Bornheim in alten Ansichten Band 2

Bornheim in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr.Horst Bursch
Gemeente
:   Bornheim
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4838-2
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bornheim in alten Ansichten Band 2'

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und ein und derselbe Baumeister (Paul Thomann) dafür die Pläne entworfen hatte. Dies war wirklich ein Stück der 'guten alten Zeit' und kann, als in Architektur umgesetztes Gedankengut, Lessings berühmtem Theaterstück 'Nathan der Weise', im Sinne gegenseitiger Toleranz und Hilfsbereitschaft, durchaus zur Seite gestellt werden. Man möge einmal dieses 1779 erschienene Drama unter diesem Blickwinkel studieren.

Von den über 120 Flur- und Wegekreuzen, Bildstöcken und kleinen Kapellen, die über das gesamte Stadtgebiet Bornheims verstreut sind, künden auch einige der folgenden Abbildungen. Von den zahlreichen alten und neueren Vereinen finden sich Fotos, die schon fast ein legendäres Gepräge aufweisen. Wie im ersten Band 'Bornheim in alten Ansichten', so werden sich auch hier die Freunde historischer Eisenbahnen das eine oder andere BiJd herauspicken und sich am 'Feurigen Elias', an alten Bahnhöfen und Eisenbahnbautrupps erfreuen. Vielleicht gerät manch eine(r) unter Ihnen, verehrte Leserin, verehrter Leser, sogar ein wenig ins Schwärmen und stellt fest (frei in Anlehnung an den Beginn der Kölner Heinzelmännchen-Erzählung): 'Ach, wie war es ehedem doch in Bornheim wunderschön!'

Auch heute ist dieser Teil des Vorgebirges, trotz nachteiliger Veränderungen, schön, in manchen Bereichen sogar sehr anheimelnd und malerisch. Das Brauchtum ist lebendig, wie eh ung je; ja man kann feststellen, daß es in einer unerwartet prächtigen Blüte steht. Gerade an der Vielfalt des Brauchtums und dem lebendigen Wirken der zahlreichen Vereine läßt sich eine hohe Lebensqualität unseres Stadtgebiets ablesen. Das haben auch die Bundespolitiker gemerkt, denn

der Bonner CDU dient die St.-Albertus-Magnus-Akademie zu Walberberg bereits seit Jahren als kulturell hochstehende Tagungsstätte, und die Grünen haben sich als Parteizentrale ein klassizistisches Herrenhaus in Roisdorf auserkoren, einem Ort, der wegen seines Mineralwasserbrunnens und der größten landwirtschaftlichen Obst- und Gemüseversteigerung des Rheinlands in weiter Runde bekannt ist. Daß Roisdorf einmal ein staatliches Kurbad werden sollte, ist heute nur noch wenigen geläufig. Was wären die Ortschaften der Stadt Bomheim ohne ihre geschichtsträchtigen Burgen und Schlösser? In diesem Band laden die Fotos der alten Adelssitze Bornheirns, Hemmerichs und Rösbergs zu einer Besichtigung dieser verschiedenartigen Anlagen ein. Auch Dersdorf besaß eine uralte Burg, die mittlerweile in den Karteien der Archäologen und Burgenkundier als Wüstung verzeichnet ist. Ein wirklich einmaliges Foto aber vermittelt noch einen aufschlußreichen Eindruck von der einstigen Wuchtigkeit dieses alten Gemäuers.

Daß die hier im Bild gezeigte riesige Scheune des Sechterner Ophofs seit Jahren im Rheinischen Freilichtmuseum Kommem das Staunen der Besucher erregt, hängt mit der architektonischen Güte dieses geschichtlichen Bauwerks zusammen. Die Rettung und anderweitige Aufstellung dieses ortsgeschichtlich hervorragenden Denkmals ist dem Bornheimer Heimatforscher Norbert Zerlett zu verdanken. der auch andere Denkmäler aus dem Stadtgebiet Bornheim vor dem endgültigen Versehwiuden bewahrte. Insbesonder ihrn, dem Heimat- und Eifelverein Bomheim e.V., den örtlichen Pfarrern (var allem Herrn Dechant Erwin Dederichs aus Waldorf'), dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege/Lan-

deskonservator Rheinland (Th. Wildeman), den Archiven der örtlichen Presse sowie den nachfolgend genarmten Damen und Herren möchte ich für die leihweise Überlassung der Bilder sowie für etliche sachkundliche Erläuterungen herzlich danken: Familie W. Mager (WaIdorf), Hans-Peter Schneider (Brenig), Jakob Claren (Bornheim), Franz Levenkaul (Merten), Studiendirektor a.D. Franz Grünkorn (Bonn-Buschdorf), Familie Jakob Euler (Bornheim), Familie W. Haas (Lechenich), H. Wißkirchen und H. Stüsser (Kardorf), Pater Bertram Groll (Walbcrberg), Familie J. Jüssen (Uedorf), Familie W. Wuttig und Familie L. Schwarz (Hemmerich), Barbara und Joharm Schmitz (Rösberg), Elisabeth und Paul Bollig, Frau Brettschneider, Tmdis und Fritz Schneider, Familie B. Niesen, Lena und Christian Boley, Familie Konrad Schmitz, Peter Fleischer jun., Familie L. Koepp (alle aus Dersdorf). Meinen in Hernmerich lebenden Eltern Anna und Hans Bursch sowie meiner Frau Wiltrud möchte ich ebenfalls für ihre Mithilfe ein kräftiges Dankeschön sagen.

