen geschaffen und vor dem Münster aufgestellt, knüpft an die Tradition der rheinischen Martinszüge an, die am Vorabend des Martinsfestes, am 10. November also, stattfinden:

Bonner Kinder nehmen mit selbstgebastelten Laternen teil, singen von der Güte des Heiligen und erheischen Gaben. In ihrer Mitte reitet Martin in römischer Offizierstracht auf einem Schimmel. Der heilige Martin (urn 316 bis urn 400) war erst Soldat, dann als Bischof Beschützer der Armen und Schwachen. Der Brunnen zeigt Figuren von Jungen und Mädchen, die mit den Martinsgänsen spielen, und auf der Brunnensäule einen Knaben, der eine Stocklaterne trägt.

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6. Das Husaren-Denkmal von Gorsemann, Berlin, erinnert an die Zeit der Bonner Husaren, die 1852 als Königshusaren, bekannt als 'Lehrn ops', die seit 1816 hier einquartierten Ulanen ablösten. Da nach der Tradition Bonn bevorzugte Universitätsstadt der preußischen Monarchie war, und Kaiser Wilhelm II. hier häufig zu Gast war, erlebte Bonn zahlreiche glanzvolle Paraden. Bis 1918 war Bonn Garnisonsstadt. Das Denkmal stellt eine Reiterfigur der Bonner Königshusaren auf einem fünf Meter hohen Sockel dar. Es wurde 1930 eingeweiht und im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen.

7. Luftaufnahme der Universität, wie sie sich nach dem Ausbau der Jahre 1926-30 präsentiert: sie wurde nach den ursprünglichen Plänen des Barock vollendet und war so ein wesentlicher Raumgewinn für die Universität. Nunmehr kam der Arkadenhof in voller Schönheit zur Geltung. Die vier Türme bringen entscheidende Akzente in das Stadtbild, wirken machtvoll und beschwingt zugleich. Über dem Haupteingang an der Fürstenstraße wurden auf der Attika die sechs Plastiken von Wolfgang Wallner aufgestellt; sie syrnbolisieren von links nach rechts: Geschichte, Heilkunde, Philosophie, Recht, Glaube, Natur. Bei dem Luftangriff des 18. Oktober 1944 brannte die Universität bis auf die Umfassungsmauern nieder. Nach dem Wiederaufbau wurde sie am 30. Juni 1951 eingeweiht.

8. Der Studentenbrunnen, nach dem Entwurf von C. Burger, Aachen, durch den Essener Bildhauer C. Meisen ausgeführt, stand von 1913 bis 1945 an der Stockenstraße vor der Universität. Auf vier Wangen des Brunnens sind die vier Fakultäten versinnbildlicht; außerdem gehören Reliefs der Gaststätten 'Lindenwirtin', 'Im schwarzen Walfisch zu Askalon', sowie der Wächter, der Wandervogel, die Studentin, 'Auf der Mensur' und die Wappen der Universität, der Stadt Bonn, der Rheinprovinz und des Deutschen Reiches zu dem Gaudeamusbrunnen. Die Bronzefigur 'Student, einen Pokal schwingend' ging im Zweiten Weltkrieg verloren, der Brunnen selbst steht auf dem Bauhof. Über die Universität, das nach dem Brand vom 15. Januar 1777 zum Teil nur eingeschossig aufgebaute ehemalige Schloß, geht der Bliek hin zum Münster.

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