Bovenden in alten Ansichten

Bovenden in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Ralf Busch
Gemeente
:   Bovenden
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0761-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bovenden in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Die Gemeinde Bovenden, so wie sich heute in ihren territorialen Grenzen darstellt, ist ein Produkt der Gebietsreform zum 1. Januar 1973, aber unter weitgehender Berücksichtigung historischer Entwicklungen. Bovenden war seit dem Mittelalter immer der bedeutendste Ort der kleinen Herrschaft der Edelherren von Plesse, die auf der gleichnamigen Burg oberhalb von Eddigehausen saßen. Neben Bovenden gehörten zu dieser noch die Dörfer Angerstein, Eddigehausen, Reyershausen, Oberbillingshausen, Spanbeek und Holzerode und neben diesem geschlossenen Besitz verfügten die Edelherren noch über weitgestreuten Einzelbesitz. Das kleine Gebiet war allzu oft Streitpunkt unter umliegenden Landeshoheiten, die sich bemühten, von der Herrschaft Besitz zu ergreifen. So mussten sich die Edelherren von Plesse 1447 unter den Schutz der Landgrafschaft Hessen stellen und als das Geschlecht von Plesse 1571 im Mannesstamm ausstarb, fiel die Herrschaft an Hessen. Bis 1816 bestand sie nun als ein hessisches Amt fort, weiterhin in ihrer Zugehörigkeit umstritten. Für die Einwohner Bovendens waren dies dennoch glückliche Zeiten. Die Landgrafen von Hessen förderten ihre Exklave in vielfältiger Weise. Um 1600 erhielt der Ort das Flecken- und Marktrecht, auch das Braurecht wurde ihm verliehen sowie die Genehmigung zur Aufstellung eines Schützenkorps. Der Amtssitz wurde von der Burg Plesse in den Flecken verlegt und seit dieser Zeit entwickelte sich eine jüdische Gemeinde, die drei Jahrhunderte lang zur Förderung von Handel und Gewerbe beitrug.

Als dann im 18. Jahrhundert die Universität Göttingen aufblühte, profitierte hiervon auch das' Ausland' vor den Toren der Stadt. In diesem Jahrhundert erlebte Bovenden eine Hochblüte in seiner Entwicklung. Diese wurde jäh unterbrochen, als auf den Verhandlungen des Wiener Kongresses 1816 festgelegt wurde, daß das hessische Amt an das Königreich Hannover übergeben werden sollte. Damit war die Senderstellung des Fleckens aufgehoben. Zwar blieb er weiterhin Amtssitz, dennoch war ein allgemeiner Rückgang in vielen Lebensbereichen festzustellen. Einige Wirtschaftsunternehmen boten zunächst noch reichliche Arbeitsplätze: Die Rosenthalsche Kattunfabrik beschäftigte 1848/1849 fast 450 Personen und war damit zeitweise der größte Fabrikbetrieb im Königreich Hannover, doch konnte dieser mit den sich verändernden Produktionsbedingungen nicht mithalten und ging 1878 in Konkurs. Inzwischen war die Zigarrenfabrik des E. Löwenthal (begründet 1858) erstarkt, die in den allgemeinen wirtschaftlichen Schwierigkeiten nach dem Ersten Weltkrieg ihre Produktion einstellen musste.

Neue Impulse erhielt der Flecken erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Einwohnerschaft nahm durch den Zuzug von Heimatvertriebenen erheblich zu. Allerdings blieb der Bevölkerungszuwachs stetig erhalten, da durch die Schaffung einer entsprechenden Infrastruktur in den Jahren wirtschaftlicher Prosperität Bovenden zu einem bevorzugten Wohnort in der Nähe der Universitätsstadt Göttingen wurde. Weitsichtig wurden rechtzeitig diese Entwicklungen vorbereitet, die bei der Gebietsreform 1973 die Eigenständigkeit Bovendens, jetzt in Gemeinsamkeit mit den Nachbarorten, ermöglichte.

Inhaltsverzeichnis der Abbildungen

Burg Plesse
Havenden, Gesam tansichten Bovenden, Bilder aus dem Flecken Havenden, Arbeit und Leben Eddigehausen
Mariaspring und Rauschenwasser Reyershausen Oberbillingshausen
Spanbeek
Holzerode
Lenglern
Harste
Emmenhausen
1 - 16 17 - 20 21 - 34 35 - 43 44 - 50 51 - 59 60 - 63 64 - 65 66 - 68 69 - 70
71 72 - 75 76

1. Burg und Berg Plesse ragen hoch (370 m üNN) über das Leinetal hinaus. Der Besucher der Burg genießt einen beeindruckenden Fernblick, der einst bei Anlage der Burg strategisch genutzt wurde. Die Bewohner der Burg konnten von hier aus das zugehörige Territorium überblicken und schützen.

2. Waldreich bieten sich heute die Höhen um die Plesse dar, eine Besonderheit erhält aber der Pleßwald der Nachwelt in einem umfangreichen Eibenbestand. Diese an ihren natürlichen Standorten im Aussterben begriffene Baumart besaß einst eine große wirtschaftliche Bedeutung nicht nur als Bauholz, sondern vor allem als Material für die Armbrustfertigung.

3. Seit zwei Jahrhunderten ist die Burgruine Ziel wanderlustiger Menschen, eingebunden in romantische Empfindungen. Künstler und Laienmaler haben sie als Motiv geschätzt, so auch die Göttinger Zeichenlehrerin Friederike Vogel, die um 1900 mehrere Aquarelle mit Ansichten der Burg Plesse schuf, hier mit dem Dorf Eddigehausen am Fuß des Burgberges.

4. Besonders die Göttingere Studenten liebten diesen Ort, ein Grund für das Entstehen zahlreicher Stammbuch-Kupferdrucke, die im 19. Jahrhundert sehr beliebt waren und überwiegend im Verlag Wiederhold in Göttingen gedruckt wurden. Doch fand hier auch 1848 eine zentrale Revolutions-Versammlung statt, unter Leitung von Dr. Otto Vogler, dem späteren Begründer des Freien Deutschen Hochstifts.

5. Unter den zahllosen Besuchern der Burg ist J.W. von Goethe zu nennen, der sie 1801 von Göttingen aus mit Hofrat Meiners besuchte. Er gedachte dieses Besuches mehrfach, zuletzt in einem Gedicht, das er 1815 auf ein Stammbuchkupfer mit der Ansicht der Burg Hanstein (die er nie besucht hat) niederschrieb.

6. Die der 'Ruine Pleß' gedenkenden Zeilen Goethes lauten:
Auf diesen Trümmem hab ich auch gesessen.
Vergnügt getrunken und gegessen Und in die Welt hinaus geschaut. War aber wenig nur davon erbaut. Kein liebes Kind gedachte meiner
Und ich fürwahr gehörte keiner, So war die ganze Welt umgraut.
Ihr wisst ja selbst was sie erheitert Die Horizonte stufenklar erweitert.

7. Schon vor Goethe war die Burg Plesse zu literarischem Ruhm gelangt. Ein dreiteiliger Abenteuer-Roman verlegt einen Teil seines Geschehens hier her. Das Werk erschien 1744 anonym, das Titelbild des ersten Bandes stellt die Plesse dar.

8. Daneben finden sich aber auch nicht wenige Darstellungen mit hohen künstlerischen Qualitäten, die uns die Burg überwiegend von Süden betrachten lassen; dieser Stahlstich von A. Hornemann aus dem Jahre 1843 zeigt den Burgberg noch nicht so dicht bewaldet wie heute.

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