Breuberg in alten Ansichten

Breuberg in alten Ansichten

Auteur
:   Heidi Gerlach
Gemeente
:   Breuberg
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2399-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Breuberg in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Im nördlichsten Zipfel des Odenwaldkreises erstreckt sich die seit 1. Oktober 1971 im Zuge der Gebietsreform ins Leben gerufene neue Stadt Breuberg.

Es ist altes Grenzland, wo Hessen an Bayern anstößt und zu früheren Jahrhunderten der Adel aus Breuberger Landen regierte, Mittelpunkt des Stadtbereiches von Breuberg ist die Burg gleichen Namens, die sich auf einer Anhöhe beim Stadtteil Neustadt erhebt. Die Stadtteile im Stadtrund sind erster Erwähnung nach unterschiedlichen Alters. Urkundlich nachweisbar ist Rai-Breitenbach der ältere Stadtteil, denn er wird 798 erstmals in einer Urkunde erwähnt. Im folgt der Stadtteil Hainstadt, der in einer Urkunde von 800 erstmals erscheint. In der weiteren Folge kommen dann Neustadt (l113), danach WaldAmorbach (1286) und zuletzt Sandbach (1320). Von Neustadt her kommen die Stadtrechte, das diese am 22. Juni 1378 durch Kaiser Karl IV. mit der Erlaubnis besonderer Rechte verliehen bekam.

Neustadts Gründung fiel mit dem Bau der Burg Breuberg zusammen, die ebenfalls Mitte des 12. Jahrhunderts entstammt. Die Gründung von Neustadt

dürfte darauf zurückgehen, daß adelige Burgmannen. Beamte, Handwerker und Landleute sich in der Nähe der Burg ansiedelten, um diese schnellstmöglich erreichen zu können.

In Neustadt befindet sich auch heute noch das Wahrzeichen der Stadtrechtsverleihung. Es ist das Marktkreuz mit Schwert und Hand. Das nackte Schwert kennzeichnet den Königsbann. Die Hand am Kreuz steht, wie alle Hände dieser Art, für den Marktfrieden, den der König durch die Übersendung eines Handschuhes an den Marktort dokumentierte. Einige der Fachwerkhäuser aus früherer Zeit sind auch heute noch in Neustadt anzutreffen. Vor wenigen Jahren, 1978, konnte Neustadt seine 600-J ahrfeier begehen. Burg Breuberg, die auf ihrem erhabenen Standort, auf dem Breuberg, von den Äbten des Klosters Fulda erbaut worden ist, blickt weit ins Land. Die Burg hat die Jahrhunderte von ihrem Entstehen bis heute gut überstanden. Als besterhaltenste Burg Süddeutschlands bietet sie sich heute dem Besucherstrom dar, der von Jahr zu Jahr größer wird. Die Burg ist seit 1949 im Besitz des Landes Hessen, das sie vom Deut-

schen Jugendherbergswerk übernommen hat.

Zu früherer Zeit war das Land um den Breuberg durchweg landwirtschaftlich genutzt. Die Bevölkerung war arm und viele gingen einem Erwerb in den größeren Städten nach, die sie meist nur unter erschwerten Bedingungen erreichen konnten.

Das sich dies grundlegend ändern würde, da war anfangs des vorigen Jahrhunderts noch nicht zu denken. Die Verkehrsverhältnisse waren katastrophal zu nennen. Alle Straßen waren noch elende Feldwege, in welchen die Räder der großen vierrädigen Wagen bei nasser Witterung bis in die Naben versanken. Findigen Menschengeist war es zu verdanken, daß das 19. Jahrhundert schließlich noch die große Wende brachte. Es wurden 'Chausseen' gebaut, die Orte mit Orte verbanden. Die Altstraßen, die meist über die Höhen der Berge hinwegzogen, sind dann verschwunden. Ein Teilstück einer solchen Altstraße ist im Breuberger Raum noch vorhanden. Es ist die 'Alte Frankfurter Straße', über die der Weg nach Frankfurt in die Reichsstadt führte. Auf ihr ist schon in der Frühzeit der Verkehr gerollt und bereits die Römer bauten an

