Brake in alten Ansichten

Brake in alten Ansichten

Auteur
:   Walter Folter
Gemeente
:   Brake
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3716-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Brake in alten Ansichten'

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Einleitung

Die Stadt Brake ist nicht auf Befehl eines Fürstenhauses erbaut worden. Auch gibt es keine königliche oder sogar kaiserliche Rechte die ihr je verliehen wurden. Hier stand keine Burg und auch keine Festung, unter deren Schutz ein Marktflecken entstand. Die Ortschaften Harrien und Braksiel wuchsen zur Gemeinde Brake zusammen, 1799 waren es 850 Einwohner, der Ort stand in voller Blüte. Brake glich einem Wald voller Masten, an den Duckdalben hatten viele Schiffe festgemacht. Hier wurde alles umgeschlagen: Ton, Talg und Teer, Stockfische und Häute, Bauholz und Pottasche, Flachs und Hanf, Getreide aller Art, Eisen und Stahl, Kupfer und Zinn, Schwefel und Steine, Bier und Wein, Öl und Leinsamen, eine Liste, die sich beliebig fortführen lies. Im Iahre 1856 wurde Brake zur Stadt erklärt. Ihre Entstehung verdankt sie ihrer Lage am Strom. Die Stadt verdankt ihre rasante Entwicklung aber auch der Tüchtigkeit und der kaufmännischen Weitsicht einiger Familien, deren Namen sich wie ein goldener Faden durch die Geschichte Brakes zieht und fest mit ihr verbunden ist. Diese Kaufleute, Handwerker, Spediteure, Reeder, Schiffsbauer, Segelmacher und Fischer die schon sehr früh den Grundstein für einen der größten Hafen Umschlagplätze legten und deren Namen noch heute von Speichern, Lagerhäusern, Schiffshandlungen, Bürogebäuden oder Getreide Silos leuchten, diese Familien haben Brake weltweit bekannt gemacht und für Arbeit und Lohn gesorgt. Auch gab es viele Werften am Fluss, Arbeit für unzählige Menschen und Brot für deren Familien. Die auf diesen Werften erbauten Schiffe befuhren die Weltmeere, auch sie trugen den Namen Brake hinaus in die Welt.

Natürlich gab es auch in Brake immer wieder Rückschläge, dänische und französische Besetzung, Inflation, Kriege und immer wieder Sturmfluten, die den Menschen an der Küste großen Schaden zufügten. Aber immer wieder gab es auch einen Neubeginn, so auch nach dem Zweiten Weltkrieg. Blieb die Stadt auch weitgehend von Kriegseinflüssen verschont, so lagen die Probleme nun bei der Wohnungsnot. Die Bevölkerung hatte sich von 10500 im Iahre 1939, durch den Zuzug von rund 5 OOOVertriebenen auf IS 500 erhöht. Die vorhandenen Wohnungen reichten nicht aus, zwar hatte man Baracken vorsorglich erstellt, sie reichten aber nicht. Die gemeinnützige Bau- und Siedlungsgesellschaft e.G.m.b.H. wurde gegründet. Von 1946 bis 1951 wurden 169 Häuser gebaut, 330 Wohnungen wurden so geschaffen. Aber die Wohnungsnot war immer noch sehr hoch, wollte man normale Zustände herstellen, mussten noch 900 Wohnungen gebaut werden. Dies bedeutete natürlich auch wirtschaftlichen Aufschwung für Handel und Handwerk. Ganze Stadtteile entstanden, Schulen wurden gebaut. Die Stadt wuchs, den Behörden reichten die alten Amtshäuser nicht mehr. Verwaltungsneubauten für Stadt, Landkreis, Polizei, Gesundheitsbehörden und Gericht wurden neu erstellt. Auch die Banken zogen nach und verlegten ihren Sitz in zeitgemäße Neubauten. Die Integration der Vertriebenen vollzog sich ohne größere Störungen, die Bevölkerung vermischte sich. Allen voran aber war der Ausbau der Pieranlagen, Verladeanlagen und Löscheinrichtungen das Thema Nr. 1 für die Hafenwirtschaft. Immer größere Schiffe mit immer mehr Fracht die in immer kürzerer Zeit gelöscht oder beladen werden mussten, brachten zwar

