Borna in alten Ansichten Band 1

Borna in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Christine und Harry Czaja
Gemeente
:   Borna
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5185-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Borna in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Die Kreisstadt Borna, ca. 30 km südlich der Messestadt gelegen, hatte am 31. Dezember 1989 24 686 Einwohner. Sie liegt in der Leipziger Tieflandsbucht, deren Boden über reiche Braunkohlevorkommen verfügt. Jahrzehntelanger Abbau und Verarbeitung der Rohbraunkohle hat das Gesicht Bornas und seiner Umgebung wesentlich geprägt. Bereits um 1910 warnten die ersten Stimmen vor einem verwüsteten, zerstörten und unwirtschaftlichen Aussehen. Die vergangenen vierzig Jahre in Sachsen wurden vom Primat der Ökonomie beherrscht, so daß man von der umweltbelastetsten Stadt Deutschlands spricht.

Wegen des fruchtbaren Lößbodens blühte in und um Borna die Landwirtschaft, besonders der Zwiebelanbau. Bis weit über die sächsischen Landesgrenzen hinaus war Borna wegen seines Zwiebelexports als 'Zwiebel-Bom a' oder 'Zwibbelborne' bekannt. Berühmtheit erlangte die Stadt auch durch den weltbekannten Orgel-, Harmonium- und Cembalo-Bau der Firma Olof Lindholm, sowie der Firmen Heyl, Mannborg, Hofmann und Kreutzbach, die Pianos, Harmonien und Orgeln herstellten. Sie gehörten zur Vergangenheit Bornas wie auch die Garnison des Königlich-Sächsischen Karabinier- Regiments.

Im Zuge einer Verwaltungsreform am 1. April 1934 wurden die bisher selbständigen Ortschaften Altstadt-

Borna und Gnandorf der Kreisstadt angeschlossen. Im Stadtgebiet treffen sich die Bundesstraßen 95 und 93. Sie haben ihren Ursprung als wichtige Handelsstraßen im Mittelalter. So vereinigten sich die Wiener Heerstraße und die Reichsstraße (über Altenburg nach Regensburg) zur Handelsstraße nach Leipzig, Als 1842 die 2. Sächsische Eisenbahnlinie von Leipzig nach Hof gebaut wurde, erhielt nicht Borna, sondern das 7 km entfernte Dorf Kieritzsch Anschluß an das Eisenbahnnetz. Nach hartnäckigem Ringen des Bürgermeisters Carl Heinrich wurde ein Bahnanschluß - die Strecke BornaKieritzsch - im Jahre 1867 gebaut. Der damalige alte Bahnhof befand sich an der Kreuzung der heutigen Lobstädter Straße/Sachsenallee. Er wurde 1904 durch einen neuen Bau am Westrand der Stadt abgelöst. Von hier aus wurden die Verbindungen über Geithain nach Chemnitz sowie Kieritzsch nach Leipzig ermöglicht.

Die Bornaer Gerichtsbarkeit befand sich im Alten Amt und ab 1854 im Königlichen Arntsgericht. Die letzte Hinrichtung fand 1824 statt. Auf dem Markt wurde das Urteil verkündet und an der Räderecke außerhalb Bornas vollstreckt.

Die Entwicklung Bornas zur Stadt verlief vermutlich in einem Zeitraum von mehr als einem halben Jahrhundert. Im 12. und 13. Jahrhundert zur Mark Meißen gehörend gehen ihre Anfänge in die Zeit Wiprechts von Groitzsch

zurück. Am rechten Wyhra-Ufer in der Nähe des Färberplanes (Königsplatz) entstand Anfang des 12. Jahrhunderts eine Niederlassung von Kaufleuten und Handwerkern, die sich in Richtung Altstadt ausdehnte und an das südlich angrenzende Dorf Wenig-Borna stieß. Diesem Flecken wurde vermutlich 1172 von Friedrich Barbarossa, als Herrn des Pleißenlandes, das Marktrecht verliehen. 1197 ging infolge eines Thronstreites die Herrschaft über Boma an die wettinische Nebenlinie Groitzsch-Rochlitz und um 1210 an den Markgrafen von Meißen über.

Eine Urkunde zur Verleihung des Stadtreehts an Borna ist nicht vorhanden, jedoch wird 1251 erstmalig im Zusammenhang mit Boma ein Stadtschreiber genannt. Der Name Boma beruht laut Städtenamenbuch des Bibliographischen Institutes Leipzig (1988) auf dem niederdeutschen zum Teil mitteldeutschen 'Born' (= hochdeutsch Brunn(en). Er bezeichnet den Ort beim Born bzw. quellenreichen Grund.

