Bornheim in alten Ansichten Band 3

Bornheim in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Dr. Horst Bursch
Gemeente
:   Bornheim
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5780-3
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bornheim in alten Ansichten Band 3'

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EINLEITUNG

'Aller guten Dinge sind drei,' sagt ein bekanntes Sprichwort. So kann denn mit diesem Album der dritte Band von 'Bornheim in alten Ansichten' vorgelegt werden. Daß dies möglich ist, liegt einerseits an der tatsächlich vorhandenen Fülle an ortskundlichen Motiven, andererseits am Fundus erreichbarer Abbildungen, die in Privatalben und Archiven ruhen. Wie in den beiden vorangehenden Bänden, möchte ich auch hier die 14 Ortschaften der Stadt Bornheim in alphabetischer Reihenfolge in Wort und Bild vorstellen und auf historische, kulturelle und brauchtumsmäßige Gesichtspunkte hinweisen. Bornheim selbst ist mittlerweile eine richtige Kleinstadt mit allen dazugehörigen Einrichtungen geworden. Der Ort selbst ist Dreh- und Angelpunkt des Vorgebirges, ist Mittelpunkt zwischen Rhein und Swist. Die drei Rheindörfer Hersel, Uedorf und Widdig liegen in einer Achse, gut drei Kilometer von der Kette der Vorgebirgsortschaften entfernt. In der fruchtbaren Ebene erstreckt sich das Haufendorf Sechtem, das wie Roisdorf einen Bundesbahnhof an einer der meistbefahrenen Eisenbahnstrecken Deutschlands besitzt. Der Osthang des Vorgebirges und das nach Westen zu liegende Hochplateau bilden ein geschichtsträchtiges Altsiedelland. Nach Westen hin senkt sich der Höhenrücken und fällt zur Swist hin ab. An einem historischen Fernweg erheben sich in einem kleinen Taleinschnitt die malerischen Gebäude des Dopschleider Hofes, der am äußersten Ende der Rösberger Feldgemarkung liegt und somit noch zum Stadtgebiet von Bornheim gehört. Die 92 Bilder bieten natürlich eine ganz persönliche Auswahl. Dennoch soll das Typische, aber auch Seltene oder Überraschende berücksichtigt werden. Denn die Teilortschaften mit ihren angegliederten Siedlungsteilen bieten gerade mit Bezug auf die alte Zeit manch ein aufschlußreiches Motiv. Viele der hier gezeigten Gebäude sind mittlerweile längst verschwunden, haben ihr Gesicht völlig verändert, oder sind so 'umbaut' worden, daß man sie nur mit Mühe wiedererkennt. Alte Höfe, Burgen, Schlösser, Gotteshäuser, Wegekreuze, Straßen-

szenen, Wohnhäuser, Gaststätten, Gewerbebetriebe , Vereinsgeschichtliches, Friedhöfe, Alltagsleben: Die Liste läßt sich unschwer fortsetzen. All diese Gesichtspunkte sind in dem vorliegenden Bändchen berücksichtigt. Beim Betrachten der vielfältigen Ansichten mag das Gefühl der Nostalgie aufkeimen; so war es einmal, und die nur bedingt 'guten' alten Zeiten sind dahin.

Die vorliegende Sammlung von heimatkundlich wertvollen Bildern enthält gelegentlich einen sehr seltenen Fund. So konnte eine Abbildung aufgetrieben werden, auf der die ehemalige Bornheimer Synagoge auszumachen ist. Das interessante Foto wurde vom Dach des Klosters Maria Hilf in Bornheim aufgenommen. Es handelt sich dabei um eine der ganz wenigen Abbildungen von diesem bedeutsamen Zeugnis der einst blühenden jüdischen Kultur in Bornheim. Die Synagoge lag zentral, an der Königstraße, und war der Stolz der jüdischen Bevölkerung Bornheims und der umliegenden Ortschaften. Heute erhebt sich am Ort der Synagoge ein modernes Gebäude, an dem (recht hoch!) eine schwer lesbare Gedenktafel angebracht ist.

