Bärenklau und Leegebruch in alten Ansichten

Bärenklau und Leegebruch in alten Ansichten

Auteur
:   Dagmar Martin und Gisbert Augsten
Gemeente
:  
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6715-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Bärenklau und Leegebruch in alten Ansichten'

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Einleitung

Bärenklau liegt im Lande Brandenburg im Südwesten des Kreises Oberhavel. Seit [anuar 2002 ist es ein Ortsteil der Gemeinde Oberkrämer. Bärenklau hat eine Fläche von 815 ha. Der Ort hat heute etwa 1 250 Einwohner.

Erreichbar ist Bärenklau mit dem Auto über die Autobahn AIO, Abfahrt Schwante. Auch eine Bahnverbindung ist vorhanden. Mit der S-Bahn von Berlin kommend besteigt man in Hennigsdorf den Vorortzug nach Kremmen und schon nach zehn Minuten ist man in Bärenklau angekommen.

Diese moderne Verbindung zur Außenwelt war natürlich zu Beginn der Entstehung dieses Ortes - eines kleinen Dorff1eckens undenkbar, denn Bärenklau hat eine über 650jährige Geschichte. Urkundlich erwähnt bereits 1350, lag es Jahrhunderte wüst, bis es königliches Krongut wurde. 1 832 wird Bärenklau zum Königlichen Remonte-Depot erklärt.

Eng verbunden mit Bärenklau ist der Ort Leegebruch, der etwa 4 km von Bärenklau entfernt liegt. Das Forstrevier von Leegebruch wird in einem Vertrag von 1832 erwähnt, den das königliche Kriegsministerium mit der Domäne Bärenklau abschloss. In Leegebruch entstanden dann später Stallungen, in denen auch pferde gezogen wurden. Leegebruch war also eine Außenstelle des Remonte-Depots Bärenklau.

Mit Reichsgesetz vom 27. Dezember 1927 wurden alle Gutsbezirke aufgelöst. Die konkreten Durchführungsbestimmungen sahen im Falle Bärenklaus vor, dass das Hauptgut wieder - wie im Mittelalter - eigenständige Gemeinde. sämtliche Exklaven aber bis auf Leegebruch anderen Gemeinden zugeteilt wurden. Der 1. Dezember 1928 - das Datum des Wirksamwerdens des

Gesetzes - brachte so die Wiedergeburt Bärenklaus als Gemeinde und die Geburt der selbständigen Gemeinde Leegebruch. Leegebruch hat eine Fläche von lediglich 450 ha, aber heute eine Einwohnerzahl von rund 6000. Es ist im öffentlichen Nahverkehr von den S-Bahnhöfen Hennigsdorf bzw. Oranienburg im 20-Minuten-Takt erreichbar. Es liegt direkt am Autobahnkreuz Oranienburg in ruhiger Lage und hat eine gute Infrastruktur. Es hat die Chance, künftig für Berlinpend1er sehr attraktiv zu werden, wenn es sich auf seine Geschichte besinnt und eine eigene Identität findet.

Bärenklau

Seine erstmalige urkundliche Erwähnung erfuhr der Ort im Iahre 1350 als 'Berenklawe'. Die beiden Markgrafen van Brandenburg, Ludwig der Ältere und Ludwig der Römer, belehnten den Grafen von Lindow fûr treue Dienste rnit dem Dorf''Berenklawcund anderen Dörfern.

Über den heutigen Namen des Ortes liegen zwar verschiedene Untersuchungen vor, jedoch konnte die Herkunft des Namens Bärenklau nicht eindeutig wissenschaftlich nachgewiesen werden.

In den [ahren nach 1350 wurde Bärenklau - [eweils in den verschiedensten Schreibweisen - einmal als wüste Dorfstätte, ein andermal als Schäferei und ab 1595 als Arntsvorwerk erwähnt. Erst das [ahr 1646 sollte für Bärenklau entscheidende Veränderungen bringen. In diesem [ahr heiratete der Kurfürst von Brandenburg, Friedrich Wilhelm, die Holländerin Louise Hennette von Oranien. Diese Frau interessierte sich sehr für die Landwirtschaft und war bestrebt, das nach dem Dreißigjährigen Krieg danieder liegende Gebiet um Bötzow (heute Oranienburg) neu zu besiedeln und wirtschaftlich voranzutreiben. Um 1650 legte sie in 'Behrenklaw' eine Schäferei und eine Meierei an.

Um 1665heß die Kurfürstin mehrere Häuser in Bärenklau errichten, besetzte sie mit acht Preisassen. die einen Viehbestand erhielten, dafür jedoch gewisse Abgaben zu leisten hatten.

Im [ahre 1666 heß die Kurfürstin für diesen kleinen Ort eine Kapelle errichten (Bild 1). Das auch heute noch als Gotteshaus genutzte alte Bauwerk steht seiner eigenartigen Form und Geschichte wegen unter Denkmalsschutz. Dieses Kleinod ist die erste nach niederländischem Vorbild erbaute Kirche in Brandenburg.

Der Grundriss bilder ein Sechseck, das nach Westen und Osten durch Anbau einer Vorhalle und einer Sakristel erweitert wird. Die Backsteinkirche hat große Rundbogenfenster mit abgestuften Gewänden, wie sie bei vielen niederländischen Kirchen des 17. [ahrhunderts zu beobachten sind. Einziger Schmuck am Außenbau sind drei Sandsteinblöcke als Ansatzsteine und Schlussstein irn Rundbogen des Eingangsportals.

Der Innenraum hat eine Flachdecke. Über dem Eingangsbereich ist eine Empore. In der Hauptachse befindet sich die Kanzel als zentraler Mittelpunkt über demAltartisch, der auf einem gezimmerten Podest steht. Rings um die Kirche ist der Friedhof

1. Die Kirche von Bärenklau - erbaut 1666.

Die Remontezeit

Im Laufe der folgenden [ahrhunderte entwickelte sich der kleine Ort immer weiter. Während im [ahre 1665 von einem Ort mit acht Freisassen berichtet wurde, gab es 1757 bereits 66 'Seelen'. Bärenklau entwickelte sich zu einem Vorwerk mit 1 193 Mg Ackerland und Wiesen.

Das Kurfürstentum Brandenburg war inzwischen Starumland des seit 1701 bestehenden Königreiches Preußen geworden. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sich das Königliche Kriegsministerium für Bärenklau interessierte. Der Ort hat fruchtbare Felder, gute Wiesen und ein großes Forstrevier. Man wollte in Bärenklau ein Remonte-Depot errichten und se Wo ss aus diesem Grunde folgenden Vertrag:

Nach dem mit dem Königlichen Kriegsministerium unterm 25.1.1832 geschlossenen Vertrage ist die Domäne Bärenklau für die Dnuer des Remonte-Depots aus demVerbande der Domänenverwaltung ganz ausgeschieden und in die Verwaltung der Remonte-Depot-Adntinistration unter oberer Leitung des Kg1. Kriegsministeriums übergegangen.

Die Domäne Bärenklau in ihrem gegenwärtigen Umfange ist zusammengefügt aus dem früheren Areal der Vorwerke Bärenklau, Wendemark,veh1efanz, dem Kg1. Forstrevier Leegenbruch und den Marschwiesen des aufgelösten Vorwerks Oranienburg, was zusammengenommen eine Fläche von 7936 Morgen und 174 Quadrat Ruten uusmacht...

Die Remonte- Depots haben den Zweck, die für die Armee angekauften jungen Pferde, bis zu derenAbgabe an die Truppen zurVervollkommnung ihrer körperlichen Entwieklung undAusbildung in Wartung und Pflege zu nehmen. Zur Erleichterung dieser Aufgaben sind die Remonte-Depots mit dem Betriebe der Landwirtschaft in Verbindung gebracht und auf königlichen Domänen eingerichtet.

jedem Depot steht eine KÖnigliche Remonte-Depot-Administration vor, welcher obliegt, die ihr anvertrauten Gelder, Grundstücke, Gebäude, Geräte, Naturalien, Meterinlien, Viehbestände und Inventarien nach den bestehenden und speziellen Vorschriften, nach den Regeln eines Gutshaushalts- und Wirtschaftsbetriebes - mit steter Pflichttreue, Umsicht, Sorgfalt und Sparsamkeit zu verwalten und zu bewahren.

Ein Administrator, der diesen hohen Ansprüchen genügen musste, fand sich in Ferdinand Kosmack, geboren am 1 7. Dezember 1801 in Buch bei Berlin (Bild 2).

