Bornheim in alten Ansichten Band 1

Bornheim in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Horst Bursch
Gemeente
:   Bornheim
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3221-3
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bornheim in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Zwischen Rhein und Swist, angrenzend an die Städte Bonn, Brühl und Wesseling sowie die Gemeinden Alf ter und Weiletswist, erstreckt sich die Stadt Bornheim mit den 13 Dörfern Brenig, Dersdorf, Hemmerich, Hersel, Kardorf, Merten, Rösberg, Roisdorf, Sechtem, Uedorf, Walberberg, Waldorf und Widdig in der linksrheinischen Ballungszone südlich von Köln. Von Osten nach Westen sind drei Höhenstufen zu unterscheiden: Die Köln-Bonner Bucht mit den drei Rheindörfern Hersel, Uedorf und Widdig und dem für sich alleingelegenen Haufendorf Sechtem, der dann auf gut 90 Meter ansteigende Vorgebirgshang, der sich durch Fruchtbarkeit und Naturschönheit besonders auszeichnet, sowie das sich daran anschließende, nach Westen hin bewaldete Höhenplateau mit weitem Bliek in die Eifel.

Diese gesegnete Landschaft ist uralter Kulturboden. Bereits prähistorisch besiedelt, erlebt dieser Raum unter den Römern, die ihn fast 500 Jahre beherrschten, eine weitgehende Erschließung. Noch heute stößt man häufig auf Bodenfunde aus jener Zeit; Matronenaltäre, Münzen, Keramik und Werkzeuge legen Zeugnis von dieser großartigen Kultur ab. Auch etliche Siedlungsnamen sind lateinischen Ursprungs (z.B. Sechtem, Roisdorf). Den Römern verdankt das Vorgebirge, dessen Kerngebiet im Bornheimer Raum liegt, insbesondere den Anbau von Wein, der hier erst zu Beginn dieses Jahrhunderts erlosch, Überhaupt ist das Vorgebirge ein hauptsächlich landwirtschaftlich genutztes Gebiet; an manchen Stellen des auf dem Hennesenberg 164 Meter über dem Meeresspiegel liegenden Höhenrückens steht der fruchtbare Lößboden zehn Meter dick an. Gemüse, Obst, Getreide und Hackfrüchte sind die bevorzugten agrarischen Erzeugnisse. Feinschmeckern bekannt ist der Bornheirner Spargel. Das

Roisdorfer Mineralwasser hat den Ort weit über Deutschland hinaus bekannt gemacht. Nicht zu verachten ist auch der dort gekelterte Brombeerwein, der u.a. wegen seiner Feurigkeit 'Rebellenblut' genannt wird. Ein seit alters her geschätzter Schnaps war der Breniger 'Plöner',

Zu den lukullischen Freuden die man in Bornheim und Umgebung genießen kann, gesellen sich die einer geschichts- und brauchtumsbewußten Landbevölkerung, deren Traditionsverbundenheit sprichwörtlich ist, Die wechselvolle Geschichte hat hier ihre Spuren hinterlassen. In zahlreiche Kleinterritorien (Dingstühle, Vogteien, Herrlichkeiten, Schultheißereien) unter dem gemeinsamen Kurhut Kölns zersplittert, gab es in jedem Dorf zahlreiche Adels- und Klosterhöfe, deren Namen (Kartäuserhof, Apostelhof usw.) noch erhalten sind, In manchen Ortschaften des Stadtgebietes zeugen Burgen und Schlösser vom feudalen Glanz längst verflossener Zeiten. Selbst Fliehburgen und Abschnittswälle aus dem Mittelalter sind noch erhalten (in Walberberg und in der Nähe des in der Rösberger Gemarkung liegenden Dobschleider Hofes).

Die insgesamt 14 Einzelortschaften umfassen wiederurn eine Fülle von meist nicht mehr bestehenden oder postalisch unselbständigen Teilsiedlungen mit eigenem Namen: Marsdorf, Birtzberg, Ginhoven. Bargene, Üllekoven, Bisdorf, Trippelsdorf', Haytgenhausen u.a, Zahlreiche Einzelhofsiedlungen sind in nachfränkischer und spätrnittelalterlicher Zeit zu größeren Dörfern zusammengewachsen.