Seit jeher war die dörfliche Bebauung des Vorgebirges recht vielfältig; dies zeigt sich anhand zahlreicher Häuser und Hofanlagen im traditionellen Fachwerkstil, anhand stattlicher Gebäude aus Feldbrandziegeln und aufgrund verschiedenartiger architektonischer Formen. Gerade die vielen Adelssitze zeigen einje unterschiedliches Gepräge. So wechseln traditionelle rheinische Bauformen mit antikisierend-italianisierenden Elementen ab. Die Weiße Burg zu Sechtem und die Kitzburg zu Walberberg muten wie toscanische Landsitze an, während die barocken Schlösser in Bornheim und Rösberg elegante Anlagen mit französischem Einfluß sind. Die Roisdorfer Wolfsburg gilt als nach altrheinischem Vorbild geprägte einst wasserumwehrte Anlage, unweit zweier klassizistisch konzipierter Herrenhäuser aus dem vorigen Jahrhundert, nämlich dem Haus Wittgenstein und der Villa Wrede. Die

meisten dieser herrschaftlichen Bauwerke sind mittlerweile längst einer neuen Nutzung zugeführt worden. Viele jedoch befinden sich weiterhin in privater Hand, wie beispielsweise Schloß Rankenberg, zwischen Dersdorf und Brenig, oder Burg Hemmerich.

Auswahlkriterium für das eine und andere Bild war die geschichtliche 'Abgeschlossenheit'. So gibt es heute in Waldorf keine Bierbrauerei mehr; vor etwa vierzig Jahren fiel für den Dersdorfer Theaterverein der letzte Vorhang, und erst vor kurzem wurde in Dersdorf das letzte Lebensmittelgeschäft geschlossen. Auf einigen Fotos erkennt man unter anderem Naturdenkmäler, denen der Mensch mit Axt und Säge zu Leibe gerückt ist. Stattliche Ulmen reekten einst in Hemmerich und Sechtern ihr Geäst gen Himmel; ihr ortsprägendes Aussehen läßt sich nunmehr lediglich noch auf alten Fotos bewundern. Bäume und Gebäude bilden oft eine Einheit, die durch den Verlust der erstgenannten nicht selten empfindlich gestört oder gar zerstört ist. In alten Parks (Roisdorf, Sechtern, Rösberg, Bornheim, Hemmerich, Schloß Rankenberg, Lindenhof Dersdorf, Kitzburg) findet man heute noch hervcrragende Beispiele eines historischen Baumbestands, die teilweise offiziell als Naturdenkmäler gelten und deshalb unter Schutz gestellt sind.

Über besondere und allgemeine Gesichtspunkte aus der Geschichte Bornheims und zugehöriger Ortschaften wurde bereits jeweils in der Einleitung der beiden vorangehenden Bildbände berichtet. Weitere Einzelheiten sind nachstehend in den Bildkommentaren nachzulesen.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich reichlichen Genuß beim Betrachten der Abbildungen, deren jüngste aus den fünfziger Jahren stammen. Aus den Texten mag man über einzelne Informationen hinausgehend einen allgemeinen Nutzen ziehen. Die nunmehr nahezu dreihundert historischen Ansichten aus dem alten Bornheim und den umliegenden Dörfern mögen auch ein wenig dazu beitragen, das Vergangc-

ne besser zu würdigen und sich vielleicht inniger mit der eigenen Heimat in Gleichklang zu bringen.

Widmen möchte ich den dritten Band 'Bornheim in alten Ansichten' meiner Frau und unseren beiden Söhnen Achim und Bernhard. die hier noch als kleine Buben auf dem früheren Kardorfer Bauernstein, einem vergessenen historischen Rechtsdenkmal, stehen, der immer noch in Kardorf auf der Ecke Bulig/Moosgarten liegt und von längst verflossenen Tagenkündet!