ständig steigende Umschlagzahlen, erforderten aber auch immer mehr und größere Lagerhäuser. Auch im Niedersächsischen Landtag beobachtete man die Entwicklung der Hafenstadt Brake wohl mit Freude und bewilligte im Iahr 1950 rund 3,5 Millionen für den Ausbau des Braker Hafen. Die Getreideeinfuhr über den Hafen Brake, stieg von 81 000 t im [ahr 1945 auf 1 080 000 t im [ahr 1949 und die Zahlen stiegen weiter. Getreideheber mit einer Leistung von 120 Tonnen in der Stunde beschleunigten den Umschlag.

Exporte von Inlandsgetreide über den Hafen Brake überschritten in den sechziger [ahren die 700 OOO-t -Iahresmarke, wobei der jährliche Gesarntseeverkehr des Hafen an Getreide und Futtermittel immer häufiger die Zwei-Millionen- Tonnen-Grenze überschritt. Auch die 1914 in Betrieb genommene Fettraffinerie entwickelte sich zu einen der größten Arbeitgeber in Brake. Mehrere Vertiefungen der Weser ermöglichen es das immer größere Schiffe in Brake festmachen können. Über den Aufbau der Hafenwirtschaft könnte man noch viel berichten, ist er doch noch um ein vielfaches gestiegen, doch dieser Bildband soll nur bis in die Zeit um 1960 reichen. Eines aber ist völlig klar, die Hafenwirtschaft ist die Hauptschlagader für Brake. Ohne die Weser und den weltweit bekannten Braker Hafen, sowie die vielen Impulse die von ihm ausgehen, gebe es diese Stadt in dieser Form heute nicht.

Mit diesem Bildband versuche ich das Leben in dieser Stadt, den Handel und das Handwerk, deren Wirken und Schaffen an Hand einiger Beispiele und Anekdoten in Erinnerung zu rufen.

Allen Freunden und Bekannten die mich dabei mit Wort, Bild und Hintergrundinformationen unterstützt haben, danke ich hiermit nochmals.

Doch nun tauchen Sie ein, in ein Stück 'Alt-Brake'.Viel Spaß dabei.

Ihr Walter Folter

1. Die Kaje war in früheren Zeiten der Mittelpunkt von Brake. An den Duckdalben am Strom lagen Frachtschiffe, stolze Großsegler neben Frachtkähnen und Booten. Waren aller Art wurden hier gelöscht und geladen. Braksiel mit Harrien vereint, war eine aufstrebende Gemeinde und zählte 850 Einwohner. Kaufleute, Schankwirte, Spediteure, alle wollten sich möglichst an der Kaj e niederlassen. 1 830 kam eine Apotheke dazu. 1846 wurde der 'Telegraph' errichtet, er diente der optischen Nachrichtenübermittlung und wurde zum Wahrzeichen Brakes. Zehn [ahre später, 1856, wurde Brake Stadt. Die Kaje war noch sehr flach und nicht gepflastert, schwere Wagen hinterließen tiefe Fahrspuren, es herrschte regesTreiben. Hier traf man sich auch zu Veranstaltungen. Als der Hafen-umschlag immer mehr in den ausgebauten Binnenhafen und an den 1893 errichteten Pier verlagert wurde, legten hier überwiegend Ausflugsschiffe an. Es gab eine Personen -Schiffs- Verkehrs- Linie auf der Weser, die in Brake anlegte.

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OZEA OAIO!PFER A. PIER

2. Das Bild zeigt einen Ozeandampfer 1912 an der Pier. Da größere Schiffe wegen ihres Tiefgangs den Binnenhafen nicht anlaufen konnten, begann man 1893 deshalb mit dem Bau einer 200 Meter langen Pieranlage in Klippkanne, die man 1896 um weitere 200 Meter verlängerte. Bei einerTiefe von 8,35 Metern der Fahrrinne an der Braker Pier, konnten hier die größten Schiffe anlegen. 1902 hatte man eine zweite Bahnverbindung im Norden fertig gestellt und die Anlegevorrichtungen auf 600 Meter erweitert. Immer größere Lagerhäuser und Lade- und Löscheinrichtungen wurden gebaut. Das 1894 in Betrieb genommenen, städtische Elektrizitätswerk, das den Strom mit Dampfmaschinen erzeugte, belieferte zunächst nur etwa 600 Straßenlaternen, von denen die meisten an der Pier standen. Doch schon bald stellte man die Anlagen der Pier auf elektrischen Antrieb um. Die Anlagen wurden immer größer, der Umschlag immer schneller. Unglaublich, wie heute riesige Schiffe in einer Rekordzeit von einem Tag gelöscht werden.

3. Der Hafenmeister Johannes Büsing ging 1971 in den Ruhestand, damit endete eine fast hundertjährige Familientradition. Drei Generationen der Familie Büsing hatten sich in den Dienst des Braker Hafens gestellt. Der Großvater Johannes Büsing begann im [ahre 1874 als Baggerführer an der Kaje. Um 1905 trat dann der Sohn Johannes in die Fußstapfen seines Vaters, nachdem er einige [ahre zu See gefahren war. Auch er fing als Baggerführer an und arbeitete sich hoch bis zum Hafenmeister. Mit ihm begann die eigentliche Hafenmeister-Tradition. Der dritte Johannes Büsing startete wie seine Vorfahren, er fuhr 15 [ahre zur See, wurde dann Schleusenwärter und später Hafenmeister. Er übernahm von seinem Vater das verantwortungsvolle Amt an der 1860 erbauten Schleuse. Er war Befürworter für den Bau einer neuen Kammerschleuse. Der idyllische Anblick des Vorhafens, die Hafeneinfahrt mit Schleuse, der Fußgängerbrücke und dem Haus des Hafenkapitäns, ging dabei verloren.

4. Alte und neue Schleuse im Bild: Die alte Hafeneinfahrt wurde früher durch Ebbetore gesichert, die von Hand betätigt wurden. 1928 gab es neue, elektrisch betriebene Schleusentore und eine Fußgängerbrücke. Diese nutzten Einheimische und Seeleute gleichermaßen gern, war sie doch eine Abkürzung vom Hafen in die Innenstadt. Nach der Sturmflut 1962 wurden im Zuge der Landessicherheit große Teile der Deiche erhöht. Eine erhebliche Schwachstelle stellte aber die Hafeneinfahrt dar. Nach langen Verhandlungen kam es dann aber in den siebziger [ahren zum Bau einer neuen Kammerschleuse, in einer Größe von insgesamt 1 10m Länge und 43 m Breite, die den heutigenAnforderungen der Deichsicherung gerecht wird. Sie hat 9S Meter Innenlänge und 16 m Durchfahrtsbreite. Über 30 000 Kubikmeter Erde wurden bewegt, rund 2 000 Tonnen Stahl waren allein für Spundwände nötig. Den Anblick zweier Schleusen gab es nur kurze Zeit, um so wichtiger im Bild festgehalten zu werden.

