Brebach in alten Ansichten

Brebach in alten Ansichten

Auteur
:   Harald Glaser
Gemeente
:   Brebach
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6085-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Brebach in alten Ansichten'

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Einleitung

Siedlungsreste, die in Güdingen oberhalb des Fechinger Baches entdeckt wurden, belegen, daß die Umgebung von Brebach schon in der mittleren Bronzezeit (ca. 1550-1200 v. Chr.) besiedelt war. In rörnischer Zeit entstand um SO n. Chr. am Fuße des Halbergs, wo die Rómerstraße von Metz nach Warms die Saar überquerte und den Handelsweg von Trier nach Straßburg kreuzte, eine Siedlung von Händlern und Handwerkern. Noch heute ist arn Halberg die Grotte zu sehen,

wo, bevor sich das Christentum durchsetzen konnte, der persische Gott Mithras verehrt wurde. Auf der gegenüberliegenden Saarseite bestand ein römisches Landgut (villa), auf dessen Resten später Kloster und Stiftskirche St. Arnual errichtet wurden.

Im Iahre 1281 wird 'Bredebach' erstmals urkundlich erwähnt. Gegen Ende des 13. Iahrhunderts dürften am Unterlauf des Scheidter Baches auch die ersten Wassermühlen entstanden sein, die bis ins 19. jahrhundert einen festen Bestandteil des örtlichen Wirtschaftslebens bildeten. Anläßlich derTürkenschatzung von 1542, einer Steuererhebung zur Bekämpfung der türkischen Heere, die damals das östliche Mitteleuropa bedrängten, erfahren wir, daß in 'Bredbach' fünfFarnilien und insgesamt etwa 25-30 Einwohner lebten. 1756, als der Saarbrücker Fürst Wilhelm-Heinrich von seinem Rat undAmtrnann Christian Lex einen Bericht über die zum Ober-Amt Saarbrücken gehörenden Dorfschaften anfertigen ließ, heißt es zu Brebach: 'Es stehen 5 Häuser hierselbst, deren 2 mit Ziegeln und 3 mit Stroh gedeckt sind. ( ... ) Zwei von den Einwohnern sind frondbare Gemeindsleute und 3 contribuirende (d.h. abgabepllichtige) Hintersassen. Witwen sind gar keine da, und außer dem Hirten auch keine personaliter befreiete Person. ( ... ) Es ist ein Einwohner lutherisch, die andern sind katholisch. Das Dörfchen hat weder Kirche noch Schule, sondern die Evangelischen sind nach St. Arnual und die Katholischen nach St. [ohann eingepfarrt. ( ... ) Die Hauptnahrung

besteht in Ackerbau und Tagelohn. ( ... ) Alle Untertanen stehen allhier schlecht.' (Nach 'Brebach-Fechingen einst und jetzt', Brebach-Fechingen 1973, S. 32.) Nachdem FürstWilhelm-Heinrich im selben Iahr die Oberbrebacher Mühle zum Eisenwerk hatte umbauen lassen, entstand in dessen Nachbarschaft eine Siedlung von Hüttenleuten, das spätere 'Alte Werk'. Im Iahre 1809 zählten die Hüttensiedlung am Alten Werk und das Dorf Brebach im Bereich der heutigen Post- und Saarstraße jeweils etwa 100 Einwohner.

Auf dem Halberg. der ebenso wie Brebach ursprünglich zum Stift

St. Arnual gehörte,ließen die Saarbrûcker Grafen (später Fürsten) ab Anfang des 18. [ahrhunderts ein Lustschloß mit Park anlegen. 1877 erwarb der 'Hüttenbaron' Karl-Ferdinand Stumm den Halberg und ließ sich als repräsentativen Wohnsitz ebenfalls ein Schloß erbauen. Das Naherholungsgebiet mit seiner reichen Vergangenheit lädt zu Waldspaziergängen und historischer Spurensuche ein.