Die kleine Siedlung Gnandorf entstand im 12. Jahrhundert. Sie wechselte im Laufe der Geschichte oft ihren Namen und ihren Besitzer. Da Gnandorf keine eigene Kirche besaß, fanden Gottesdienste, Taufen und Begräbnisse bis 1539 in der Johanniskirche Altstadt-Borna statt. Heute ist vom dörflichen Charakter wenig geblieben. Vom alten Gnandorf sind nur wenig Bilder überliefert.

Heute befindet sich neben emigen wenigen ursprünglichen Niederlassungen an jener Stelle das Neubaugebiet Borna-Gnandorf.

In Boma lebten bzw. verweilten im Laufe der Geschichte namhafte Persönlichkeiten wie Dr. Martin Luther, der Schriftsteller Johann Gottlieb Seume, Zar Alexander von Rußland, Napoleon I. mit seinen Truppen, Blücher und Gneisenau, Kaiser Franz von Österreich und Fürst Metternich. In Borna wurde auch Clemens Thieme, der Schöpfer des Völkerschlachtdenkmals bei Leipzig, geboren. Heute noch lebt in der Stadt die weit über 90 Jahre alte letzte Nachfahrin des Thomaskantors Johann Sebastian Bach, HildegardBach.

Die Bildfolge beginnt auf Grund der weit verzweigten Stadt am Markt in Richtung Altstadt, ist nach Ortsteilen gegliedert, und endet am Markt aus Richtung Gnandorf. N.N. steht in den Texten für unbekannte Personen. Manche Bezeichnungen sind im Dialekt wiedergegeben und werden zum Teil erläutert. Die Autoren versuchten unter anderem, Ansichten, die bisher wenig oder gar nicht in Heimatblättern oder andere Publikationen veröffentlicht wurden, verzustellen.

All denen, die Bildmaterial zur Verfügung gestellt, bei der Erklärung der Bilder oder auf andere Wiese an der Entstehung des Buches geholfen haben, sei nochmals herzlich gedankt.

1. Die Fliegeraufnahme aus dem Jahre 1934 zeigt den historisch gewachsenen Stadtkern Bornas mit dem Rathaus aus nordwestlicher Richtung. Nennenswert sind heute nicht mehr vorhandene Häuser hinter dem Rathaus. Dieses Gebiet. welches links von der Brauhausstraße und rechts von der Wassergasse begrenzt wurde, hieß im Volksmund 'Hasenwinkel'. Bekannte Geschäfte wie die Sattlerei Richard Baucr, die Zigarrenfabrik Franz Haugk, die Schuhmacherei Stelzner, die Dachdeckerei Theodor Miehall und viele andere hatten dort ihre Niederlassung. Auch Handarbeiter der naheliegenden Firma WeidmüJler wohnten hier. Rechts im Hintergrund können wir schon die Häuser der Altstadt-Borna erkennen. (Trinks& Co., G.m.b.H., Leipzig.)

BORNA

Hausgruppe am Markt

2. Wir sehen auf der Karte die Einmündung der Kirchstraße zum Marktplatz, der ursprünglich mit Kopfsteinpflaster belegt war. Im Vordergrund das Brunnenhäuschen war mit der hölzernen Wasserleitung aus Wenigenborn verbunden. Von hier holten sich noch lange Zeit die Bewohner aus den umliegenden Straßen sauberes Trinkwasser. Leider ist dieser Zeitzeuge verschwunden. Die beiden Bürgerhäuser mit den Geschäften von Carl Thomas und das 'Schreibersche Haus' stehen harmonisch an der Ostseite des Marktes. In letzterem übernachtete Kaiser Napoleon vom 4. zum 5. Mai 1813 nach der Schlacht bei Großgörschen am 2. Mai 1813. Rechts erkennen wir die Einmündung vom Markt zur Reichsstraße. (Verlag: Glass & Tuscher. Leipzig.)