S. Der Braker Hafen und wie es begann. Angefangen hat alles mit den Liegeplätzen am Strom, Duckdalben, vor der Außenkaje und den kleinen Fluthafen an der erweiterten Mündung des Braker Sieltiefs. Durch die Eigenschaft als Freihafen, hat sich die Anzahl der Schiffe, die Brake anliefen ständig erhöht. Durch Eindeichung des Grodens wurde eine Erweiterung des Hafens 1861 in Betrieb genommen. Gleichzeitig wurde die Hafeneinfahrt mit sogenannten Ebbetoren, die von Hand betrieben wurden, versehen. Hatten 1872, rund 418 Seeschiffe den Hafen angelaufen, waren es 1873 schon 732, eine erneute Vergrößerung des Hafens, durch den Bau des Kanalhafens wurde 1877 in Betrieb genommen. Da der Hafen aber nur eine Tiefe von 20 Fuß und der Hafenkanal sogar nur 1 6 Fuß hatte, konnten die großen Schiffe den Hafen nicht nutzen. 1928 wurde die Schleuse mit neuen, elektrisch betriebenen Toren und einer ebenso betriebenen Fußgängerbrücke ausgerüstet.

6. Das Bild zeigt die alte Zollwache am Binnenhafen, sie stand an der Stelle, an der jetzt die ESSO-Bunkerstation der Firma Schiffsausrüstung Hinrich Arnold steht. Von hier machten die Zöllner ihre Kontrollgänge und beobachteten den Hafenumschlag. In dem Gebäude im Hintergrund war zu der Zeit das Zollamt untergebracht. Der Zoll spielte früher eine weit wichtigere Rolle als jetzt. Die Weser war bis Bremen zollfrei, ebenso großeTeile der Stadt, an deren Ausfallstraßen Zollbeamte kontrollierten. In der Zeit von 1888 bis 1932 war nur noch das Gebiet um den Binnenhafen Zollfreihandelszone. Gesichert wurde es durch hohe Zäune, an deren Ein-und Ausgängen Zöllner kontrollierten. Im [ahr 1932 wurde die Zollfreihandelszone völlig aufgehoben und kurz darauf auch diese Zollabfertigungsstelle geschlossen. Später wurde das Haus als Brandhaus vom Reichsluftschutzbund, Ortsgruppe Brake, genutzt. Im Iahr 1937 wurde es dann schließlich abgebrochen.

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7. Das Braker Trockendock wurde 1848 für die Reichsmarine gebaut, 1876 jedoch an die BrüderThyen laut Vertrag übergeben - mit der Verpflichtung, das Dock für Schiffe fast aller Größen auszubauen. Man nutzte den alten Dockboden der Kriegsmarine, versah das Bassin mit einer Schleuse zum Binnenhafen hin und einem Abfluss durch den Weserdeich in die Weser. Auch wurden Pumpen eingebaut. Das Dock hatte zwei Böden, der untere war 14,5 m breit und 99,3 m lang und für zwei Schiffe berechnet, während der I,S m höher gelegene Boden 11,8 m breit und 90,S m lang und für zwei kleinere Schiffe berechnet war. Das Dock mit einem Flächenraum von 27 873 Quadratfuß wurde im März 1878 in Betrieb genommen. 1914 kaufte die Firma Frerichs & Co. das Dock. Die stark verfallene Anlage wurde 1936 wieder vom Staat übernommen. Das Gelände wurde der Marine übergeben, eingeebnet und mit Sand aufgefüllt. Hier entstand 1937 ein Freibad für die Soldaten der neu erbauten Admiral-Brommy-Marine-Kaserne.

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8. Kleine Fische für den großen Drehkran am Binnenhafen beim Be- und Entladen von Schiffen waren alle Ausrüstungsgegenstände, Motoren, Getriebe oder einfach nur Waren aller Art, die unter 20 Tonnen Gewicht mit sich brachten. Denn soviel konnte dieser von Hand zu bedienende Kran mit einem Hiev holen. Er stand am Binnenhafen direkt am Kai, in Höhe der Feuerwache Hafenstraße. Zwei Mann genügten, um beispielsweise einen Schiffsmotor von Land an Bord eines Schiffes zu setzen, so wie es von den Monteuren der Schiffsmotoren Reparaturwerkstatt Erich Röll in den fünfziger und sechziger [ahren hier häufiger gemacht wurde.

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