Seit dem 1. Januar 1981 trägt Bornheim die Bezeichnung 'Stadt'. Die kommunalen Grundlagen aber gehen bereits auf die Franzosenzeit zurück, als nämlich per Gesetz vom 27. Februar 1800 die damaligen 'Mairien' Waldorf und Sechtem mit je vier Gemeinden und Hersei mit sieben Gemeinden ge-

bildet wurden. Aus den französischen Mairien wurden 1815 die preußischen 'Bürgerrneistereien' im neugebildeten Landkreis Bonn. Am 1. August 1969 wurde aus der Vielzahl der Ortschaften die Gemeinde Bornheim irn neu eingerichteten Rhein-Sieg-Kreis gebildet. Allein die auf 20 000 gestiegene Einwohnerzahl verhalf dem Dorf Bornheim zu den Rechten und Pflichten einer Stadt.

Wie hat sich das Gesicht dieses Gebietes in den letzten Jahrzehnten verändert! Zwar ist die Landwirtschaft auch heute noch der wirtschaftlich dominierende Faktor, der auch das Bild der Landschaft wesentlich prägt, doch sind die Dörfer in den letzten Jahrzehnten weit über ihre alten Kerne hinausgewuchert. Die wenig vorteilhafte Zersiedlung wird auch durch wirtschaftliche Unternehmen mitgetragen. Der Fortschritt läßt sich nicht aufhalten, ein planmäßigeres und behutsameres Fortschreiten wäre allerdings wünschenswert. Bereits im vorigen Jahrhundert erfolgte am Vorgebirge eine man möchte fast sagen 'revolutionäre' - Veränderung der Infrastruktur: Zwei Eisenbahnlinien, die im Volksmund so genannte 'Staatsbahn' und der 'Feurige Elias', schufen neue Verbindungen. Auch die 'Elektrifizierung' der Vorgebirgsdörfer zu Beginn unseres Jahrhunderts leitete den Fortschritt in entscheidender Weise ein. Davon künden einige Bilder dieses Buohes. Das Gros der Abbildungen aber führt dem Betrachter das traditionelle Landschaftsbild vor Augen: Mit dem Ochsen pflügende Bauern, Pferdefuhrwerke, stattliche Fachwerkgehöfte mit oft jahrhundertealter Geschichte, Burgen und Schlösser. Das Familienleben war die Grundlage für das Gedeihen des landwirtschaftlichen Betriebes. Stolz zeigen sich Großeltern, Eltern und Kinder vor ihren Häusern und Gehöften. Die Feste des Jahreskreises bildeten eherne

Marken; die Kirche galt als Fixpunkt im dörflichen Leben, In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden im Stadtgebiet Bornheim acht neue Gotteshäuser gebaut! Gewiß ist heute vom denkmalpflegerischen Standpunkt aus zu bedauern, daß dadurch zahlreiche alte Baudenkmäler weichen mußten. Doch hat sich die Neugotik bzw, Neoromanik gut in das Landschaftsbild des Vorgebirges eingefügt, Jedenfalls sind die Kirchen von Brenig, Hemmerich oder Waldorf keine 'Bausünden', wie man sie heute leider im Stadtgebiet überall findet.

So möchte dieser Bildband den heutigen Lesern zeigen, wie Bornheim und seine eingemeindeten Ortsteile vor mehr ais fünfzig Jahren aussahen. Jedoch sollte das Klischee von der 'guten alten Zeit' mit Vorsicht angewandt werden, denn auch heute ist das Gute noch allenthalben zu finden. Man muß es nursuchen!

Die hier reproduzierten Bilder entstammen den Sammlungen des Heirnat- und Eifelvereins Bornheim e.V., von Norbert Zede tt (Bornheim), Pater Bertram Groll (Walberberg), Franz LevenkauI (Merten), Franz Grünkorn (Bonn-Buschdorf) sowie der des Amtes für rheinische Denkmalpflege (Bonn). Auch aus meiner eigenen Sammlung sind Fotos vertreten. Besonders herzlich danken möchte ich den Herren Albert Breuer, Jakob CIaren, Franz Grünkorn, Franz Levenkaul, Norbert Zerlett und Hans-Peter Schneider, die mich nicht nur mit Abbildungen, sondern auch mit zahlreichen Informationen versorgten. Die 14 Ortschaften werden nachfolgend bildtypographisch in alphabetischer Reihenfolge vorgestellt.

1. Die kurz vor 1900 entstandene Postkartenansicht Bornheims zeigt die drei, sämtlich im Jahr 1866 fertiggestellten sakralen Bauwerke, die evangelische und katholische Kirche sowie die neue Synagoge an der Königstraße (alle nach den Plänen von Paul Thomann), das Kloster 'Maria Hilf' sowie die Gastwirtschaft Roleff mit dem vorbeifahrenden 'Feurigen Elias', Auf dem Dach des Gasthauses erkennt man eine Telegrafenstation. Pastorat, Kriegerdenkmal und Schulgebäude runden das damalige Gesamtbild ab, Vor neunzig Jahren war Bornheim ein aufstrebendes Ackerbürgerdorf, dessen Bebauung bereits den Keim für städtische Dimensionen in sich trug.