Brebach als Industriegemeinde, wie es sich heute darstellt, entstand mit der Entwicklung der Halbergerhütte zum industriellen Großbetrieb ab den 1870er Iahren. Parallel zum Anstieg der Arbeiterzah! der Hüttevon 512 aufüber 3300 zwischen 1875 und 1905 wuchs die Einwohnerzahl Brebachs von 608 auf2 496.Von den 3 374 Hüttenarbeitern des Iahres 1906 wohnten allerdings nur S 7 7 in Brebach und den angrenzenden Ortschaften Neufechingen und Neugüdingen. Die meisten kamen täglich als Pendler vor allem aus dem Bliesgau, aber auch aus Teilen der Pfalz und der Umgebung von Saargemünd zur Arbeit. Daneben gab es zahlreiche Schlafhausbewohner, die nur am Wochenende in ihre Heimatorte zurückkehrten. 1870 erhielt Brebach Anschluß an die Eisenbahn. 1900 wurde die Straßenbahnlinie nach den Saarstädten St. [ohann, Saarbrücken und Malstatt-Burbach in Betrieb genommen. Als Folge der Bevölkerungszunahme und des wachsenden

Verkehrsaufkommens bildete sich zwischen der Hütte und der Gemeindegrenze nach St. Johann ein kleinstädtisches Ortszentrum.

Die beherrschende Stellung der Halbergerhütte und ihres Eigentümers Karl-Ferdinand von Stumm (1836-1901, 1888 in den erblichen Freiherrenstand erhoben) in Brebach zeigte sich unter anderem in der Gründung von Sozialeinrichtungen und der Förderung von Bauvorhaben sowohl der evangelischen als auch der katholischen Kirchengemeinde. Als mächtigster Industrieller des Saarreviers, der zugleich dem preußischenAbgeordnetenhaus, dem Reichstag und verschiedenen politischen und wtrtschaftlichen Gremien angehörte, war Karl-Ferdinand von Stumm ein streitbarerVerfechter der persönlichen Unternehmerherrschaft, die keine Mittler zwischenArbeiter und Fabrikherren duldete. Ein dichtes Netz betrieblicher Sozialleistungen wurde ergänzt durch Vorschriften und eine umfassende Kontrolle, die auch vor dem Privatleben der Beschäftigten nicht Halt machten. Alle eigenständigen gewerkschaftlichen oder politischen Bestrebungen der Arbeiterschaft wurden im 'Königreich Stumm' auf das schärfste bekämpft.

Die Hütte bestimmte nicht nur das alltägliche und gesellschafdiche Leben in Brebach, sie hat auch die Landschaft und die räumlichen Verhältnisse tiefgreifend verandert. Alte Verkehrswege wurden durch das Werksgelände unterbrochen, der Scheidter Bach unter die Erde verlegt und aus demAbraum des Hüttenbetriebs zwei künstliche Berge aufgeschüttet. Um die Industriegemeinde entstand eine Industrielandschaft, über Jahrzehnte geprägt durch qualmende Schlote und ein erhebliches Maß an Umweltbelastung.

Das von Saar, Scheidter Bach und Halberg begrenzte Gemeindegebiet war durch die rasche Vergrößerung der Hütte und die rege private Bautätigkeit bald erschöpft, so daß gegen Ende des 19. Iahrhunderts auch das angrenzende Gelände aufFechinger und Güdinger Bann erschlos-

sen wurde. Während in Brebach, abgesehen von einem kleinen Villenviertel am Fuße des Halbergs, bis heute vorwiegendArbeiter und Kleingewerbetreibende wohnen, entstanden in Neufechingen auch bürgerliche Wohnviertel. Neufechingen, verwaltungsmäßig zu Fechingen gehörend, aber wirtschaftlich und verkehrsmäßig eher nach Brebach orientiert, entwickelte sich mit Geschäftsstraße, Schule und Kirche zu einer eigenständigen Ortschaft. Schon vor dem Ersten Weltkrieg war die Angliederung Neufechingens an Brebach im Gespräch, aber erst 1958 kam es mit der Vereinigung der Gemeinden Brebach und Fechingen zu einer Neuordnung der Verwaltungsgrenzen. Seit 1974 bildet Brebach-Fechingen einen Stadtteil Saarbrückens.

Brebach wird nach wie vor durch die Halbergerhütte geprägt und ist ein typischer Industrieort geblieben. Es leidet unter den damit verbundenen sozialen Problemen und einem erheblichen Verkehrsaufkommen. Gleichzeitig kann ein aufmerksamer Betrachter an vielen Stellen im Ortsbild die Hinterlassenschaft einer langen Industriegeschichte entdecken und die Atmosphäre eines Hüttenortes erfahren. Etwa jeder fünfte Einwohner it heute italienischer oder türkischer Herkunft. Aufgrund des engen räumlichen und geschichtlichen Zusammenhangs handelt 'Brebach in alten Ansichten' von Brebach und Neufechingen.

1 Die Postkarte aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zeigt drei Ansichten, die die Entwicklung Brebachs im Zeichen der Halbergerhütte veranschaulichen: Kirche, Spital und Hütte. Zum Bau der katholischen Kirche spendete Hütteneigentümer Stumm

3 000 Reichsmark und schenkte der Gemeinde das Grundstück für das pfarrhaus. Das Knappschaftskrankenhaus wurde 1903/04mitUnterstützung der Halbergerhütte und der Familien Stumm und Böcking erbaut und löste das von Stumm 1894 als Krankenhaus gestiftete AugusteViktoria-Haus ab. Der Eingangsbereich der Hütte mit dem Uhrenturm war Mittelpunkt Brebachs. An Stelle der

Häuser ProvinzialstraBe 49/50,51 (Trevillot) und 52 (Gasthaus Jungfleisch) aus den sechziger jahren des vorigen Jahrhunderts steht heute dasVerwaltungsgebäude des Unternehmens.

Çruss aus Brebach

2 Ein Blick aufBrebach aus den fünfziger [ahren von den Saarwiesen aus, während eine beträchtliche Anzahl ökologisch arbeitender Rasenmäher die Voraussetzungen für einen geordneten Flugbetrieb auf dem damals noch als Saarbrücker Flughafen genutzten Gelände aufrecht erhält. Auf Brebacher Gebiet ist halblinks die Schule, in der Bildmitte das 1952 erweiterte Rathaus zu erkennen; davor auf der rechten Seite der Bahnhof und ganz rechts die Schreinerei Burgard, die nach weitgehender Zerstörung im Zweiten Weltkrieg nicht mehr ihre frühere Größe und Bedeutung erreichte. Der quer die Bildmitte durchziehende Wall dürfte ein Hochwasserschutz

sein, da laut Karten aus dieser Zeit erwa hier die' amtliche Hochwassergrenze' verlief.

3 Die Luftaufnahme von 1960 zeigt auf der linken Bildseite den alten Ortskern von Brebach mit einer Reihe längst verschwundener Häuser. Rechts die Ortsteile Neufechingen und Neugüdingen bis etwas oberhalb der Riesenstraße. Über die Hütte in der Bildmitte und den Halberg blickt man bis Schafbrücke, dem Eschberg und (rechts oben) dem Geisberg. Man erkennt noch gut den früheren Verlauf der verlängerten Riesenstraße durchs Hüttengelände zum ' Alten Werk' bzw. zum Kolbenholz. Rechts davon das Schlafhaus und die Arbeiterhäuser. Auf dem Lagerplatz der Hütte im Vordergrund ist noch ein Stück der einstigen' Abkür-

zung' von der Poststraße zur SaargemünderstraBe, vorbei an der Lucasmühle (ein Gebäude steht noch) sichtbar. Die sich vom unteren rechten Bildrand ins Bild ziehende Geländestruktur markiert die

alte Banngrenze zu Güdingen. Die kleine Häuser'insel' all rechten Rand des Lagerplatzes wurde Mitte der sechziger [ahre abgerissen.

4 Die Postkarte aus der ersten Hälfte der zwanziger Iahre eröffnet einen Bliek auf das Saartal im Bereich der Saarwiesen aus der Perspektive des Winterbergs. Im Vordergrund St. Arnual mit der Stiftskirche, in der Bildmitte die Saarwiesen, die damals als Saarbrücker Flugplatz dienten, dahinter Brebach mit der Hütte. links davon Teile des Halbergs, im Hintergrund die Höhenzüge um Bischmisheim, Fechingen und Gûdingen. Auf den Saarwiesen sind die Vorrichtungen und Pisten für den Flugbetrieb zu erkennen. Die hinter dem Turm der Stiftskirche beginnende, schräg nach rechts führende helle Unie ist der Weg zur Fähre über die Saar nach Bre-

bach. Die Häuser Brebachs ziehen sich links unterhalb des Halbergs bis zum Evangelischen Gemeindehaus (mit Türmchen) und demAuguste- Viktoria-Haus (ganz links) hin.

5 Das Bild aus dem [ahre 1935 ist von der heutigen Zwergstraße aus aufgenommen und zeigt im Vordergrund die 'Schlelchfelder' . Der Flurname deutet auf die ehemaligen Achatschleifereien in Brebach hin: Schleifbzw Schleichfelder. In der Bildmitte sehen wir den Turnund Sportplatz, dahinter, neben den alten Verwaltungsgebäuden der Halbergerhütte, das frühere Brebacher Wahrzeichen, den alten Uhrenturm, der um die Iahrhundertwende erbaut und 1961 leider abgerissen wurde. Hinter dem Förderband, das zur Kokerei führte, erhebt sich auf einer ehemaligen Schlakkenhalde der Hütte der Gasometer. 'Lauers Haus' (hinter

dem Sportplatz) wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.

6 Die Halbergerhütte um

1 895, etwa von der Ecke Mühlenweg I Scheidterstraße aus gesehen. Das Gelände zwischen dem unteren Teil des Mühlenwegs, der Scheidterstraße und der Hütte ist noch nicht - wie heute - auf das Niveau der Hütte abgesenkt, sondern fällt natürlich ab und wird noch landwirtschaftlich genutzt. Die Scheidterstraße führt nach rechts zum Alten Werk bzw. nach Schafbrücke. Sie ist noch nicht befestigt. Im Hintergrund gegen den Halberg sind die Hochofengruppe

der Hûtte, die evangelische Kirche und Hüttenwohnhäuser zu sehen.

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7 Blick von der Anhöhe über dem Fechinger Bach auf Neufechingen mit dem Bebauungsstand um 192 7 . Das markante vordere Gebäude ist die 1901 erbaute Volksschule. Alle anderen abgebildeten Häuser stehen auf der gegenüberliegenden Seite der Provinzialstraße und zwar links bis etwa an die heutige Erzbergerstraße und rechts, nach Fechingen zu, bis zum Haus Schömer. Nur drei dieser Häuser besitzen heute noch in etwa die Fassadenansicht wie auf dem Foto. Unmittelbar rechts des Weges, vor dem zweiten Haus von rechts, wurde wenige jahre später (1930) dieTurnhalle gebaut.

Links vor der Volksschule der auch heute noch vorhandene Sportplatz. Am linken Bildrand oben sind die 1925 und 1926 erbauten ersten drei Häuser der späteren Jakobstraße zu erkennen. Unterhalb

der Schutthalde zieht sich auf halber Höhe der Mühlenweg den Berg hinauf.

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NEU-FECHINGEN

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8 Eisenbahn (im Vordergrund ein Abstellgleis des Brebacher Bahnhofs), Straßenbahn, Rathaus (links) und Apotheke (rechts daneben) bezeugen den Aufschwung, den Brebach mit dem Wachstum der Halbergerhütte erlebte. Das Rathaus mit Bürgermeisterwohnung wurde

1876 erbaut und blieb bis Anfang der sechziger Jahre Sitz der Gemeindeverwaltung. Schon 1854 war in Brebach das Gemeindeamt für die Bürgermeisterei Bischmisheim eingerichtet worden.

Bis zum Bau des Rathauses führten die Bürgermeister ihreAmtsgeschäfte in Privathäusern. DieApotheke wurde 1896 eröffnet und war die erste in der Bürgermeisterei, die

damals außer Brebach auch Bischmisheim, Bliesransbach, Fechingen und Scheidt umfaßte.

Brebach

Provinzlalst asse (VI

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