Horst Bursch

1. Die im Jahr 1900 abgesandte Postkarte bietet im Stil der damaligen Lithographien mehrere Motive aus dem alten Bomheim. Die 'Totalansicht' zeigt die katholische Pfarrkirche St. Servatius, die ehemalige Synagoge, das nunmehr aufgelöste Kloster Maria Hilf, das frühere Bürgermeisteramt sowie die evangelische Kirche. Die drei genannten Gotteshäuser wurden alle im vorigen Jahrhundert vom Bonner Kreisbaumeister Paul Thomann entworfen. Die panoramaförmige Ansicht zeigt Bomheim von Westen her; der Schwerpunkt liegt auf der Bebauung der Königstraße. Die vier Einzelmotive zeigen den alten Gasthof Schwadorf, vor dem gerade der 'Feurige Elias' hält, das Kriegerdenkmal1866 bzw. 1870171, Schloß Bornheim und das mit der Geschichte Bornheims eng verbundene frühere Kloster: Ein fürwahr schöner Gruß aus dem alten Bornheim!

2. Auf dieser Aufnahme, die nach 1913 und vor 1916 entstanden ist, fällt der Bliek nach Westen auf die bereits im 13. Jahrhundert bezeugte Königstraße. Das Foto wurde vom Dach des Klosters Maria Hilf aus gemacht und vermittelt einen aufschlußreichen Eindruck vom damaligen Ortsbild. Besonders auffallend erhebt sich im Hintergrund die neugotische Pfarrkirche St. Servatius. Dem Lauf der Königstraße folgen die Geleise der ältesten Vorgebirgsbahn, des sagenumwobenen 'Feurigen Elias' ,der diese Strecke seit 1898 befuhr. Der Pfeil weist auf die einst mitten in Bornheim gelegene Synagoge, das religiöse und kulturelle Zentrum der jüdischen Bevölkerung. An das einst blühende Leben der jüdischen Gemeinde erinnert traurig stimmend noch der jüdische Friedhof mit seinen Grabdenkmälern und einer Gedenktafel. Am ehemaligen Standort der Synagoge ist ebenfalls eine kleine Mahn- und Erinnerungstafel angebracht.

3. Vor 1929 wurde das Foto gemacht, das die Königstraße (noch mit den schmalspurigen Geleisen des 'Feurigen Elias') an der Einmündung des Apostelpfädchens zeigt. Das die Bildmitte beherrschende Kleingehöft ist verschwunden; geblieben ist die flankierende Bebauung, und das einstige im örtlichen Volksmund so bezeichnete 'Paustelepäddche' hat sich zu einer richtigen Fahrstraße gemausert. Der historische Straßenname deutet auf den Hofes- und Liegenschaftsbesitz der Kölner St.-Apostel-Herren hin, die in Bornheim mit dem zur Zeit der Säkularisation etwa 100 Hektar Land umfassenden Apostelhof sowie dem wesentlich kleineren Laus- bzw. Niesengütchen in Bornheim-Botzdorf begütert waren und auch in Brenig und Dersdorf entsprechenden Besitz ihr eigen nannten.

4. Am 30. Juni 1929 machte der 'Feurige Elias' seine letzte Fahrt zwischen den Städten Bonn und Köln. Der Bahnkörper wurde verlegt, die Geleise wurden auf Regelspurbreite gebracht, und nach einem Interim mit Benzolbetrieb konnte die Gesamtstrecke ab dem 7. Oktober 1934 mit Elektrozügen befahren werden. Hier sehen wir einen Zug der KBE (Köln-Bonner Eisenbahnen) im Bornheimer Bahnhof. Die damals gelb gestrichenen Wagen beherrschten noch lange Zeit das vertraute Bild der alten Vorgebirgsbahn. Am 9. November 1986 wurde die frühere KBE abgelöst; seither befährt die moderne Stadtbahnlinie 18 die Strecke. Rechts im Bild erkennt man einen Teil der katholischen Pfarrkirche Bornheims, weshalb der Bornheimer Bahnhof (wie der einstige Bonner KBE-Bahnhof) auch 'katholischer Bahnhof' genannt wurde.

5. Stolz steht der Bornheimer Land- und Gastwirt Jakob Nettekoven inrnitten seines 1886 errichten Gehöftes, das den Namen 'Kliehoff' trug. Jakob Nettekoven entstammte dem früheren Bornheimer Kleehof, der 1871 in den Besitz des Freiherrn von Diergardt übergegangen war. Der Bornheimer Burgherr ließ den Hof abreißen, dessen Name freilich nicht unterging, sondern auf den Gasthof des Jakob Nettekoven überging. Dieser historische Gasthof, der vor einigen Jahren abgebrochen wurde und in dem manches fröhliche Dorffest gefeiert wurde , erhob sich einschließlich der dazugehörigen Wirtschaftsgebäude auf der Ecke Königstraße/Aeltersgasse. Heute befindet .sich dort ein modernes Geschäftshaus. Im Hintergrund des 1932 gemachten Fotos grüßt der Turm der evangelischen Kirche herüber.

6. Die byzantinische Dekor- und Stilelemente aufweisende evangelische Kirche mit ihrer auffälligen Querbänderung wurde fünfzehn Jahre nach der Gründung der protestantischen Kirchengemeinde Bornheims gebaut. Seit 1866 beherrscht sie den südöstlichen Ortsausgang nach Roisdorf hin und bildet mit dem stattlichen Pfarrhaus eine das Ortsbild in angenehmer Weise prägende Einheit. Das an Kirchen in der Toscana erinnernde Gotteshaus mit romanischen Fenstern und Friesen konnte seinerzeit schuldenfrei erbaut werden. Gehörten zur damaligen evangelischen Kirchengemeinde genau 75 Mitglieder, so ist die Zahl bis auf den heutigen Tag um ein Vielfaches angewachsen. Im Stadtgebiet Bornheims sind mittlerweile weitere evangelische Gotteshäuser errichtet worden, und zwar in Hemmerich, Walberberg und HerseI.

7. Aus den dreißiger Jahren stammt diese Abbildung der Vorburg von Schloß Bornheim. Die Gebäude der Vorburg sind teilweise älter als das barocke Hauptschloß aus dem 18. Jahrhundert. Den einst wehrhaften Torturm mit Zugbrücke ersetzte man im 19. Jahrhundert durch einen barockisierenden Torhauskomplex mit Mansarddach und aufgesetztem Glockentürmchen. Darüber erhob sich ein geflügelter Drache als Wetterfahne. 1973 fielen Glockentürmchen und Drache dem roten Hahn zum Opfer. Die Szenerie der Vorburg ist dadurch unbeschadet geblieben. Eine mächtige Allee führt zwischen ihr und den Wirtschaftsgebäuden des zugehörigen Gutsbetriebs hindurch und gibt nach einiger Zeit den Bliek frei auf das Zufahrtstor , durch das man in den Schloßpark gelangt. In den Räumen der Vorburg finden heute von Zeit zu Zeit Kunstausstellungen der im Schloßkomplex untergebrachten Therapieeinrichtung für ehemals Drogenkranke statt. Von 1837 bis 1852 und von 1861 bis 1864 befand sich in der Vorburg die Amtsstube des Bürgerrneisters.

8. Im Jahr 1928 wurde diese Aufnahme von Schloß Bornheim gemacht. Das von Johann Conrad Schlaun 1728-1732 erbaute einfache Barockschloß ließ der kurkölnische Konferenzialminister und Hofkammerpräsident Joharm Jakob Freiherr von Waldbott errichten. Burg bzw. Schloß Bornheim waren in kurfürstlicher Zeit Mittelpunkt der Herrlichkeit Bornheim. Eine Burg zu Bornheim ist erstmalig 1147 urkundlich bezeugt. Von den zahlreichen Besitzern im 19. Jahrhundert seien erwähnt: Gerhard Freiherr von Carnap, Wenzel Graf von Boos-Waldeck sowie Heinrich Freiherr von Diergardt. Dessen Sohn Johannes ließ den Park 1902 nach dem Vorbild englischer Gartenarchitekturumgestalten und erweitern. Heute beherbergt das verputzte und rosafarbige Gebäude eine segensreiche therapeutische Einrichtung und steht damit 'Haus Wrede', dem 'gelben Schlößchen' Roisdorfs, zur Seite: Haus 'Phönix' in Bomheim und Haus 'Tauwetter' in Roisdorfbieten eine Heimstatt für ehemals suchtkranke Menschen.

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