ihr ihre Befestigungen. Der Volksmund hat die 'Alte Frankfurter Straße' die 'Weinstraße' getauft, unter welchen Namen sie auch von Frankfurt durch die Wetterau sich nach Norden hinzieht. Nach Eintritt in unser Jahrhundert waren die Verkehrsverbindungen dann schon etwas geregelter, zu dem auch der Bau der Eisenbahnen, 1882 an Höchst vorbei, 1912 in Breuberg, wesentlich mit beitrug. Auch der Aufbau der beiden Industriewerke, Veith 1905, Gummiwerk Odenwa1d 1922, haben die Struktur im Beschäftigungsstatus verändert. Aus bislang ärmeren Kommunalgebilden sind im Laufe der Zeit aufstrebende Gemeinden geworden. Die Bevölkerung hat sich auch mehr und im verstärktem Maße dem Fremdenverkehr zugewandt.

Den Gast zu informieren, dem Einheimischen einen Bliek zurück zu gestatten, soll Sinn und Zweck dieses Bildbandes sein, der Postkarten und Aufnahmen aus alter Zeit aufführt.

Allen, die mir bei der Bildgestaltung zu diesem Bildband mitgeholfen haben, danke ich hiermit sehr herzlich.

1. Merlan der Älteste (1593-1650) hat den berühmt gewordenen 'Merianstich' vom 'Hochen Haus Breuberg', die die Burganlage auf dem Breuberg zur Zeit ihres größten Ausbaues, während des Dreißigjährigen Krieges, zeigt, geschaffen. Links vom Breuberg sind der Wolferhof, die Rosenbacher Mühle und die Raibacher Kapelle zu sehen, Merlan muß wohl an der Schwedenschanze gestanden haben, als er das Bild skizzierte. Denn nur von dort konnte er die drei Gebäulichkeiten mit einem Bliek erfassen. Der Breuberg scheint zur damaligen Zeit noch wenig bewaldet gewesen sein, sonst hätte die Wegeführung zur Burg nicht so deutlich dargestellt werden können. Die sogenannte Schwedenschanze hat ihren Namen von schwedischen Regimentem, die 1637 dort lagerten, eh sie die Burg angriffen und auch Orte im Breuberger Land verwüsteten.

2. Burg Breuberg, fotografiert 1920. Die Burg wurde Mitte des 12. Jahrhunderts von den Äbten des Reichsklosters Fulda für deren Vögte im nordöstlichen Odenwald auf den Breuberg erbaut. In der Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert wurden die Herren von Breuberg als Reichslandvögte in Thüringen und der Wetterau Vertreter der Reichspolitik. Die zwei Bilder zeigen die Burg in Außenansicht und von innen, vom unteren Burghof aus. Die Burg sah zur Zeit der Aufnahme wildromantisch aus, Buschwerk hatte zu damaligen Zeit Zinnen und Manerwerk überwachsen, Aber damals, wie auch heute, ist die Burg Anziehungspunkt für viele Besucher. Die Bilder zeigen die imposante Burganlage mit dem 25 Meter hohen Bergfried und vom Burghof aus ist der Hexenturm, auch Strafturm genannt, wie auch der Eingang zum oberen Burghof zu sehen.

3. Bliek in den unteren Burghof der Burg Breuberg vom Wertheimer Zeughaus aus. Durch das im Hintergrund sichtbare Tor betritt man die umfangreiche Burganlage, Der mit Bäumen und Sträuchern bewachsene Teil des Burghofes im linken Teil des Bildes, dient heute der Gastronomie auf Burg Breuberg als Gastareal. Der Baum in der Mitte des Burghofes steht heute auch nicht mehr. Rechts, durch das Laub des Baumes, ist der Johann-Casimir-Bau zu sehen, in dem sich heute die Museumsräumlichkeit des Brenberg-Museums befindet. Das Bild wurde um 1920 aufgenommen.