3. Das Rathaus, wie wir es auf der historischen Ansichtskarte erblicken, zeigt heute noch die Grundform des Hauses, wie es 1438 entstand. Meister Wolffart erhielt den Auftrag, ein neues Rathaus zu bauen, nachdem das alte im Hussitenkrieg zerstört worden war. Es wurde mehrmals verändert bzw. umgebaut, so 1668 und 1887. Über dem Eingang können wir die Bezeichnung 'Stadthaus' erkennen. Sie existiert nicht mehr. Verschwunden ist auch das Brunnenhäuschen, was rechts im Vordergrund zu sehen ist. Dahinter ist das Alte Amt und der Beginn der Bahnhofsstraße mit Schillings Geschäft zu erkennen. (OHo Veit, Nachf. E. Erdmann, Buchhandlung Borna.)

gorne

4. Die Aufnahme aus Richtung der Alten Wache zeigt die Nordseite des Marktes. Im Haus NI. 9 links hinter der Straßenbeleuchtung nahm wiederholt DI. Martin Luther Quartier, so zum Beispiel 1522 beim Geleitsmann Michael zur Straßen, nachdem er die Wartburg gegen den Willen des Kurfürsten verlassen hatte. Rechts, wo der Markt in die Kirchstraße einmündet, steht das Hotel 'Zum goldenen Stern', weiches bereits 1490 Erwähnung findet. Im Inneren wurden eine 'schwarze Küche' und ein Kamin freigelegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg zerfiel das Gebäude und harrt nun einer vollständigen Restaurierung.

Besuch Sr. Maj. des Königs Friedrich August am 10. April 1907 in Borna, Bez. Leipzig

5. In reichem Festschmuck zeigte sich die Stadt am 10. April 1907 anläßlich des Besuchs Sr. Maj. des Königs Friedrich August von Sachsen. Anläßlich dieses Ereignisses wurde diese Ansichtskarte hergestellt. Sie zeigt uns, daß die Mitglieder des Militär- und der Schützenvereine zur Begrüßung angetreten waren. In der Bildmitte erkennen wir den König im weißen Mantel, die Honorationen der Stadt sowie die den König begleitenden Militärs. Landesfahnen und Girlanden schmücken die Häuser um den Marktplatz. (Emil Schück, Lithogr. Anstalt, L.-Stötterîtz.)

BORNA, Bez. Leipzig. Reichsstra6e mit Relehater.

6. Auf der Karte sehen wir die beliebteste Einkaufsstraße um 1920 - die Reichsstraße. Sie verläuft vom Markt zum Reiehstor. Hier siedelten sich zahlreiche Geschäftsleute an. So erkennen wir links im Vordergrund das Geschäft des Mechanikermeisters Richard Lauterbach, des Kaufmannes R. Schreiber, des Buchbindermeisters Friedrich B. Heinicke. Auf der rechten Seite sehen wir die Buchhandlung von OHo Veit und das Haus des Uhrmachenneisters Ernst Lorenz. Weitere Geschäfte in dieser Zeit waren die Fleischerei Emil Demmrich, das Restaurant 'Zur guten Quelle' (Inhaber Max Pippig), der Vorschußverein zu Borna (ältestes Bankinstitut am Platz), Hempels Drogcrie, Schuhladen Ferdinand Ursinus, Klempnermeister Patzschke, G.A. Schatz (Putz- und Modegeschäft), die Modewarenhandlung PaulHerold u.a.m. (Trinks& Co., GmbH, Leipzig.)

7. Diese Fotografie aus dem Jahre 1899 zeigt die Familie von G.A. Schatz, der 1881 ein Posamenten-, Putz-, Mode- und Tapisseriegeschäft in der Reichsstraße gründete. Das Spezialhaus führte neben Spitzenbesatz, Hüte, Stickereien, Schleier, Fächer, Trauerartikel auch Effekten für Militär , Feuerwehr und Vereine. Auf dem Bild sehen wir von links nach rechts: Helene Schreyer geborene Schatz. G.A. Schatz, Minna Schatz, Ilse Gärtner geborene Schatz. Seit 1943 übernahm Ursula Gröll geborene Schreyer das Geschäft in dritter Generation unter dem Firmenzeichen 'Gröll'. Ihre Tochter, Bärbel Claus geborene Gröll, führt nunmehr das Geschäft in vierter Generation weiter.

8. Neben zahlreichen eingeschriebenen Vereinen präsentiert sich auf dieser Karte um 1900 der 'Deutsche Radfahrer-Bund', der 1884 gegründet wurde. Links im Bild ist das Bornaer Stadtwappen. Unter der Gesamtansicht Bornas ist das Konzert- und Ball-Haus 'Zur Börsenhalle' zu sehen. Dieses Lokal war nicht nur Treffpunkt des Radfahrervereins, sondern auch andere Gesellschaften nutzten die Räumlichkeiten. Im Jahre 1904 war C. Gottlebe Pächter der 'Börsenhalle' . Das Gebäude steht in der Nähe des Reichstores und beherbergt heute Webers Eisenwarenhandlung sowie Wohnungen. (Verl. R. Hauenstein, Altenburg. )

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek