Bonn am Rhein in alten Ansichten Band 2

Bonn am Rhein in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Paul Metzger
Gemeente
:   Bonn am Rhein
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1635-0
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bonn am Rhein in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Im Jahre 1976 erschien der erste Band 'Bonn am Rhein in alten Ansichten'. Ein anaaltendes Interesse am Stadtbild vor seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg regte die Herausgabe dieses zweiten Bandes an, der zeitlich und thematisch dem ersten entspricht: wiederum wurden aus der Bildsammlung des Stadtarchivs und der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek Bonn Fotografien und Postkarten zwischen 1867 und 1930 unter Berücksichtigung der 1969 hinzugekommenen Stadtteile ausgewählt; Bad Godesberg ist allerdings nur mit wenigen Ansichten vertreten, da seit 1978 ein Band in ähnlicher Form für die ehemals selbständige Badestadt vorliegt.

In den rund 60 Jahren, in denen diese 140 Aufriahmen entstanden. hatte sich Bonn zu einer aufstrebenden Universitäts- und Gartenstadt entwickelt. Die Einwohnerzahl stieg von 25000 im Jahre 1870 auf 50737 im Jahre 1900 und 97647 im Jahre 1930; 1934 hatte sie die 100 OOO-Grenze überschritten.

Seit der verheerenden Zerstörung von 1689, die nur wenige mittelalterliche Bauten überstanden haben, so das Münster, die Helenakapelle, die Minoritenkirche,

die Doppelkirche in Schwarzrheindorf und die Kommende in Ramersdorf, konnte sich Bonn kentinuierlich vergrößern. Nach zunächst bescheidenem Wiederaufbau der Wohnhäuser wurde die Stadt unter Kurfürst Clemens August (1723-1761) zur Barockresidenz ausgebaut, deren prachtvolle Bauten noch heute das Stadtbild mit der Universität, dem ehemaligen kurfürstlichen Stadtschloß, und dem ehemaligen Lustschloß Clemensruhe in Poppelsdorf charakterisieren. Im 19. Jahrhundert setzte sich in Preußen auf dem Bausektor die Schinkel-Schu1e durch. Damals entstanden in Bonn die Anatomie im Hofgarten, das heutige Akademische Kunstmuseum, und die Sternwarte an der Poppelsdorfer Allee. Selbst das 1839 errichtete Schützenhäuschen am Rhein entsprach den Architekturvorstellungen des Klassizismus. Die im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts angelegte Wilhelmstraße mit ihren im klassizistischen Stil gebauten Häusern ist ein Beispiel damals moderner Bauweise; sie galt als vornehme Wohngegend.

Im Bauboom der Gründerjahre mußten nach 1871 viele der niedrigen Giebelhäuser mehrstöckigen Bür-

gerhäusern weichen. Die Probleme des Baustils in der Zeit des Historismus stellten sich ebenfalls in Bonn. Der badische Architekt und Regierungsbaumeister Heinrich Hübsch (1795-1863) hatte bereits im Jahre 1828 die Frage gestellt: 'In welchem Style sollen wir bauen?' Das Nebeneinander verschiedener Stilformen, oft an einer Fassade, charakterisiert die darnaligen Neubauten. Die historisierenden Formen blieben bis ins 20. Jahrhundert bestimmend, bis die zunehmende technische und industrielle Entwicklung und der Jugendstil neue Anschauungen und Bauformen brachten. Wachsender Verkehr mit seinen Einrichtungen änderten das Straßenbild. Mit dem Bau des neuen Bahnhofs und der Rheinbrücke wurde vor 1900 die Innenstadt neu geplant und erschlossen.

Eine 250jährige städtische Entwicklung fand ein jähes Ende mit der weitgehenden Zerstörung durch den großen Luftangriff am 18. Oktober 1944.

Nach der wenig planvollen ersten Aufbauphase nach 1945 bewirkten die Jahre des Wirtschaftswunders eine bisher nicht gekannte Zunahme der Bautätigkeit und des Verkehrs. Hausabbrüche zugunsten von Ver-

kehrsanlagen und Büro- und Kaufhäusern dezimierten die Wohngebiete, monotone Bauformen bestimmten immer mehr die Bauweise. Die glatten Betonfassaden der 'klotzigen' Bauten bilden einen tristen Kontrast zu den schmuckreichen Fassaden der Wilhelminischen Ära, die in jüngster Zeit durch ihren Neuanstrich das Stadtbild farbig beleben.

Bürgerinitiativen waren mittlerweile entstanden, um der 'Stadtzerstörung' Einhalt zu gebieten, historische Bausubstanz und Grünzonen in der Stadt zu erhalten und den Bürgern eine Atmosphäre des Heimisehen und Vertrauten zu bewahren. Infolgedessen stehen Bilder aus der 'guten, alten Zeit' so hoch im Kurs. Die Mehrzahl der wiedergegebenen Bilder ist undatiert; das älteste Foto dieses Bandes ist das des Schützenhäuschens am Rhein von 1867. In diesen Jahren entstanden zunehmend Fotoateliers in Bonn; im Branchenverzeichnis des Adreßbuchs von 1870 sind zehn Fotografen nachgewiesen. Der älteste 'Bonner' Fotograf ist der 1841 aus der Schweiz zugezogene Maler Johann Georg Schallenberg (Zug/Schweiz 1810-1894 Bonn), von dem jedoch kein Foto erhalten ist.

1. Die ersten sechs Fotografien, 1925 vom Turm des Münsters aus aufgenommen, geben einen Bliek über das alte Bonn: beherrschende Mitte des ersten Bildes ist das Universitätshauptgebäude, das eliernalige kurfürstliche Residenzschloß; nach dem verheerenden Brand von 1777 wurde nur der Hofgattenflügel vereinfacht wiederaufgebaut, die Stadtseite erst in den Jahren 1926-1930. Links erkennen wir im zweiten Innenhof der Straße 'Am Hof' im ersten Stock die beiden rundbogigen Fenster der romanischen Helenakapelle; sie wurde im 12. Jahrhundert an das Westende eines Hauses, das einem Stiftsherrn gehörte, angebaut.

2. Im Vordergrund sehen wir rechts die Häuser am Martinsplatz und links die Eckhäuser der Straßen 'Am Hof' und 'Am Neutor'. 'Am Hofgarteri', die Verlängerung der Straße 'Am Neutor', teilt das Bild: links dominieren der Südwestturm der Universität und der Hofgarten, rechts die neugotische evangelische Kreuzkirche am Kaiserplatz aus den Jahren 1866-1871. Am Rhein sind das Hotel 'Königshof" und das Collegium Albertinum (siehe Abbildung 72) und weiter aufwärts, links neben dem Kirchturm, sechs Schornsteine der Steingutfabrik Villeroy und Boch (siehe Abbildung 70) zu erkennen.

3. Das Bahnhofsviertel, das nach der Errichtung des neuen Bahnhofs 1883/84 die Innenstadt mit neuen Straßendurchbrüchen in Richtung Bahnhof erschloß, wird hier zwischen der Wesselstraße, die links zu dem Südeingang führt, und der Poststraße, rechts mit dem Eckbau des Hotels 'Continental' gegenüber dem Bahnhof, das 1976 abgebrochen wurde, gezeigt. Nahezu alle Häuser fielen den Bomben des Zweiten Weltkrieges zum Opfer, auch der Wasserturm an der Ecke Meckenheirner Allee/Quantiusstraße, der bis zum 18. Oktober 1944 den nördlichen Bahnhofsbereich markierte.

4. Im Vordergrund dieser Aufnahme steht das langgestreckte alte Stadthaus am Bottler- und Mülheimerplatz von 1925. Der Münchener Architekt German Bestelmeyer (1874-1942) fügte den bareekähnlichen Bau mit seinen zwei Kuppeln gut in das Stadtbild ein; der Rücksprung am Haupteingang und die Überbauung der Windeckstraße gliedern die Gesamtanlage des Gebäudes, dessen rückwärtiger Flügel nach dem Kriege niedergelegt wurde. Vor dem östlichen Flügel, an dessen Stelle seit 1969 das Bekleidungshaus C & A steht, erhebt sich das Karree der Hauptpost mit dem ehemaligen Fürstenbergischen Palais und der früheren Münstermädchenschule aus dem Jahre 1886.

5. Die barocke Namen-Jesu-Kirche in der Bonngasse, die 1717 vollendet wurde, und die neugotische Stiftskirche in der Kölnstraße, die 1884 eingeweiht wurde, akzentuieren diese Ansicht der Altstadt. Am Rhein sind die Universitätskliniken zu erkennen, die seit 1868 auf dem Gelände der ehemaligen Stadtbefestigung errichtet wurden; wie die Altstadt wurden auch sie am 18. Oktober 1944 durch Bomben des Luftkrieges zerstört. Jenseits des Rheins erhebt sich hinter der Pappelallee die romanische Doppelkirche in Schwarzrheindorf.

6. Der Rundbliek endet mit der Ansicht der rheinseitig gelegenen Altstadt bis ZUI Remigiusstraße. Der Bau des Kaufhauses Blömer, 1908 an der Ecke Markt/Marktbrücke errichtet, schräg gegenüber das Stern-Hotel am Markt aus dem Jahre 1895, und die frühgotische ehemalige Minoritenkirche, die heutige Pfarrkirche St. Remigius, aus dem 13. Jahrhundert heben sich von ihrer Umgebung ab. Vor der 1898 vollendeten Rheinbrücke sehen wir das Städtische Gymnasium in der Doetschstraße (siehe Abbildung 80) und die Realschule in der Hundsgasse (siehe Abbildung 81).

7. Von Süden fiel der Bliek 1908 so auf das romanische Münster, das im 12. Jahrhundert unter Propst Gerhard von Are in Kreuzform begonnen und nach 1230 vollendet wurde. Machtig erhebt sich der Vierungsturm über das Langhaus, den südlichen Querarm und das Chorhaus mit den flankierenden Türmen. Vor dem Münster steht noch das ehemalige Kelterhaus des Stiftes, das kurz nach dieser Aufnahme wie das Waisenhaus, von dem der Schutt stammt, weichen mußte, als die Gangolfstraße als direkte Verbindung zum Bahnhof angelegt wurde.

8. In dieses ehemalige Kanonikerhaus aus dem 18. Jahrhundert, 'In der Sürst ', zog 1849 das 1848 gegründete Waisenhaus 'vom armen Kind Jesu', Spater kamen noch zwei benachbarte Kanonikerhäuser hinzu. Die feierliche Einweihung der Kapelle, links im Bilde, fand am 22. Oktober 1857 statt; von dem Freiherrn Carl von Boeselager, einem der Gründer des Hauses, gestiftet, war sie nach Plänen des Stadtbaumeisters Paul Richard Thomann (1827-1873) gebaut worden. Als diese Aufnahme 1908 gemacht wurde, waren die Gebäude schon zum Abbruch bestimmt.

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