2. Königl. Amtsrat Ferdinand Kosmack (1 7.12.18016.1.1877),Administrator in Bärenklau 1.10.1833-1844.

Er arbeitete in den jahren 183 1/32 als Gutsverwalter auf einem Gut in Leitzkau. In seinen Lebenserinnerungen schreibt er darüber, wie ihm der neue Posten angeboten wurde:

... Da erhielt ich im Sept. einen Brief mit groBem adligen Wappen aus Ballenstedt und öffnete denselben steunend. Er war vom Kriegsminister General von Hack und enthielt die wenigen Worte: 'Mein lieber Kosmack. Können und wollen Sie als Remonte- Depot-Administrator wieder in den Staatsdienst treten, so kommen Sie schleunigst zu rnir' Ich ntt nach Bnllenstedt, der Minister empfing mich sehr freundlich ... 'Wohin soll ich als Administrator gehen?"Nach Bärenklau, 3 '/, Meilen von Berlin. 'Gut: Ich ging, wurde Administrator des Remonte-Depots in Bärenklau, trat 1. Oktober Leitzkau ab und sofort in Bärenklau en,

Der Kgl.Amtsrat Ferdinand Kosmack arbeitete hier als Administrator bis 1844. Hier wurde 1834 sein Sohn Adolf Kosmack geboren, der von 1866 bis 1870 auch als Kgl. Amtmann und Administrator in Bärenklau tätig war. Und auch dessen Sohn, Adolf Kosmack, 1867 in Bärenklau geboren, im gleichen [ahre in der hier abgebildeten Kirche getauft - war von 1897 bis 190 1 Kgl. Oberamtmann und Remonte-Depot-Inspektor in Bärenklau. Die Fläche des Remontehofes Barenklau war etwas größer als 1 ha, fast quadratisch angelegt (Bild 3). Die Stallgebäude flankierten den Hof'im Süden und im Norden mit je 100 m Länge, während östlich und westlich zwei Verwaltungsgebäude standen, die rechts und links, von der Straße aus gesehen, je eine Durchfahrt für allerlei Fuhrwerke ließen. Im Osten, das Gebäude mit den zwei Anbauten südlich und nördlich, beherbergte den Gutssekretär samt Familie. Im Anbau waren zwei Büroräume.

Der Anbau im Norden gehörte zurWohnung des Oberstabsveterinars. während die Mittelwohnung dem Futterrneister gehörte. Im Westteil des Hofes stand das Haus des Königlichen Amtsrates und Administrators, des Allgewaltigen in Bärenklau, dem so-

wohl die Rernonte-, als auch die landwirtschaftliche Seite des Remonte-Depots Rechenschaft schuldig war.

Das Amt des Futtermeisters war, wie der Name sagt, die Zuteilung der Futterrationen an die Remonteknechte, ehemalige Soldaten der Kavallerie, hier noch im Dienst. Früh um 5.00 Uhr begann ihr Dienst, die Fütterung der Pferde. Raufen und Krippen zogen sich an den Wänden entlang. Jedes Pferd bekam seine zugeteilte Menge. Ein in der Mitte des Hofes befindlicher etwa 110m tiefe Brunnen lieferte Wasser in die Tröge.

Es waren bis zu 700 pferde im Depot. Die Zahl der Remontepferde im Depot mit allen Vorwerken zusammen war schwankend, betrug aber immerhin bis zu 1 000 pferden. Die kleineren Depots, die sich in Wendemark oder Leegebruch befanden, beherbergten 100 bis 150 Pferde je Depot, die etwas größeren wie Vehlefanz je 200 bis 250 pferde.

3. Der Remontehof 1904. Im Hintergrund das Gutshaus, links Südgebäude mit Ställen.

Veränderungen im Ort

Bis zum [ahre 1920 ging das beschauliche, aber auch recht harte Leben weiter. Die Remonte- und Ackerknechte erhielten außer ihrem sehr mäßigen Lohn ein gutes Deputat.

Die hohe Zeit für Bärenklau war im Sommer. Da wurden die Remontepferde gemustert: Es war ein buntes Bild, das sich auf der Reitbahn entfaltete. Die Reitbahn war von der Remonteverwaltung besonders angelegt, kartographisch auf dem Messtischblatt festgelegt. Hier ritten die Remonteknechte bei der Musterung die pferde vor. Von auf weiten grünen Fluren sich tummelnden pferden war allerdings kaum erwas zu sehen. Die letzte Musterung war in den Kriegsjahren 1914-1918. Der Erste Weltkrieg war für Deutschland verloren. Das Friedensdiktat und die Bedingungen desVersaillerVertrages im Iahre 1919 verfügten auch die Auflösung aller Remonte-Depots in Deutschland, darunter auch das von Bärenklau.

Von nun an waren Farbe und Leben auf dem Remontehof erloschen. Die pferde mussten verkauft werden. Das Gut musste einer anderen Bestimmung übergeben werden.

In Berlin existierte eine 'Gemeinnützige Siedlungs-Treuhandgesellschaft' unter der Leitung des Frankfurter Professors für Ökonomie und Soziologie, Franz Oppenheimer. Welche Absichten verfolgte die Siedlungsgesellschaft in Bärenklau? Das erste Ziel war die Ansiedlung der früheren Gutsarbeiter und Remonteknechte. Haus und Hof sollten sie haben und ein Stück Acker von 4 Morgen dazu.

Ein neuer Gutsverwalter zog nun in das alte Gutshaus ein (Bild 4). Paul Klatt - ein Siedler aus Westpreußen - wurde mit der Administration beauftragt.

Professor Oppenheimer und die Siedlungsgesellschaft rechneten damit, dass die ehemaligen Beschäftigten des RemonteDepots weiterhin im Gutsbetrieb tätig sein würden, als Stammarbeiter gewissermaßen mit der Aussicht, dass dieses Gut durch ihrer HändeArbeit zu ihrem Eigentum würde. Das heißt: Sparen undArbeiten! jeder so, als ob die Erde, das Gut, der Ertrag schon sein künftiger Besitz wären. Jeder sollte den anderen dazu erziehen, so dass eine Gemeinschaft der Gutsarbeiter entsteht, eine Gemeinschaft der künftigen Gutsbesitzer! Die Genossenschaft, die nun gegründet wurde, war der Weg dazu.

4. Das Gutshaus des Remonte-Depots - erbaut urn 1760 (Hinteransicht ) .

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Schon bald entstanden Konsum, Mühle, Bäckerei. Einträgliche Betriebe waren das! Damit wurde ein Fond geschaffen, der helfen sollte, die Übernahme des Gutes in die Hand der Arbeiter zu vollziehen.

Nun wurde auch die Nutzung der Gebäude am Remontehof und dazugehöriger Gebäude, wie z. B. dem Kornspeicher, einer anderen Bestimmung übergeben.

Den ehemaligen Kornspeicher (Bild 5) mit umliegendem Land und Scheunen erhielt eine Siedlerfamilie mit zehn Kindern. Die Siedlungsgesellschaft baute für diese große Familie den Speicher zu Wohnzwecken um. Noch heute leben dort Nachkornmen dieser Familie.

In dem Backsteinbau an der Ostseite des Remontehofes wurde das Gutsbüro eingerichtet. Rechnungsführer und Schmiedemeister zogen dort ein und die restlichen Räume dienten als Ledigenheirn.

In das Gutshaus an der Westseite des Remontehofes wurde 1923 das Büro verlegt. Das Gebäude wurde je zur Hälfte an den Siedler Paul Klatt (südlicherTeil) und einen anderen Siedler (nördlicher Teil) vergeben.

In den nördlichen Stallgebäuden des Remontehofes wurden zur gleichen Zeit Wohnungen ausgebaut.

Dazu gehörten Gartenland und diverse Wirtschaftsgebäude. In der Mitte des Nordgebäudes wurde ein Feuerwehrdepot untergebracht.

1924 wurde eine Wirtschaftsgenossenschaft gegründet. Aus den ehemaligen Wohnungen des östlichen Gebäudes entstanden eine Konsumverkaufsstelle und eine Gaststätte. Diese Einrichtungen sowie Mühle und Bäckerei, die im Südflügel ausgebaut wurden, bildeten gemeinsam diese Genossenschaft.

1930 wurde auch im Nordgebäude ein Ladengeschäft für Siedlerbedarf eingerichtet. Die Genossenschaft bemühte sich urn den

Absatz der Erzeugnisse der Siedler und beschaffte für sie Maschinen, Düngemittel usw. Alle Siedler hatten Anteile an der Wirtschaftsgenossenschaft, die von einem Geschäftsführer verwaltet wurden. Das Gut betrieb nicht nur die Landwirtschaft, sondern hatte auch eine Gärtnerei. Sie war in der Nähe des Gutshofes an der Chaussee nach Vehlefanz.

5.DerKornspeicher-erbaut 1893. 1935 bezog diese Siedlerfamilie das Haus.

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