4. Ein Bild vom Rittersaal auf Burg Breuberg, wie er noch um die Jahrhundertwende aussah. Der Rittersaal im Johann-CasimirBau ist in den Jahren von 1610 bis 1624 entstanden. Seine Erbauer sind die Grafen von Erbach, die seit der Mitte des 16. Jahrhunderts Halbteilhaber der Gemeindeherrschaft Breuberg waren. Noch vor wenigen Jahren wurde die figurenreiche Stuckdecke mit ihren Darstellungen aus der klassischen Mythologie und Sage von vier profilierten Holzsäulen getragen. Die Säulen wurden in der Jetztzeit entfernt und durch ein Hebewerk ersetzt, das sich unterm Dach des Johann-Casimir-Baues befindet und die sehenswerte Stuckdecke mittels zwei Stahlbändern trägt, Die noch bis zum Jahre 1939 im Rittersaal befindlichen antiken Tische und Stühle sind ebenfalls entfernt worden und wurden nach Schönberg gebracht, wo sich heute Nachfahren der früheren Burgherren befinden.

5. Die Aufnahme ist ein sehr altes Bild, das um die Jahrhundertwende aufgenommen worden ist. Der Fotograf hat bei der Aufnahme auf der 'Alten Frankfurter Straße' gestanden und in Richtung auf Burg Breuberg fotografiert. Die 'Alte Frankfurter Straße' war in der Frühzeit und noch während des Mittelalters Hauptverbindungsweg nach Frankfurt. Die Römer bauten schon an ihr ihre Befestigungsanlagen und haben den Verbindungsweg bei Truppenverschiebungen benutzt. Heute ist die 'Alte Frankfurter Straße' ein Spazierweg für die Patienten der Ernst-LudwigKlinik, die auf ihr zur Burg Breuberg gelangen können. Für die Holzabfuhr hat der Weg seine Bedeutung ebenfalls noch nicht verloren.

6. Der untere Burghofvon Burg Breuberg ist um 1910 fotografiert worden. Es zeigt den Johann-Casimir-Bau auf der rechten Seite, in dem heute das Breuberg-Museurn mit seinem umfangreichen Ausstellungsgut aus der Geschichte von Burg Breuberg und des gesamten Breuberger Landes untergebracht ist. Die Gebäulichkeiten der Burg waren um die Zeit als das Foto entstand in einem sehr desolaten Zustand. Das Gebäude des Johann-Casimir-Baues, in dem sich heute das Museum befindet, stand zur damaligen Zeit leer. Eine Instandsetzung der Burganlage mit großer Aufräumaktion setzte 1949 ein, nachdem das Land Hessen die Burg vom Deutschen Jugendherbergswerk übernommen hatte. Auf der linken Seite ist noch ein Stück Mauerwerk zu sehen, das bei der Aufräumaktion in der Burg entfernt wurde.

7. Bliek von der Ruine des Wertheimer Zeughauses aus auf den Burgeingang. Die Ruine des Wertheimer Zeughauses ist ein Überbleibsel von dem Waffenarsenal, das Graf Michael II. von Wertheim im Jahre 1528 gebaut hat. Es diente zur früheren Zeit für die Unterbringung der Waffen für die Burgbesatzung. Nur als Ruine hat sich das Zeughaus in unser Jahrhundert herübergerettet. Mittlerweile ist es wieder ausgebaut worden und dient nunmehr als Museumsraum für die Unterbringung von Feuerwehrgerät aus früherer Zeit. Eine bemerkenswerte Renaissanceplastik, die einen Arrnbrustschützen darstellt, ist über dem Eingang des Zeughauses noch erhalten geblieben, Die Plastik wurde von dem WÜIzburger Künstler Steinmiller geschaffen. Die Aufnahme ist um 1920 aufgenommen worden.

8. Das Bild zeigt den 'Hohen Stein' von 1668 und neben ihm der Grenzstein des Fürsten Primas vom Großherzogturn Frankfurt. Der 'Hohe Stein' ist der letzte erhaltene älteste Grenzstein der Herrschaft Breuberg gewesen. Auf der einen Seite befanden sich auf ihm das Wappen des Mainzer Erzbischof Johann Philipp Schönbein und auf der anderen Seite das Wappen von Kurpfalz und von Hessen-Darrnstadt. Der kleinere Stein kennzeichnete das Besitztum des sehr kurzlebigen Großherzogtums Frankfurt, des Fürst Primas, der von 1810 bis 1814 residierte. Beide Steine, die auf einer Anhöhe zwischen Hainstadt und Wald-Amorbach standen, sind in den siebziger Jahren unseres Jahrhunderts von unbekannten Tätern gestohlen worden. Das Bild von den beiden Steinen ist einzige Erinnerung an sie.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek