Borstel in alten Ansichten

Borstel in alten Ansichten

Auteur
:   Ulrich Bärwald
Gemeente
:   Borstel
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6018-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Borstel in alten Ansichten'

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Einleitung

Borstel in alten Ansichten - dieses vorliegende Büchlein möchte durch die wiedergegebenen historischenAufnahmen, fotografische Dokumente, mit den dazu verfaßten Erläuterungen das Leben auf dem Gut Borstel, einem Gut in Holstein in der Zeit von 1870 bis annähernd zum Zweiten Weltkrieg beleuchten. Es ist eine Zeitspanne, die viele wenigstens zum Teil noch selbst miterlebt haben. Dennoch, die Zeit liegt schon solange zurück, daß doch vieles in Vergessenheit geraten ist, in unserer heutigen hektischen Zeit einfach verdrängt worden ist. So sollen die Aufnahmen für sich sprechen, die gute alte Zeit wieder lebendig werden lassen, diese Zeit, die damals tatsächlich für viele Deputat-Gutsarbeiterfamilien doch auch so entbehrungsreich gewesen ist.

Für die Geschichte ist die gewählte Zeitspanne in diesern Buch, ein Zeitraum von gerade zwei Menschengenerationen, verschwindend gering, doch besonders diese Zeit bringt erhebliche Veränderungen für den Einzelnen mit sich: politisch gesehen ist es der entscheidende Schritt vom Kaiserreich nach dem verlorenen Weltkrieg zur Republik. Auch gibt es in dieser Zeitspanne die bisher nicht vorstellbaren technischen Neuerungen: die ersten Automobile rollen auch durch den Borsteler Gutsbezirk, die Eisenbahn nimmt auch hier den Betrieb auf die elektrische Energie erleuchtet auch die Katen hiesiger Gutsarbeiter. In diese Zeitspanne fillt die Auf1ösung des annähernd 700jährigen Gutes Borstel: politisch wird der Gutsbezirk 1927 mit Sülfeld zur Gemeinde

Sülfeld zusammengelegt; wenige Iahrc später wird das Gut letztmalig und endgültig veräußert und aufgelöst: es kommt zur Aufsiedelung. Neue Familien aus anderen Regionen des Reiches ziehen her und werden heimisch.

Wenn man über einen Ort eine gewisse Zeitspanne genauer, wie in diesem Fall auch mit Fotodokumenten beleuchtet, so verlangt es die Vollständigkeit, daß in großen Zügen die Geschichte Borstels van Anbeginn kurz dargestellt wird:

Das sächsische Wort Borstel bedeutet Bur = Bauernschaft und bezeichnet die Stelle einer Siedlung, die in Anlehnung an eine bereits bestehende gegründet worden ist, also eine Tochtergründung aus einem Mutterdorf. Das Mutterdorf ist wahrscheinlich schon am Ende des ersten Iahrtausends als kleines. unbedeutendes Abbaudorf entstanden. Auch diese Siedlung hat die Wendenkriege über sich ergehen lassen müssen. Nach Verdrängung der Wenden kann die Neubesiedelung beginnen. Der Landesherr erteilt einem Angehörigen der Familie der de Tralowe den Siedlungsauftrag für den wüsten Platz Borstel. Dieser nennt sich fortan de Borstelde.

In alten Botsteler Gutskarten ist zwischen Borstel und Itzstedt die Flurbezeichnung Alten Borstel (Ohlen Borstel) enthalten. Urkundlich wird Borstel am 28.April1258 erstmals erwähnt: Die Grafen von Holstein gestatten dem Heinrich von Borstelde wegen der

Gefangenschaft seines Sohnes Otto den Zehnten von Großensee dem Hamburgischen Kapitel für 45 Mark zu verpfänden, Die Geschichte Borstels kann nur eingebunden in die Sülfelder Kirchengeschichte gesehen werden. Bereits 1207 wird Sullevelde erstmals urkundlich erwähnt: Der Domprobst zu Hamburg überträgt seinem Dekan die Banngewalt über das Kirchspiel Sülfeld. Über die [ahrhunderte übt der Herr aufBorstel das Patronat über die Sûlfelder Kirche aus. Nachfolger des Geschlechts der de Borstelde auf Borstel ist das urstormarner Geschlecht der Hummersbüttel. Um 1450 beginnt durch Einheirat die entscheidende Ära derer von Bockwalde, später eingedeutscht von Buchwaldt, mit dem gekrönten Bärenkopf im Wappen auf Borstel.

Große, wenn auch nur kurze Berühmtheit erlangt auch Borstel als 1529 der Alster- Trave-Kanal fertiggestellt ist, ein direkter NordOstsee-Kanal. Die ersten Lastschuten erreichen von Lübeck aus Hamburg auf dem neuen Kanal, der vom Burgplatz Stegen her durch das Nienwohlder Moor und den Borsteler Gutsbezirk in die Dorfschaft Sülfeld gegraben worden ist. Das künstliche Kanalbett verbindet die Alster mit der Beste, die in Oldesloe in die Trave mündet.

1540 lehnt Marquard von Buchwaldt, Herr aufBorstel, auf dem Landtag zu Rendsburg die von König Herzog Christian lIL vorgelegte neue evangelische Kirchenordnung noch ab, er gehört zum katholischen Lager. Nach seinem Tod 1545 greift aber auch hier

die Reformation. Unter seinem Nachfolger Jasper von Buchwaldt geraten die Bauern der gutsangehörigen Dörfer in die Leibeigenschaft des Gutsherrn aufBorstel. Infolge seinesTodes wird unter den Erben der sogenannte BIÜdervergleich 1588 geschlossen.Als Folge daraus wird Iersbek eigenständiges Gut. Zu Borstel gehörig verbleiben: Sülfeld, Grabau, Seth, Oering und der Sandkrug, die BorsteierWassermühle, die Eisen- und Papiermühle, der Kehdingsteich, die Fischerei auf dem Itzstedter See, Moore, Hölzungen, Wiesen und Weiden.

1737 brennen die Wohn- und Wirtschaftsgebäude des Gutes vollständig nieder. 1740 werden die Wirtschaftsgebäude und 1751 das noch heute stehende Herrenhaus neu errichtet.

1 761 fillt Borstel durch Heirat an den berühmten dänischen Staatsmann [ohann Hartwig Ernst Graf van Bernstorff; sein Erbe, der dänische Staatsminister Graf von Bernstorff, Besitzer auch des lauenburgischen Gutes Watersen, hebt 1787 die Leibeigenschaft im Gutsbezirk auf

1791 wird der bedeutende, den Nazarenern zugeschriebene Maler Theodor Rehbenitz auf Borstel geboren. Aufgrund ruinöser Bewirtschaftung wechselt Borstel jetzt häufig den Besitzer, bis 1806 Kay Lorenz Baron von BrockdorffBesitzer wird. 1838 gelangt Borstel in das Eigentum der Grafen von Baudissin. Nach der politischen Vereinigung zur Gemeinde Sülfeld 1927, erwirbt

1 930 der Margarinefabrikant Friedrich Bölck Borstel. Er richtet

hier für kurze Zeit ein Kindererholungsheim ein. Doch schon zwei Iahre später fallen in der Hauptsache die Ländereien an die Siedlungsgesellschaft BauernlandAG in Berlin; das Gut wird fast vollständig aufgesiedelt. 1934 erfolgt die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Borstel. Im Herrenhaus ist nun ein Kinderheim für Kinder, deren Väter der SA angehören, untergebracht. In den dreißiger [ahren rufen die Siedler das Borsteler Waldfest ins Leben; in dieserTradition wird es noch heute alljährlich von der Feuerwehr veranstaltet. 1938 geht das Herrenhaus von Bölck an das Deutsche Reich über. Es wird hier eine Führerinnenschule des Reichs-Arbeits-Dienstes, RAD, weibliche Jugend, eingerichtet. Nach Kriegsende sind im Herrenhaus kurzfristig hunderte von ehemaligen polnischen Zwangsarbeitern einquartiert. 1946 sieht sich der Landrat des Kreises Segeberg Dr. Pagel angesichts der enorm großen ZahlTuberkulosekranker im Lande vor die Notwendigkeit gestellt, eine zentrale Behandlungsstätte für diese Patienten zu schaffen. Am 23.Juli 1947 fmdet imAlten Heidkrug in Kayhude die Versammlung zur Gründung der Stiftung TuberkuloseForschungsinstitut Borstel statt. Sufter sind die Länder Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein, der Kreis Segeberg sowie die Landesversicherungsanstalten Hamburg, Oldenburg-~remen und Schleswig-Holstein; später kommt noch die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte hinzu. Das Institut wird organisiert nach den Vorstellungen von Prof Dr. Dr. Enno Freeksen; erster Instituts-

direktor wird Dr. Stroomann. 1965 erfolgt die Namensänderung der Einrichtung in Forschungsinstitut Borstel- Institut für experimentelle Biologie und Medizin. Die Bedeutung dieser Einrichtung Institut Borstel, generell auch im gesamtenAusland, unterstreichen die hier regelmäßig stattfindenden Symposien mit Fachleuten aus der ganzen Welt. Anläßlich des Welt-Lepra -Tages besucht Bundespräsident Walter Scheel im jannar 1976 das Forschungsinstitut Borstel. Heute wird diese Einrichtung in drei Fachbereiche unterteilt:

- Institutsbereich: Klinische Medizin unter Prof Dr. med. Schlaak,

- Institutsbereich: Immunologie und Zellbiologie unter Prof Dr.

med. Flad,

- Institutsbereich: Immunchemie und Biochemische Mikrobiolo-

gie unter prof Dr. rer. nat. Rietschel.

Angeschlossen ist eine medizinische Klinik mit 115 Betten; insgesamt beschäftigt das Institut ungefähr 450 Mitarbeiter bei einem Umsatz von etwa 37 Millionen DM pro jahr,

Soweit die wirklich grob gefaßte Geschichte Borstels durch die Iahrhunderte, heute fast ausschließlich als Instituts-Standort aber auch als Ortsteil der Gemeinde Sülfeld.

Unter dem Motto: vergangenheit kennen, Gegenwart verstehen und selbst die Zukunft gestalten möge dieses Werk den Betrachter anregen.

Sülfeld, Weihnachten 1994. Ulrich Bärwald

1 Borstel

Situations-Extract aus der General-Karte von dem Ritter-Sitze Borste!.

Kopiert durch Fr. Feddersen - König!. besta11ter Landinspector und Landmesser in Dännemark und den Herzogthümern pt. Borste! d. 8tenAug. 1804-.

1803 verkauft der StadthauptmannJanisch das Gut Borstel an den Grafen de Wuits; er selbst erwirbt Grabau im Februar 1804 zurück. Grabau erhält so 1804 wieder seine Eigenständigkeit als ade!iches Gut, mit a11en Herrlichkeiten und Gerechtigkeiten.

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2 Kirche

Eine Ansichtspostkarte von der Sülfelder Kirche aus der Zeit um 1920.

Die Borsteler Gutsgeschichte ist eng verbunden mit der Sülfelder Kirchengeschichte. Erwähnt sei hier nur das Patronat der Borsteler Herren über die Sülfelder Kirche. 1207 wird die Kirche in Sülfeld erstmals urkundlich erwähnt; vorhandene romanische Bauformen am Kirchengebäude belegen, daß schon vor 1207 hier ein Kirchengebäude gestanden haben wird.

Aus der Zeit des Borsteler Patronats sind in der Sülfelder Kirche noch Ausstattungsgegenstände vorhanden; erwähnt sei das Gutsgestühl, die Gutslogen; im Kirchturm schlägt noch immer die adelige Borsteler Gutsglocke von 1619.

3 Holmer Moor

Auf diesem Bild ist der Weg am Holmer Moor um die [ahrhundertwende zu sehen.

4 Der Holm um 1870

Es handelt sich um einen Meierhof, eine Milchviehwirtschaft abseits vom eigentlichen Gutsbetrieb. Urkundlich erwähnt ist der Holm erstmals 1433 im Lübecker Zehntregister.

Holm ist noch Anfang des 15. [ahrhunderts ein aus drei Hufen bestehendes, zu Leezen eingepfarrtes Dorf.

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