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2. Im Jahre 1866 wurde die katholische Bornheimer St-Servatius-Kirche fertiggestellt. Ihr Baumeister war Thomann, der auch die Pläne für die evangelische Kirche sowie die erste Synagoge erstellte. Da die neugotische Backsteinkirche zu klein geplant war, wurde kurz vor der Jahrhundertwende das zunächst schlanke, kreuzförmige Gotteshaus um zwei gegenüber dem schlanken Turm unproportionale Seitenschiffe erweitert. Die Postkarte entstand um 1925.

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3. Das Foto legt Zeugnis ab vom Anbruch einer neuen Zeit, denn im Jahr 1899 wurde in Bornheim die erste Stromleitung für eine Spannung von 110 Volt verlegt. Der Bautrupp sowie das ganze damalige Dorf war auf den Beinen, ais der Fotograf in Aktion trat, der seinen Standort ungefähr an der Ecke Königstraße/Burgstraïse einnahm. Der Strom wurde seit dem Jahr 1900 vom Brühler Elektrizitätswerk 'Berggeist' geliefert. Bis 1909 waren alle Teile der heutigen Stadt Bornheim rnit der neuen Energie versorgt.

4. Ab 1898 verkehrte zwischen Bonn und Köln ein Bimmelbähnchen, das im Volksmund sofort den Namen 'Feuriger Elias' erhielt. So wie der Prophet Elias im Alten Testament auffeurigem Wagen von feurigen Rossen gezogen, himmelwärts entrückt wurde, so dampfte einem vorsintflutlichen Ungeheuer gleich die kleine Zugmaschine funkensprühend, keuchend, pfeifend und fauchend durch die Dörfer des Vorgebirges. Unser 1902 entstandenes Bild zeigt die Lokomotive, die damaligen Bahnbeamten und Bahnarbeiter vor der damaligen Bornheimer Gastwirtschaft Roleff an der Königstraße, wo sich der Wartesaal befand. Nachfolgerin des 'Feurigen Elias' wurde 1929 die Vorgebirgsbahn, die heutige Linie 18.

5. Die Königstraße ist Bornheims Verkehrs- und Geschäftsader, Früher folgten sogar die Eisenbahnschienen dem Verlauf der Straße. Das um 1905 entstandene Foto mit Bliek auf das Kloster 'Maria Hilf' legt noch Zeugnis von der 'guten alten Zeit' ab: Von Hektik und pulsierendem Leben ist noch nichts zu spüren; die Fassaden der Häuser sind noch alle stilecht, und nur ganz zaghaft wagt sich (rechts im Bild) eine erste Reklametafel vor.

6. Zu Beginn der dreißiger Jahre wurde dieses Foto in Bornheim aufgenommen. Links im Bild die nach Westen abzweigende spätere Pohlhausenstraße, rechts gegenüber eine auch heute noch bestehende Druckerei. Doch wie hat sich das Gesicht der Königstraße in diesem Abschnitt bis dato verändert! Während jetzt tausende Autos täglich über diese Straße fahren, hat man hier das Gefühl, einen 'autofreien Sonntag' zu genießen.

7. Die Bornheimer Königstraße war schon früh eine Geschäftsstraße. Das 1909 entstandene Bild zeigt rechts den damals wahrhaft gut bestückten Lebensmittelladen von Peter Fideler, in dern man schon mehrere Kaffeesorten kaufen konnte, sowie links davon den 'Barbierladen' Fuhs, der noch in Familienbesitz ist. Das Lebensmittelgeschäft besteht heute nicht mehr. Auf dem Stuhl sitzt Frau Langen, im Bornheimer Volksmund als 'Heff-Nies' bekannt.

8. Das Wahrzeichen und der Mittelpunkt Bornheims ist das 1883 von Augustinerinnen bezogene Kloster Maria Hilf im Winkel zwischen Königstraße und Sekundastraße. Der in mehreren Bauabschnitten entstandene machtige, in gotisierenden Formen sich präsentierende Bau beherbergt heute ein Altenheim, das von Schwestern der Genossenschaft der Cellitinnen nach der Regel der heiligen Augustinus geführt wird. In der hundertjährigen wechselvollen Geschichte des segensreich wirkenden Klosters waren hier verschiedene soziale und Lehreinrichtungen untergebracht. An der Stelle des Klosters befand sich ursprünglich die Tapetenfabrik Witthoff. Das Foto zeigt die Südansicht des Klosters im Jahr 1907.

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