Widmen möchte ich diesen Bildband dem Andenken an den damaligen Pfarrer von Hernmerich, German Hubert Christian Maaßen (1825 bis 1910), der durch seine vielfältigen heimatkundlichen Tätigkeiten und umfangreichen Schriften die Heimatkunde im Raum Bornheim angekurbelt und auf ein mengen- wie gütemäßig tragfähiges Fundament gestellt hat, Sein ermunternder Bliek (das Foto stammt von etwa 1865) mag hier als Einladung verstanden sein, die nachstehende Bilddokumentation mit der nötigen Muße und mit vielleicht wachsender Anteilnahrne zu studieren.

German Hubert Christian Maaßen (1825-1910), der erste namhafte Heimatforscher aus dem Bornheimer Raum.

1. Dieser 'Gruß aus Bornheim' mit einer bildlichen Empfehlung des damaligen Gasthauses 'Zum Vorgebirge' von Wilhelm Schwadorf stammt von etwa 1898. In stark vereinfachter Form sind die katholische Pfarrkirche St. Servatius, das Kloster Maria-Hilf sowie ein Teil von Burg Bornheim auszumachen. Umgeben ist die Silhouette Bornheims vom Höhenzug des Vorgebirges sowie von Obst- und Gemüsegärten. Der vor dem Gasthof vorbeifahrende 'Feurige Elias' war eine Bahn, die zwischen Bonn und Köln verkehrte und die Bornheimer Königstraße auf ganzer Länge begleitete. Die hier gezeigte Bildkarte besitzt hohen Seltenheitswert.

2. Etwa 1910 wurde dieses Foto von Bornheim aufgenommen. Hoch überragt die neugotische Pfarrkirche St. Servatius den Ort. Vor dem katholischen Gotteshaus erheben sich die ein stilistisch harmonisches Ganzes bildenden Gebäude der damaligen Volks- und späteren Realschule. Im Mittelgrund verläuft die Häuserzeile der Königstraße. Über Bornheim hinweg schweift der Bliek gen Westen auf die Anhöhen des Vorgebirges. Schemenhaft erkennt man rechts im Hintergrund die Pfarrkirche des Höhenortes Brenig, deren Turm eine Sichtachse zum Turm der Bornheimer Kirche bildet und von Ferne herüberzugrüßen scheint.

3. Kreisbaumeister Paul Thomann hatte die 1866 fertiggestellte Bornheimer Pfarrkirche St. Servatius zu klein geplant, denn bereits 1897/98 wurde das kreuzförmige Gotteshaus um zwei Seitenschiffe erweitert. Erst 1859 wurde der Ort, der bis dahin kirchlich von Brenig abhängig war, zur selbständigen Pfarrei erhoben. Die frühere Burgkapelle in Bornheim hatte eine Vikarie, die im 14. Jahrhundert vom Kölner Erzbischof mit einem Priester besetzt wurde. 1872 wurde die erste Bornheimer Kirche, ein Bau aus dem 12. Jahrhundert, der im Bereich des heutigen Burgparks lag, abgerissen. Neben dem Pfarrpatron Servatius wird in Bornheim an zweiter Stelle der heilige Donatus verehrt. 1885 schrieb Pfarrer Maaßen über die neue Kirche: 'Die Baustelle in der Mitte des Dorfes ist glücklich gewählt. Die erhabene Lage macht das Bauwerk fast von Köln aus sichtbar.' Unser Bild ist etwa 75 Jahre alt.

4. In Bornheim, Friesdorf und in einer bei Bad Honnef gelegenen Kapelle wird der heilige Servatius als Pfarrpatron verehrt, der gleichzeitig der Diözesanpatron Aachens ist. Da der Todestag des Heiligen der 13. Mai ist, zählt er mit Pankratius und Bonifatius zu den sogenannten Eisheiligen, der unter anderen gegen Frostschäden und Viehkrankheiten angerufen wird. In Bornheim ist Servatius schon über tausend Jahren Pfarrpatron. Auf einer Kirchenfahne des 19. Jahrhunderts ist Servatius im Bischofsgewand abgebildet. Auf Wolken schwebend, breitet er schützend Hände und Mantel über der ihm geweihten Bornheimer Pfarrkirche aus. Übrigens wurde in diesem Jahr unter der Kirche St. Servaas in Maastricht das lange gesuchte ursprüngliche Grab des ersten Bischofs und Stadtpatrons dieser niederländischen Stadt entdeckt. Servatius war im Jahr 384 gestorben.

5. Das Vorläufergebäude der hier abgebildeten Bomheimer Synagoge lag in der Secundastraße, der früheren 'Ollichsgasse'. Im 19. Jahrhundert wurde für die jüdischen Bürger der damaligen Bürgerrneistereien Waldorf (deren Amtssitz war Bornheim), Hersei und Sechtern die 'Synagogengemeinde Bornheim' ins Leben gerufen, deren Statut 1868 genehmigt wurde. Bereits zwei Jahre vorher konnte die nebenstehende Synagoge an der Königstraße fertiggestellt werden; sie hatte 8 000 Taler gekostet und war, wie die evangelische und katholische Kirche, in einern und demselben Jahr entstanden. Alle drei sakralen Bauwerke entwarf Kreisbaumeister Paul Thomann aus Bonn. Im Nachhinein könnte man geradezu von einem äußeren Symbol der Toleranz und Gleichberechtigung der drei Kultusgemeinden sprechen. Während der antisernitischen Ausschreitungen am 10. November 1938 wurde die Synagoge gegen 17 Uhr in Brand gesteckt. An den schrecklichen Pogrom erinnert am Standort der Synagoge eine Gedenktafel. Der damalige Prälat Heinrich Schneider hat die brennende Synagoge fotografiert; das Ende der jahrhundertealten Bornheimer Judengemeinde war mit der gewaltsamen Zerstörung der Synagoge vorgezeichnet.

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6. Eine der ältesten evangelischen Kirchen des Banner Raumes ist die von Bornheim. Sie wurde nach den Plänen des Kreisbaumeisters Paul Thomann 1866 zeitgleich mit der Synagoge und der katholischen Pfarrkirche fertiggestellt. Die evangelische Kirchengemeinde Bornheim wurde 1851 gegründet; damals gehörten ihr 75 Gläubige an. Die ersten Gottesdienste fanden in der alten DonatuskapelJe und in der Roisdorfer Wolfsburg statt. Der Kirchbau konnte ohne Schulden vollendet werden; eine Frau Gerstenberg aus Dersdorf hatte z.B. ihre gesamten Ersparnisse in Höhe von 50 Talern gespendet. Die evangelische Kirche zeigt sich im Stil der Neoromanik, mit einer Querbänderung im Mauerwerk, die an Kirchen der Toscana (Italien) erinnert. Der Bau ist bis heute unverändert.

7. Was soll nun aus dem ehemaligen Bornheimer Kloster 'Maria-Hilf werden, nachdem die Schwestern der Genossenschaft der Cellitinnen (nach der Ordensregel des heiligen Augustinus) 1989 ihr neues Haus im benachbarten Roisdorf, ein hochmodernes Altenpflegeheim, bezogen haben? Seit 1883, also über hundert Jahre lang, waren die Nonnen in Bornheim tätig. Zunächst war der Gebäudekomplex ein Ferienheirn und Exerzitienhaus mit Hauswirtschaftsschule. Im Zweiten Weltkrieg barg es Teile der Universitätsklinik Bonn, und seit 1952 befand sich in seinen Mauern ein Altenpf1egeheim. Ursprünglich befand sich an der Stelle des Klosters die Tapetenfabrik Witthoff (1838-1883). Das aus den dreißiger Jahren stammende Foto zeigt das Kloster im Winkel zwischen Königstraße und Secundastraße, im Volksmund 'Kluustesch Eek' genannt. Die Secundastraße führt ihren Namen nach einer Schwester, die im Bornheimer Kloster 49 Jahre wirkte und 1957 im Alter von 79 Jahren starb.

8. Im Jahre 1147 wird die Burg Bomheim erstmals als Rittersitz erwähnt, Im 14. Jahrhundert wurde die Bornheimer Grundherrschaft geteilt und um 1467 wieder zusammengefügt. Die nunmehr so genannte 'Herrlichkeit Bornheim' kam 1629 an die freiherrliche Familie von Waldbott. Das hier gezeigte Landschlößchen ließ der kurkölnische Konferenzialminister und Hofkammerpräsident Johann Jakob von Waldbott nach dem Muster einer 'maison de plaisance' bauen. Das vielleicht von Johann Conrad Schlaun entworfene Gebäude entstand von 1728 bis 1732, zeitgleich mit den Hemmericher und Rösberger Adelssitzen. Von der mittelalterlichen Burganlage blieb nur die Vorburg erhalten. Die Familien von Carnap, von Boos-Waldeck und von Diergardt waren die späteren Besitzer. Seit 1980 beherbergt das barocke Schloß ein Therapiezentrum für ehemalige Drogenabhängige, 'Haus Phoenix' genannt.

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